Immobilienmakler: Schnelles Geld, schlechtes Image
Immobilienmakler haben einen miserablen Ruf. Dagegen wollen sie jetzt etwas unternehmen.
Es sei »erschreckend, wie viele als Immobilienmakler durch die Gegend laufen , denen es vor allem um Optik und das passende arrogante Auftreten geht«, sagt – ein Hamburger Immobilienmakler. Seinen Namen möchte er nicht nennen. Das Problem der Branche ist: Begründet in der Gewerbefreiheit, darf praktisch jeder in diesem Beruf werkeln, auch ohne Ausbildung. »Die tatsächliche Aufsicht über das Geschäftsgebaren der Immobilienmakler hat der Gesetzgeber weitgehend aus der Hand gegeben«, sagt Sven Johns, Geschäftsführer des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). In der Nachfolge-Organisation des Rings Deutscher Makler (RDM) ist fast jeder zweite der deutschlandweit rund 12.000 Immobilienmakler organisiert. Diese Freiheit in einem Bereich, in dem sehr viel Geld bewegt wird, hat vor allem in der Vergangenheit viele Glücksritter angelockt. Sie hofften, nebenbei aus der Garage heraus oder vom Küchentisch aus einen schnellen Euro machen zu können. Das Image der Makler haben sie damit nicht gerade verbessert.
Wer als Mieter oder Käufer einen Makler bei der Arbeit beobachtet, entwickelt in der Regel eine Mischung aus Neid und Abneigung: Eine Kleinanzeige in der Tageszeitung oder im Internet schalten, am Besichtigungstermin eine Wohnungstür aufschließen, einen Pulk Interessenten hereinlassen, eine Unterschrift geben lassen, die Tür wieder abschließen und dafür den Gegenwert von zwei Netto-Kaltmieten kassieren – das ist der sichtbare Teil der Maklertätigkeit. »Leicht verdientes Geld!«, ärgert sich der Mieter, der diese Provision zahlen muss. Und hat recht damit. Doch nicht jedes Objekt lässt sich so schnell an den Mieter oder Käufer bringen. Oft bekommt der Makler deshalb für seine Arbeit gar kein Honorar – das ist der nicht sichtbare Teil der Maklertätigkeit. Dass er sich dafür bei den erfolgreichen Vermittlungen schadlos halten muss, ist der Schönheitsfehler dieses Geschäftsmodells. Überhaupt, wo gibt es das: Der Vermieter oder Verkäufer gibt eine Dienstleistung in Auftrag – zahlen muss jedoch der Mieter oder Käufer? »Das ist sicherlich nicht ganz glücklich«, räumt IVD-Sprecherin Carolin Hegenbarth ein. »Aber wenn der Vermieter zahlt, würde sich das höchstwahrscheinlich in der Miethöhe niederschlagen, sodass es letztlich keinen Unterschied macht.« Das alte Spiel von Angebot und Nachfrage: Solange Wohnraum ein gefragtes Gut ist, zahlt der Suchende. Wo dagegen ein Überangebot an Immobilien existiert, kommt der Vermieter für die Courtage auf, etwa in Magdeburg.
Nicht nur das Makeln im engeren Sinne gehört zum Berufsbild, sondern gleichermaßen das Verwalten von Wohn- und Gewerbegebäuden oder von Eigentumswohnungen. Makler begutachten Gebäude und Grundstücke, erstellen Marktanalysen, prüfen Mietverträge und Finanzierungen. »Man ist viel unterwegs«, sagt Corvin Tolle, 41, geschäftsführender Gesellschafter von Rohrer Immobilien in Berlin. »Man muss flexibel sein, auch kommunikationsstark, und komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen.« Die Vorurteile wurmen ihn schon mal, gibt Tolle zu. »Leider ist die Verlockung, schnell viel Geld zu verdienen, für manchen in dieser Branche tatsächlich zu groß.« Um sich abzugrenzen, bezeichneten sich einige Berufskollegen inzwischen lieber als Immobilienberater oder betrieben »Immobilien-Consulting«. Für Corvin Tolle kommt das nicht infrage: »Ich bin und bleibe Immobilienmakler – aber mit dem Credo, dem Kunden zweimal in die Augen sehen zu können.«





sind KANN Bestimmungen. Praktisch ist nichts von alldem vonnöten und meistens auch nicht vorhanden. Es gibt kein anderes Gewerbe in Deutschland, in dem man völlig qualifikationsfrei mit derartigen Minderleistungen solch exorbitante Umsätze erwirtschaften kann (zumindest nicht legal). Weil ich derzeit selbst auf Haussuche bin, weiß ich wovon ich rede.
Stellt man eine Frage, die nicht mit dem Exposé beantwortet ist, erntet man ein Achselzucken oder wird schlichtweg angelogen.
Diese Vergütungen sind nicht im entferntesten zu rechtfertigen. Nimmt man einen Notar, so spielt dieser mit seiner Qualifikation und seinem Verantwortungsrahmen in einer ganz anderen Liga. Dessen Vergütung beträgt ca. 1% des Verkausfspreises.
Auf einem der großen Immobilienportale inseriert aktuell ein Maklerunternehmen mit dem Hinweis:
"Alle Angaben sind ohne Gewähr und basieren ausschließlich auf Informationen, die uns von unserem Auftraggeber übermittelt wurden. Wir übernehmen keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität dieser Angaben."
Was bleibt denn da noch übrig von den im Artikel beschriebenen Tätigkeiten? Was macht der denn überhaupt noch ausser die Hand aufzuhalten? Immerhin wurde in besagtem Inserat überdeutlich geschildert, in welchen Fällen sich irgendwie ein Anspruch auf die Courtage ableiten lässt, das muss dann wohl die gerühmte Qualifikation sein.
Der Kraftausdruck, den ich zum Abschluss gerne verwenden würde, verbietet sich leider aufgrund der Netiquette.
In der Tat, es ergibt keinen Sinn, wenn der Vermieter den Makler beauftragt und der Mieter dafür zahlen muss. Ich muss jedoch (Schande über mein Haupt) eines zugeben: über diesen, eigentlich mehr als offensichtlichen Aspekt, habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Vielmehr habe ich die Maklergebühr immer als gegeben hingenommen bzw. nach privat vermittelten Wohnungen gesucht. Liegt es vielleicht u.a. daran, dass der Unmut über diesen Wucher nicht viel größer ist?
Wie in (beliebten) Großstädten suchende Mieter ausgenutzt und oftmals an den Rand ihrer finanziellen Belastbarkeit getrieben werden, ist einfach nur unheimlich. Ich sehe ein, dass der Mieter etwas zahlt, wenn er selbst jemanden beauftragt, eine Wohnung für ihn zu suchen oder der Vermieter, wenn er ein schwer vermietbares Objekt loswerden möchte; die aktuelle Zahl an völlig überflüssigen und teilweise wirklich parasitär agierenden Maklern ist jedoch eine Perversion des ganzen Systems. Eine gesetzlich zwingende Kostensplittung zwischen Vermieter und Mieter als ersten Schritt könnte dazu führen, dass sich ein Vermieter in Zukunft genauer überlegt, ob er einen Makler beauftragt - in großen Städten dürfte es sowieso kein Problem für den Vermieter sein, einzugswillige Mieter zu finden. In den oben angesprochenen anderweitig gelagerten Fällen würden Makler weiterhin eingeschaltet werden und der Markt bliebe erhalten. Dies nur als Gedankenansatz, sehr gern würde ich auch gegensätzliche Argumente hören.
OK, ich weiss nicht, wie's bei Mietobjekten ist, aber bei Kaufobjekten waren die Preise bei Wohnungen/Häusern über den Makler wesentlich realistischer. Die Eigentümer glauben ja sonstwas wie wertvoll und toll ihr Haus ist!
Ist ja auch klar - Makler kennen den Markt, und vor allem, Makler möchten gerne schnell Geschäfte machen (nur dsnn klingelt die Kasse).
Deswegen kaufe ich in Zukunft nur noch Immobilien von Maklern. Das spart mir (mich?) eine Menge Geld.
Ist eben meine Erfahrung.
aj
billiger
Daß Wohnungen oder Häuser, die über Makler angeboten werden, günstiger sein
sollen, kann ich nicht bestätigen. Nachbarn hier hat das jetzt schon ein halbes
Jahr gekostet, daß der Makler den Preis viel zu hoch angesetzt hat und dann seine
Fangprämie auch noch drauf kommt.
Ich bin jedenfalls sehr froh, daß es uns gelungen ist, unser Reihenhaus direkt
von privat zu kaufen. Die Makler, die wir bei Besichtigungen angetroffen haben,
waren zu 90% Pfeifen ohne jede übers Dümmschwätzen hinausgehende Kompetenz.
Im Geschäft mit Privatleuten hat dieses Gesindel einfach keine Berechtigung und
soll sich sein Geld gefälligst vom Auftraggeber holen, wenn der wirklich meint
einen zu brauchen.
Daß Wohnungen oder Häuser, die über Makler angeboten werden, günstiger sein
sollen, kann ich nicht bestätigen. Nachbarn hier hat das jetzt schon ein halbes
Jahr gekostet, daß der Makler den Preis viel zu hoch angesetzt hat und dann seine
Fangprämie auch noch drauf kommt.
Ich bin jedenfalls sehr froh, daß es uns gelungen ist, unser Reihenhaus direkt
von privat zu kaufen. Die Makler, die wir bei Besichtigungen angetroffen haben,
waren zu 90% Pfeifen ohne jede übers Dümmschwätzen hinausgehende Kompetenz.
Im Geschäft mit Privatleuten hat dieses Gesindel einfach keine Berechtigung und
soll sich sein Geld gefälligst vom Auftraggeber holen, wenn der wirklich meint
einen zu brauchen.
...wird diese gestzl. zulässige Grenze nunmal ausgeschöpft.Die maximale Provisionshöhe beim Kauf einer Immobilie ist, anders als die Maklerprovision bei Mietwohnungen,nicht gesetzlich geregelt.Warum wohl nicht???
wenn man nicht wissentlich Käufer über das Ohr hauen müsste. Da werden relativ oft Immobilien verkauft, die Bruchhütten sind, der Makler erkennt dass, aber aus Provisionsgier werden Verträge so uneindeutig gestaltet, dass man hinterher keine juristische Handhabe gegen ihn hat. Es ist ein ähnlicher Job wie Bankberater. Solche "Berufe" eignen sich größtenteils für Leute ohne jede Haltung und Moral. Das ist nicht weit weg vom simplen Betrug, nur dass hier ein weißer Kragen noch mitspielt. Und davon lassen sich die Leute blenden.
In heutigen Zeiten nimmt man Abstand von derartigen Vermittlern, sie gehören einer aussterbenden Klasse an, die das jetzige Euro Unglück und ähnliche Pleiten verursachen. Aus purem blinden Egoismus!
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk
mag der Beruf des Maklers noch sinnvoll gewesen sein. Da war es weder für Käufer/Mieter noch für Eigentümer einfach, den jeweils anderen zu finden und ohne großen eigenen Aufwand einen Mieter oder eine Wohnung zu finden. Da war es schon sinnvoll, einen Makler zu beauftragen.
Heute kann das eigentlich jeder im Internet selber machen. Dafür braucht kein Mensch einen Makler.
Ich hätte auch kein Problem, einen Makler selbst zu beauftragen, der mir dann eine Wohnung oder ein Haus sucht, das genau das ist, was ich gerne hätte. Dann bezahle ich ihn auch gerne. Aber das ist natürlich deutlich aufwendiger als bloß ein paar (miserable) Fotos bei Immoscout reinzustellen.
Aber ich bezahle keinen Makler, der im Auftrag des Eigentümers unterwegs ist. Der will Geld für eine Leistung, die ich weder will noch brauche und den ich dann auch noch dafür bezahle, dass er die Interessen meines Vertragspartners vertritt. Denn von dem ist er abhängig, weil er von ihm wieder beauftragt werden will.
Ich bin doch nicht bekloppt.
Daß Wohnungen oder Häuser, die über Makler angeboten werden, günstiger sein
sollen, kann ich nicht bestätigen. Nachbarn hier hat das jetzt schon ein halbes
Jahr gekostet, daß der Makler den Preis viel zu hoch angesetzt hat und dann seine
Fangprämie auch noch drauf kommt.
Ich bin jedenfalls sehr froh, daß es uns gelungen ist, unser Reihenhaus direkt
von privat zu kaufen. Die Makler, die wir bei Besichtigungen angetroffen haben,
waren zu 90% Pfeifen ohne jede übers Dümmschwätzen hinausgehende Kompetenz.
Im Geschäft mit Privatleuten hat dieses Gesindel einfach keine Berechtigung und
soll sich sein Geld gefälligst vom Auftraggeber holen, wenn der wirklich meint
einen zu brauchen.
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