StudierenPraktischer Umweg

Auch ohne Abitur wird man zum Studium zugelassen – unter einer Voraussetzung

Hauptgebäude der Hochschule Fresenius in Idstein im Taunus

Hauptgebäude der Hochschule Fresenius in Idstein im Taunus

Mit 17 Jahren kam Nina Christ an den Punkt in ihrem Leben, an dem sie die Weichen für ihre Zukunft selbst stellen konnte. Sie hatte den Realschulabschluss in der Tasche und hätte ans Gymnasium wechseln können, mit etwas Aufwand hätte sie ihr Abitur machen können, danach wären einige Türen mehr zur Berufswelt offen gestanden, die Möglichkeit zu studieren zum Beispiel. Aber Nina Christ tat es nicht. »Ich war jung, ich wollte jetzt leben, schnell mein eigenes Geld verdienen«, sagt Christ heute. Beim Berufspraktikum in der achten Klasse war sie in einer Klinik, bei der Pflege. Warum nicht einfach Krankenschwester werden? Es hatte ihr gefallen. Sie bräuchte sich keine Gedanken mehr zu machen. Sie bewarb sich, wurde genommen, machte die Ausbildung im Stadtkrankenhaus Korbach und fing an zu arbeiten, da war sie noch nicht einmal zwanzig Jahre alt.

Schon nach der Ausbildung aber wollte sie mehr, wollte sie sich weiterentwickeln. Sie wechselte an die Uni-Klinik Frankfurt, arbeitete dort zweieinhalb Jahre in der Herz-Thorax-Chirurgie. Anschließend stieg sie auf einer anderen Station zur Schichtleiterin auf. Zu dieser Zeit hatte die Pflegedienstleitung schon begonnen, die talentierte Krankenschwester zu fördern. Bald wurde sie zur Gruppenleiterin ernannt. Das war im Oktober 2009. Die damals 25-jährige Nina Christ war jetzt Vorgesetzte des gesamten Pflegepersonals von zwei Stationen und einer Ambulanz.

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Wäre Studieren nur mit Abitur möglich, dann wäre die Karrieregeschichte von Nina Christ hier zu Ende erzählt. »Ohne ein Studium im Gesundheitsmanagement oder ähnlichen Fächern ist es besonders an einer Uni-Klinik nahezu unmöglich, weiter aufzusteigen in der Hierarchie«, sagt Christ. Und ein Abitur an der Abendschule war im Schichtdienst nicht drin. Doch seit einigen Jahren öffnen sich Politik und Hochschulen auch für Studenten, die kein Abitur haben.

Theoretisch war es zwar schon lange möglich, ohne Abitur zu studieren, aber hohe Qualifikationen wurden verlangt, die Regelungen waren undurchsichtig. Praktisch fand kaum ein Nichtabiturient den Weg an die Hochschule. Gerade einmal 0,4 Prozent der Studierenden im Jahr 2000 hatten kein Abitur. Die Bologna-Reform leitete die Wende ein. 2003 nahm man sich eine stärkere Öffnung der Hochschulen gegenüber qualifizierten Berufstätigen offiziell vor, europaweit. Geschehen ist danach allerdings erst einmal wenig. Man war offenbar zu sehr damit beschäftigt, zunächst die Reform an den Universitäten umzusetzen. Erst ein Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) 2009 machte es für Inhaber sogenannter beruflicher Aufstiegsfortbildungen – darunter Meister, Techniker und Fachwirte – ab sofort möglich, sich an einer Hochschule einzuschreiben . Ohne zusätzliche Prüfung.

Schon im nächsten Jahr zeigte das Wirkung: 8410 Studierende ohne Abitur waren 2010 an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit war ihr Anteil an allen Studierenden auf 1,9 Prozent gestiegen. Gegenüber 2009 waren mehr als 3.000 hinzugekommen. »Eine erfreuliche Entwicklung. Und wir erwarten, dass die Zahlen auch in den kommenden Jahren deutlich steigen werden«, sagt Sylvia Schill von der Kultusministerkonferenz. Besonders beliebt unter den Nichtabiturienten sind praktisch orientierte FH-Studiengänge, darunter Gesundheitsberufe und technische Fächer.

Leserkommentare
    • demo01
    • 26.11.2011 um 13:53 Uhr

    Angesichts der stark steigenden Studierendenzahlen, welche man getrost durch eine Vielzahl von Quellen belegen kann, ist diese Entwicklung ein Hohn für alle Studierende mit (Fach) Abitur. Warum sollen sich Gymnasiasten durch die Abiprüfungen quälen, wenn dann später alle anderen ihnen dennoch an der Hochschule bzw. Universität über den Weg laufen? In meinem Studentenleben ist mir jedenfalls noch kein Studierender ohne Abitur über den Weg gelaufen.

    Aber so ein Studentenstatus bringt ja auch viele Vorteile mit, nicht zuletzt Vergünstigungen en masse. Da können sich doch die Geisterstudenten (diejenigen die nur eingeschrieben sind, aber nie zur Uni gehen) doch glücklich schätzen, dass man sich auch ohne Abitur an einer Uni/FH einschreiben kann, nur weil man sich an berufsbedingten Weiterbildungen beteiligt hat. Diese gehören heute selbstverständlich zum "normalen" Berufsalltag.

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    Sehen Sie doch erst einmal zu, dass Sie Ihre Abschlüsse hinkriegen, einen Job bekommen und dann - über Ihre Steuern - Ihre Uni-Kosten zurückzahlen.
    Die Leute, die Sie in Ihrem Beitrag verunglimpfen, haben das alles schon geleistet und verdienen eher Respekt, als Ihr dünkelhaftes Gestammele.

    Sie reden von Vergünstigungen die Studenten haben... klar genau darum geht es denen auch ;) In der Regel darf Vollzeit nicht gearbeitet werden und die Studenten ohne Abitur erhalten meist nichtmal BaFög! Somit fällt Ihr schwaches Argument also flach!
    Ich kann nur für meinen Studiengang sprechen in dem es einmal die jungen Leute mit Abi gibt und die mit div. beruflichen Qualifizierungen, das gemeinsame Arbeiten klappt ohne Probleme wobei meine Kommilitonen mit Ausbildung und Meister/Techniker doch ein größeres Wissenspotential besitzen.
    Falls Sie ein Student sind, sollten Sie Ihren Horizont erweitern und froh über diese Entwicklung sein.
    Es kann verschiedene Gründe haben für eine Ausbildung statt Abitur, und eine berufliche Weiterbildung ist auch kein Spaziergang... aber ich will Ihre Traumwelt nicht zerstören!

    Sehen Sie doch erst einmal zu, dass Sie Ihre Abschlüsse hinkriegen, einen Job bekommen und dann - über Ihre Steuern - Ihre Uni-Kosten zurückzahlen.
    Die Leute, die Sie in Ihrem Beitrag verunglimpfen, haben das alles schon geleistet und verdienen eher Respekt, als Ihr dünkelhaftes Gestammele.

    Sie reden von Vergünstigungen die Studenten haben... klar genau darum geht es denen auch ;) In der Regel darf Vollzeit nicht gearbeitet werden und die Studenten ohne Abitur erhalten meist nichtmal BaFög! Somit fällt Ihr schwaches Argument also flach!
    Ich kann nur für meinen Studiengang sprechen in dem es einmal die jungen Leute mit Abi gibt und die mit div. beruflichen Qualifizierungen, das gemeinsame Arbeiten klappt ohne Probleme wobei meine Kommilitonen mit Ausbildung und Meister/Techniker doch ein größeres Wissenspotential besitzen.
    Falls Sie ein Student sind, sollten Sie Ihren Horizont erweitern und froh über diese Entwicklung sein.
    Es kann verschiedene Gründe haben für eine Ausbildung statt Abitur, und eine berufliche Weiterbildung ist auch kein Spaziergang... aber ich will Ihre Traumwelt nicht zerstören!

    • Puki
    • 26.11.2011 um 14:24 Uhr

    In Hamburg gibt es diese Möglichkeit, dank der ehemaligen HWP, schon sehr lange zumind. in einem Studiengang. Die Ausbreitung auf mehr Unis, mehr Studiengänge und mehr Menschen ist nur zu begrüßen.
    Wer ernsthaft glaubt ein Abitur befähige jemanden eher z. Bsp. Medizin zu studieren als 5 Jahre Berufspraxis als Krankenschwester/ Arzthelferin, dem wird in diesem Leben nicht mehr zu helfen sein. Da ist das Ständedenken noch komplett in Mark und Bein festgebissen.
    Bei uns gibt es reichlich Studenten ohne Abitur, sie gehören kontinuierlich zu den Besten Studenten und ich freue mich immer wieder, wenn es mehr werden.

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    Das eigentlich wirklich Schlimme ist ja, dass Abiturenten doch allen Ernstes glauben sie wären etwas Besseres. Immer wieder erlebt. Ist allerdings kein Wunder, denn man hat es ihnen ja immer wieder so eingetrichtert.

    Das eigentlich wirklich Schlimme ist ja, dass Abiturenten doch allen Ernstes glauben sie wären etwas Besseres. Immer wieder erlebt. Ist allerdings kein Wunder, denn man hat es ihnen ja immer wieder so eingetrichtert.

  1. Nennt man wahrscheinlich Bildungsoffensive. Der nächste logische Schritt wären dann akademische Abschlüsse ohne Abschlussprüfung. Und die Leute werden immer besser.

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    • Kelhim
    • 26.11.2011 um 14:46 Uhr

    Es gibt gute Realschüler, die ohne jede Probleme an der Universität studieren könnten, egal ob sie Abitur haben oder nicht.

    Man unterwirft sich an der Universität auch ohne Abitur den gleichen Qualitätsstandards wie jeder andere auch. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man Studenten ohne Abitur in die Nähe von "geschenkten Abschlüssen" rücken möchte.

    • Kelhim
    • 26.11.2011 um 14:46 Uhr

    Es gibt gute Realschüler, die ohne jede Probleme an der Universität studieren könnten, egal ob sie Abitur haben oder nicht.

    Man unterwirft sich an der Universität auch ohne Abitur den gleichen Qualitätsstandards wie jeder andere auch. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man Studenten ohne Abitur in die Nähe von "geschenkten Abschlüssen" rücken möchte.

    • Kelhim
    • 26.11.2011 um 14:46 Uhr

    Es gibt gute Realschüler, die ohne jede Probleme an der Universität studieren könnten, egal ob sie Abitur haben oder nicht.

    Man unterwirft sich an der Universität auch ohne Abitur den gleichen Qualitätsstandards wie jeder andere auch. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man Studenten ohne Abitur in die Nähe von "geschenkten Abschlüssen" rücken möchte.

    20 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Studium ohne Abi"
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    Dann sollen die ach so guten Realschüler halt noch ihr Abitur machen!

    Dazu nebenbei - wenn ich mir die Qualität mancher Abiturienten (vor allem in HH und HB) ansehe, gebe ich Ihnen Recht, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Realschüler seine mittlere Reife in Bayern oder BW gemacht hat - diese ist durchaus mehr wert als die (peinlichen) Abschlüsse in Norddeutschland.

    Als ich nach dem Abitur (technische BOS in Bayern) mit meiner Durchschnittsnote von 2,1 erst einmal keinen Studienplatz bekam und über ein Nachrückverfahren in NRW dann doch noch studieren konnte, musste ich feststellen, dass meine Kommilitonen nichts, aber auch wirklich nichts konnten und die anderen (die etwas konnten) nur aufgehalten haben.

    Ich weis aus bitterer Erfahrung sehr genau wovon ich rede.

    Ich halte unser derzeitiges Bildungssystem für unzweckmäßig konstruiert. Es differenziert zu wenig bzw. zu unsystematisch. Menschen haben unterschiedliche Neigungen und Begabungen und Wirtschaft und Gesellschaft benötigen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Dem wird m.E. zu wenig entsprochen.

    Wie ginge es besser? Eine für alle Schüler und alle Länder obligatorische Grund- (4 Jahre) und darauf aufbauende Hauptschule (5 Jahre) sollte m.E. die soldide und gemeinhin geschätzte Grundlage für die berufliche oder eine weiterführende schulische Bildung legen. In jeder Hauptschule sollte es m.E. für jede Jahrgangsstufe mindestens drei Fähigkeitsstufen geben, um dem erreichten Fähigkeitsniveau der Schüler gerecht zu werden. Der Lehrplan wäre inhaltlich und umfangsmäßig an die jeweiligen Fähigkeitsniveaus angepasst. Die Einstufung des individuellen Fähigkeitsniveaus erfolgte auf Basis möglichst objektiver Kriterien und fände erstmals am Ende des letzten Grundschuljahres statt. Sie wiederholte sich am Ende eines jeden Schuljahres und bestimmte so die Zurodnung zu der für das folgende Schuljahr maßgeblichen Fähigkeitstufe. Der Hauptschulabschluss würde die am Ende des 9. Jahres erreichte Fähigkeitsstufe ausweisen. (Forts.)

    (Forts.) Die fakultative, weiterführende schulische Ausbildung würde den Hauptschulabschluss mindestens der Fähigkeitsstufe zwei (besser eins) voraussetzen, drei Jahre umfassen und auf einer Oberschule stattfinden. Sie sollte, aufbauend auf einer einheitlichen Fächerbasis, drei alternative Vertiefungsrichtungen anbieten: Eine naturwissenschaftlich-technische, eine geistes- und sozialwissenschaftliche und eine kunstwissenschaftlich-gestalterische. Der Oberschulabschluss würde die Vertiefungsrichtung ausweisen.

    Daran schlösse sich fakultativ die Hochschulausbildung an. Die Hochschulen sollten sich, wenn möglich, wissenschaftlich-fachlich stärker fokussieren und Bildungsangebote und Abschlüsse stärker nach "anwendungsorientiert" und "wissenschaftsorientiert" differenzieren. Dazu wäre ein alle Hochschulen umfassender, einheitlicher Rahmen festzulegen, der auch die Schnittstellen zu ausländischen Hochschulabschlüssen definierte. Ich glaube, dass kleinere und fachlich stärker fokussierte Hochschulen flexibler und effizienter arbeiten können als breit aufgestellte Universalhochschulen. Die Hochschulen sollten die Zulassungsvoraussetzungen selber festlegen dürfen.

    Das ist nichts weiter als eine grob skizzierte Idealvorstellung, der sicher zahlreiche Argumente und Fakten entgegen stehen.

    Dann sollen die ach so guten Realschüler halt noch ihr Abitur machen!

    Dazu nebenbei - wenn ich mir die Qualität mancher Abiturienten (vor allem in HH und HB) ansehe, gebe ich Ihnen Recht, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Realschüler seine mittlere Reife in Bayern oder BW gemacht hat - diese ist durchaus mehr wert als die (peinlichen) Abschlüsse in Norddeutschland.

    Als ich nach dem Abitur (technische BOS in Bayern) mit meiner Durchschnittsnote von 2,1 erst einmal keinen Studienplatz bekam und über ein Nachrückverfahren in NRW dann doch noch studieren konnte, musste ich feststellen, dass meine Kommilitonen nichts, aber auch wirklich nichts konnten und die anderen (die etwas konnten) nur aufgehalten haben.

    Ich weis aus bitterer Erfahrung sehr genau wovon ich rede.

    Ich halte unser derzeitiges Bildungssystem für unzweckmäßig konstruiert. Es differenziert zu wenig bzw. zu unsystematisch. Menschen haben unterschiedliche Neigungen und Begabungen und Wirtschaft und Gesellschaft benötigen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Dem wird m.E. zu wenig entsprochen.

    Wie ginge es besser? Eine für alle Schüler und alle Länder obligatorische Grund- (4 Jahre) und darauf aufbauende Hauptschule (5 Jahre) sollte m.E. die soldide und gemeinhin geschätzte Grundlage für die berufliche oder eine weiterführende schulische Bildung legen. In jeder Hauptschule sollte es m.E. für jede Jahrgangsstufe mindestens drei Fähigkeitsstufen geben, um dem erreichten Fähigkeitsniveau der Schüler gerecht zu werden. Der Lehrplan wäre inhaltlich und umfangsmäßig an die jeweiligen Fähigkeitsniveaus angepasst. Die Einstufung des individuellen Fähigkeitsniveaus erfolgte auf Basis möglichst objektiver Kriterien und fände erstmals am Ende des letzten Grundschuljahres statt. Sie wiederholte sich am Ende eines jeden Schuljahres und bestimmte so die Zurodnung zu der für das folgende Schuljahr maßgeblichen Fähigkeitstufe. Der Hauptschulabschluss würde die am Ende des 9. Jahres erreichte Fähigkeitsstufe ausweisen. (Forts.)

    (Forts.) Die fakultative, weiterführende schulische Ausbildung würde den Hauptschulabschluss mindestens der Fähigkeitsstufe zwei (besser eins) voraussetzen, drei Jahre umfassen und auf einer Oberschule stattfinden. Sie sollte, aufbauend auf einer einheitlichen Fächerbasis, drei alternative Vertiefungsrichtungen anbieten: Eine naturwissenschaftlich-technische, eine geistes- und sozialwissenschaftliche und eine kunstwissenschaftlich-gestalterische. Der Oberschulabschluss würde die Vertiefungsrichtung ausweisen.

    Daran schlösse sich fakultativ die Hochschulausbildung an. Die Hochschulen sollten sich, wenn möglich, wissenschaftlich-fachlich stärker fokussieren und Bildungsangebote und Abschlüsse stärker nach "anwendungsorientiert" und "wissenschaftsorientiert" differenzieren. Dazu wäre ein alle Hochschulen umfassender, einheitlicher Rahmen festzulegen, der auch die Schnittstellen zu ausländischen Hochschulabschlüssen definierte. Ich glaube, dass kleinere und fachlich stärker fokussierte Hochschulen flexibler und effizienter arbeiten können als breit aufgestellte Universalhochschulen. Die Hochschulen sollten die Zulassungsvoraussetzungen selber festlegen dürfen.

    Das ist nichts weiter als eine grob skizzierte Idealvorstellung, der sicher zahlreiche Argumente und Fakten entgegen stehen.

  2. Ich studiere auch ohne Abitur. Nach der Realschule habe ich ein technisches Gymnasium besucht. Das war aber nichts für mich. Danach habe ich nur den theoretischen Teil der Fachhochschulreife dort gemacht und anschließend eine kaufmännische Ausbildung absolviert.

    Jetzt studiere ich Wirtschaftswissenschaften. Und seltsamerweise komme ich besser zurecht als so mancher Abiturient, welcher so anspruchsvolle Leistunkskurse wie Religion und Geschichte belegt hat und nicht einamal die einfachsten Grundlagen der Statistik und Mathematik beherrscht.

    Studenten mit Abitur sind nicht zwingend besser qualifiziert als Studenten ohne, auch wenn jene dies gern glauben.

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    Zweiter Satz: Es sollte natürlich "Dort" und nicht "Danach" heißen

    Zweiter Satz: Es sollte natürlich "Dort" und nicht "Danach" heißen

  3. Zweiter Satz: Es sollte natürlich "Dort" und nicht "Danach" heißen

  4. Dann sollen die ach so guten Realschüler halt noch ihr Abitur machen!

    Dazu nebenbei - wenn ich mir die Qualität mancher Abiturienten (vor allem in HH und HB) ansehe, gebe ich Ihnen Recht, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Realschüler seine mittlere Reife in Bayern oder BW gemacht hat - diese ist durchaus mehr wert als die (peinlichen) Abschlüsse in Norddeutschland.

    Als ich nach dem Abitur (technische BOS in Bayern) mit meiner Durchschnittsnote von 2,1 erst einmal keinen Studienplatz bekam und über ein Nachrückverfahren in NRW dann doch noch studieren konnte, musste ich feststellen, dass meine Kommilitonen nichts, aber auch wirklich nichts konnten und die anderen (die etwas konnten) nur aufgehalten haben.

    Ich weis aus bitterer Erfahrung sehr genau wovon ich rede.

    4 Leserempfehlungen
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    Eine Abschlussaufgabe im Fach Deutsch auf Hauptschulniveau:

    Erschließen Sie anhand des Textes, warum es unserer Heldin nur schwer möglich ist das Abitur nachzuholen und belegen sie dies am Text!

    In Heidelberg ist es so, dass es 1,0-Leute gibt, die ins Wartesemester muessen. Das fuehrt dieses gesamte NC-Abi-Gequatsche ad absurdum. Das Abizeugnis soll dazu dienen, die Leute zumindest grob unterscheiden zu koennen.

    Mir ist jemand wie Nina Christ, die bereits in mehrjaehriger, aufopfernder Arbeit ihre Eignung nachgewiesen hat (mit oder ohne Abi), deutlich lieber, als ein 18jaehriger 1,0 Schnoesel, der nur Medizin studiert, weil seine Noten dies erlauben.
    Bei Nina kann man sich sicher sein, dass sie es wirklich will und dafuer geeignet ist. In diesen extremen Faellen ist eine solche Durchlaessigkeit sehr positiv.

    Ich gehe sogar noch weiter und wuerde vorschlagen, dass JEDER angehende Medizinstudent ein Praxisjahr (in Form von Pflegepraktikum o.A.) als Voraussetzung fuer die Zulassung zum Studium bringen sollte (das loest dann auch das Zivi-Problem).

    Das einzige, was das Abi mit dem Medizinstudium zu tun hat, ist, dass man in der Schule denken und auswendig lernen muss und im Medizinstudium Ersteres wegfaellt. Die Eignung (also auch die Ueberzeugung, genau das tun zu wollen) garantiert das Abi keinesfalls.

    Sie geben es ja selbst zu, bei Ihnen spielt Verbitterung eine große Rolle.

    Der Punkt Ihres Vorredners war allerdings, dass sich auch Studenten ohne Abitur den selben Prüfungen wie alle anderen unterwerfen, wodurch das Endergebnis (nach Abschluss) daher mühelos vergleichbar ist.

    Ich selbst habe mein Abitur in Bayern gemacht und konnte keinen generellen Vorteil meinerseits feststellen, es gab gute und schlechte Studenten aus jedem Bundesland.

    Eine Abschlussaufgabe im Fach Deutsch auf Hauptschulniveau:

    Erschließen Sie anhand des Textes, warum es unserer Heldin nur schwer möglich ist das Abitur nachzuholen und belegen sie dies am Text!

    In Heidelberg ist es so, dass es 1,0-Leute gibt, die ins Wartesemester muessen. Das fuehrt dieses gesamte NC-Abi-Gequatsche ad absurdum. Das Abizeugnis soll dazu dienen, die Leute zumindest grob unterscheiden zu koennen.

    Mir ist jemand wie Nina Christ, die bereits in mehrjaehriger, aufopfernder Arbeit ihre Eignung nachgewiesen hat (mit oder ohne Abi), deutlich lieber, als ein 18jaehriger 1,0 Schnoesel, der nur Medizin studiert, weil seine Noten dies erlauben.
    Bei Nina kann man sich sicher sein, dass sie es wirklich will und dafuer geeignet ist. In diesen extremen Faellen ist eine solche Durchlaessigkeit sehr positiv.

    Ich gehe sogar noch weiter und wuerde vorschlagen, dass JEDER angehende Medizinstudent ein Praxisjahr (in Form von Pflegepraktikum o.A.) als Voraussetzung fuer die Zulassung zum Studium bringen sollte (das loest dann auch das Zivi-Problem).

    Das einzige, was das Abi mit dem Medizinstudium zu tun hat, ist, dass man in der Schule denken und auswendig lernen muss und im Medizinstudium Ersteres wegfaellt. Die Eignung (also auch die Ueberzeugung, genau das tun zu wollen) garantiert das Abi keinesfalls.

    Sie geben es ja selbst zu, bei Ihnen spielt Verbitterung eine große Rolle.

    Der Punkt Ihres Vorredners war allerdings, dass sich auch Studenten ohne Abitur den selben Prüfungen wie alle anderen unterwerfen, wodurch das Endergebnis (nach Abschluss) daher mühelos vergleichbar ist.

    Ich selbst habe mein Abitur in Bayern gemacht und konnte keinen generellen Vorteil meinerseits feststellen, es gab gute und schlechte Studenten aus jedem Bundesland.

  5. Früher war der Ausbildungsberuf nur der Einstieg ins Berufsleben. Mit Ehrgeiz und guten Fähigkeiten war es einem Schlosser durchaus möglich, irgendwann mal als Geschäftsführer aus dem Berufsleben auszuscheiden.
    Heutzutage ist dies unmöglich.

    Es stellt sich mir die Frage: Warum ist das so?

    Ich könnte mir vorstellen, dass die im Artikel erwähnte Nina Christ als Schichtgängerin schwerer zu ersetzen ist, als jemand, der Gesundheitsmanagement studiert hat.
    Für Frau Christ ist das natürlich unbefriedigend; sie arbeitet im Schichtdienst (versaut sich dabei ihre Gesundheit), sie kann vom geistigen Potential mehr und verdient auch noch weniger als die Gesundheitsmanagerin.

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