Schuldenkrise Unsere schrecklich nette Familie
Warum wir keine Angst vor der Atombombe der Franzosen haben: In Europa herrscht eine historisch beispiellose Kultur der Solidarität. Sie in der Krise zu verteidigen, lohnt jede Anstrengung.
Alles scheint im Moment möglich in Europa: Kollaps oder Durchbruch, Dekadenz oder Renaissance. Die einen reden vom Zerfall des Euro, die anderen von einem ganz neuen Grad an Integration. Kommt jetzt das Ende der Solidarität – oder im Gegenteil ihre beispiellose Ausweitung durch Euro-Bonds oder unbegrenzte Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank? Nie waren wir einer europäischen Innenpolitik so nahe; die neuen Regierungen in Spanien, Italien oder Griechenland werden für die Deutschen unendlich wichtiger sein als die neue Große Koalition im Land Berlin. Zugleich bringt die ungewohnte Nähe Gift und Gefahr hervor: das tapsig auftrumpfende Gerede à la Volker Kauder von Deutschlands Dominanz, die gereizt-aggressiven Reaktionen in London. Man spürt, dass Europa an einer Schwelle steht, an einem Wendepunkt. Es ist der Augenblick, um nach dem Sinn der Sache zu fragen, danach, was die Europäer mit diesem Europa eigentlich in die Hand gelegt bekommen haben. In irgendeiner Form, die sich noch genauer herauskristallisieren wird, eines Tages womöglich in der Gestalt eines Referendums, steht Europa in diesen Monaten und Wochen zur Wahl. Warum mit Ja stimmen?
Es hilft, dazu einen Schritt zurückzutreten, vielleicht sogar ein paar Tausend Kilometer. Die Szene spielt in einem Coffeeshop in der pakistanischen Stadt Lahore. Der deutsche Besucher hat lange genug Fragen zu Pakistan gestellt, jetzt ist sein Gesprächspartner dran, mit Fragen zu Deutschland. Eine beschäftigt ihn besonders. Die Deutschen sind doch berühmt als Ingenieure? Ja. Dann können sie sicher auch tolle Waffen bauen? Ja, wird wohl so sein. »Aber warum habt ihr dann keine Atombombe? Die Briten und die Franzosen haben sie doch. Wie ertragt ihr es, dass die anderen die Bombe haben, ihr aber nicht?«
Der sich danach erkundigte, war kein Militär und kein langbärtiger Islamfanatiker, sondern ein ausgezeichnet englisch sprechender Geschäftsmann. Aber in der Welt, in der er lebte, wirkte komplett fantastisch, was er nun hörte: dass eine eigene Atomrüstung in Deutschland überhaupt kein Thema ist; dass wir uns von den Waffen der anderen nicht bedroht, sondern mitgeschützt fühlen; dass ganz Europa in einen Aggregatzustand übergegangen ist, in dem Staaten nicht mehr ganz so staatlich und Nationen nicht mehr richtig national sind.
Der nuklear bewaffnete Nachbar, das ist für einen Pakistaner der Erzfeind Indien. Für uns ist es Frankreich, und seine Nuklearwaffen sind uns vollkommen egal. Wir machen uns nicht über seine Rüstung Gedanken, sondern über sein Kredit-Rating, und wir haben nicht Angst davor, dass dieses Rating zu gut, sondern dass es zu schlecht werden könnte. Die Schicksale von Staaten in Europa sind einmalig eng verknüpft, aber genau andersherum als in der klassischen Macht- und Geopolitik: Man profitiert von der Stärke des anderen und leidet unter seiner Schwäche. Das stellt Jahrhunderte historischer Erfahrung auf den Kopf. Für neunzig Prozent der Menschheit sind solche politischen Lebensbedingungen unvorstellbar. Gerade hat Barack Obama die Stationierung von US-Soldaten in Australien angekündigt, als Widerlager gegen den Aufstieg Chinas. In Asien existiert noch die alte Welt mit ihren Großmachtkonkurrenzen, Expansionsgelüsten und wackligen Gleichgewichten. Der weltpolitische Ur- und Naturzustand im Gegensatz zu Europas hypermoderner Zivilisiertheit.
Diese europäische Zivilisiertheit hat ihre Schwächen: die Unfähigkeit zum Militärischen; die Fantasielosigkeit, mit der das Paradies von seinen Bewohnern für den Normalzustand gehalten wird, sodass man sich in die »Wilden« im dschungelhaften politischen Überlebenskampf (Amerikaner, Israelis und so fort) überhaupt nicht mehr hineinzuversetzen vermag. Aber im Kern ist es eine ungeheure, kostbare Errungenschaft, ein spektakuläres Experiment: Kann man mit weniger Machotum als früher und anderswo, mit weniger Aufwand an Stolz und Ehre Politik und sogar Geschichte machen? Das ist die Wette, die die Europäer laufen haben, und von ihrem Ausgang hängt viel ab – nicht nur für den Kontinent, sondern auch für eine zusammenwachsende Welt, die sich die alte, hochtourige, energieaufwendige Politik im Grunde nicht mehr leisten kann. Was sind denn die Alternativen? Das ewige Weiter-so der nationalen Machtpolitik, wie zwischen Pakistan und Indien oder bei den pazifischen Strategiespielen? Der Imperialismus, wie ihn George W. Bush ausprobiert hat, bis er nicht mehr funktionierte?
Die postheroische, hormonell abgerüstete Politik, die die Europäer in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt und der sie in der EU Gestalt gegeben haben, ist viel mehr als bloß eine Konsequenz aus ihrer kriegerischen Vergangenheit und damit eine abgeschlossene Sache. Sie ist eine gemeinschaftliche Lebensform, eine Art des Umgangs unter Staaten und Völkern, die in der Krise auf neues Terrain ausgedehnt werden muss: auf das Feld des Wirtschaftens und Haushaltens. Es gibt für diese hochgradig avantgardistische politische Lebensform ein scheinbar biederes und sentimentales, gewissermaßen helmutkohlhaftes, in Wirklichkeit aber sehr präzises Bild: Europa ist eine Familie.
Familie heißt: Es besteht hier eine naturwüchsige Solidarität, die auch durch schweres Fehlverhalten nicht außer Kraft gesetzt wird. Keine Misswirtschaft kann aus den Griechen Fremde machen, die auf Unterstützung nur noch wie ein beliebiges Entwicklungsland Anspruch hätten. Eine berühmte Maxime der Außenpolitik lautet: Staaten haben keine dauerhaften Freunde, nur dauerhafte Interessen – in Europa gilt sie nicht.
Allerdings hat jede Familie ihre eigene Methode, moralischen Druck auf schwarze Schafe auszuüben und etwa dem trunksüchtigen Vetter zwar nicht die Verbundenheit aufzukündigen, aber ihn doch zu einer Entziehungskur zu zwingen. Solidarität und Disziplin sind Kehrseiten derselben verpflichtenden Zusammengehörigkeit, und diese durchaus strenge Logik versucht die EU gerade im Umgang mit ihren Schuldensündern durchzusetzen. Auch ist es nicht angenehm, von Verwandten abhängig zu sein, es kann sogar viel unangenehmer sein als die Abhängigkeit von einer Bank. Die eigentümliche Mischung aus Gemütlichkeit und Brutalität, mit der Nicolas Sarkozy und Angela Merkel auf dem Gipfel von Cannes die Regierungschefs von Defizitstaaten ins Gebet nahmen, trägt unverkennbar familiäre Züge, und dieser Art von tough love möchte niemand gern ausgesetzt sein.
Mit dem Familienmodell ist daher noch etwas anderes verbunden; man könnte es das Ende der Diplomatie nennen. Familie ist eine Zone relativer Formlosigkeit: Man macht wenig höfliche Umstände im Gespräch und im Verhalten. Diese Direktheit prägt zunehmend auch den Umgang in Europa. So unerfreulich, teils abstoßend die hin- und herfliegenden Schimpfereien über faule Südländer, egoistische Briten oder herrschsüchtige Deutsche auch sind, so sehr sind sie zugleich der Ausdruck einer neuen Intimität: negativer, paradoxer Ausdruck, aber Ausdruck gleichwohl. Der eine regiert beim anderen längst mit hinein, hat die Hand in der Staatskasse oder den Fuß auf der Bremse – wie soll man da noch so tun, als sei man im Frack auf dem abendlichen Ball beim Wiener Kongress? Es steckt ein hohes Verletzungspotential in der Beziehungsdichte, die dem Kontinent jetzt von der Krise aufgezwungen wird. Die Europäer treffen untereinander den richtigen Ton noch nicht, und wenn sie es falsch anstellen, werden sie einander nach diesem großen gemeinschaftlichen Abenteuer nicht mehr ausstehen können. Aber das alles ist kein Rückfall ins 19. Jahrhundert, keine Wiederkehr irgendwelcher alter Dämonen aus der Weltkriegs- oder Vorweltkriegszeit, sondern das Knirschen, Zischen und Scheppern bei einem Zukunftsexperiment.
Das ist Europa: eine große, unfertige, kostbare, lebendige Angelegenheit. Es ist keineswegs aussichtslos, für »mehr Europa« Werbung zu machen, auch wenn das Opfer bedeutet – mühsame Reformanstrengungen der Schuldnerländer, unpopuläre Transfers der reichen Nordeuropäer und Deutschen. Doch muss man über diese Familie auch entsprechend reden: mit Sinn für ihre großen Traditionen und kleinen schmutzigen Geheimnisse, mit etwas Liebe und Humor. Die gängigen, offiziellen Europa-Begründungen und -Strategien arbeiten dagegen eher mit Angst oder Zwang, mit geschichtsphilosophischen Automatismen und welthistorischen Einschüchterungsszenarien.
Die eine Denkschule sieht in der bedrohlichen Lage der Europäischen Union eine Art selbsttätigen Einigungsbeschleuniger, der die törichten Vorbehalte der rückständigen Bevölkerungen beiseiteräumen und der überlegenen Vernunft der weitsichtigen Pro-Europäer zum Sieg verhelfen wird. Die Schulden und ihre Folgen entpuppen sich als hilfreiche List der Geschichte, nach dem Motto: Gott sei Dank für die Krise, jetzt können wir endlich drauflosintegrieren. Selbst ein besonnener Politiker wie Wolfgang Schäuble scheint manchmal so ähnlich zu denken, und die intellektuellen oder bürokratischen Euro-Enthusiasten tun es erst recht. Aber das ist abenteuerlich. Wer die Familie Europa unter der Diktatur des Sachzwangs zusammenschweißen will, wird sie zerstören. So stark kann gar kein Sachzwang sein, dass er vom unvermeidlichen Protest gegen ein solches Handstreich-Europa nicht über den Haufen geworfen wird.
Die europäische Familie ist auch kein Machtblock, keine Festung zur Selbstbehauptung in der globalisierten Welt. Das ist die andere verbreitete Europa-Begründung: dass die Europäer im 21. Jahrhundert, unter den Kolossalstaaten China, Indien oder USA, nur gemeinsam Herren ihres Schicksals bleiben werden. Es spricht vieles dafür, dass das stimmt. Aber es liegt auch eine Gefahr in diesem Argument, eine Tendenz zum Grimmigen und Einförmigen, zu einer anachronistischen Geopolitik, die unter den Großräumen der Erde, auf globaler Ebene, ausgerechnet jene Verhältnisse und Machtmanöver wiederherstellen will, die die Europäer auf ihrem eigenen Kontinent glücklich losgeworden sind. Dass sie weiterhin in einer gefährlichen, von Kämpfen und Interessen beherrschten Welt existieren und agieren muss, ist für ein postmodernes Gebilde wie die EU eine notwendige Erinnerung. Ihr eigentlicher, sinnstiftender, lebenspendender Daseinszweck kann es nicht sein. Und wer weiß eigentlich, ob die Staatsgiganten, an denen Europa sich orientieren soll, so glänzend durch das 21. Jahrhundert kommen werden, dass dieser Maßstab sich am Ende als klug gewählt erweist?
In Wahrheit taugt weder das eine noch das andere, weder die immer perfektere Integration noch die Kraftentfaltung auf der Weltbühne, als Ziel des europäischen Projekts. Der britische Essayist Timothy Garton Ash hat es einmal in befreiender Einfachheit gesagt: »Einheit, ob national oder kontinental, ist kein Selbstzweck, sondern bloß Mittel zu höheren Zwecken. Macht auch. Die EU braucht bessere Fähigkeiten, ihre Macht einzusetzen, vor allem in der Außenpolitik, um unsere Interessen zu schützen und den einen oder anderen guten Zweck zu verfolgen. Aber europäische Macht, eine »Großmacht Europa«, für einen Selbstzweck zu halten oder für erstrebenswert, einfach nur, um mit der Macht der USA gleichzuziehen – das ist nicht europäischer Patriotismus, sondern Euro-Nationalismus.« Europa ist nicht für das Europäisch-Sein da, sondern für Freiheit, Frieden, Recht und Wohlstand, für Diversität und Solidarität. Und idealerweise verwirklicht es das alles nicht nur im Innern, sondern trägt es auch nach außen, so weit seine Kräfte eben reichen. Als eine Familie, die weiß, dass sie nicht allein auf der Welt lebt, sondern als Teil einer größeren Menschheitsfamilie.
Der Erfolg der EU und ihrer politischen Philosophie ist mitnichten gesichert. Im Gegenteil: Die Gefahren und Gegenkräfte sind so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Doch etwas Besonderes ist das europäische Projekt – ein historischer und globaler Sonderfall, vielleicht auch ein Modell. Aus einem Coffeeshop in Lahore jedenfalls, von einem gespaltenen, waffenstarrenden Subkontinent, wo Männer noch Männer sind und Bomben noch Bomben, schaut man mit ungläubigem Staunen auf dieses Europa. Aber mit ein wenig Neugier und Sehnsucht auch.
- Datum 27.11.2011 - 15:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.11.2011 Nr. 48
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...und oft ihre Solidarität. Die deutsche Position offiziell wie in den Medien vor der Krise sprach dem entgegen. Das Verhalten während der Krise straft der Behauptung Lüge.
... besteht denn Ihrer Meinung nach die notwendige Solidarität der "Deutschen" ? Lassen Sie mich mal raten, DE soll ohne Vorbedingung die Geldbörse öffnen, nicht wahr ? Na dann gehen Sie doch mal höchstpersönlich mit gutem Beispiel voran und spenden Sie den klammen südeuropäischen Staaten etwas von Ihrem eigenen Ersparten oder leihen Sie es der EZB, damit diese das Geld an die Staaten weiterleiten kann oder investieren Sie wenigstens in Eurobonds. So können Sie direkt das nach Ihrer Meinung moralisch Richtige tun. Lassen Sie Taten folgen, denn der Worte sind, wie Sie ja selbst zurecht anmerken, schon genug gewechselt!
... besteht denn Ihrer Meinung nach die notwendige Solidarität der "Deutschen" ? Lassen Sie mich mal raten, DE soll ohne Vorbedingung die Geldbörse öffnen, nicht wahr ? Na dann gehen Sie doch mal höchstpersönlich mit gutem Beispiel voran und spenden Sie den klammen südeuropäischen Staaten etwas von Ihrem eigenen Ersparten oder leihen Sie es der EZB, damit diese das Geld an die Staaten weiterleiten kann oder investieren Sie wenigstens in Eurobonds. So können Sie direkt das nach Ihrer Meinung moralisch Richtige tun. Lassen Sie Taten folgen, denn der Worte sind, wie Sie ja selbst zurecht anmerken, schon genug gewechselt!
Die Menschen wollen in ihrer absoluten Mehrheit die nationale Souveränität nicht an eine Eurokrake abgeben.
Für eine gemeinsame Fiskal- und sonstige Politik sind die Völker mental und traditionell auch viel zu unterschiedlich.
Im Übrigen ist der Euro nicht Europa!
Von dieser Währung profitieren nur die Spekulanten.
Sie haben den Artikel nicht verstanden. Und Europa und den Euro auch nicht. Aber egal
...'in ihrer absoluten Mehrheit' einmal ein wenig mehr über den Tellerrand blicken, und sich mal in die Lage anderer auf diesem Planeten hineinversetzen würden, wäre ihnen klar, dass dies die einmalige Chance ist, unseren Wohlstand und unsere Interessen langfristig zu sichern und zu erhalten. Der blanke Isolationismus verschließt ihnen jedoch - wiedereinmal - den Blick auf das geopolitische Weltbild.
Frei nach dem Motto: Was hinter meinem Gartenzaun liegt, interessiert mich nicht, und morgen geht die Sonne trotzdem wieder auf, egal was passiert.
nicht "DIE MENSCHEN" wollen zurück zur nationalstaatlichkeit sondern "SIE" beschränktes individuum.
maßen sie sich nicht an für alle zu sprechen!
Bitte mäßigen Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.
So ist es: Staaten haben keine dauerhaften Freunde, nur dauerhafte Interessen.
In Europa gilt das nicht?
Was die "Freunde" taugen, zeigt sich gerade. Die Schulden wollen sie auf uns abwälzen und weiter Party machen. Wir sollen zahlen, zahlen und das Maul halten. Wenn wir auf korrekte Abrechnung und Kontrolle pochen, sind wir nur noch die Nazis.
"Im Übrigen ist der Euro nicht Europa!
Von dieser Währung profitieren nur die Spekulanten."
Richtig ist, dass etliche Spekulanten an dieser Währung schon viel Geld verloren haben.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc
Sie haben wirklich nichts verstanden.
Mit ihrer Europa-Mentalität können wir da weitermachen, wo wir 1945 aufgehört haben. Ich werde alles daran setzen das zu verhindern!
die Nation als heilige Kuh, die es unter allen Umständen zu verteidigen gilt. Vorweg: mir bedeutet Europa mehr als Deutschland. Europa ist im Gegensatz zu Deutschland ein freiwilliger Zusammenschluss, um widerstreitende Interessen beilegen zu können und gemeinsam mehr zu erreichen. Dieses von Ihnen vergötterte Deutschland, ist ein recht junges Gebilde, das gerade einmal hundertfünfzig Jahre auf dem Buckel hat. In Teilen des Landes herrschten in diesen hundertfünfzig Jahren 56 Jahre Diktatur (3. Reich u. DDR), 48 Jahre Obrigkeitsstaat (Kaiserreich), 15 Jahre Chaos (Weimarer Republik). Erst nach zwei vom Zaun gebrochenen und verlorenen Kriegen, war Deutschland in der Lage sich vom Nationalismus zu verabschieden und auf einmal ging es den Menschen sehr viel besser. Und da kommen Sie schwafeln etwas über die Vorzüge des Nationalismus? Welche?
aber wenn Sie hier von Eurokrake faseln und das nur Spekulanten vom Euro profitierten dann verbreiten Sie auch Propaganda und werden für mich unglaubwürdig.
Sie haben den Artikel nicht verstanden. Und Europa und den Euro auch nicht. Aber egal
...'in ihrer absoluten Mehrheit' einmal ein wenig mehr über den Tellerrand blicken, und sich mal in die Lage anderer auf diesem Planeten hineinversetzen würden, wäre ihnen klar, dass dies die einmalige Chance ist, unseren Wohlstand und unsere Interessen langfristig zu sichern und zu erhalten. Der blanke Isolationismus verschließt ihnen jedoch - wiedereinmal - den Blick auf das geopolitische Weltbild.
Frei nach dem Motto: Was hinter meinem Gartenzaun liegt, interessiert mich nicht, und morgen geht die Sonne trotzdem wieder auf, egal was passiert.
nicht "DIE MENSCHEN" wollen zurück zur nationalstaatlichkeit sondern "SIE" beschränktes individuum.
maßen sie sich nicht an für alle zu sprechen!
Bitte mäßigen Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.
So ist es: Staaten haben keine dauerhaften Freunde, nur dauerhafte Interessen.
In Europa gilt das nicht?
Was die "Freunde" taugen, zeigt sich gerade. Die Schulden wollen sie auf uns abwälzen und weiter Party machen. Wir sollen zahlen, zahlen und das Maul halten. Wenn wir auf korrekte Abrechnung und Kontrolle pochen, sind wir nur noch die Nazis.
"Im Übrigen ist der Euro nicht Europa!
Von dieser Währung profitieren nur die Spekulanten."
Richtig ist, dass etliche Spekulanten an dieser Währung schon viel Geld verloren haben.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc
Sie haben wirklich nichts verstanden.
Mit ihrer Europa-Mentalität können wir da weitermachen, wo wir 1945 aufgehört haben. Ich werde alles daran setzen das zu verhindern!
die Nation als heilige Kuh, die es unter allen Umständen zu verteidigen gilt. Vorweg: mir bedeutet Europa mehr als Deutschland. Europa ist im Gegensatz zu Deutschland ein freiwilliger Zusammenschluss, um widerstreitende Interessen beilegen zu können und gemeinsam mehr zu erreichen. Dieses von Ihnen vergötterte Deutschland, ist ein recht junges Gebilde, das gerade einmal hundertfünfzig Jahre auf dem Buckel hat. In Teilen des Landes herrschten in diesen hundertfünfzig Jahren 56 Jahre Diktatur (3. Reich u. DDR), 48 Jahre Obrigkeitsstaat (Kaiserreich), 15 Jahre Chaos (Weimarer Republik). Erst nach zwei vom Zaun gebrochenen und verlorenen Kriegen, war Deutschland in der Lage sich vom Nationalismus zu verabschieden und auf einmal ging es den Menschen sehr viel besser. Und da kommen Sie schwafeln etwas über die Vorzüge des Nationalismus? Welche?
aber wenn Sie hier von Eurokrake faseln und das nur Spekulanten vom Euro profitierten dann verbreiten Sie auch Propaganda und werden für mich unglaubwürdig.
Wie weit politische Gebilde Bestand haben, lässt sich nicht aus schönen ruhigen Zeiten ablesen, sondern erst wenn dieses Gebilde einem Stresstest ausgesetzt wird. Dieser wird langfristig auf jeden Fall kommen weil sich die irdische Menschheit nicht nur permanent vermehren will, sondern die Menschen auch alle einen höheren Lebenstsandard wollen, was sich in massiver Zunahme des Verbrauchs an Ressourcen und die daraus resultierenden Konflikte bemerkbar machen wird. Wenn es dann hart auf hart geht wird es sich zeigen, ob nicht doch USA, China, Indien durch ihre nationalstaatliche Organisationsstruktur dem doch recht losen Gebilde EU überlegen ist.
Bisher stand die "soziale Bewegung" immer für ein friedliches und harmonisches Miteinander in Europa. Damit auch für mehr Integration, trotz aller mentalen Unterschiede in Europa.
Die Alternative wäre eben der alte darwinistische Machtkampf.
Man kann die ökonomischen Schulen in Europa kritisieren und für eine besseres Wirtschaften kämpfen. Ich finde es aber ziemlich seltsam, wenn man ohne fundierte ökonomische Kenntnisse von einer Systemkritik auf eine Ablehnung des europäischen Währungsraumes und dann sogar vlt noch auf Ablehnung weiterer Integration schließt. Noch dazu, wenn man kein Anhänger Machiavellis ist oder eben doch?
Entschuldigen Sie,
ich habe dies nicht als Antwort auf ihren Kommentar posten wollen
Bisher stand die "soziale Bewegung" immer für ein friedliches und harmonisches Miteinander in Europa. Damit auch für mehr Integration, trotz aller mentalen Unterschiede in Europa.
Die Alternative wäre eben der alte darwinistische Machtkampf.
Man kann die ökonomischen Schulen in Europa kritisieren und für eine besseres Wirtschaften kämpfen. Ich finde es aber ziemlich seltsam, wenn man ohne fundierte ökonomische Kenntnisse von einer Systemkritik auf eine Ablehnung des europäischen Währungsraumes und dann sogar vlt noch auf Ablehnung weiterer Integration schließt. Noch dazu, wenn man kein Anhänger Machiavellis ist oder eben doch?
Entschuldigen Sie,
ich habe dies nicht als Antwort auf ihren Kommentar posten wollen
... stellen muss nach der Lektüre der Massenmedien:
1. Besteht EUROPA nur aus D und F?
2. Wie vermittelt man anderen Völkern wie ihnen Vorgaben gemacht werden?
3. Gibt es noch andere Regierungen in E?
Europa muss zusammenhalten? Ich mag es schon garnicht mehr hören - nachdem ich mit unseren Freunden aus Gr,F,Fin und Ö gesprochen habe.
Welches Europa meinen die Journalisten wenn sie seit Monaten davon schreiben?
Schönen friedlichen 1. Advent
Es tut mir leid, aber die hier vertretenen Ansichten sind germanozentrisch.
Es ist keineswegs so, dass auch schwerwiegendes Fehlverhalten die Solidarität nicht ins Wanken bringt. Vielmehr fehlt es an Wille und Option, solche Fehlverhalten zu ahnden.
Das geht so lange gut, wie jeder von dem großen EU-Kuchen gute Stücke abbekommt. Wehe aber, es werden aus Deutschland konkrete Schritte gefordert, dann wird wieder über die Deutschen hergezogen.
Wo hat das EU-Parlament noch mal seinen Sitz?
Ein hübsches Beispiel für die Entscheidungsoptionen und -Prozesse in der EU.
Die europäische Idee ist großartig, sie wird aber überwiegend von kurzsichtigen Tagespolitkern betrieben, für die eine sparsame Haushaltspolitik keine Priorität ist.
Ein ganz selten hervorragender Artikel, der die ganzen Problemchen Europas in einen erträglichen Kontext stellt.
Kai Hamann
PS: Das einzige, was mir fehlt, ist der Hinweis auf die Notwendigkeit, sich als Einheit gegen die globale virtuelle Großmacht der Finanzindustrie zu stellen. Im nicht erklärten Krieg um jeglichen Besitz und die Macht zu beherrschen, ohne eine Verpflichtung einzugehen, sind auch die USA, China, und anderen Wirtschaftsgrößen bislang ratlos.
Glückwunsch und Anerkennung für einen wichtigen Beitrag, der breite Resonanz finden sollte. Ich fürschte allerdings, dass ein anderes Thema der letzten Tage, sowohl in der Redaktion als auch in den Leserreaktionen, mehr Beachtung findet.
Trotzdem, Europa ist wichtiger als KTG. Einen Schritt zurückmachen, sich nicht von Untergangsszenarien verrückt machen lassen, und nach vorne denken und die Politik nach vorne treiben.
Solange wir uns über die Zukunft Sorgen machen kann diese nur besser werden.
verbunden durch jahrtausende alte Geschichte und Werte - aber auch Konflikte und Kriege.
Unser Blick sollte auch wieder auf die übergeordneten Perspektiven jenseits des Euro und der Finanzmärkte . Wir werden unseren europäischen Nachbarn so wenig los , wie ein missratenes Familienmitglied . Und ein deutscher Alleingang ist weder politisch machbar , noch anzustreben , denn dann geraten wir in eine Isolierung und Konfliktposition wie vor dem ersten Weltkrieg.
Hinzu kommt , das "Familie Europa" angesichts nicht mehr nur wohlgesonnener "Welt-Nachbarn" kein Interesse haben kann , sich durch endlosen Familienstreit endgültig ins historische Aus zu manövrieren.
Die Kunst ist es , Geopolitik mit vernünftiger Wirtschaftspolitik zu verbinden , und dieses klar und verständlich den Menschen in Europa zu kommunizieren.
Dazu muss ein personeller und politischer Neuanfang in Europa kommen , zu krass waren die Fehlentwicklungen in EU und vielen Mitgliedsländern , als das hier noch Glaubwürdigkeit vorläge.
Und die Medien sollten auch ihre Verantwortung erkennen und den Menschen nicht den letzten Mut zu nehmen , sondern das Gemeinsame zu stärken - daher ja zu diesem Artikel.
Warum sollte man sich mit Leuten aus Griechenland oder Malta mehr verbunden fühlen als mit Bürgern der Ukraine, Russlands oder Koreas ? Soll alleine die Geopraphie oder die Mitgliedschaft in einem Staatenbündnis darüber entscheiden wer unberenzte Solidarität verdient und wer nicht ?
Eine Familie wird von vielen als wertvolle Stütze im Leben gesehen, weil man dort Verständnis, Unterstützung und Empathie erfährt. Leider sieht man in der EU hiervon nur wenig. Die finanziellen Forderungen an Deutschland gepaart mit Beschimpfungen und Nazi Vergleichen zeugen bestimmt nicht von einem Umgang, den Familienmitglieder eigentlich pflegen sollten. Leider fehlt in der EU völlig der Zusammenhalt, den eine Familie ausmacht.
In der EU sucht jeder nur den eigenen Vorteil, will sich auf Kosten des anderen profilieren und ist am Ende stolz, wenn er hart verhandelt hat und Deutschland wieder mal einen Kompromiss erkauft hat. Erinnert sich noch jemand an die Situation während des Irak Krieges ? Europa war völlig gespalten. Spanien und der UK nutzen die Gelegenheit sich als beste Verbündete von Bush darzustellen. Was ist das für eine Familie, in der es keine gemeinsame Verbundenheit gibt und in der jeder den anderen übervorteilen will ? In der Neid herrscht und Vorurteile gepflegt werden ?
Ginge es in meiner Familie so zu, würde ich nicht mehr zu Familientreffen gehen und meine Zeit lieber mit Freunden verbringen, die ich mir selber ausgesucht habe.
Warum sollte man sich mit Leuten aus Griechenland oder Malta mehr verbunden fühlen als mit Bürgern der Ukraine, Russlands oder Koreas ? Soll alleine die Geopraphie oder die Mitgliedschaft in einem Staatenbündnis darüber entscheiden wer unberenzte Solidarität verdient und wer nicht ?
Eine Familie wird von vielen als wertvolle Stütze im Leben gesehen, weil man dort Verständnis, Unterstützung und Empathie erfährt. Leider sieht man in der EU hiervon nur wenig. Die finanziellen Forderungen an Deutschland gepaart mit Beschimpfungen und Nazi Vergleichen zeugen bestimmt nicht von einem Umgang, den Familienmitglieder eigentlich pflegen sollten. Leider fehlt in der EU völlig der Zusammenhalt, den eine Familie ausmacht.
In der EU sucht jeder nur den eigenen Vorteil, will sich auf Kosten des anderen profilieren und ist am Ende stolz, wenn er hart verhandelt hat und Deutschland wieder mal einen Kompromiss erkauft hat. Erinnert sich noch jemand an die Situation während des Irak Krieges ? Europa war völlig gespalten. Spanien und der UK nutzen die Gelegenheit sich als beste Verbündete von Bush darzustellen. Was ist das für eine Familie, in der es keine gemeinsame Verbundenheit gibt und in der jeder den anderen übervorteilen will ? In der Neid herrscht und Vorurteile gepflegt werden ?
Ginge es in meiner Familie so zu, würde ich nicht mehr zu Familientreffen gehen und meine Zeit lieber mit Freunden verbringen, die ich mir selber ausgesucht habe.
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