Kapitalismus-Kritik Die Dritte Welt ist überall

Es hat Jahrzehnte gedauert, um den Kapitalismus zu zivilisieren. Nun hat er sich wieder die brutalen Manieren seiner Anfänge angewöhnt. Lateinamerika ist dafür das beste Beispiel.

Warum steckt der Kapitalismus in der Krise? Er steckt in einer Krise, weil er sich in einen Dritte-Welt-Kapitalismus verwandelt hat. Es geht wieder um Armut und um die Frage, wie man sie loswird.

Ich schreibe aus Lateinamerika. Für diese Region wurde, als der Realsozialismus gerade in Trümmern lag, der sogenannte Washington Consensus erfunden. Doch der Name dieses Wirtschaftsprogramms trügt. Er erweckt den Anschein, die von seinen »Anpassungsforderungen« betroffenen Länder hätten in Washington einen Konsens gefunden. In Wahrheit aber ist es eine Absprache jener, die diese Programme diktieren wollten: internationale Finanzagenturen mit Sitz in Washington wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Interamerikanische Entwicklungsbank. Es war wie im alten spanischen Sprichwort: Reunión de pastores, oveja muerta. Treffen der Hirten, Schaf tot.

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Und tatsächlich sind seitdem einige Schafe geschlachtet, gebraten und verspeist worden. In den lateinamerikanischen Volkswirtschaften, schon damals die weltweit ungleichsten, hat sich die Kluft zwischen den wenigen Reichen und der wachsenden Menge der Armen vergrößert. Es ist die Kluft zwischen dem mexikanischen Telekom-Milliardär Carlos Slim, der in einem der am stärksten verarmten Länder zum reichsten Mann der Welt aufgestiegen ist, und seinen Millionen Landsleuten, die die US-Grenze illegal überqueren, um im Nachbarland schwarzzuarbeiten, weil es in Mexiko keine Jobs gibt.

Antonio Caballero

ist einer der bekanntesten Intellektuellen Lateinamerikas. Er wurde 1945 in Bogotá geboren und hat sich mit seinem Roman »Rettungslos« einen festen Platz in der kolumbianischen Gegenwartsliteratur erobert

Regierungen in Lateinamerika streiten meist vehement ab, dass die US-amerikanische oder die europäische Krise ihre Volkswirtschaften anstecken könnten. Sie seien »kugelsicher«, aber das stimmt nicht: Vielmehr ist die lateinamerikanische Wirtschaft an Krise gewöhnt – sie trägt sie in sich. Wenn man beispielsweise die Auslandsverschuldung betrachtet – die deuda externa, die wir seit dreißig Jahren in einem Wortspiel auch als deuda eterna (ewige Verschuldung) bezeichnen –, so ist auch die Krise eine crisis externa y eterna: schon immer da gewesen und schon immer von anderen abhängig.

Dann gibt es noch jene perverse Dynamik der Freihandelsabkommen, die lateinamerikanische Länder mit Wirtschaftsmächten wie den USA, der EU, Kanada und den »Tigerstaaten« unterzeichnet haben. So machen sie ihren Volkswirtschaften ohne protektionistische Rückendeckung (der Consensus untersagt es!) Konkurrenz durch stark subventionierte Volkswirtschaften. Meines Erachtens wird sich die Situation dadurch nur verschlimmern. Mexiko, dessen Wachstum seit dem Beitritt zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen stagniert, hat das bereits erlebt. Ebenso Chile, dessen Handelsbilanz mit den USA von einem komfortablen Überschuss in ein tiefes Defizit gestürzt ist, und Peru, das gerade den gleichen Weg geht. Kolumbien hatte bereits Abkommen mit der EU und Kanada, bevor es kürzlich eines mit den USA unterzeichnet hat. Nun stellt man fest, dass das Abkommen Landwirtschaft und Viehzucht schädigt und die Industrie lähmt. Brasilien bleibt das einzige Land mit der Kraft, die Unterzeichnung solcher Abkommen zu verweigern.

Hinzu kommt jene ungesunde Abhängigkeit von Geldsendungen. All die Dollars und Euros, die Dutzende Millionen Latinos aus den USA und der EU in ihre Heimatländer schicken, um ihre Familien zu unterstützen. In dieser Krise verlieren auch sie ihre Jobs oder werden gegen ihren Willen zurückgeschickt. Nicht ohne Grund haben die USA ihre Einwanderungsgesetze erneut verschärft. Für die peripheren und abhängigen Länder ist die Krise der Reichen eine Katastrophe.

Das alles aber, und darauf bestehe ich, ist nicht neu. In Lateinamerika war der Kapitalismus immer besonders grausam und ungerecht. So grausam und ungerecht wie einst in Europa, als Karl Marx ihn verurteilte und Charles Dickens seine Folgen beschrieb. Aber in Europa, und sogar im wilden Nordamerika der robber barons, entstanden bald legale und soziale Kontrollinstanzen. Dank ihnen gesellte sich zu der gigantischen, nie da gewesenen Fähigkeit, Reichtum zu schaffen, die Fähigkeit, diesen auch relativ demokratisch zu verteilen. Dazu trugen Gewerkschaften und Arbeiterparteien bei und letztlich auch Volksaufstände und soziale Revolutionen.

Leser-Kommentare
    • wolla
    • 28.11.2011 um 21:26 Uhr
    1. Danke

    Ausgezeichneter Beitrag.

    17 Leser-Empfehlungen
  1. Die soziale Marktwirtschaft haben wir uns mit demokratischen Mitteln erkämpft. Solange wir uns international von Diplomaten vertreten lassen, zerfleischen sich die Nationalstaaten gegenseitig.

    Kooperation braucht Dialog, braucht Demokratie, braucht demokratische Institutionen, die Deliberation überhaupt erst ermöglich und damit auch den Aufbau einer gemeinschaftlichen Menschlichen Identität.

    Es ist höchste Zeit für Reformen. Ein erster zaghafter Schritt, wie z.B. eine Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen, sollte dringend diskutiert werden: http://de.unpacampaign.org

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    "Die soziale Marktwirtschaft haben wir uns mit demokratischen Mitteln erkämpft."

    Nein - die soziale Marktwirtschaft wurde von einer militanten Arbeiterbewegung, blutigen Revolutionen in Russland und (ungewollt) durch Diktatoren faschistischer Grundprägung "erkämpft". Die "demokratischen Mittel" dienen seit Jahren weltweit der Rückführung eines sozial halbwegs ausgleichenden Kapitalismus in eine "echten" Kapitalismus.

    "Globalisierte Wirtschaft braucht ein demokratisches Gegenstück"

    Die Demokratie (bzw. das was man im Westen fälschlicherweise dafür hält) hat man mit Freihandel und Kapitalfreizügigkeit als erstes zum Bittsteller gemacht.

    Es gibt nur zwei Auswege daraus:

    a) einen Rollback zu selbstbestimmten Nationalstaaten, mit Kontrolle des Kapitals und des Marktes (was nicht identisch mit Protektionismus sein muss)

    b) eine Weltregierung (die dann schwerlich auch nur ansatzweise als demokratisch vorstellbar ist)

    a ist relativ schnell zu haben um b zu realisieren bräuchte man noch mind. Jahrzehnte, zumal die verbliebenden nationalen Akteure vom Kapital gegeneinander ausgespielt werden. Dort hat nämlich niemand Interesse an einer Änderung des Status Quo, das trifft a zwar ebenso, aber national sind die Spielregeln noch etwas anders und übersichtlicher.

    "Die soziale Marktwirtschaft haben wir uns mit demokratischen Mitteln erkämpft."

    Nein - die soziale Marktwirtschaft wurde von einer militanten Arbeiterbewegung, blutigen Revolutionen in Russland und (ungewollt) durch Diktatoren faschistischer Grundprägung "erkämpft". Die "demokratischen Mittel" dienen seit Jahren weltweit der Rückführung eines sozial halbwegs ausgleichenden Kapitalismus in eine "echten" Kapitalismus.

    "Globalisierte Wirtschaft braucht ein demokratisches Gegenstück"

    Die Demokratie (bzw. das was man im Westen fälschlicherweise dafür hält) hat man mit Freihandel und Kapitalfreizügigkeit als erstes zum Bittsteller gemacht.

    Es gibt nur zwei Auswege daraus:

    a) einen Rollback zu selbstbestimmten Nationalstaaten, mit Kontrolle des Kapitals und des Marktes (was nicht identisch mit Protektionismus sein muss)

    b) eine Weltregierung (die dann schwerlich auch nur ansatzweise als demokratisch vorstellbar ist)

    a ist relativ schnell zu haben um b zu realisieren bräuchte man noch mind. Jahrzehnte, zumal die verbliebenden nationalen Akteure vom Kapital gegeneinander ausgespielt werden. Dort hat nämlich niemand Interesse an einer Änderung des Status Quo, das trifft a zwar ebenso, aber national sind die Spielregeln noch etwas anders und übersichtlicher.

    • fauler
    • 28.11.2011 um 22:06 Uhr

    ...nur halt aus dem Mund eines Intelektuellen.

    Die Menschheit hat ihren Untergang verdient. Die Mittelschicht leidet unter Amnesie und ist verblendet von den Unnötigen Waren die ihnen vorgesetzt werden. Dabei können sie schnell wieder ganz unten landen. Der Feind der bürgerlichen Mitte ist nicht unten sondern Oben. Anstatt Sympathie für die Oberschicht zu hegen sollte sie endlich die Augenklappe ablegen und Gerechtigkeit fordern!

    Die Menschheit....die dümmste Spezies die je existiert hat auf dieser Mutter Erde.

    11 Leser-Empfehlungen
  2. dem will ich mich anschließen!
    warum in die Ferne schweifen, wenn der Schrecken doch so nah?
    ich denke:
    es liegt an der Erziehung, der Prägung!
    Nicht nur in Lateinamerika wurden Menschen unterdrückt
    und um sie bei der Stange zu halten, ein schüchtern zu können
    und ihnen die Qualen des eigenen Seins hinten an stehen zu lassen, vergessen zu machen,
    hat man ihnen Schauergeschichten über die Kapitalistische Welt erzählt,
    tief Geprägt in das Sein, richtig Eingestanzt,
    im Kapitalismus ist selbst der Teufel nur Statist,
    im wahren Leben,
    sah alles mit einmal ganz anders aus und da kommt dann die Prägung ins Spiel und der Kampf der alte Lebenswirklichkeit,
    der da immer hieß, nimm das du kriegen kannst, sind doch alle selber Schuld,
    etwas anderes von ihrem Gegenüber zu erwarten, als belogen und betrogen zu werden,
    derartige Naivitäten schreien geradezu danach aus genutzt zu werden.
    das ist das an den Pranger Stellen des Kapitalismus!
    (zB. den Wucher in der Telekom., Menschenverachtung bei der ARGE, Menschenwürde per Zahnpastastrang usw. usw.)
    Soziale Marktwirtschaft?
    - ist eigentlich das Ideal der sozialistischen Gesellschaft ohne anerzogene Neidimpulse
    + Verantwortlich sein, für sich und sein tun! -

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Eine Heimat für Herren und Sklaven.

    Heiner Müller

  4. Aber... das wissen wir doch schon alles.

    Mir hängt diese Diskrepanz zum Halse raus: Einerseits beklagt man in feuilletonistischen Artikeln wie diesen immer wieder die Ungerechtigkeit dieser Welt im Großen und Ganzen, andererseits zieht man aus ihnen aber keine Lehren für Artikel, die sich mit Politik und Alltag befassen. Aber genau dort müßte man ansetzen, den beklagten Tendenzen entgegenzuwirken.

    Da wird dem Moloch EU gehuldigt (als “vereintes Europa” verherrlicht), aber allenfalls Le Monde Diplomatique berichtet darüber, wie Agrar-Monopolisten die unabhängige und artenreiche Landwirtschaft Osteuropas plattgewalzt haben.

    Da werden hunderte unwichtige, repetitive Artikel zum Thema Israel-Palästina oder dem Holocaust verfaßt, aber Ruanda, Süd-Sudan oder Ost-Timor werden mit ein paar dpa-Meldungen abgespeist.

    Da wird lautstark der Sanierungszwang für Häuser gefordert, aber niemand stellt die Frage, wie der Eigentümer das denn bezahlen soll. Es mag ja sein, daß die Gesellschaft sich in Richtung Dritte Welt bewegt, mit einer dünnen, steinreichen Oberschicht und einer verarmten Masse. Aber noch gibt es hierzulande eine hart ums Überleben kämpfende Mittelschicht. Und der können ein paar aufgedrückte Mehrkosten finanziell sehr schnell das Genick brechen! Da bleibt nur: Haus verkaufen (wertvermindert, da nicht gedämmt), und schon sind wieder eine ganze Reihe Mittelschichtler ins Prekariat abgestürzt (und solvente Großgrundbesitzer machen ein Schnäppchen). Will man das?

    24 Leser-Empfehlungen
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    Da werden Atomausstieg und die “demokratische Lösung” von Stuttgart 21 beklatscht, aber die schwindelerregenden Mehrkosten für den Steuerzahler werden als unvermeidbar akzeptiert.

    Entweder arbeitest du 60-70 Stunden pro Woche, hast kein Leben, aber darfst wenigstens deinen Arbeitsplatz sicher wähnen, oder du genießt eine lebenswerte 40-Stunden-Woche, fragst dich aber, ob im Gehirn des Chefs nicht schon längst eine Kasse klingelt bei dem Gedanken, deinen Arbeitsplatz wegzurationalisieren und andere Mitarbeiter dafür wieder 60 statt 40 Stunden arbeiten zu lassen. Und dann liest man in der Zeit eine Kolumne mit “Karriere-Tips”...
    Dabei wäre es so schön, könnte ich meine Energie zu 100% in die eigentliche Arbeit stecken statt einen Prozentsatz davon für Existenzangst zu vergeuden.

    Dann heißt es, dies oder jenes sei “nicht zum Nulltarif” zu haben, Steuergeschenke an Hotelerben werden verteilt, Banken als “systemrelevant” subventioniert, über Hartz-IV-Sätze gestritten, aber kein Politiker oder Journalist interessiert sich dafür, wie ich als steuerzahlender Durchschnittsbürger von meinem mickrigen Nettogehalt Miete, Kautionen und Courtagen, Stromrechnungen, Einwohnermeldeamts- und GEZ-Gebühren, horrende teure öffentliche Verkehrsmittel, Krankenkasse und Altersversorgung bezahlen soll.

    Wenn man es ernst meint mit Kapitalismuskritik, muß man hartnäckig im Detail ansetzen. Es sei denn, man gibt sich mit Schöngeisterei zufrieden.

    Der "Moloch EU" mag seine grossen Schattenseiten haben, ist im Endeffekt aber der Weg in die Unabhängigkeit Europas wenn man es wagt diesen auch zu gehen, nur so haben die europäischen Staaten noch das Machtpotenzial Dinge zu ändern und ein Gegenmodell zum Angelsächsischen Liberalismus zu stellen wenn man es denn will.

    Da werden Atomausstieg und die “demokratische Lösung” von Stuttgart 21 beklatscht, aber die schwindelerregenden Mehrkosten für den Steuerzahler werden als unvermeidbar akzeptiert.

    Entweder arbeitest du 60-70 Stunden pro Woche, hast kein Leben, aber darfst wenigstens deinen Arbeitsplatz sicher wähnen, oder du genießt eine lebenswerte 40-Stunden-Woche, fragst dich aber, ob im Gehirn des Chefs nicht schon längst eine Kasse klingelt bei dem Gedanken, deinen Arbeitsplatz wegzurationalisieren und andere Mitarbeiter dafür wieder 60 statt 40 Stunden arbeiten zu lassen. Und dann liest man in der Zeit eine Kolumne mit “Karriere-Tips”...
    Dabei wäre es so schön, könnte ich meine Energie zu 100% in die eigentliche Arbeit stecken statt einen Prozentsatz davon für Existenzangst zu vergeuden.

    Dann heißt es, dies oder jenes sei “nicht zum Nulltarif” zu haben, Steuergeschenke an Hotelerben werden verteilt, Banken als “systemrelevant” subventioniert, über Hartz-IV-Sätze gestritten, aber kein Politiker oder Journalist interessiert sich dafür, wie ich als steuerzahlender Durchschnittsbürger von meinem mickrigen Nettogehalt Miete, Kautionen und Courtagen, Stromrechnungen, Einwohnermeldeamts- und GEZ-Gebühren, horrende teure öffentliche Verkehrsmittel, Krankenkasse und Altersversorgung bezahlen soll.

    Wenn man es ernst meint mit Kapitalismuskritik, muß man hartnäckig im Detail ansetzen. Es sei denn, man gibt sich mit Schöngeisterei zufrieden.

    Der "Moloch EU" mag seine grossen Schattenseiten haben, ist im Endeffekt aber der Weg in die Unabhängigkeit Europas wenn man es wagt diesen auch zu gehen, nur so haben die europäischen Staaten noch das Machtpotenzial Dinge zu ändern und ein Gegenmodell zum Angelsächsischen Liberalismus zu stellen wenn man es denn will.

  5. Da werden Atomausstieg und die “demokratische Lösung” von Stuttgart 21 beklatscht, aber die schwindelerregenden Mehrkosten für den Steuerzahler werden als unvermeidbar akzeptiert.

    Entweder arbeitest du 60-70 Stunden pro Woche, hast kein Leben, aber darfst wenigstens deinen Arbeitsplatz sicher wähnen, oder du genießt eine lebenswerte 40-Stunden-Woche, fragst dich aber, ob im Gehirn des Chefs nicht schon längst eine Kasse klingelt bei dem Gedanken, deinen Arbeitsplatz wegzurationalisieren und andere Mitarbeiter dafür wieder 60 statt 40 Stunden arbeiten zu lassen. Und dann liest man in der Zeit eine Kolumne mit “Karriere-Tips”...
    Dabei wäre es so schön, könnte ich meine Energie zu 100% in die eigentliche Arbeit stecken statt einen Prozentsatz davon für Existenzangst zu vergeuden.

    Dann heißt es, dies oder jenes sei “nicht zum Nulltarif” zu haben, Steuergeschenke an Hotelerben werden verteilt, Banken als “systemrelevant” subventioniert, über Hartz-IV-Sätze gestritten, aber kein Politiker oder Journalist interessiert sich dafür, wie ich als steuerzahlender Durchschnittsbürger von meinem mickrigen Nettogehalt Miete, Kautionen und Courtagen, Stromrechnungen, Einwohnermeldeamts- und GEZ-Gebühren, horrende teure öffentliche Verkehrsmittel, Krankenkasse und Altersversorgung bezahlen soll.

    Wenn man es ernst meint mit Kapitalismuskritik, muß man hartnäckig im Detail ansetzen. Es sei denn, man gibt sich mit Schöngeisterei zufrieden.

    • viv0
    • 29.11.2011 um 3:47 Uhr

    schwacher Artikel! Werden angebliche Fakten gar nicht mehr überprüft? Nur weil Carlos Slim der neue Superreiche ist, ist Lateinamerika als solches also unfairer und Einkommen also ungleicher verteilt....

    Diese Indizes sagen aber was anderes:
    https://www.cia.gov/libra...

    Ich habe es mir nicht ausgerechnet, dennoch ist, wenn man sich die Zahlen anschaut, davon auszugehen, dass der Index insgesamt für Lateinamerika klar abgenommen hat!

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Marone
    • 29.11.2011 um 12:03 Uhr

    Ich habe mir die Daten auf der CIA-Website angeschaut. Sie erfassen nur Daten bis zu einem Zeitraum von etwa 2005-2009. Die Finanzkrise und ihre Folgen bleiben in der Regel außen vor. Außerdem misst der Gini-Index nur Unteschiede beim Einkommen, so weit ich weiß. Der Abbau von staatlichen Leistungen wie kostenlose Bildung oder Gesundheit wird nicht berücksichtigt.

    • Morbox
    • 29.11.2011 um 12:04 Uhr

    Schließlich ist der CIA eine der vertrauenswürdigsten NGOs der Welt und kümmert sich schon seit Jahrzehnten um das Wohlergehen der etwas schlechter gestellten Staaten Südamerikas.

    • Marone
    • 29.11.2011 um 12:03 Uhr

    Ich habe mir die Daten auf der CIA-Website angeschaut. Sie erfassen nur Daten bis zu einem Zeitraum von etwa 2005-2009. Die Finanzkrise und ihre Folgen bleiben in der Regel außen vor. Außerdem misst der Gini-Index nur Unteschiede beim Einkommen, so weit ich weiß. Der Abbau von staatlichen Leistungen wie kostenlose Bildung oder Gesundheit wird nicht berücksichtigt.

    • Morbox
    • 29.11.2011 um 12:04 Uhr

    Schließlich ist der CIA eine der vertrauenswürdigsten NGOs der Welt und kümmert sich schon seit Jahrzehnten um das Wohlergehen der etwas schlechter gestellten Staaten Südamerikas.

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