KlimaforschungWas wir übers Klima Neues wissen

Vier Forscher erklären vor dem Gipfel in Durban, was man seit der Konferenz im Vorjahr dazu gelernt hat. Wichtigstes Thema: Die Folgen der Eisschmelze an den Polen. von 

Risiko Antarktis

Die wichtigste Studie des Jahres war für mich jene von Rignot und Kollegen zum beschleunigten Eisverlust in der Antarktis und in Grönland (siehe auch bei Rahmstorf: Eisschilde). Welche Konsequenzen eine Verkleinerung des – ohnehin als instabil bekannten – Westantarktischen Eisschildes hätte, beleuchtete ein anderer Artikel in Nature Geoscience : Brechen größere Teile des Eisschildes zusammen, wird der Meeresspiegel wohl sehr stark und sprunghaft ansteigen – worauf wir in keiner Weise vorbereitet sind.

Weniger Eis, härtere Winter

Forscher aus Seattle untersuchten , ob die sommerliche Meereisschmelze am Nordpol direkte Auswirkungen auf unser Wetter haben kann. Der Rückgang des Meereises verändert die Wärmebilanz in den hohen Breiten, die zonalen Winde schwächen sich ab, was mehr Kaltluftausbrüche ermöglicht. Die harten Winter der letzten Jahre, die gelegentlich als Indiz gegen die Erderwärmung gesehen werden, könnten im Gegenteil also durch sie verursacht worden sein.

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Ozonloch durch Klimawandel

Ein Ozonloch wie über der Antarktis wurde dieses Jahr auch über der Arktis beobachtet . Ursache war eine Erwärmung der unteren Luftschichten , der Troposphäre, was den Austausch mit der darüberliegenden Stratosphäre verhinderte. Sie kühlte stark ab, was die Ozonzerstörung förderte. Ob sich das Phänomen wiederholen wird, ist noch unklar – aber es muss auf jeden Fall in die Beurteilung der Klimaveränderung auf der Nordhalbkugel einfließen.

Mehr Fischfutter am Nordpol?

Satellitenmessungen ergaben, dass im eisfreien Wasser in verschiedenen Regionen des arktischen Ozeans die Primärproduktion von Biomasse , also das Wachstum von Phytoplankton, zugenommen hat. Die klimagetriebene Abnahme des Meereises wird deutliche Veränderungen im arktischen Ökosystem nach sich ziehen. Dies wird Auswirkungen auf den marinen Kohlenstoffkreislauf haben; deren Größe können wir bisher noch nicht abschätzen.

Karin Lochte ist Biologin und leitet das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.

Leserkommentare
    • Felefon
    • 30. November 2011 3:48 Uhr

    Die Erde ist ja nicht das Zentrum des Universums.

    Die meisten von uns wohnen hier auf so einem kleinen Vorstadt-Planeten in einem abgelegenen Spiralarm einer Galaxis, in der zumindest innerhalb des Zeitfensters unserer Lebensform bisher eigentlich recht wenig los ist.

    Im Allgemeinen schwanken Temperatur und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten orts- und zeitgebunden in einer Bandbreite zwischen Minus 275 Grad und mehreren Millionen Grad Celsius an den wirklich heißen Orten.

    Unser kleiner Vorstadt-Planet fliegt seit vielen Milliarden Jahren unbeirrt um eine kleine Sonne herum, mit so ungefähr genau 143 200 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit.

    Durch eine, wie die meisten heutigen Bewohner finden, ziemlich angenehm atembare Atmosphäre ( die anderen sind ausgestorben ) liegt die Oberflächentemperatur bei ( wie die meisten heutigen Bewohner finden, recht angenehmen ( die anderen sind ausgestorben )) etwa 15 Grad Celsius.

    Nach ungefähr 4.5 Milliarden-Mal ungestörtem um die Sonne herumkreisen entwickelte sich auf unserem kleinen Vorstadt-Planeten eine intelligente Lebensform, die sich für eine Weile einen Spaß daraus machte, in kleinen benzinbetriebenen Blechhäuschen über eigens dafür angelegte Fahrstrecken zu brausen.

  1. ... egal, was die Wissenschaft annimmt oder sagt: Die Leute glauben das, womit sie am einfachsten leben können und das ist nun mal vielfach die Selbstschutzbehauptung "Wir sind nicht schuld, sondern die bösen Politiker". SO wird sich mit Sicherheit nichts ändern - und schon gar nicht durch sich wie ein kaputtes Tape wiederholende Schelten gegen Politiker.
    Der Klimawandel geht uns alle an, deshalb müssen alle auch etwas dagegen tun - und der erste Schritt ist, sich einzugestehen, was bei vernünftiger Betrachtung jedem einleuchten sollte!

    • Chaled
    • 09. Februar 2012 17:11 Uhr

    wie es genius_1 schreibt.

    @das_m
    Der verlinke Artikel weist darauf hin, dass Süsswassereis eine andere Dichte hat als Salzwassereis. Zudem versuchen die beiden Autohren noch ein bischen Wasservolumenvergrößerung durch Schmelzeffekte und Verringerung des Salzgehaltes des (gesamten) Meerwassers zu berechnen. Diese Effekte sind jedoch nur maginal. Ein Süsswassereiswürfel in Salzwasser erzeugt maximal 2% mehr Wasservolumen als ein Salzwassereiswürfel in Salzwasser. (Und diese 2% sind schon echt hoch angesetzt.)

    • HorFe
    • 12. Februar 2012 12:14 Uhr
    52. Esel,

    wenn man einen Esel(mit Lasten bestückt) , auf dem man sitzt,
    dauernd schindet , wird er zusammenbrechen. Für ganz Einfältige ein Vergleich zur geschundenden Erde.

  2. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag leisten möchten. Danke, die Redaktion/lv

    • fsc
    • 19. September 2012 23:59 Uhr

    Sie sind Theoretiker nicht wahr?

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