Griechenland In Athen gehen die Lichter aus
Der Winter steht bevor, und viele Griechen haben kein Geld mehr für Strom und Heizöl. Die Parteien haben den Staat und die Wirtschaft ruiniert. Was soll aus Griechenlands Jugend werden?

Frauen vor einem geschlossenen Geschäft in Athen
Parallel zum Parlament mit seinen sieben politischen Parteien existiert bei uns in Griechenland ein weiteres, außerparlamentarisches System mit vier Parteien: Sie sind die vier Teile, in die unsere Gesellschaft nach achtzehn Monaten Wirtschaftskrise zerfallen ist. Die fortschreitende Verschärfung der Krise und der Überlebenskampf im Alltag haben diese Teile einander nicht näher gebracht. Ganz im Gegenteil, sie entfremden sich mehr und mehr. Zwischen diesen Teilen werden Koalitionen gebildet, aber auch Grabenkriege geführt.
Da ist zunächst die »Partei der Profiteure«. Zu ihr gehören alle Unternehmer, die vom Klientelsystem der letzten dreißig Jahre profitiert haben, vorneweg die Baufirmen. Sie haben ihre Blütezeit im Vorfeld der Olympischen Spiele 2004 gehabt, als sie vom Staat mit lukrativen Bauaufträgen zu verschwenderischen Preisen zugeschüttet wurden.
Zur Partei der Profiteure gehören aber auch die Unternehmen, die staatliche Organisationen beliefern – zum Beispiel jene, die öffentliche Krankenhäuser mit pharmazeutischen Produkten und medizinischen Geräten versorgen. In welchem Ausmaß dabei Geld verschwendet wurde, haben die Griechen erst jetzt begriffen. Der Einkauf von Arzneimitteln und medizinischem Gerät wurde bislang von den Krankenhäusern selbst vorgenommen. Jetzt hat das Gesundheitsministerium den Kauf von Arzneimitteln zentral über das Internet organisiert und gemäß den bisherigen Ausgaben dafür 9.937.480 Euro zur Verfügung gestellt. Nun stellte sich heraus: Die Medikamente kosteten nur 616.505 Euro, also bloß 6,2 Prozent der früheren Summe!
International bekannt wurde der griechische Schriftsteller, Jahrgang 1937, durch seine Kriminalromane um den schrulligen Kommissar Kostas Charitos. Markaris, der Vater Armenier, die Mutter Griechin, ist in Istanbul geboren und aufgewachsen, dort besuchte er das österreichische Gymnasium. Ehe er zu schreiben begann, studierte er einige Jahre lang Volkswirtschaft. Er schreibt in griechischer, türkischer und deutscher Sprache. Seit den sechziger Jahren lebt er in Athen.
Ohne die neuen Sparmaßnahmen wäre alles beim Alten geblieben. Denn gerade diese Profiteure, die Bauunternehmer und die Einkäufer in den Kliniken, pflegten eine gut funktionierende Koalition mit der jeweiligen Regierungspartei und deren Ministern. Alle im Staatsapparat wussten Bescheid über die Verflechtungen und deren Kosten für die Allgemeinheit – doch alle schwiegen. Nicht nur, weil die Parteien gewaltige Spenden einstrichen, sondern auch, weil die korrupten Branchen den Abgeordneten die Wahlkampagnen finanzierten und ihren Familien gut bezahlte Arbeitsplätze sicherten.
Man könnte die Partei der Profiteure auch »Partei der Steuerhinterzieher« nennen, denn das sind sie allesamt auch noch – vor allem die selbstständigen Gutverdiener wie Ärzte und Rechtsanwälte. Geht ein Grieche in eine Arztpraxis, sagt der Mediziner zu ihm: »Der Besuch kostet 80 Euro, aber wenn Sie eine Quittung wollen, dann kostet er 110 Euro.« Die meisten Patienten verzichten deshalb auf die Quittung, so sparen sie 30 Euro. Das gute Einvernehmen mit der jeweiligen Regierungspartei hat zur Folge, dass die Behörden das System dulden und schweigend wegschauen.
Die Gruppe der mittellosen Bürger dagegen wächst und wächst. Viele können nicht einmal mehr die Zuzahlung für den Kauf von Medikamenten aufbringen. Was machen sie also? Sie wenden sich an die Hilfsorganisation »Ärzte der Welt«, weil dort bestimmte Medikamente gratis abgegeben werden. Die zwei Athener Kliniken von »Ärzte der Welt« sind eigentlich für mittellose Migranten gedacht, die auf Schlauchbooten von Afrika herübergerudert sind. Jetzt bitten immer mehr arme Griechen um Hilfe. Manchmal stehen bis zu tausend Menschen am Tag bei »Ärzte der Welt« Schlange. Darunter zum Beispiel Diabetiker, die sich ihr Insulin nicht mehr leisten können.
Das Elend der Migranten greift auf die Griechen über. Wenn ich früher morgens meine Balkontür öffnete und auf die Straße hinunterschaute, sah ich bis vor einem halben Jahr Flüchtlinge, die in den Mülleimern stöberten, um etwas Essbares zu finden. In den letzten Wochen sind mehr und mehr Griechen dabei. Sie wollen ihr Elend nicht sichtbar machen, deswegen drehen sie ihre Abfalleimerrunde in den frühen Morgenstunden, wenn nur wenige Menschen auf der Straße sind.
Die Profiteure und Steuerhinterzieher haben solche Sorgen natürlich nicht. Sie spüren die Krise kaum. Noch bevor sie über uns hereinbrach, hatten sie ihre Bankkonten schon ins Ausland verlegt. Die griechischen Banken sind in den letzten achtzehn Monaten um etwa sechs Milliarden Euro ärmer geworden, während die ausländischen Banken – vor allem die schweizerischen – sich die Hände reiben.
Es sind auch die Profiteure, die, im besten Einvernehmen mit den Linken im Parlament, für eine Rückkehr zur Drachme plädieren. Sie spekulieren darauf, dass sich ihr Vermögen dann vervielfachen werde und sie in aller Ruhe beträchtliche Teile des Staatseigentums kaufen können. Der griechische Staat ist nämlich – Euro hin, Drachme her – gezwungen, große Teile seines Eigentums zu privatisieren, es fehlt ihm an Geld.
Die dritte verhängnisvolle Koalition besteht zwischen der jeweiligen griechischen Regierung und den Landwirten, die ebenfalls Mitglieder der Partei der Profiteure sind. Seit dem Beitritt Griechenlands zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1981 beklagen alle Regierungen das Los der »armen griechischen Bauern«, die ein besseres Leben verdienten. Dieses bessere Leben haben sich die Landwirte durch die Agrarsubventionen der Europäischen Union längst gesichert.
Die Subventionen wurden willkürlich und ungeprüft an die Bauern verteilt, ohne darauf zu achten, ob die angeforderten Zuwendungen überhaupt der tatsächlichen Produktion entsprachen. Die Bauern verscharrten ihre Produkte, gaben falsche Zahlen an – und kassierten. Obendrein gewährte die Griechische Landwirtschaftsbank ihnen auch noch großzügig Kredite, die bis heute nicht zurückgezahlt worden sind. Die Bauernfreunde in den Regierungsparteien haben jedenfalls allen Druck vermieden. Sie brauchten die Stimmen der Landwirte und ihrer Familien. Jetzt ist die Griechische Landwirtschaftsbank pleite, und die Bauern kutschieren mit ihren Cherokee-Jeeps über die Dörfer.
- Datum 05.12.2011 - 11:08 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 1.12.2011 Nr. 49
- Kommentare 96
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Positivistische Berichte helfen auch nicht sehr viel, zumal dann, wenn sie leicht durchschaubar sind.
Nur als Beispiel:
Die aus Häusern herausragenden (inzwischen längst verrosteten) Stahlstangen sind nicht "der Traum vom Obergeschoss für die Wohnung der Kinder",
sondern schlicht+einfach Steuerersparniss.
Denn nur fertige Häuser kosten Steuer, und so lange, wie noch Stahl herausragt, gelten sie (obwohl längst bewohnt) nicht als fertig.
Das weiß dort Jede/r und schweigt.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn
Welche Märchentante hat Ihnen denn das erzählt??
Sobald die "Baustelle" an des Stromnetz angeschlossen wurde, hieß es schon lange vor der neuen zusätzlichen Immobiliensteuer erst Steuern zahlen und dann kam die DEI.
Wir Deutsche erwarten, das die Griechen ihre Schulden an uns zurückzahlen.......... Wenn ich aber die Kuh, die melken will vorher aber abschlachte, dann hab ich später noch nicht mal Käse. Genau das passiert in GR, aber keiner hat´s gemerkt.
Die Eisen, die man typisch in Griechenland aus dem Beton ragen sieht, sind wirklich für den Fall, das man später weiter bauen möchte. Das Steuern für Grundbesitz bezahlt werden, ist doch eine ganz neue Sache. Hat man früher seinen Besitz bei der Steuer gemeldet, was nur die wenigsten getan haben, wurde ein Minimalbetrag in der Jahressteuerabrechnung einbehalten. Grundsteuer habe ich in den 24 Jahren Griechenland bisher nur wenig bezahlen müssen. Jetzt, nach der Einführung verschiedener Maßnahmen, kommen plötzlich hohe Kosten auf Menschen zu, die nicht gelernt haben das es so etwas gibt, wie Grundsteuern. Deshalb haben sie auch nicht für solche Fälle vorgesorgt. Außerdem war es bisher in Griechenland so: gesagt wurde viel, durchgeführt wenig. Deshalb regt sich anfänglich auch niemand wirklich über neue Maßnahmen auf, und jetzt ist ein Entsetzen in der Bevölkerung, es wird gemacht was man gesagt hat. Und das Abrechnen über den Strom ist die einzige Möglichkeit Griechen wirklich zum Zahlen zu zwingen. Natürlich trifft das jetzt die Armen besonders hart und es müssen Maßnahmen getroffen werden, weil es kein soziales Netz gibt. Der Artikel ist insgesamt richtig, nicht schöngefärbt aber auch nicht wirklich hart genug. Aber vielleicht kennt der Autor nicht so viele Beispiele, denn er lebt offensichtlich ein besonderes Leben.
Welche Märchentante hat Ihnen denn das erzählt??
Sobald die "Baustelle" an des Stromnetz angeschlossen wurde, hieß es schon lange vor der neuen zusätzlichen Immobiliensteuer erst Steuern zahlen und dann kam die DEI.
Wir Deutsche erwarten, das die Griechen ihre Schulden an uns zurückzahlen.......... Wenn ich aber die Kuh, die melken will vorher aber abschlachte, dann hab ich später noch nicht mal Käse. Genau das passiert in GR, aber keiner hat´s gemerkt.
Die Eisen, die man typisch in Griechenland aus dem Beton ragen sieht, sind wirklich für den Fall, das man später weiter bauen möchte. Das Steuern für Grundbesitz bezahlt werden, ist doch eine ganz neue Sache. Hat man früher seinen Besitz bei der Steuer gemeldet, was nur die wenigsten getan haben, wurde ein Minimalbetrag in der Jahressteuerabrechnung einbehalten. Grundsteuer habe ich in den 24 Jahren Griechenland bisher nur wenig bezahlen müssen. Jetzt, nach der Einführung verschiedener Maßnahmen, kommen plötzlich hohe Kosten auf Menschen zu, die nicht gelernt haben das es so etwas gibt, wie Grundsteuern. Deshalb haben sie auch nicht für solche Fälle vorgesorgt. Außerdem war es bisher in Griechenland so: gesagt wurde viel, durchgeführt wenig. Deshalb regt sich anfänglich auch niemand wirklich über neue Maßnahmen auf, und jetzt ist ein Entsetzen in der Bevölkerung, es wird gemacht was man gesagt hat. Und das Abrechnen über den Strom ist die einzige Möglichkeit Griechen wirklich zum Zahlen zu zwingen. Natürlich trifft das jetzt die Armen besonders hart und es müssen Maßnahmen getroffen werden, weil es kein soziales Netz gibt. Der Artikel ist insgesamt richtig, nicht schöngefärbt aber auch nicht wirklich hart genug. Aber vielleicht kennt der Autor nicht so viele Beispiele, denn er lebt offensichtlich ein besonderes Leben.
Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
und legt eine oder zwei Decken auf.
Anm.: Bitte verzichten Sie auf einen polemischen Tonfall. Danke. Die Redaktion/vn
Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.
Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..
"Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
und legt eine oder zwei Decken auf."
http://www.europaurlaub.o...
Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.
http://blog.orangebaby.de...
"Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."
Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.
Die Reaktionen auf Ihren Kommentar zeigen, dass viele Menschen die Realitäten der Welt nicht kennen. Einen Pullover mehr anziehen wenn es kalt ist, ist ausserhalb der industrialisierten Staaten absoluter Normalfall. Das kann man sich in Deutschland, wo minimale Abeichungen von der 20 Grad Standardtemperatur als Beleidigung empfunden werden, offenbar kaum mehr vorstellen.
In Nordgriechenland ist ab Ende Oktober bis Ende März die Temperatur abends am und unter dem Gefrierpunkt. Mittags kann es durchaus warm und sonnig sein, aber sobald der Schatten kommt, wird es richtig kalt. Im Süden Griechenlands, ab Lamia, ist es tagsüber wärmer, aber abends wird es sehr ungemütlich nasskalt. Ohne Heizung kaum auszuhalten. Die Leute heizen, auch in Hochhäusern oft mit kleinen Holz- oder Oeloefen. Die Ofenrohre lassen sie einfach durch ein Loch in der Wand nach außen gehen. Die Heizungen in den Hochhäusern werden je nach Lage der Bewohner betrieben. Zahlen alle Bewohner die Oelrechnung, kann geheizt werden. Zahlt einer nicht, ist es kalt. Aber ohne Heizung, das ist praktisch nicht möglich.
duerften erheblich ueber denen nördlicher Länder liegen - und das ist keine Polemeik sondern Tatsache
Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.
Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..
"Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
und legt eine oder zwei Decken auf."
http://www.europaurlaub.o...
Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.
http://blog.orangebaby.de...
"Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."
Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.
Die Reaktionen auf Ihren Kommentar zeigen, dass viele Menschen die Realitäten der Welt nicht kennen. Einen Pullover mehr anziehen wenn es kalt ist, ist ausserhalb der industrialisierten Staaten absoluter Normalfall. Das kann man sich in Deutschland, wo minimale Abeichungen von der 20 Grad Standardtemperatur als Beleidigung empfunden werden, offenbar kaum mehr vorstellen.
In Nordgriechenland ist ab Ende Oktober bis Ende März die Temperatur abends am und unter dem Gefrierpunkt. Mittags kann es durchaus warm und sonnig sein, aber sobald der Schatten kommt, wird es richtig kalt. Im Süden Griechenlands, ab Lamia, ist es tagsüber wärmer, aber abends wird es sehr ungemütlich nasskalt. Ohne Heizung kaum auszuhalten. Die Leute heizen, auch in Hochhäusern oft mit kleinen Holz- oder Oeloefen. Die Ofenrohre lassen sie einfach durch ein Loch in der Wand nach außen gehen. Die Heizungen in den Hochhäusern werden je nach Lage der Bewohner betrieben. Zahlen alle Bewohner die Oelrechnung, kann geheizt werden. Zahlt einer nicht, ist es kalt. Aber ohne Heizung, das ist praktisch nicht möglich.
duerften erheblich ueber denen nördlicher Länder liegen - und das ist keine Polemeik sondern Tatsache
und die Beschreibung der Zustände in GR sind also neu. Niemand hatte sich also vorher Gedanken gemacht wie eine Währungsunion mit Staaten so unterschiedlicher Wirtschaftsleistung funktionieren kann,
Bei allem Respekt, das glaube ich nicht.
Gut geschrieben, wat macht man denn nu?
Diese Detailschilderungen erinnern mich an München, hier geht es ähnlich zu.
Diese Kinder mit der Platincard haben es sich mittlerweile abgewöhnt, ihre leeren Bierflaschen auf der Strasse zu zu zerkleinern, weil sie gemerkt haben, dass sich von dem Pfand möglicherweise am nächsten Tag jemand ernähren kann.
Gleichzeitig geht ein Penthouse für 14 Mio weg, das sind die Gegensätze.
Die Kleinunternehmer machen auch hier zu, die Formulierung des Finanzamts lautet,
wenn sie ihre Umsatzsteuer nicht begleichen können, nehmen Sie doch einen Kredit auf.
Und wenn Ihre Bank Ihnen keinen neuen Rahmen einräumt, melden Sie doch Konkurs an.
Immer noch keine Lösung, wir haben in Europa zu lange über unsere Verhältnisse gelebt,
man muss sich nur im Internet anschauen, zu welchen Konditionen mittlerweile Banken Kredite ausreichen.
Korruption ist kein griechisches Thema, ich hatte mal eine Firma in einem Kaff, wo die Landwirte mit den 760 BMWs einen Kontakt zum Gesundheitsamt hatten,
morgen steht eine Prüfung der Atrazinwerte an.
Da fuhren die in der Nacht mit ihren Viehtränken zu den Brunnen und befüllten die mit Frischwasser.
Tags darauf stimmten die Werte.
Mir fällt auf, trotz der allgemeinen Digitalisierung, dass zuviel überflüssiger Reiseverkehr im Middlemanagement stattfindet.
Man reist eben gern, solange jemand anderer dafür bezahlt.
Mein Ansatz ist der, die Sozialisation in der Schule anzuschieben
das wird in Deutschland auch schneller kommen als Mancher es sich vorstellt. In UK gibt es auch schon viele fuel poor.
@Thema
Mal ein etwas anderer auch wenn langer Artikel, der sich von den B***-Niveau und Auftragsartikeln der letzten Wochen hier in der ZEIT doch schön abhebt. Habe selber einen ehemaligen Kollegen der jetzt wieder in GR lebt, der sagte, dass von heute auf morgen 30% des Gehaltes gestrichen wurden und es jetzt ganz schön eng wird. Er zieht als Ökonom immer Vergleiche mit Deutschland 1923-1933 und hat da irgendwie nicht Unrecht.
Gut geschrieben, wat macht man denn nu?
Diese Detailschilderungen erinnern mich an München, hier geht es ähnlich zu.
Diese Kinder mit der Platincard haben es sich mittlerweile abgewöhnt, ihre leeren Bierflaschen auf der Strasse zu zu zerkleinern, weil sie gemerkt haben, dass sich von dem Pfand möglicherweise am nächsten Tag jemand ernähren kann.
Gleichzeitig geht ein Penthouse für 14 Mio weg, das sind die Gegensätze.
Die Kleinunternehmer machen auch hier zu, die Formulierung des Finanzamts lautet,
wenn sie ihre Umsatzsteuer nicht begleichen können, nehmen Sie doch einen Kredit auf.
Und wenn Ihre Bank Ihnen keinen neuen Rahmen einräumt, melden Sie doch Konkurs an.
Immer noch keine Lösung, wir haben in Europa zu lange über unsere Verhältnisse gelebt,
man muss sich nur im Internet anschauen, zu welchen Konditionen mittlerweile Banken Kredite ausreichen.
Korruption ist kein griechisches Thema, ich hatte mal eine Firma in einem Kaff, wo die Landwirte mit den 760 BMWs einen Kontakt zum Gesundheitsamt hatten,
morgen steht eine Prüfung der Atrazinwerte an.
Da fuhren die in der Nacht mit ihren Viehtränken zu den Brunnen und befüllten die mit Frischwasser.
Tags darauf stimmten die Werte.
Mir fällt auf, trotz der allgemeinen Digitalisierung, dass zuviel überflüssiger Reiseverkehr im Middlemanagement stattfindet.
Man reist eben gern, solange jemand anderer dafür bezahlt.
Mein Ansatz ist der, die Sozialisation in der Schule anzuschieben
das wird in Deutschland auch schneller kommen als Mancher es sich vorstellt. In UK gibt es auch schon viele fuel poor.
@Thema
Mal ein etwas anderer auch wenn langer Artikel, der sich von den B***-Niveau und Auftragsartikeln der letzten Wochen hier in der ZEIT doch schön abhebt. Habe selber einen ehemaligen Kollegen der jetzt wieder in GR lebt, der sagte, dass von heute auf morgen 30% des Gehaltes gestrichen wurden und es jetzt ganz schön eng wird. Er zieht als Ökonom immer Vergleiche mit Deutschland 1923-1933 und hat da irgendwie nicht Unrecht.
minus 2o° Celsius nachts bin ich gewohnt und
in Griechenland ? Der EZB-Banker von der SPD
hat Pullover als seine Empfehlung zur Hand :
Wer in der Nacht auch arbeitet bekommt warm.
Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.
Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..
Das geht jetzt zwar am Kern des Artikels vorbei, aber bei mir in der Wohnung hat es im Winter ca. 15-16°C, nur das Wohnzimmer heize ich abends auf 18°C, evtl. etwas wärmer, wenn Gäste da sind.
Auch beim Duschen bevorzuge ich warmes Wasser :-)
Ich empfinde das so als sehr angenehm und ich bin nur sehr selten krank. Es braucht im Herbst ca. 1 Woche, um sich dran zu gewöhnen. Zusätzlich zum Pullover habe ich noch dicke Socken an.
mfg
Ich wohne in Lissabon und die Mindesttemperaturen sind
Athen sehr aehnlich. Natuerlich gibt es in den Bergen
wesentlich niedrigere Temperaturen - da muss geheizt
werden. Fragen Sie die Leute in Athen mal, wie es vor
50 Jahren war.
Das geht jetzt zwar am Kern des Artikels vorbei, aber bei mir in der Wohnung hat es im Winter ca. 15-16°C, nur das Wohnzimmer heize ich abends auf 18°C, evtl. etwas wärmer, wenn Gäste da sind.
Auch beim Duschen bevorzuge ich warmes Wasser :-)
Ich empfinde das so als sehr angenehm und ich bin nur sehr selten krank. Es braucht im Herbst ca. 1 Woche, um sich dran zu gewöhnen. Zusätzlich zum Pullover habe ich noch dicke Socken an.
mfg
Ich wohne in Lissabon und die Mindesttemperaturen sind
Athen sehr aehnlich. Natuerlich gibt es in den Bergen
wesentlich niedrigere Temperaturen - da muss geheizt
werden. Fragen Sie die Leute in Athen mal, wie es vor
50 Jahren war.
"Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
und legt eine oder zwei Decken auf."
http://www.europaurlaub.o...
Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.
http://blog.orangebaby.de...
"Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."
Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.
sondern von einem SPD Politiker und ja, es ging darum
den Hartz 4 Empfaengern zu erklaeren, wie mans macht.
Wer selbst seine Heizkosten zahlen musste, hatte das
schon gelernt.
sondern von einem SPD Politiker und ja, es ging darum
den Hartz 4 Empfaengern zu erklaeren, wie mans macht.
Wer selbst seine Heizkosten zahlen musste, hatte das
schon gelernt.
http://www.gpapak.gr/medi...
" Ο κίνδυνος της κλιματικής αλλαγής γίνεται μέρα με τη μέρα περισσότερο αντιληπτός"(loc. cit. supra).
Nichts gegen Ihr Link, aber ich glaube wer den griechischen Zeitungsartikel über " die Gefahren des Klimawaldels, die jeden Tag mehr zu spühren sind" lesen kann, kann die Lage aus eigener Erfahrung einschätzen.
Besser wären Artikel auf Deutsch, die die Lage etwas mehr erhellen, damit mit dem Mist, der von vielen Seiten verbreitet wird, aufgeräumt wird.
In einer anderen Diskussion wurde, leider weiß ich nicht mehr, ob hier, im Tagesspiegel oder auch auf einer griechischen Seite, schon einmal darauf hingewiesen, dass in ein paar (kann man fast groß schreiben)Jahren wohl kein Baum mehr in Griechenland stehen wird und das nicht wegen der illegalen Bautätigkeit, sondern weil man mit Löhnen von weit unter unter 1000,- kein Heizöl von 1,-€/l bezahlen kann.
Nichts gegen Ihr Link, aber ich glaube wer den griechischen Zeitungsartikel über " die Gefahren des Klimawaldels, die jeden Tag mehr zu spühren sind" lesen kann, kann die Lage aus eigener Erfahrung einschätzen.
Besser wären Artikel auf Deutsch, die die Lage etwas mehr erhellen, damit mit dem Mist, der von vielen Seiten verbreitet wird, aufgeräumt wird.
In einer anderen Diskussion wurde, leider weiß ich nicht mehr, ob hier, im Tagesspiegel oder auch auf einer griechischen Seite, schon einmal darauf hingewiesen, dass in ein paar (kann man fast groß schreiben)Jahren wohl kein Baum mehr in Griechenland stehen wird und das nicht wegen der illegalen Bautätigkeit, sondern weil man mit Löhnen von weit unter unter 1000,- kein Heizöl von 1,-€/l bezahlen kann.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren