GriechenlandIn Athen gehen die Lichter aus
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"Ja, es sind schwierige Zeiten"

Zur Schulparade am 28. Oktober erschienen die Schüler eines Athener Gymnasiums mit schwarzen Tüchern um den Hals. Dazu muss man wissen, dass der 28. Oktober bei uns als Nationalfeiertag begangen wird, weil er an den Einmarsch der Mussolini-Armee in Griechenland im Jahr 1940 erinnert. Damals errangen die Griechen im Krieg gegen die italienischen Faschisten einen großen Sieg.

Als die Aktion mit den schwarzen Halstüchern publik wurde, gab es einen gewaltigen Aufschrei. »Ein Affront gegen den Nationalfeiertag«, schrieben manche Journalisten. Die vermeintlichen Provokateure waren aber bloß Schüler aus Agios Panteleimon, einem der heruntergekommensten Stadtteile Athens. Agios Panteleimon hat eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Attika.

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Um das Abitur zu schaffen, brauchen alle Schüler in Griechenland eine sogenannte Vorbereitungsschule. Ohne sie hat man später keine Chance auf ein Uni-Studium. Das gilt auch für die jungen Leute am Gymnasium in Agios Panteleimon. Doch viele von ihnen sind Kinder arbeitsloser Eltern, die die Gebühren für die Vorbereitungsschule nicht mehr zahlen können. Damit haben die Kinder keine Chance auf eine Hochschulbildung. »Wir wollten die Schulparade nicht stören. Wir wollten nur unseren Protest gegen die Zukunft, die uns erwartet, zum Ausdruck bringen«, sagte einer der beteiligten Schüler bescheiden.

Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille. Ich saß an einem Abend der vergangenen Woche im Café meines Verlegers, als eine etwa vierzigjährige Frau auf mich zukam und fragte, ob sie sich zu mir setzen dürfe. Sie wollte mit mir über meinen Kriminalroman Faule Kredite sprechen, in dem es auch um das unter der Wirtschaftskrise ächzende griechische Volk geht. Zum Schluss sagte die Besucherin zu mir: »Ich bin Gymnasiallehrerin in einer Schule in einem der Nordbezirke von Athen. Jeden Tag muss ich mir Vorwürfe machen, wie schlecht wir diese Kinder erzogen haben.«

»Wie meinen Sie das?«, fragte ich.

»Ich beobachte die Jugendlichen jeden Tag während der Pause. Sie reden nur über Autos, Armani-Jeans und Gucci-T-Shirts. Sie haben keine Ahnung von der Krise und auch nicht von dem, was sie erwartet. Sie kommen von den Eltern verhätschelt in die Schule und werden von uns weiter verwöhnt.«

Zwei Schulen, zwei Menschentypen – das ist Griechenland. Die einen in den armen, die anderen in den wohlhabenden Vierteln. Man sieht, wie verschieden die Jugendlichen schon sind. Eltern aus den reichen Quartieren schenken ihren Kindern ein Auto, wenn die mit Mühe das Abitur geschafft haben. Sie dulden nicht, dass ihre Sprösslinge wie die normalen Studenten mit dem Bus in die Uni fahren.

Eine Journalistin, die vor einem Arbeitsamt Stoff für einen Bericht sammelte, sprach einen jungen Mann an. »Sie dürfen meinen Namen nicht schreiben«, beschwor er sie. »Meine Mutter weiß nicht, dass ich arbeitslos bin und hier stehe.«

Ich selber wartete Anfang dieser Woche an einer Haltestelle auf den Bus. Da zeigte ein fremder alter Herr auf die altbekannte Schlange der Taxis. »Keiner nimmt mehr ein Taxi«, sagte er. »Und den Stau auf den Straßen gibt es auch nicht mehr so oft wie früher. Man fährt einfach weniger Auto, weil das Tanken Geld kostet.«

»Ja, es sind schwierige Zeiten«, antwortete ich.

»Ach was«, versetzte er, »ich bin in den vierziger Jahren aufgewachsen, in der Zeit der großen Armut. Wissen Sie, ich ging barfuß in die Schule, weil ich nur ein Paar Schuhe hatte und sie schonen musste.«

Schon richtig, aber die Generationen nach 1981 sind nicht in der Zeit der echten Armut, sondern in der Zeit des falschen Reichtums aufgewachsen, und sie werden panisch, wenn sie an Verzicht denken. Ihnen ist die Armut so unbekannt wie die Wüste. Die Jungen von heute sind die Kinder einer Generation, die vom sogenannten Polytechnikum-Aufstand geprägt wurde. Damals, im November 1973, traten Studenten in einen Proteststreik gegen die Militärdiktatur, der blutig niedergeschlagen wurde.

Die Generation des Polytechnikums aber hat das Land verwüstet. Sie wollte mit linkem Jargon ein neues Griechenland aufbauen und ist daran gescheitert. Die Anständigen unter ihnen haben sich zurückgezogen und kümmern sich um sich selbst. Die anderen gingen in die Politik, ergatterten einen lukrativen Job als Unternehmer im Klientelsystem oder einen lohnenden Posten im Staatsapparat.

Anfang der achtziger Jahre war dieser linke Jargon entscheidend, wenn man unter dem Banner der Pasok in die Politik einziehen oder sich einen Platz im Staatsapparat sichern wollte. Wer den Jargon nicht draufhatte, war Teil des alten, reaktionären Systems. Inzwischen sind manche dieser Leute stinkreich geworden. Den linken Jargon benutzen sie immer noch. Aber er ist zur Maskerade geworden.

Sie waren die Gewinner von gestern. Ihre Kinder gehören zu den verlorenen Generationen von heute. Und morgen werden die Väter die Wut der Kinder zu spüren bekommen.

Anmerkung der Redaktion: Im Text hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die genannten Kliniken in Athen werden nicht von "Ärzte ohne Grenzen", sondern von der Organisation "Ärzte der Welt" betrieben. Wir haben das korrigiert.

 
Leserkommentare
    • lef
    • 05.12.2011 um 11:27 Uhr

    Positivistische Berichte helfen auch nicht sehr viel, zumal dann, wenn sie leicht durchschaubar sind.
    Nur als Beispiel:
    Die aus Häusern herausragenden (inzwischen längst verrosteten) Stahlstangen sind nicht "der Traum vom Obergeschoss für die Wohnung der Kinder",
    sondern schlicht+einfach Steuerersparniss.
    Denn nur fertige Häuser kosten Steuer, und so lange, wie noch Stahl herausragt, gelten sie (obwohl längst bewohnt) nicht als fertig.
    Das weiß dort Jede/r und schweigt.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

    19 Leserempfehlungen
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    Welche Märchentante hat Ihnen denn das erzählt??
    Sobald die "Baustelle" an des Stromnetz angeschlossen wurde, hieß es schon lange vor der neuen zusätzlichen Immobiliensteuer erst Steuern zahlen und dann kam die DEI.

    Wir Deutsche erwarten, das die Griechen ihre Schulden an uns zurückzahlen.......... Wenn ich aber die Kuh, die melken will vorher aber abschlachte, dann hab ich später noch nicht mal Käse. Genau das passiert in GR, aber keiner hat´s gemerkt.

    Die Eisen, die man typisch in Griechenland aus dem Beton ragen sieht, sind wirklich für den Fall, das man später weiter bauen möchte. Das Steuern für Grundbesitz bezahlt werden, ist doch eine ganz neue Sache. Hat man früher seinen Besitz bei der Steuer gemeldet, was nur die wenigsten getan haben, wurde ein Minimalbetrag in der Jahressteuerabrechnung einbehalten. Grundsteuer habe ich in den 24 Jahren Griechenland bisher nur wenig bezahlen müssen. Jetzt, nach der Einführung verschiedener Maßnahmen, kommen plötzlich hohe Kosten auf Menschen zu, die nicht gelernt haben das es so etwas gibt, wie Grundsteuern. Deshalb haben sie auch nicht für solche Fälle vorgesorgt. Außerdem war es bisher in Griechenland so: gesagt wurde viel, durchgeführt wenig. Deshalb regt sich anfänglich auch niemand wirklich über neue Maßnahmen auf, und jetzt ist ein Entsetzen in der Bevölkerung, es wird gemacht was man gesagt hat. Und das Abrechnen über den Strom ist die einzige Möglichkeit Griechen wirklich zum Zahlen zu zwingen. Natürlich trifft das jetzt die Armen besonders hart und es müssen Maßnahmen getroffen werden, weil es kein soziales Netz gibt. Der Artikel ist insgesamt richtig, nicht schöngefärbt aber auch nicht wirklich hart genug. Aber vielleicht kennt der Autor nicht so viele Beispiele, denn er lebt offensichtlich ein besonderes Leben.

    Welche Märchentante hat Ihnen denn das erzählt??
    Sobald die "Baustelle" an des Stromnetz angeschlossen wurde, hieß es schon lange vor der neuen zusätzlichen Immobiliensteuer erst Steuern zahlen und dann kam die DEI.

    Wir Deutsche erwarten, das die Griechen ihre Schulden an uns zurückzahlen.......... Wenn ich aber die Kuh, die melken will vorher aber abschlachte, dann hab ich später noch nicht mal Käse. Genau das passiert in GR, aber keiner hat´s gemerkt.

    Die Eisen, die man typisch in Griechenland aus dem Beton ragen sieht, sind wirklich für den Fall, das man später weiter bauen möchte. Das Steuern für Grundbesitz bezahlt werden, ist doch eine ganz neue Sache. Hat man früher seinen Besitz bei der Steuer gemeldet, was nur die wenigsten getan haben, wurde ein Minimalbetrag in der Jahressteuerabrechnung einbehalten. Grundsteuer habe ich in den 24 Jahren Griechenland bisher nur wenig bezahlen müssen. Jetzt, nach der Einführung verschiedener Maßnahmen, kommen plötzlich hohe Kosten auf Menschen zu, die nicht gelernt haben das es so etwas gibt, wie Grundsteuern. Deshalb haben sie auch nicht für solche Fälle vorgesorgt. Außerdem war es bisher in Griechenland so: gesagt wurde viel, durchgeführt wenig. Deshalb regt sich anfänglich auch niemand wirklich über neue Maßnahmen auf, und jetzt ist ein Entsetzen in der Bevölkerung, es wird gemacht was man gesagt hat. Und das Abrechnen über den Strom ist die einzige Möglichkeit Griechen wirklich zum Zahlen zu zwingen. Natürlich trifft das jetzt die Armen besonders hart und es müssen Maßnahmen getroffen werden, weil es kein soziales Netz gibt. Der Artikel ist insgesamt richtig, nicht schöngefärbt aber auch nicht wirklich hart genug. Aber vielleicht kennt der Autor nicht so viele Beispiele, denn er lebt offensichtlich ein besonderes Leben.

  1. Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
    Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
    heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
    und legt eine oder zwei Decken auf.

    Anm.: Bitte verzichten Sie auf einen polemischen Tonfall. Danke. Die Redaktion/vn

    6 Leserempfehlungen
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    • cff21
    • 05.12.2011 um 11:53 Uhr

    Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.

    • caro-v
    • 05.12.2011 um 11:54 Uhr

    Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..

    "Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
    Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
    heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
    und legt eine oder zwei Decken auf."

    http://www.europaurlaub.o...

    Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.

    http://blog.orangebaby.de...

    "Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."

    Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.

    Die Reaktionen auf Ihren Kommentar zeigen, dass viele Menschen die Realitäten der Welt nicht kennen. Einen Pullover mehr anziehen wenn es kalt ist, ist ausserhalb der industrialisierten Staaten absoluter Normalfall. Das kann man sich in Deutschland, wo minimale Abeichungen von der 20 Grad Standardtemperatur als Beleidigung empfunden werden, offenbar kaum mehr vorstellen.

    In Nordgriechenland ist ab Ende Oktober bis Ende März die Temperatur abends am und unter dem Gefrierpunkt. Mittags kann es durchaus warm und sonnig sein, aber sobald der Schatten kommt, wird es richtig kalt. Im Süden Griechenlands, ab Lamia, ist es tagsüber wärmer, aber abends wird es sehr ungemütlich nasskalt. Ohne Heizung kaum auszuhalten. Die Leute heizen, auch in Hochhäusern oft mit kleinen Holz- oder Oeloefen. Die Ofenrohre lassen sie einfach durch ein Loch in der Wand nach außen gehen. Die Heizungen in den Hochhäusern werden je nach Lage der Bewohner betrieben. Zahlen alle Bewohner die Oelrechnung, kann geheizt werden. Zahlt einer nicht, ist es kalt. Aber ohne Heizung, das ist praktisch nicht möglich.

    duerften erheblich ueber denen nördlicher Länder liegen - und das ist keine Polemeik sondern Tatsache

    • cff21
    • 05.12.2011 um 11:53 Uhr

    Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.

    • caro-v
    • 05.12.2011 um 11:54 Uhr

    Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..

    "Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
    Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
    heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
    und legt eine oder zwei Decken auf."

    http://www.europaurlaub.o...

    Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.

    http://blog.orangebaby.de...

    "Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."

    Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.

    Die Reaktionen auf Ihren Kommentar zeigen, dass viele Menschen die Realitäten der Welt nicht kennen. Einen Pullover mehr anziehen wenn es kalt ist, ist ausserhalb der industrialisierten Staaten absoluter Normalfall. Das kann man sich in Deutschland, wo minimale Abeichungen von der 20 Grad Standardtemperatur als Beleidigung empfunden werden, offenbar kaum mehr vorstellen.

    In Nordgriechenland ist ab Ende Oktober bis Ende März die Temperatur abends am und unter dem Gefrierpunkt. Mittags kann es durchaus warm und sonnig sein, aber sobald der Schatten kommt, wird es richtig kalt. Im Süden Griechenlands, ab Lamia, ist es tagsüber wärmer, aber abends wird es sehr ungemütlich nasskalt. Ohne Heizung kaum auszuhalten. Die Leute heizen, auch in Hochhäusern oft mit kleinen Holz- oder Oeloefen. Die Ofenrohre lassen sie einfach durch ein Loch in der Wand nach außen gehen. Die Heizungen in den Hochhäusern werden je nach Lage der Bewohner betrieben. Zahlen alle Bewohner die Oelrechnung, kann geheizt werden. Zahlt einer nicht, ist es kalt. Aber ohne Heizung, das ist praktisch nicht möglich.

    duerften erheblich ueber denen nördlicher Länder liegen - und das ist keine Polemeik sondern Tatsache

    • Hermez
    • 05.12.2011 um 11:48 Uhr

    und die Beschreibung der Zustände in GR sind also neu. Niemand hatte sich also vorher Gedanken gemacht wie eine Währungsunion mit Staaten so unterschiedlicher Wirtschaftsleistung funktionieren kann,
    Bei allem Respekt, das glaube ich nicht.

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gut geschrieben, wat macht man denn nu?

    Diese Detailschilderungen erinnern mich an München, hier geht es ähnlich zu.
    Diese Kinder mit der Platincard haben es sich mittlerweile abgewöhnt, ihre leeren Bierflaschen auf der Strasse zu zu zerkleinern, weil sie gemerkt haben, dass sich von dem Pfand möglicherweise am nächsten Tag jemand ernähren kann.
    Gleichzeitig geht ein Penthouse für 14 Mio weg, das sind die Gegensätze.

    Die Kleinunternehmer machen auch hier zu, die Formulierung des Finanzamts lautet,
    wenn sie ihre Umsatzsteuer nicht begleichen können, nehmen Sie doch einen Kredit auf.
    Und wenn Ihre Bank Ihnen keinen neuen Rahmen einräumt, melden Sie doch Konkurs an.

    Immer noch keine Lösung, wir haben in Europa zu lange über unsere Verhältnisse gelebt,
    man muss sich nur im Internet anschauen, zu welchen Konditionen mittlerweile Banken Kredite ausreichen.

    Korruption ist kein griechisches Thema, ich hatte mal eine Firma in einem Kaff, wo die Landwirte mit den 760 BMWs einen Kontakt zum Gesundheitsamt hatten,
    morgen steht eine Prüfung der Atrazinwerte an.
    Da fuhren die in der Nacht mit ihren Viehtränken zu den Brunnen und befüllten die mit Frischwasser.
    Tags darauf stimmten die Werte.

    Mir fällt auf, trotz der allgemeinen Digitalisierung, dass zuviel überflüssiger Reiseverkehr im Middlemanagement stattfindet.
    Man reist eben gern, solange jemand anderer dafür bezahlt.

    Mein Ansatz ist der, die Sozialisation in der Schule anzuschieben

    • serins
    • 06.12.2011 um 2:17 Uhr

    das wird in Deutschland auch schneller kommen als Mancher es sich vorstellt. In UK gibt es auch schon viele fuel poor.

    @Thema
    Mal ein etwas anderer auch wenn langer Artikel, der sich von den B***-Niveau und Auftragsartikeln der letzten Wochen hier in der ZEIT doch schön abhebt. Habe selber einen ehemaligen Kollegen der jetzt wieder in GR lebt, der sagte, dass von heute auf morgen 30% des Gehaltes gestrichen wurden und es jetzt ganz schön eng wird. Er zieht als Ökonom immer Vergleiche mit Deutschland 1923-1933 und hat da irgendwie nicht Unrecht.

    Gut geschrieben, wat macht man denn nu?

    Diese Detailschilderungen erinnern mich an München, hier geht es ähnlich zu.
    Diese Kinder mit der Platincard haben es sich mittlerweile abgewöhnt, ihre leeren Bierflaschen auf der Strasse zu zu zerkleinern, weil sie gemerkt haben, dass sich von dem Pfand möglicherweise am nächsten Tag jemand ernähren kann.
    Gleichzeitig geht ein Penthouse für 14 Mio weg, das sind die Gegensätze.

    Die Kleinunternehmer machen auch hier zu, die Formulierung des Finanzamts lautet,
    wenn sie ihre Umsatzsteuer nicht begleichen können, nehmen Sie doch einen Kredit auf.
    Und wenn Ihre Bank Ihnen keinen neuen Rahmen einräumt, melden Sie doch Konkurs an.

    Immer noch keine Lösung, wir haben in Europa zu lange über unsere Verhältnisse gelebt,
    man muss sich nur im Internet anschauen, zu welchen Konditionen mittlerweile Banken Kredite ausreichen.

    Korruption ist kein griechisches Thema, ich hatte mal eine Firma in einem Kaff, wo die Landwirte mit den 760 BMWs einen Kontakt zum Gesundheitsamt hatten,
    morgen steht eine Prüfung der Atrazinwerte an.
    Da fuhren die in der Nacht mit ihren Viehtränken zu den Brunnen und befüllten die mit Frischwasser.
    Tags darauf stimmten die Werte.

    Mir fällt auf, trotz der allgemeinen Digitalisierung, dass zuviel überflüssiger Reiseverkehr im Middlemanagement stattfindet.
    Man reist eben gern, solange jemand anderer dafür bezahlt.

    Mein Ansatz ist der, die Sozialisation in der Schule anzuschieben

    • serins
    • 06.12.2011 um 2:17 Uhr

    das wird in Deutschland auch schneller kommen als Mancher es sich vorstellt. In UK gibt es auch schon viele fuel poor.

    @Thema
    Mal ein etwas anderer auch wenn langer Artikel, der sich von den B***-Niveau und Auftragsartikeln der letzten Wochen hier in der ZEIT doch schön abhebt. Habe selber einen ehemaligen Kollegen der jetzt wieder in GR lebt, der sagte, dass von heute auf morgen 30% des Gehaltes gestrichen wurden und es jetzt ganz schön eng wird. Er zieht als Ökonom immer Vergleiche mit Deutschland 1923-1933 und hat da irgendwie nicht Unrecht.

    • k2
    • 05.12.2011 um 11:49 Uhr

    minus 2o° Celsius nachts bin ich gewohnt und
    in Griechenland ? Der EZB-Banker von der SPD
    hat Pullover als seine Empfehlung zur Hand :
    Wer in der Nacht auch arbeitet bekommt warm.

    Eine Leserempfehlung
    • cff21
    • 05.12.2011 um 11:53 Uhr

    Heizung braucht hier fast jeder, die Winter sind kälter als man denkt, insbesondere im Norden des Landes. Aber selbst auf Kreta ist eine 3 monatige Heizperiode erforderlich. Ohne Heizung ist es hier nicht möglich.

    9 Leserempfehlungen
    • caro-v
    • 05.12.2011 um 11:54 Uhr
    6. Heizen

    Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber so warm ist Griechenland im Winter nicht ! Ihre Praktiken gehen vielleicht auf Kreta, aber in Athen nicht und schon gar nicht in Thessaloniki oder im Inland. Momentan geht es noch bei Tagestemperaturen in Athen um 15 Grad und nachts bei 10 Grad, da reicht wirklich ein Pullver mehr, aber spaßig ist es nicht bei 16-17 in einer Wohnung zu sitzen, da noch am Tage die Sonne heizt. Gewöhnlich ist Winterwetter erst nach Weihnachten angesagt, bei etwa 5 Grad am Tage. Ich möchte mal wissen, ob Ihnen dann ein Pullover mehr reicht? Im Inland liegt im Winter regelmäßig Schnee mit vom Verkehr abgeschnittenen Dörfern und all den Problemen. In Arachova, Kalavrita und Metsovo gibt es Skigebiete, und Sie wollen es dort mit einem Pullover mehr aushalten? Abends riecht die Luft in Athen nach Holzkohle von den Öfen... Erste Seite als Angebot beim Praktiker gibt es gußeiserne Holzkohleöfen, wieso wohl..

    11 Leserempfehlungen
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    Das geht jetzt zwar am Kern des Artikels vorbei, aber bei mir in der Wohnung hat es im Winter ca. 15-16°C, nur das Wohnzimmer heize ich abends auf 18°C, evtl. etwas wärmer, wenn Gäste da sind.
    Auch beim Duschen bevorzuge ich warmes Wasser :-)

    Ich empfinde das so als sehr angenehm und ich bin nur sehr selten krank. Es braucht im Herbst ca. 1 Woche, um sich dran zu gewöhnen. Zusätzlich zum Pullover habe ich noch dicke Socken an.

    mfg

    Ich wohne in Lissabon und die Mindesttemperaturen sind
    Athen sehr aehnlich. Natuerlich gibt es in den Bergen
    wesentlich niedrigere Temperaturen - da muss geheizt
    werden. Fragen Sie die Leute in Athen mal, wie es vor
    50 Jahren war.

    Das geht jetzt zwar am Kern des Artikels vorbei, aber bei mir in der Wohnung hat es im Winter ca. 15-16°C, nur das Wohnzimmer heize ich abends auf 18°C, evtl. etwas wärmer, wenn Gäste da sind.
    Auch beim Duschen bevorzuge ich warmes Wasser :-)

    Ich empfinde das so als sehr angenehm und ich bin nur sehr selten krank. Es braucht im Herbst ca. 1 Woche, um sich dran zu gewöhnen. Zusätzlich zum Pullover habe ich noch dicke Socken an.

    mfg

    Ich wohne in Lissabon und die Mindesttemperaturen sind
    Athen sehr aehnlich. Natuerlich gibt es in den Bergen
    wesentlich niedrigere Temperaturen - da muss geheizt
    werden. Fragen Sie die Leute in Athen mal, wie es vor
    50 Jahren war.

  2. "Wieviele Wohnungen in GR haben bzw brauchen eine Heizung.
    Ich lebe in einem Land mit sehr aehnlichem Klima, und wir
    heizen nie. Im Winter zieht man einen Pullover mehr an
    und legt eine oder zwei Decken auf."

    http://www.europaurlaub.o...

    Man kann hieraus entnehmen, dass in Griechenland im Winter nachts ca. 4-9 Grad herrschen.

    http://blog.orangebaby.de...

    "Säuglinge mögen es an sich nicht zu warm in ihrem Schlafzimmer. Kommt das Baby nach der Entbindung nach Hause, sollte die Schlaftemperatur schon etwas wärmer sein. Empfehlenswert wären hier 21 bis 22 Grad Celsius. Ist das Baby einige Tage älter sollte die Temperatur nachts ruhig zwischen 16 und 18 Grad liegen."

    Und selbst bei Erwachsenen wird eine Zimmertemperatur von 15 Grad empfohlen. Solche Aussagen mit "eine Decke mehr auflegen" erwarte ich eigentlich nur von deutschen FDP Politikern, um die Heizkosten bei Hartz4 Empfängern streichen zu können.

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    sondern von einem SPD Politiker und ja, es ging darum
    den Hartz 4 Empfaengern zu erklaeren, wie mans macht.
    Wer selbst seine Heizkosten zahlen musste, hatte das
    schon gelernt.

    sondern von einem SPD Politiker und ja, es ging darum
    den Hartz 4 Empfaengern zu erklaeren, wie mans macht.
    Wer selbst seine Heizkosten zahlen musste, hatte das
    schon gelernt.

    • k2
    • 05.12.2011 um 11:58 Uhr

    http://www.gpapak.gr/medi...

    " Ο κίνδυνος της κλιματικής αλλαγής γίνεται μέρα με τη μέρα περισσότερο αντιληπτός"(loc. cit. supra).

    Eine Leserempfehlung
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    • caro-v
    • 05.12.2011 um 15:46 Uhr

    Nichts gegen Ihr Link, aber ich glaube wer den griechischen Zeitungsartikel über " die Gefahren des Klimawaldels, die jeden Tag mehr zu spühren sind" lesen kann, kann die Lage aus eigener Erfahrung einschätzen.
    Besser wären Artikel auf Deutsch, die die Lage etwas mehr erhellen, damit mit dem Mist, der von vielen Seiten verbreitet wird, aufgeräumt wird.
    In einer anderen Diskussion wurde, leider weiß ich nicht mehr, ob hier, im Tagesspiegel oder auch auf einer griechischen Seite, schon einmal darauf hingewiesen, dass in ein paar (kann man fast groß schreiben)Jahren wohl kein Baum mehr in Griechenland stehen wird und das nicht wegen der illegalen Bautätigkeit, sondern weil man mit Löhnen von weit unter unter 1000,- kein Heizöl von 1,-€/l bezahlen kann.

    • caro-v
    • 05.12.2011 um 15:46 Uhr

    Nichts gegen Ihr Link, aber ich glaube wer den griechischen Zeitungsartikel über " die Gefahren des Klimawaldels, die jeden Tag mehr zu spühren sind" lesen kann, kann die Lage aus eigener Erfahrung einschätzen.
    Besser wären Artikel auf Deutsch, die die Lage etwas mehr erhellen, damit mit dem Mist, der von vielen Seiten verbreitet wird, aufgeräumt wird.
    In einer anderen Diskussion wurde, leider weiß ich nicht mehr, ob hier, im Tagesspiegel oder auch auf einer griechischen Seite, schon einmal darauf hingewiesen, dass in ein paar (kann man fast groß schreiben)Jahren wohl kein Baum mehr in Griechenland stehen wird und das nicht wegen der illegalen Bautätigkeit, sondern weil man mit Löhnen von weit unter unter 1000,- kein Heizöl von 1,-€/l bezahlen kann.

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