Deutschlandkarte: Ein Kindergeheimnis
Der sichere Ort beim Fangen hat viele Namen. Die Uni Augsburg hat erforscht, wie der Haltepunkt wo heißt.
Es gibt ein Lied von BAP aus dem Jahr 1990, Freio. Darin geht es darum, dass Freio nicht gelte »en Bangkok«, »em Libanon« und »om Müll vun Bombay«. Wer nicht aus Köln kam, wunderte sich: Freio, hatte das was mit Freier zu tun? Nein, das rufen Kölner Kinder, wenn sie Fangen spielen und um sich an einem vereinbarten Haltepunkt auszuruhen, an einer Schaukel, einem Baumstamm, sicher vorm Fänger. Anders als bei Dialektbegriffen wie Brötchen/Schrippe/Semmel ahnt man hier nicht, dass man anderswo anders sagen könnte. Ist ja eine Kindervokabel, die später keiner braucht, der nicht Wolfgang Niedecken heißt (gute Besserung übrigens!).
Die Unis Augsburg und Lüttich haben erforscht, wie der Haltepunkt wo heißt, so entstand die Karte. Viele Namen stehen für ein Gefäß (»Bütt«, »Pott«) oder sind lautmalerisch (»Zick«). Die Wissenschaftler hatten allerdings Mühe, genug Leute zu finden, die ihnen die Begriffe nennen konnten. Man spielt nicht mehr so oft Fangen. Freio gilt nicht mal mehr in Köln, könnte man singen.
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