Flüchtlinge Die Verlorenen

Sie sind die vergessenen Opfer des Krieges in Libyen: 5.000 Flüchtlinge, die keine Heimat mehr haben. Ihnen zu helfen ist auch Deutschlands Pflicht.

Flüchtlinge aus Nordafrika kommen in Porto Empedocle auf Sizilien an.

Flüchtlinge aus Nordafrika kommen in Porto Empedocle auf Sizilien an.

Mannheim ist nicht eben berühmt für politisch ungewöhnliche Initiativen. Aber in den nächsten Tagen wird Oberbürgermeister Peter Kurz einen Brief an die Bundesregierung abschicken. Er wird ihr vorschlagen, mehr Flüchtlinge ins Land zu lassen. Und er wird ihr versichern, dass seine Stadt selbst bereit sei, einige dieser Flüchtlinge aufzunehmen. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat am 4. Oktober 2011 gefasst.

Haben die keine anderen Sorgen in Mannheim? Der Euro kriselt, Europa ist ein Gebirge aus Schulden, auch die deutschen Kommunen müssen sparen. Und der Gemeinderat will mehr Flüchtlinge in die Stadt holen.

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Oder sind sie ganz einfach vernünftig in Mannheim? Der Euro kriselt, Europa ist ein Gebirge aus Schulden, auch die deutschen Kommunen müssen sparen. Aber der Rest der Welt hört ja nicht auf, sich zu drehen. Es gibt Katastrophen, in denen keine Währung wackelt, sondern Menschen mal eben quer durch einen Kontinent getrieben werden. Menschen, die nicht mehr wissen, wohin. Für sie braucht man dringend Aufnahmeplätze. Irgendwo.

Mannheim hat Platz – und ein Netzwerk von Kirchen, Bürgerinitiativen und vielen Ehrenamtlichen, das sich um Flüchtlinge kümmern, ihnen dabei helfen kann, sich in Behörden, Schulen und der neuen Sprache zurechtzufinden. Wo ist also das Problem? Fragt die Gemeinde Mannheim. Fragen außerdem 45 Städte und Kommunen, die ähnlich lautende Beschlüsse im Rahmen einer bundesweiten Aktion unter dem Stichwort »Save Me – Rette mich« gefasst haben. Auch in den neuen Bundesländern: »Die Landeshauptstadt Schwerin würde es begrüßen,« heißt es in einem Brief an das Bundesinnenministerium, wenn die Bundesrepublik »jährlich ein festes Kontingent an Flüchtlingen aufnehmen würde«. Jetzt reibt man sich doch die Augen. Vor ein paar Jahren hätten solche Initiativen als politischer Selbstmord gegolten.

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Nennen wir es die neue Sachlichkeit in der lokalen Flüchtlingspolitik. Da gibt es in Deutschland ein paar Dutzend Kommunen, die das Thema Flüchtlinge ganz hemdsärmelig aus einem Diskurs des Ausnahmezustands herausgeholt haben. Niemand schreit »Das Boot ist voll«, niemand beschwört »Flüchtlingsfluten«. Niemand beschimpft – und auch das ist wichtig – Gegner einer Flüchtlingsaufnahme als »menschenverachtend« oder Befürworter als »naive Gutmenschen«. Abgesehen von der NPD, die einen entsprechenden Beschluss der Stadt Dresden mit einer Kampagne gegen das »Einpflanzen ethnokultureller Fremdkörper« bekämpfen will. Aber die NPD ist dieser Tage ein anderes Thema.

45 Kommunen sind immer noch eine Minderheit. Doch sie sind wichtig, wenn in den nächsten Tagen verhandelt wird, ob Deutschland einen vorsichtigen, aber womöglich bedeutsamen Schritt herausmacht aus der Mitte der Festung Europa. Dabei geht es nicht nur um deutsche Flüchtlingspolitik, es geht auch um eine kleine Wiederaufstockung des europäischen Kapitals. Nicht des monetären, das derzeit alle politische Energie und Aufmerksamkeit absaugt, sondern des symbolischen Kapitals, das zuletzt ebenfalls ziemlich heruntergewirtschaftet worden ist.

Man muss noch einmal einige Monate zurückgehen in die Zeit des Arabischen Frühlings. Was den Nato-Einsatz in Libyen betraf, war die Europäische Union bekanntlich alles andere als einer Meinung. Aber nach dem Sturz gleich dreier Despoten – Ben Ali in Tunesien, Mubarak in Ägypten und Gadhafi in Libyen – gratulierten Paris, London, Berlin und Brüssel nicht nur den arabischen Protestbewegungen, sondern in bestem Einvernehmen auch sich selbst. Mit der Unterstützung der Proteste und Rebellionen sollte eine politische Läuterung einhergehen. Europa hatte sich, um eine Formulierung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zu gebrauchen, gerade noch rechtzeitig an die »Seite der Unterdrückten« gestellt.

Allerdings geschah das nicht zugunsten derjenigen, die in Libyen zwischen die Fronten geraten waren: Migranten und Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara. Gadhafi-Gegner machten Jagd auf Afrikaner, weil sie diese pauschal als Söldner des Diktators verdächtigten. Gadhafis Anhänger zwangen sie, auf maroden Booten Richtung italienische Küste in See zu stechen. Der libysche Diktator wollte Europa mit einer »Flüchtlingswelle« dafür bestrafen, dass es ihm so plötzlich die Freundschaft gekündigt hatte.

Mindestens 1500 Menschen sind laut Flüchtlingsorganisationen in den Kriegsmonaten während der Überfahrt von der libyschen an die italienische Küste ertrunken, verdurstet oder in überfüllten Booten erstickt. Sie zählen zu den zivilen Opfern dieses Krieges – gestorben nicht durch Bomben oder Kugeln, sondern durch unterlassene Hilfeleistung. Denn die Flüchtlinge gehörten zu jener Zivilbevölkerung, deren Schutz vor Gewalt der UN-Sicherheitsrat in Resolution 1973 beschlossen hatte. In ihrem Fall wäre dazu kein Einsatz von Kampfbombern nötig gewesen, sondern lediglich der Befehl an die Nato-Verbände im Mittelmeer, nach Flüchtlingen Ausschau zu halten und diese zu bergen. Doch in dem Moment, da Somalis, Sudanesen oder Nigerianer in Booten von der libyschen Küste aufs Mittelmeer trieben oder getrieben wurden, hatte der Schutz der Grenzen Europas Vorrang vor dem Schutz der Menschen.

Die meisten der afrikanischen Arbeitsmigranten sind aus Libyen inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Flüchtlinge aus Diktaturen wie Eritrea und Sudan oder Kriegsgebieten wie Somalia haben diese Option nicht. Sie sitzen seit Monaten in tunesischen und ägyptischen Camps nahe der Grenze zu Libyen fest. Für 5300 von ihnen sucht das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) feste Aufnahmeplätze und hatte bereits im April 2011 die europäischen Länder dazu um Hilfe gebeten. Der Stand Ende November: Norwegen bietet rund 400 Plätze, Schweden 200, Finnland 57, die Niederlande 40, Belgien 25. Großbritannien, Frankreich, Deutschland: Fehlanzeige. Wobei die deutsche Bundesregierung nicht müde wird zu betonen, dass sie dem EU-Mitgliedsland Malta gerade erst wieder 153 Flüchtlinge aus dem Libyen-Konflikt abgenommen habe.

Es ist ein ziemlich kompliziertes und ziemlich erbärmliches Schachern und Aufrechnen, an dessen Ende ein einfaches Resultat steht. Eine – trotz aller Krisen – immer noch mächtige und reiche politische und wirtschaftliche Union mit 500 Millionen Einwohnern sieht sich außerstande, 5000 Flüchtlinge aufzunehmen. Die Begründungen der französischen und der britischen Regierung gleichen dabei manchmal bis aufs Wort den Argumenten, die man auch in Deutschland auf Ebene der Ministerien und des Bundestages zu hören bekommt: Man habe schon so viele Asylsuchende im Land (Paris). Man müsse sich auf »leicht zu integrierende« Flüchtlinge beschränken, am besten solche christlichen Glaubens, und habe vor Kurzem erst 2500 Iraker aufgenommen (Berlin). Und überhaupt sei es angesichts der andrängenden Flüchtlingsmassen besser, die Fluchtursachen zu bekämpfen als Einzelnen durch die Aufnahme zu helfen (London).

Vielleicht müsste man an dieser Stelle einmal durch ein europaweites Megafon ein paar Zahlen über den Kontinent schallen lassen. Das UNHCR zählt derzeit weltweit 44 Millionen Flüchtlinge. Das ist der höchste Stand seit 15 Jahren. 80 Prozent aller Betroffenen bleiben in Entwicklungländern, wo sie mehr schlecht als recht unterkommen, sich aber in der Nähe ihrer Heimat wissen. Das Bild von der »Flut der Armen und Vertriebenen an Europas Küsten« ist – abgesehen von der höchst problematischen Metaphorik – eine Fiktion. Deren Wirkung aber ist umso nachhaltiger, je mehr in eine Politik der Abschottung investiert wird, die wiederum die Bedrohung zu bestätigen scheint. Erst wenn die Angst vor der Überschwemmung sich real anfühlt, kann man guten Gewissens in Kauf nehmen, dass während eines Krieges 1500 Menschen auf der Flucht ertrinken, die man vermutlich hätte retten können. Das klingt jetzt sehr harsch: »guten Gewissens in Kauf nehmen, dass Menschen auf der Flucht ertrinken«. So etwas tut man in Europa eigentlich nicht. Doch, so etwas tut man in Europa. Wir Europäer haben längst das Gefühl des Erschreckens und der Erschütterung darüber verloren, dass das Mittelmeer inzwischen ein Massengrab für Migranten und Flüchtlinge geworden ist.

Genau deswegen hat die Save-Me-Kampagne mit jenen 45 deutschen Kommunen eine Bedeutung, die weit über die Aufnahmeplätze für Flüchtlinge hinausreicht: Auf ganz stille Weise stellt sie ein Gefühl der kollektiven Verantwortung wieder her. Die Kommunen fordern zusammen mit Kirchen, NGOs und Gewerkschaften wie ver.di nicht nur die vage Aufnahme von Flüchtlingen, sondern die konkrete Beteiligung Deutschlands an einem UN-Programm. Dafür streiten auch schon seit Langem Abgeordnete der Grünen, der SPD und der Linken.

Das UNHCR betreibt seit Langem ein sogenanntes Resettlement-Programm für als schutzbedürftig anerkannte Flüchtlinge, die in armen oder politisch instabilen Zufluchtsländern gestrandet sind. Wie eben jene 5300 in den tunesischen und ägyptischen Camps. Das Programm basiert auf verbindlichen Zusagen von Aufnahmestaaten. Die 172.000 Plätze, welche das Hochkommissariat für 2012 veranschlagt hat, wirken angesichts der Millionen von Flüchtlingen wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber traditionelle Resettlement-Länder wie die USA, Kanada oder die skandinavischen Länder signalisieren mit ihrer Teilnahme, dass die Aufnahme von Flüchtlingen ein Bekenntnis zu einem völkerrechtlich verbindlichen Flüchtlingsschutz ist. Nicht so Deutschland, wo die Aufnahme von Flüchtlingen zunehmend als Akt des Mitleids oder der Gnade betrieben wird.

Am Donnerstag, den 8. Dezember, wird die Innenministerkonferenz nun über einen Vorstoß der rheinland-pfälzischen Landesregierung beraten, 500 der 5300 Libyen-Flüchtlinge aufzunehmen und darüber hinaus endlich mit einer jährlichen, verbindlichen Quote in das Resettlement-Programm der UN einzusteigen. Ohne die Länder geht in der Flüchtlingspolitik gar nichts. Sie müssen die Aufnahmeplätze in ihren Kommunen auftreiben und zur Verfügung stellen. Wie zu hören ist, sind alle SPD-Innenminister für den Vorschlag von Rheinland-Pfalz. Was im Fall des Widerstands der CDU-Innenminister wenig nützt, denn solche Beschlüsse müssen einstimmig gefasst werden.

Aber vielleicht machen die Amtskollegen von der CDU eine einfache Rechnung auf: 500 Flüchtlinge, 16 Bundesländer. 500 durch 16 – das macht 31,25 Flüchtlinge pro Bundesland. Das müsste zu verkraften sein.

Die 153 Afrikaner, die Deutschland aus Gründen der europäischen Solidarität dem kleinen Malta abgenommen hat, sind übrigens am vergangenen Mittwoch in Nürnberg eingetroffen. 72 Somalier, 72 Eritreer, sieben Äthiopier, zwei Sudanesen. Zur Begrüßung bekamen sie noch auf dem Flughafen einen Teilnahmeberechtigungsschein für einen Integrationskurs überreicht. Womöglich ist dies das erste deutsche Wort, das sich in ihrem Gedächtnis einprägen wird: Teilnahmeberechtigungsschein.

Mitarbeit: Christiane Grefe

 
Leser-Kommentare
  1. Die Arbeitsmigranten waren dort, weil sie gebraucht wurden. Wieso werden sie auf einmal nicht mehr gebraucht. Die
    Milliarden Gaddafis sind nicht mehr blockiert. Libyen braucht Wiederaufbau. Wieso koennen diese Leute nicht dorthin zurueckkehren (falls sie tatsaechlich von dort
    kamen, was nicht so eindeutig ist)?

    10 Leser-Empfehlungen
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    • Stebur
    • 03.12.2011 um 11:34 Uhr

    Liebe Frau Böhm,
    ich würde sehr gerne wissen, von wem genau diese Aussage stammt, die Sie zitieren: "Und überhaupt sei es angesichts der andrängenden Flüchtlingsmassen besser, die Fluchtursachen zu bekümpfen als Einzelnen durch die _Aufnahme zu helfen (London).
    Im Offshore Finanzzentrum London und seiner Blockade gegen die Steueroasen vorzugehen,liegt meiner Meinung nach eine der Hauptursachen für die Probleme in der 3. Welt. Ganz genau beschreibt das Nicholas Shaxson in seinem Buch "Treasure Islands". Ohne diese Offshore Finanzplätze könnten die Kriegstreiber nicht ihre illegalen Waffengeschäfte abwickeln und es gäbe nicht so viele Flüchtlinge, auch könnten die Korrupten Machthaber nicht so leicht die Hilfsgelder auf die Seite schaffen.
    Herzliche Grüße, Stephanie Burkhardt

    Zunächst einmal: Es geht nicht um hunderttausende Gastarbeiter, die bei Ausbruch des Konflikts Libyen fluchtartig verlassen haben. Die sind nämlich inzwischen fast alle in ihre Heimatländer (Bangladesch, Pakistan, Indien, Ägypten, Nigeria, usw.) zurückgekehrt. Es geht um etwa 5.000 FLÜCHTLINGE (Artikel 1 A (2) des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge: Ein Flüchtling ist eine Person, die ihren Herkunftsstaat aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Nationalität, Religion, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung verlassen hat und den Schutz dieses Staates nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will... ), die in dem gewaltsamen Konflikt zwischen libyschen Regierungstruppen und Rebellen zwischen alle Fronten geraten sind. Diesen Menschen zu helfen, ist zunächst einmal ein völkerrechtliches Gebot - deshalb auch der Hinweis auf Artikel 1 A (2) der Genfer Flüchtlingskonvention, die übrigens auch Deutschland unterzeichnet hat...

    Zum anderen: Ist es nicht peinlich für Europa, das sich gern auf seine christlich-humanistischen Wurzeln beruft, tatenlos zuzuschauen, wie die USA wieder einmal (fast) als einziger Staat in nennenswertem Umfang Hilfe für diese Menschen leisten, die vor der Tür Europas sitzen? Es geht um 5.000 - in Worten: Fünftausend - Menschen in akuter Not. Und hier wird diskutiert, als würde Europa daran daran zerbrechen. Ich schäme mich dafür.

    • Stebur
    • 03.12.2011 um 11:34 Uhr

    Liebe Frau Böhm,
    ich würde sehr gerne wissen, von wem genau diese Aussage stammt, die Sie zitieren: "Und überhaupt sei es angesichts der andrängenden Flüchtlingsmassen besser, die Fluchtursachen zu bekümpfen als Einzelnen durch die _Aufnahme zu helfen (London).
    Im Offshore Finanzzentrum London und seiner Blockade gegen die Steueroasen vorzugehen,liegt meiner Meinung nach eine der Hauptursachen für die Probleme in der 3. Welt. Ganz genau beschreibt das Nicholas Shaxson in seinem Buch "Treasure Islands". Ohne diese Offshore Finanzplätze könnten die Kriegstreiber nicht ihre illegalen Waffengeschäfte abwickeln und es gäbe nicht so viele Flüchtlinge, auch könnten die Korrupten Machthaber nicht so leicht die Hilfsgelder auf die Seite schaffen.
    Herzliche Grüße, Stephanie Burkhardt

    Zunächst einmal: Es geht nicht um hunderttausende Gastarbeiter, die bei Ausbruch des Konflikts Libyen fluchtartig verlassen haben. Die sind nämlich inzwischen fast alle in ihre Heimatländer (Bangladesch, Pakistan, Indien, Ägypten, Nigeria, usw.) zurückgekehrt. Es geht um etwa 5.000 FLÜCHTLINGE (Artikel 1 A (2) des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge: Ein Flüchtling ist eine Person, die ihren Herkunftsstaat aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Nationalität, Religion, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung verlassen hat und den Schutz dieses Staates nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will... ), die in dem gewaltsamen Konflikt zwischen libyschen Regierungstruppen und Rebellen zwischen alle Fronten geraten sind. Diesen Menschen zu helfen, ist zunächst einmal ein völkerrechtliches Gebot - deshalb auch der Hinweis auf Artikel 1 A (2) der Genfer Flüchtlingskonvention, die übrigens auch Deutschland unterzeichnet hat...

    Zum anderen: Ist es nicht peinlich für Europa, das sich gern auf seine christlich-humanistischen Wurzeln beruft, tatenlos zuzuschauen, wie die USA wieder einmal (fast) als einziger Staat in nennenswertem Umfang Hilfe für diese Menschen leisten, die vor der Tür Europas sitzen? Es geht um 5.000 - in Worten: Fünftausend - Menschen in akuter Not. Und hier wird diskutiert, als würde Europa daran daran zerbrechen. Ich schäme mich dafür.

    • MeÖz
    • 02.12.2011 um 19:42 Uhr

    Auch wenn es übel klingt und etwas merkwürdig : Warum sollen wir ihnen helfen. Ihnen werden Geschichten über Milch & Honig in Europa erzählt obwohl das nicht stimmt. Viele von ihnen sind kaum ausgebildet und haben wenig Bildung. Es gibt kaum mehr Jobs für ungelernte Arbeiter außer Pizzalieferant oder Tellerwischer. Und selbst davon nur wenige. Die werden uns auf der Tasche liegen und Gott weiß wieviel dem Steuerzahler kosten.

    Ich denke diese Menschen sind nicht arm, den so einer Überfahrt kostet immerhin viel Geld das an den Schmuggler geht. Mit diesem Geld, kann man eine gute Zukunft sich bauen- im eigenen Land.

    Sorry Europa hat seine eigenen Probleme und da braucht man nicht noch deren Probleme.

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    Weil Libyen bei "uns" Guthaben von mehreren Hundert Milliarden Euro hat, weil die NATO das Land überfallen, Wirtschaft und Infrastruktur zerstört und mindestens 50'000 Tote zu verantworten hat?

    Weil Libyen bei "uns" Guthaben von mehreren Hundert Milliarden Euro hat, weil die NATO das Land überfallen, Wirtschaft und Infrastruktur zerstört und mindestens 50'000 Tote zu verantworten hat?

  2. Und wieviele Tote?
    Und wieviele Verstümmelte?
    Und wieviele Waisenkinder?
    Und wieviele Obdachlose?

    Das interessiert doch die Kriegstreiber überhaupt nicht.
    Weil es nicht um Menschen, sondern um Zugriff auf libysche Bodenschätze ging.
    Den "Dank des Vaterlandes" haben die Soldaten und die einfachen Menschen aller kriegsbeteiligten Länder bisher noch nach jedem Krieg vermißt.
    Und das wird sich auch nicht ändern.

    Deshalb müssen die Stimmen gegen die ausufernde Kriegstreiberei der Industrienationen immer lauter werden!

  3. Weil Libyen bei "uns" Guthaben von mehreren Hundert Milliarden Euro hat, weil die NATO das Land überfallen, Wirtschaft und Infrastruktur zerstört und mindestens 50'000 Tote zu verantworten hat?

    13 Leser-Empfehlungen
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    • MeÖz
    • 02.12.2011 um 20:01 Uhr

    Wieso sind wir Schuld, wenn sie Libyer gegenseitig töten und die NATO der angeblich guten Seite hilft. Haben wir den Bürgerkrieg begonnen ? Erzählen sie keine Linken Märchen mit überfallen - ohne die NATO hätte es dort ein Massaker von kaum gekanntem Ausmaß gegeben. Die Libyer sind die Hauptschuldigen für ihre eigenen Prpbleme.

    • MeÖz
    • 02.12.2011 um 20:01 Uhr

    Wieso sind wir Schuld, wenn sie Libyer gegenseitig töten und die NATO der angeblich guten Seite hilft. Haben wir den Bürgerkrieg begonnen ? Erzählen sie keine Linken Märchen mit überfallen - ohne die NATO hätte es dort ein Massaker von kaum gekanntem Ausmaß gegeben. Die Libyer sind die Hauptschuldigen für ihre eigenen Prpbleme.

  4. dort mit immensen Kosten und Aufwand vom Westen die Demokratie eingeführt? Damit die Menschen anschließend vor den Demokraten flüchten? Reich ist das Land dank der Ölvorräte auch. Warum sollen sich diese Menschen nicht dort sich eine Zukunft aufbauen können? In Libyen gibt es viel wieder aufzubauen also Arbeit.

    • MeÖz
    • 02.12.2011 um 20:01 Uhr
    6. Nein!

    Wieso sind wir Schuld, wenn sie Libyer gegenseitig töten und die NATO der angeblich guten Seite hilft. Haben wir den Bürgerkrieg begonnen ? Erzählen sie keine Linken Märchen mit überfallen - ohne die NATO hätte es dort ein Massaker von kaum gekanntem Ausmaß gegeben. Die Libyer sind die Hauptschuldigen für ihre eigenen Prpbleme.

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    Das kaum gekannte Ausmass einer schwachen Argumentation hilft nicht über ihre Defizite hinweg. Ich möchte Sie aber darauf hinweisen, das die Autorin selbst eine flammende Laudation für den den "gerechten" Krieg der NATO in Libyen in der Zeit selbst gehalten hat. Wenn Sie mir nicht glauben, dann doch wohl der Autorin.

    Ich halte 50'000 Tote (mindestens) in wenigen Monaten für ein nicht erträgliches Ausmass einer angeblich humanitären Militärintervention. Der Jugoslawische Bürgerkrieg hat in vier Jahren 100'000 Opfer (Soldaten und Zivilisten) gefordert, und Jugoslawien war für einen Partisanenkrieg hochgerüstet worden.

    Die Auslandsguthaben Libyens reichten bei weitem aus, um die gesamte Bevölkerung mehrere Jahre im Ausland zu versorgen. "Link" ist dabei das Instrument der politischen Diffamierung und ausserdem, haben Sie das Gefühl, konservativ eingestellte Bürger wären nicht humanitär veranlagt. Absurd. Der Imperialismus kennt nur zwei Kategorien: reich und arm.

    Das kaum gekannte Ausmass einer schwachen Argumentation hilft nicht über ihre Defizite hinweg. Ich möchte Sie aber darauf hinweisen, das die Autorin selbst eine flammende Laudation für den den "gerechten" Krieg der NATO in Libyen in der Zeit selbst gehalten hat. Wenn Sie mir nicht glauben, dann doch wohl der Autorin.

    Ich halte 50'000 Tote (mindestens) in wenigen Monaten für ein nicht erträgliches Ausmass einer angeblich humanitären Militärintervention. Der Jugoslawische Bürgerkrieg hat in vier Jahren 100'000 Opfer (Soldaten und Zivilisten) gefordert, und Jugoslawien war für einen Partisanenkrieg hochgerüstet worden.

    Die Auslandsguthaben Libyens reichten bei weitem aus, um die gesamte Bevölkerung mehrere Jahre im Ausland zu versorgen. "Link" ist dabei das Instrument der politischen Diffamierung und ausserdem, haben Sie das Gefühl, konservativ eingestellte Bürger wären nicht humanitär veranlagt. Absurd. Der Imperialismus kennt nur zwei Kategorien: reich und arm.

  5. Tausende tote Flüchtlinge hätten vermieden werden können, wenn Europa endlich konsequent Illegale und abgewiesene Asylbewerber ausweisen würde. Dann würden sich 99% aller Flüchtlinge gar nicht erst auf den Weg nach Europa machen, weil ihre "Flucht" letztlich sinnlos wäre.

    Das Argument es seien ja "nur" 5000 ist hanebüchen. Sobald die hier sind kommen die nächsten 5000 und so weiter. Ohne jegliche Grenzkontrollen - wie es manchem Linken ja vorschwebt - würden alleine nach Deutschland jährlich Millionen (!) Afrikaner kommen.

  6. "Ihnen zu helfen ist auch Deutschlands Pflicht."

    Wieso?

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    • pima
    • 03.12.2011 um 11:00 Uhr

    aber ich denke, die Antwort steckt in dem Artikel.

    • pima
    • 03.12.2011 um 11:00 Uhr

    aber ich denke, die Antwort steckt in dem Artikel.

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