Gambia
Besser pumpen
Die meisten Bewohner von Jataba, einem Dorf im Osten Gambias, hatten noch nie einen Wasserhahn gesehen. Entsprechend groß war die Neugier, als das erste Exemplar auf dem Dorfplatz aus der trockenen, roten Erde ragte. Der letzte Meter Leitung war verlegt worden, fortan floss das Trinkwasser. »40 Jahre lang haben wir gebettelt«, sagte Dorfbewohnerin Adja Sabel Sanvang, »jetzt ist es endlich soweit.« Die Menschen von Jataba sangen und tanzten.
Seit Ende vergangenen Jahres fließt das kostbare Nass aus einem Brunnen am Dorfrand, der von einer Pumpe angetrieben wird, die ihren Strom aus Sonnenlicht bezieht. Damit wurden gleich mehrere Probleme auf einmal gelöst: Jataba Trinkwasser ist nun sauber; der alte Brunnen, ein gemauertes Loch im Erdreich, war immer wieder durch Krankheitserreger verseucht worden, einige Menschen waren gestorben. Überdies wurde eine Brutstelle der Malaria übertragenden Anopheles-Mücke stillgelegt. Und außerdem müssen die Frauen von Jataba nun nicht mehr den ganzen Vormittag damit zubringen, zum Wasserloch zu gelangen.
Der neue Wasserhahn ist schließlich gleich da, mitten im Dorf, bei den Hütten.
Pa Osman Jarju, der im gambischen Staatsapparat für die Wasserversorgung zuständig ist, findet, das Geld der Europäer für den Brunnen sei eine Wiedergutmachung. Schließlich trügen die Industriestaaten eine Mitschuld an der Wassermisere des Kleinstaats: »Ihr seid doch verantwortlich für die Klimaerwärmung«, sagt der Beamte, »da ist es nur richtig, wenn ihr für die Folgen aufkommt.«
Gambia liegt am Atlantischen Ozean. Wegen der globalen Klimaerwärmung steigt der Meeresspiegel, wahrscheinlich deswegen gelangt Salzwasser in den Gambia-Fluss. Der aber ist die Lebensader und das Wasserreservoir des Landes. Weil ein Brunnen nach dem anderen versalzt, müssen die Menschen ihr Wasser aus tieferen Erdschichten holen. Das geht nur mit Pumpen. Mancherorts wurden dabei Dieselmotoren eingesetzt. »Aber das wäre doppelt unsinnig«, sagt Pa Osman Jarju. Denn erstens seien solche Motoren klimaschädlich. Und zweitens: »Wer kann sich hier Diesel leisten?« Niemand. Daher die Solarbrunnen.
Für den Brunnen in Jataba tragen nun die Frauen die Verantwortung. Sie sorgen dafür, dass jede Familie monatlich knapp einen Euro beisteuert, davon sollen Reparaturen und Ersatzteile bezahlt werden. »Wir passen auf, ich versprech’s«, sagte Adja Sabel, als das erste Wasser floss. Die Frauen Jatabas drängten sich am Wasserhahn, die Solarpumpe pumpte, das Wasser plätscherte. Das Leben in Jataba war plötzlich sehr viel einfacher geworden. Manuel Özcerkes
- Datum 05.12.2011 - 06:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 1.12.2011 Nr. 49
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Zum Beispiel Deutschland:
Das Anliegen ist zwar nett, aber taugen die sog. "Energiedörfer" als Antwort auf die gegenwärtig anstehenden Fragen?
Was haben Mensdchen je anderes getan, als ihre Lebensbedürfnesse aus den natürlichen Ressourcen der zunächst näheren, und später auch ferneren Umgebung zu bedienen.
Ist das Heizen mit Feuerholz die Antwort - auch wenn das heute vornehm "Hackschnitzel" heißt.
Der Blick in die letzten 2, 3 Jahrhunderte Wirtschafts- und Forstgeschichte spricht doch ein klare Sprache.
Die Walderholung des 19. Jahrhunderts hat sehr viel damit zu tun, daß Feuerholz damals eben aufgehört hat, alleiniger Brennstoff zu sein - und andere Quellen die steigende Energienachfrage bedienten.
Nieschenlösung für den ländlichen Raum: ja
Wärmeversorgung urbaner Ballungen: völlig unmöglich ohne fossile Quellen.
(Die Autobranche meint ja sogar, daß es ein ausreichendes Angebot biogener Rohstoffe für synthetische Treibstoffe gäbe.)
Wenns teurer wird, dann ziehen wir eben wieder einen Pullover mehr an.
Wozu errichtet fortlaufend immer weiter schicke, und sommers wie winters üppig klimatisierte Shoppingmalls?
DAS scheint mir eher die Realität zu sein.
Eine kurzfristige Lösung. Es gibt bereits etliche Beispiele, wie man den afrikanischen Dörfern geschadet hat, indem neue Brunnen für immere tiefere Schichten gebaut wurden:
Der Grundwasserspiegel sinkt weiter ab, dadurch werden die Anbauflächen trockener, Ernten brechen ein. Das Gras wächst nicht mehr, das Vieh verdurstet.
Natürlich- man kann die Felder bewässern und neue, noch tiefere Brunnen bauen. Aber irgendwann ist Schluss, dann kommt gar kein Wasser mehr.
Und was bedeutet es, wenn zum ersten Mal ein frei zugänglicher Wasserhahn im Dorf ist, der schier endlos Wasser ausspuckt? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dies einen sparsamen Umgang mit Wasser fördert.
Und vielleicht zieht dieser Wasserhahn auch durstende Afrikaner aus Nachbardörfern an, es kommen noch mehr, der Wasserverbrauch steigt noch weiter an.
Ich muss bei diesem Beispiel einfach an das Tanaland aus dem Buch "Die Logik des Misslingens" von Dörner denken. Bitte, liebe Zeitredaktion, schreiben Sie in 5 Jahren einen Artikel, wie es diesem Dorf ergangen ist. Würde mich sehr interessieren.
das "Beispiel" aus Gambia ist aus hydrologischer Sicht tatsächlich wieder mal von keiner Fachkenntnis getrübt!
Mit Ihrer Kritik liegen Sie wohl richtig. Denn die Salzwasseringression in einen Süßwasserkörper hat zumeist den lokalen Mißbrauch des Grundwassers als direkte Ursache, obwohl auch Änderungen im küstennahen Strömungsregime in Frage kommen können.
Es wird unreflektiert hier mal wieder vom "KW" zu schwafeln, eigentlich ist es ärgerlich. denn der Fehler irgendwelche Pumpen ohne Handbetrieb aufzustellen ist schon länger bekannt, selbst der GTZ!
Natürlich ändert sich das Kleinklima, wenn unreflektiert und ungehemmt das gewinnbare Dargebot (alles was geht) anstelle des nutzbaren Dargebots (der durch die Neubildung aufgefüllte Anteil) entnommen wird...... Der Zustandsstörer ist dann aber nachgewiesen der Pumpenbetreiber, der so tatsächlich den lokalen hydologischen Kreislauf mit fatalen Folgen durcheinander bringt.
Schade das man im Artikel einen solchen Unfug lesen muß.
MfG Karl Müller
Wer sich mit der weltweiten Wasserknappheit beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff des IWRM - des integrierten Wasserressourcen Managements.
Für mich ein typisches Modewort bzw. eine Worthülse die je nach Bedarf mit dem gewünschten Inhalt gefüllt werden kann. Im Kern stellt das Konzept die Frage - wieviel Wasser kann aus einem Flusssystem (River basin) dauerhaft entnommen werden und wie sollte die Verschmutzung der Gewäser geregelt werden, so dass sinnvolle Grenzwerte eingehalten werden.
Zumindest grob kann man die Idee so zusammenfassen - im Kern ist das Konzept einfach: Wer Abwässer in Flüsse einleitet verursacht Flussabwärts Probleme und wer Wasser aus Flüssen zur Bewässerung entnimmt, schränkt die Nutzungsmöglichkeiten der Wasserentnahme Flussabwärts ein.
Wasser ist eine Ressource die ordentlich verwaltet werden sollte - das ist die Kernbotschaft. Neben viel Kritik an dem Konzept trifft es hier den Kern des Problems:
Wasser ist (in vielen Gebieten) eine knappe Ressource.
Planlos Brunnen zu bohren - ohne die nachhaltige Tragfähigkeit zu kennen (Siehe Post von Herrn Müller) - verschiebt und verschlimmert das Problem. Es existeieren einfach externe Kosten - der Grundwasserspiegel sinkt, Meerwasser strömt ein, Bodenerosionen können verstärkt auftereten, Bäume sterben ab etc.
Wen die Bevölkerung mehr Wasser verbraucht, als es regnet, sinkt der Grundwasserspiegel. Das ist keine nachhaltige Lösung sondern Dummheit.
das "Beispiel" aus Gambia ist aus hydrologischer Sicht tatsächlich wieder mal von keiner Fachkenntnis getrübt!
Mit Ihrer Kritik liegen Sie wohl richtig. Denn die Salzwasseringression in einen Süßwasserkörper hat zumeist den lokalen Mißbrauch des Grundwassers als direkte Ursache, obwohl auch Änderungen im küstennahen Strömungsregime in Frage kommen können.
Es wird unreflektiert hier mal wieder vom "KW" zu schwafeln, eigentlich ist es ärgerlich. denn der Fehler irgendwelche Pumpen ohne Handbetrieb aufzustellen ist schon länger bekannt, selbst der GTZ!
Natürlich ändert sich das Kleinklima, wenn unreflektiert und ungehemmt das gewinnbare Dargebot (alles was geht) anstelle des nutzbaren Dargebots (der durch die Neubildung aufgefüllte Anteil) entnommen wird...... Der Zustandsstörer ist dann aber nachgewiesen der Pumpenbetreiber, der so tatsächlich den lokalen hydologischen Kreislauf mit fatalen Folgen durcheinander bringt.
Schade das man im Artikel einen solchen Unfug lesen muß.
MfG Karl Müller
Wer sich mit der weltweiten Wasserknappheit beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff des IWRM - des integrierten Wasserressourcen Managements.
Für mich ein typisches Modewort bzw. eine Worthülse die je nach Bedarf mit dem gewünschten Inhalt gefüllt werden kann. Im Kern stellt das Konzept die Frage - wieviel Wasser kann aus einem Flusssystem (River basin) dauerhaft entnommen werden und wie sollte die Verschmutzung der Gewäser geregelt werden, so dass sinnvolle Grenzwerte eingehalten werden.
Zumindest grob kann man die Idee so zusammenfassen - im Kern ist das Konzept einfach: Wer Abwässer in Flüsse einleitet verursacht Flussabwärts Probleme und wer Wasser aus Flüssen zur Bewässerung entnimmt, schränkt die Nutzungsmöglichkeiten der Wasserentnahme Flussabwärts ein.
Wasser ist eine Ressource die ordentlich verwaltet werden sollte - das ist die Kernbotschaft. Neben viel Kritik an dem Konzept trifft es hier den Kern des Problems:
Wasser ist (in vielen Gebieten) eine knappe Ressource.
Planlos Brunnen zu bohren - ohne die nachhaltige Tragfähigkeit zu kennen (Siehe Post von Herrn Müller) - verschiebt und verschlimmert das Problem. Es existeieren einfach externe Kosten - der Grundwasserspiegel sinkt, Meerwasser strömt ein, Bodenerosionen können verstärkt auftereten, Bäume sterben ab etc.
Wen die Bevölkerung mehr Wasser verbraucht, als es regnet, sinkt der Grundwasserspiegel. Das ist keine nachhaltige Lösung sondern Dummheit.
wird es den Lebenstiel, an den wir uns so gewoehnt haben, nicht mehr geben. Die regenerativen Energien haben sicherlich das Zeug zu, die Menschheit vor dem Abstieg ins vorindustialisierte Zeitalter zu bewahren. Den Menschen aber glauben zu machen, dass es Alternativen gaebe, die es uns erlauben, ohne Oel, Gas und Kohle so weitermachen zu koennen wie die letzten 200 Jahre, ist reines Wunschdenken.
das "Beispiel" aus Gambia ist aus hydrologischer Sicht tatsächlich wieder mal von keiner Fachkenntnis getrübt!
Mit Ihrer Kritik liegen Sie wohl richtig. Denn die Salzwasseringression in einen Süßwasserkörper hat zumeist den lokalen Mißbrauch des Grundwassers als direkte Ursache, obwohl auch Änderungen im küstennahen Strömungsregime in Frage kommen können.
Es wird unreflektiert hier mal wieder vom "KW" zu schwafeln, eigentlich ist es ärgerlich. denn der Fehler irgendwelche Pumpen ohne Handbetrieb aufzustellen ist schon länger bekannt, selbst der GTZ!
Natürlich ändert sich das Kleinklima, wenn unreflektiert und ungehemmt das gewinnbare Dargebot (alles was geht) anstelle des nutzbaren Dargebots (der durch die Neubildung aufgefüllte Anteil) entnommen wird...... Der Zustandsstörer ist dann aber nachgewiesen der Pumpenbetreiber, der so tatsächlich den lokalen hydologischen Kreislauf mit fatalen Folgen durcheinander bringt.
Schade das man im Artikel einen solchen Unfug lesen muß.
MfG Karl Müller
zwei Jahrhunderten hat sich unser Wohlstand durch eine permanente Verschmutzung der Umwelt entwickelt. Uns geht es gut:
- empfohlene Temperatur- für Schlafzimmer 14 - 18 Grad Celsius
- Kühlregale und "Tiefkühlcontainer" in Supermärkten
- Kühl-/Gefrierschrank, Mikrowelle, Computer, Fernseher etc.
All diese Dinge hat uns die Industrie beschert. Wir sind glücklich damit.
Gibt es ein Interesse zu hinterfragen, mit welchen und auf welchen Kosten dies möglich ist?
Die energetische Entwicklung habe ich sehr gut zu Hause gesehen. Mein großvater hat ein Haus gebaut(eine Hälfte eines Doppelhauses). Damals, 1930, wurden beide Häuser zusammen bei einer Netzspannung von 220 V mit 12 A abgesichert. Bedeutet, beide Häuser zusammen durften gerade mal 2,6 kW gleichzeitig verbrauchen. Heute sind wir bei 3x220 V angelangt, nicht mit 12 A abgesichert, sondern mit 30 A.
Ich kenne auch keine Lösung dafür. aber eines ist mir klar:
Unser Wohlstand wird uns eines Tages auffressen.
Die vorgestellten Projekte sind ja sehr beeindruckend und unterstützenswert. Aber muß man deswegen CO2 ein "Klimagift" nennen. Alle Menschen, Pflanzen und Tiere sind aus diesem "Gift" gemacht. Wenn Astronomen nach Spuren des Lebens auf fremden Himmelskörpern suchen, dann suchen sie nach CO2, denn CO2 ist die Signatur des Lebens - auch auf diesem Planeten.
Man kann nur hoffen, dass solche Projekte auch dann umgesetzt werden können, wenn der übersteigerte Glaube an die angeblich hohe Klimawirksamkeit von CO2 in den nächsten Jahren wieder abebbt.
''Mit ihrer Firma Dyesol erfanden sie einen Farbstoff, den man auf Glas, Stahl oder Plastik pinseln kann und der Strom erzeugt – so wie ein grünes Blatt, das Sonnenlicht in Energie verwandelt.''
Das klingt ja wie magie wenn man es so formuliert.
Anders könnte man auch sagen: - '' Haben ein Farbstoff erfunden der das Photosynthetische Lichtsammelkomplex immitiert, und so nun in einer Photosynthetischen Solarzelle angewendet werden kann.''
Dyesol bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Dyesentsitive Solar Cell, die mit einem TiO2-Film als Raktionszentrum aggiert, der Farbstoff stell nur die Lichtsammelkomplexe dar die zu dieser Solarzelle hinzufegügt werden müssen, und somit deren höhere Produktivität x30 erhäht.
Wenigstens war der 'Wie ein Blatt' ausdruck richtig.
Dyesol bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Dyesentsitive Solar Cell, die mit einem TiO2-Film als Raktionszentrum aggiert, der Farbstoff stell nur die Lichtsammelkomplexe dar die zu dieser Solarzelle hinzufegügt werden müssen, und somit deren höhere Produktivität x30 erhäht.
Wenigstens war der 'Wie ein Blatt' ausdruck richtig.
Dyesol bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Dyesentsitive Solar Cell, die mit einem TiO2-Film als Raktionszentrum aggiert, der Farbstoff stell nur die Lichtsammelkomplexe dar die zu dieser Solarzelle hinzufegügt werden müssen, und somit deren höhere Produktivität x30 erhäht.
Wenigstens war der 'Wie ein Blatt' ausdruck richtig.
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