GuttenbergWarum dieses Interview?

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, nimmt Stellung zu seinem Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg. von 

ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo

ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo  |  © Daniel Biskup

Selten hat eine Geschichte in der ZEIT ein so großes Echo ausgelöst wie das Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der vergangenen Ausgabe unserer Zeitung (Nr. 48/11). Es gab Berichte über seinen Versuch, die Plagiatsaffäre zu erklären, über die er stürzte, vor allem aber über seine Kritik an der CSU und das Räsonnieren über eine neue Partei. Darüber haben alle deutschen Medien ausführlich berichtet, die Neue Zürcher Zeitung machte damit am vergangenen Donnerstag ihre Titelseite auf; anhaltend ist auch die Aufregung im politischen Betrieb.

Allerdings löste dieses erste Gespräch mit dem ehemaligen Verteidigungsminister nach seinem Rücktritt auch heftige Kritik aus, bei einem Teil unserer Leser und vielen Kommentatoren anderer Medien. Die Fragen, die sich an die ZEIT richten, lauten vor allem: Aus welchem Grund ist dieses Gespräch gedruckt worden, unter welchen Bedingungen ist es zustande gekommen? Und haben sich der Chefredakteur der ZEIT und die Zeitung einspannen lassen für eine Kampagne, an deren Ende Guttenbergs Rehabilitierung und Rückkehr in die Politik stehen sollen? Nie ist ein Politiker in den vergangenen Jahrzehnten so schnell so hoch aufgestiegen – und so jäh wieder abgestürzt wie Karl-Theodor zu Guttenberg.

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Nie hat einer so viel Bewunderung und Hoffnung, aber auch so viel Ablehnung und Wut auf sich gebündelt. Viele Fragen zu seiner Dissertation blieben offen. Und über all die Monate blieb die Frage auf der politischen Agenda, ob und in welcher Form eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik stattfinden könnte.

Wie viele andere Medien auch hat die ZEIT deswegen in den vergangenen Monaten versucht, ein Gespräch mit Guttenberg zu führen, vergeblich. Es war dann der Verleger Manuel Herder aus Freiburg, von dem Anfang Oktober die Idee ausging, ein Gesprächsbuch herauszugeben. Ich kannte Guttenberg bis dahin persönlich nur flüchtig. Unter zwei Bedingungen habe ich Herders Vorschlag, das Interview zu führen, zugestimmt: dass es bei den politischen Themen keine inhaltliche Beschränkung geben dürfe und dass ein Vorabdruck in der ZEIT stattfindet – dem wichtigsten Motiv, mich auf das Projekt einzulassen.

Im Prinzip versucht natürlich jeder, der sich einem Interview stellt, einen Nutzen aus dem Gespräch zu ziehen. Mit Sicherheit ist das auch die Absicht von Karl-Theodor zu Guttenberg gewesen. Dagegen hat ein Journalist nur ein einziges, aber wirkungsvolles Mittel: journalistische Distanz, die kritische Frage. Wenn Distanz und Kritik möglich sind und der Gesprächspartner von Interesse ist, dann sind die Bedingungen für den Abdruck eines Interviews gegeben. Die Antworten müssen dann weder dem Interviewer noch den Lesern gefallen, ein Interview ist eine journalistische Form, kein politisches Bekenntnis. Eine Vorzensur durch Medien darf es nicht geben. Einzig Verbrechern und Extremisten, die ihre Propaganda verbreiten wollten, wird keine vernünftige Zeitung ein Forum bieten. Guttenberg ist weder das eine noch das andere.

Kann es sein, dass er sein ZEIT-Gespräch als Teil einer ausgeklügelten Strategie für ein Comeback benutzen wollte? Selbst wenn das seine Absicht gewesen wäre: Am Ende hängt die Rückkehr eines Politikers weder von ihm selbst noch von uns Journalisten ab, sondern von der Wahrnehmung der Wähler – auch von der Wahrnehmung eines solchen Gesprächs.

Die ZEIT veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe Leser- und Pressestimmen zum Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg.

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Leserkommentare
  1. Muss man sich aber zum Steigbügelhalter eines Betrügers machen?
    Man könnte diesen Geck doch einfach ignorieren und ihn dem Boulevard überlassen.
    Oder so, wie die Kollegen von der FAZ berichten.

    Eine Leserempfehlung
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    den KTG sollte man nicht allein dem Boulevard überlassen!Leute die nie eine wissenschaftliche Arbeit verfasst haben finden das alles nicht so schlimm mit den kleinen Ungenauigkeiten. wenn nicht massiver Widerstand aus akademischen Kreisen gekommen wäre wäre er noch im Amt und der Boulevard würde jubeln.

    • Joe1955
    • 02. Dezember 2011 10:49 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und tragen Sie konstruktiv zur Debatte bei. Danke, die Redaktion/mk

    • gorgo
    • 02. Dezember 2011 14:53 Uhr

    Es geht nicht mal darum, ob jemand sich herausnehmen kann, einen großen Betrug zu inszenieren und danach diesen Betrug nicht einräumen muss, obwohl jede/r ihn im Internet nachlesen kann.

    Es geht darum - und daher rührt die Empörung - dass beides zusammen von Teilen der Öffentlichkeit im Fall KzG wider jedes besseres Wissen unterstützt wird.

    Die Verachtung und Wut auf Di Lorenzo speist sich genau daraus. Wider besseres Wissen übergeht Di Lorenzo diesen Zusammenhang.

    Wenn man den Betrug anerkennt und seine Leugnung zur Kenntnis nimmt, ist jeder Akt, der den Leugner TzG als ernstzunehmenden Gesprächspartner präsentiert, selbst Teil der Lüge, die ja weiter geht.

    Betrug zerstört die Grundlagen jedes Zusammenleben. Wir alle wollen keine KzGs in unserem Allteag - keinen Ehemann, der fremdgeht, um dann so zu tun, als sei er nicht verantwortlich, keinen Chef, der Verantwortung für Fehler auf andere schiebt. Wir erziehen unsere Kinder - manchmal unter Schmerzen - dazu, dass man auf frischer Tat ertappt nicht weiter lügen darf.
    Es geht darum, ob es in D möglich ist, einen offenbaren Betrug als nicht relevant für das Zusammenleben zu verharmlosen.
    Zu eben diesem trägt Di Lorenzo bei - und will es, partout, nicht gewesen sein...

    Jeder Journalist und jede Journalistin handelt tagtäglich stets auch pars pro toto für die gesamte Berufsgruppe. Wenn Journalisten also individuelle Fehler machen, wenn sie Schädliches anrichten gegen eine Person, eine Institution oder auch gegen berufsständische Normen, dann leidet in jedem einzelnen Fall auch die Glaubwürdigkeit des journalistischen Berufsstandes insgesamt.

    Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, hat einen solchen Fehler begangen. Weniger mit dem Interview als solchem, obschon auch das sicher kein journalistisches Glanzstück ist. Sondern vielmehr mit dem Umstand, dass das Interview kein Interview ist, sondern ein Kooperationsprojekt: Di Lorenzo lässt sich Geld geben dafür, dass er Guttenberg für ein gemeinsames Buch drei Tage lang in London befragt hat. Selbst wenn er, wie er im Spiegel sagt, mit seinen Redaktionskollegen bei der Zeit bald “in Ruhe” über die Verwendung dieses Geldes sprechen will: Es bleibt ein Deal mit Geschmäckle, denn ein solches Konstrukt unterläuft – begründet oder nicht – schon im Ansatz jede gebotene journalistische Unabhängigkeit.

    Guttenbergs publizistische Gegenleistung für diese exklusiven Interviewdienste ist die Erlaubnis an di Lorenzo, Auszüge des Interviews in der Zeit abzudrucken. Und dieses Interview im Blatt wird dann wiederum genutzt, um den Abverkauf...

    Fortsetzung auf:
    http://www.texten-fuers-w...

  2. ... ist dieser Satz:
    "Und über all die Monate blieb die Frage auf der politischen Agenda, ob und in welcher Form eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik stattfinden könnte."
    Denn von einer solchen Agenda kann nicht wirklich die Rede sein. Guttenberg war weg, und nicht einmal seine Facebook-Freunde scheint das sonderlich gestört zu haben. Man bedenke bei dieser Einschätzung auch, wie sich landauf, landab die Kommentatoren die Augen darüber reiben, warum zu Guttenberg schon nach kaum neun Monaten wieder aus der Versenkung hervorgekommen ist.
    Ob dann wirklich von "journalistischer Distanz" gesprochen werden kann, wenn eine solche Agenda unterstellt wird, wage ich zu bezweifeln.
    Vom Geschmäckle, "seine" Zeitung als Anzeigenblatt in eigener Sache zu missbrauchen, ganz zu schweigen.

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    • makk
    • 02. Dezember 2011 9:23 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

  3. "über all die Monate blieb die Frage auf der politischen Agenda, ob und in welcher Form eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik stattfinden könnte" - so lautet di Lorenzos Begründung für dieses Interview. Ehrlich gesagt habe ich davon nichts gemerkt, ich habe eher den Eindruck, niemand habe ihn vermisst. Es scheint eher so, als wolle sich Herr zu Guttenberg selbst auf die Agenda setzen - und di Lorenzo tat ihm den Gefallen, ihm breiten Raum einzuräumen. Merkwürdig finde ich auch die Behauptung: "Eine Vorzensur durch Medien darf es nicht geben". Sie erscheint mir fast ein wenig naiv. Entscheiden Medien nicht ständig darüber, was sie (im Fall der Zeit) ins Blatt nehmen und was nicht. In diesem Sinne gibt es de facto Zensur. Und es ist eben eine freie Entscheidung der Zeit, zu Guttenberg so viel Raum zu geben. Di Lorenzo gibt sich in seiner Erklärung als möglichst distanziert und objektiv. Warum aber musste zu Guttenberg dann als ganz großes politisches Talent eingeführt werden?

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    • zelotti
    • 01. Dezember 2011 19:37 Uhr

    Guttenberg wird die "Rechtspartei" aufbauen, damit die NPD verboten werden kann.

    Das habe ich dem Text entnommen.

    Was bedeutet denn das?

    Ein musikalisches "Talent" hat jemand, der in Sekundenschnelle von A-Moll nach D-Dur mit Fingerfertigkeit und Mathematik modulieren kann mit einer Reihe von wohlgefälligen Zwischentönen, an denen sich die Menschen in Form einer Melodie und von Rhythmen erfreuen.

    Ein sportliches "Talent" hat jemand, der eine außergewöhnliche Körperbeherrschung hat, sei es in Form von Schnelligkeit oder Artistik.

    Aber was ist bitte ein "politisches Talent" ?

    In der POLITIK geht es um die Verantwortung für Menschen und nicht um besonders gelungene Capriolen oder Salto Mortale vorwärts und Flic-Flac zurück mit einem vorgetäuschten sicheren Stand, den die Punktrichter mit "Gut " bewerten.

    Ich bitte darum, reflektierende Menschen möchten bitte diesen Begriff semantisch und ansonsten unter die Lupe nehmen .
    "Ein politisches Talent" ?

    Hilfe !

  4. des Artikel schon das Bild des Herrn Lorenzo. Da hättet ihr wirklich etwas der Situation entsprechenderes finden können.

    Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

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    ist halt ein Starfoto!

    wahrscheinlich sein schönstes foto;) wohl in der hoffnung den artikel damit besser verkaufen zu können, hat nur leider nicht geklappt^^

  5. Wie kann man sich als relativ treuer Zeit-Leser eigentlich wehren, wenn der Chefredakteur richtig Scheisse gemacht hat und man die ganze Redaktion nicht dafür in Haftung nehmen möchte? Zeitung (ZEITweise) nicht mehr kaufen? Sehr geehrter Herr di Lorenzo, das ist ein ziemlich grosser journalistischer Unfug, den Sie da zum Vorteil dieses mediengeilen Lügners aus Bayern gemacht haben. Ein Typ mit der Attitüde ja dem Größenwahn eines Adeligen aus vergangenen Jahrhunderten - ich fasse es nicht!

    Beweis? : Als di Lorenzo ihn fragt: „Wie groß ist Ihr Ehrgeiz?“, antwortet er: „Ausgeprägt. Aber es geht dabei nicht um mich, sondern um diejenigen, denen zu dienen man berufen ist.“

    2 Leserempfehlungen
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    GdL hat einen guten Richer, wenn es darum geht, wie sich die Auflage steigern lässt. Das wird ihm wohl auch mit dem Interview gut gelungen sein. Aber ich muss mich vielen Kommentaren anschließen: Ein Hochstapler und Betrüger der keine Reue zeigt, ist NICHT interessant. Auch ich habe mich geärgert und DIE ZEIT deshalb nicht gekauft. Bedauerlich für die vielen anderen Redakteure, die bei DIE ZEIT eine gute, inhaltlich fundierte Arbeit machen. Also, Herr di Lorenzo, Ihre Eitelkeit können Sie nicht ablegen, aber beschäftigen Sie sich bitte inhaltlich mit der Kritik.

    • cfweber
    • 05. Dezember 2011 23:33 Uhr

    Ich bin zutiefst enttäuscht und empfinde den Beitrag des CHEF(!)redakteurs sowie die damit erfüllte Funktion für KTG als einen Schlag ins Gesicht einer Frau Dönhoff oder eines Herrn Schmidt und vieler Gleichgesinnter, welche die "Zeit" geprägt haben und prägen.
    Nehmen Sie's im doppelten Sinne: Es ist halt eine andere ZEIT...

    • cheetah
    • 06. Dezember 2011 12:39 Uhr

    Genau diese Töne vom Freiherr zu Guttenberg sind es, die vielleicht einigen seiner Verehrer die Augen öffnen könnten und genau deshalb finde ich es gut, dass das wahre Anliegen und Ansichten des ehemaligen Ministers an die Öffentlichkeit geraten.
    Wer seine Parteigenossen, die ihm jederzeit die Rückkehr zusagten, die zu ihm standen, nach einer Pause im Ausland jetzt dermaßen in den "Kakao zieht", der eine eigene Partei gründen würde - gründen vielleicht, aber die Arbeit dann Anderen überlassen- er selbst möchte als Gründer gut dastehen: er, der seine Plagiatarbeit immmer noch leugnet - ich habe nicht betrogen -, der vielleicht schon seine politischen Fehler als Wirtschafts- und vor allem Verteidungsminister vergessen gemacht hat, man erinnere sich bitte schön an sein Verhalten nach dem Angriff auf einen Tanklaster in Afghanistan oder den sofortigen Rausschmiss des Kapitäns des Segelschulschiffs, alles ohne vorherige Untersuchungen und total überstürzt. Dieser Freiherr wird eine eigene Partei genauso übereilt und auf die "Mithilfe" Gutgläubiger aufbauend gründen.
    Herr Freiherr, wenn bisher noch Zweifel an ihrer auf Egoismus bedachten Persönlichkeit hat, der sollte sich dieses Buch noch einige Male gründlich durchlesen. Der Herr ist nichts anderes, als ein zutiefst in seinem Adelsbewusstsein gekränkter Adliger!
    Danke, Zeit!

    utgläubiger

    • Tonii
    • 01. Dezember 2011 16:13 Uhr

    es ist wahrlich ein Phänomen wie sich die Gemüter an diesem Mann erhitzen.
    Schade finde ich aber, dass sogar die Redaktion sich für ihre Themenwahl in die Defensive wettern lässt.

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    eher die hier im Forum so rege in Gang gehaltene und geliebte Schwarz-Weiß-Gruppendynamik...

    Ich verstehe die Aufregung auch nicht - aber die habe ich von Anfang an bei diesem Herrn zu Guttenberg nicht verstanden...

    Aber die Majorität ist eben Tonangebend...

    Obwohl ich bei Betrachtungsweise der "Verteufler" hier schon verstehen kann was sie so reizt (bin ja selbst ein emotionaler Mensch) - aber nicht nur Kunst ist subjektiv - jede Wahrheit auch (siehe Nietzsche "La gaya scienza" - und man kann über Nietzsche denken was man will - aber er hat Recht...

    Im Übrigen wenn nicht Herr di Lorenzo dieses Interview ermöglicht hätte - hätte es ein Andrer getan...

    Es grenzt schon ein wenig an Inquisitionsdenken hier (und ich dachte hier sind so viele akademisch kühle Köpfe - war wohl nix)...

    Leute - kommt mal alle wieder runter - dieser Herr erledigt sich von selbst - gebt ihm doch nicht eure kostbare Energie; übergebt ihn der Zeit (und seiner progredient fortgeschrittenen Hybris) - das ist zuviel der Ehre für seine Hochwohlgeboren...

    Und wieder fällt mir Robert L. Frost ein:

    ..."but if I had to perish twice -
    I think I know enough of hate,
    to say that for destruction ice
    is also great
    And woud suffice..."

    Etwas jäh aus aus dem Kontext gerissen (ich hoffe er nimmt es mir nicht übel, wo immer er auch ist)- aber passend - lest lieber mal ein gutes Gedicht, wenn ihr Euch so über diesen Adelsgeck echauffiert...

    Liebe und weit von eisig entfernte Grüße

    Herr Gutenberg erhitzt manche Gemüter und die Zeit bzw. ihr Chefredakteur sieht sich gezwungen, seine Zusammenarbeit mit Gutenberg zu kommentieren. Das haben Sie gut auf den Punkt gebracht. Ich glaube, er erhitzt insbesondere die Gemüter derer, die nicht darüber hinwegsehen können, dass er immer noch von Unachtsamkeit spricht, wo der gesunde Menschenverstand an Betrug denkt. Dass es vielen Menschen zuwiderläuft, sich von jemandem regieren zu lassen, der entweder so schlampig arbeitet, dass er noch nicht mal erkennt, wann er was gesagt hat und wann er sich auf andere beruft oder aber der bewusst täuscht, um sich den "Dr." vor den Namen setzen zu können, wundert mich da nicht.
    Vor diesem Hintergrund empfinde ich es weder als bemerkenswert noch als unangebracht, dass die Zeitredaktion auf das auffallende Packet aus Interviewband mit dem Chefredakteur und Vorabdruck in eben der Zeitung des Chefredakteurs angesprochen wird. Ganz im Gegenteil: Das kritische Nahchfragen an dieser Stelle ist nachvollziehbar und richtig.Die Zeitungen vermögen, durch ihre Themenauswahl die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf bestimmte Punkte zu lenken und so (wenn auch nur indirekt) Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung zu nehmen. Warum nun KTG bei der ZEIT eine Bühne gefunden hat, auf der er sich wieder in Szene setzen kann, ist eine Frage, auf die ich auch gerne eine Antwort hätte.

  6. "Nie hat einer so viel Bewunderung und Hoffnung [...] auf sich gebündelt."
    - Das ist Quatsch, um es mal in wissenschaftlicher Fachterminologie zu sagen.

    Offenbar hat Guttenberg Herrn Di Lorenzos Bewunderung auf sich gebündelt, das ist ja bereits früher schon negativ aufgefallen. Jedoch für den Rest der Bevölkerung gilt das nur sehr bedingt.

    Mir tun die vielen Angestellten der Zeit leid, die ansehen müssen, wie der Chefredakteur den guten Ruf der Zeitung ruiniert. Und die Leser auch. Man gebe uns Naumann zurück.

    2 Leserempfehlungen
  7. "Nie hat einer so viel Bewunderung und Hoffnung, aber auch so viel Ablehnung und Wut auf sich gebündelt."

    Herr di Lorenzo, das ist doch jetzt nicht Ihr Ernst? Wir reden von einem Berufspolitiker mit zweifelhafter Ausbildung und mäßiger Bilanz, den im wesentlich nur die gelbe Presse so hochgespült hat. So was kann vielleicht über Gandhi und King oder meinetwegen auch Adenauer und Brandt (um in Deutschland zu bleiben) aber doch nicht über diesen Jungspund.

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    • bkkopp
    • 01. Dezember 2011 20:03 Uhr

    Nach der Promotion für Charlotte Roche erleben wir einen weiteren Schritt zur Boulevardisierung der ZEIT. Sie wird damit, jedenfalls zum Teil, zur Yellow Press.

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  • Schlagworte Karl-Theodor zu Guttenberg | CSU | Medien | Dissertation | Echo | Forum
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