Aydan Özoğuz Türkin gesucht
Die SPD will Aydan Özoğuz zur stellvertretenden Parteichefin machen. Die Geschichte einer Frau, die nie die Quotentürkin sein wollte.
Hier eine Aussprachehilfe für alle SPD-Delegierten, die auf dem Parteitag kommende Woche eine neue stellvertretende Bundesvorsitzende wählen sollen: Aydan Özoğuz wird wie folgt ausgesprochen: Eidan Ös-o-u-s. Vokale lang ziehen, das S wie ein Bienensummen. So sagt man ihren Namen. Aber wer ist die Frau?
Aydan Özoğuz ist 44 Jahre, Hamburgerin, Kind türkischer Kaufleute, die Geld mit dem Import von Haselnüssen machten. Verheiratet ist sie mit dem Hamburger Innensenator Michael Neumann, die beiden haben eine Tochter. Sie arbeitete zehn Jahre bei der Körber-Stiftung, brachte dort deutsche und türkische Politiker, Journalisten und Unternehmer zusammen, gab Bücher zum Thema Integration heraus. Bis Olaf Scholz, Landesvorsitzender der Hamburg-SPD, sie entdeckte.
Als erste Fraktion eine türkischstämmige Abgeordnete im hermetischen Hanse-Parlament zu haben konnte nicht schlecht sein. Ob sie für die Hamburger SPD kandidieren würde? »Ich wollte Politik machen, aber gleichzeitig schoss mir durch den Kopf: Sollte ich jetzt die Quotentürkin der SPD werden?« Die Quote war ihr suspekt.
Ohne in die SPD einzutreten, zog sie 2001 in die Bürgerschaft. »Ich wollte mir die Partei erst einmal ansehen und sichergehen, dass sie mich wirklich wollen.« »Mich«, also nicht nur die Türkin. Drei Jahre später wurde sie Mitglied der SPD. 2009 kam sie in den Bundestag. In der Fraktion ist sie das, was Migranten meistens in Parteien sind: Integrationsbeauftragte.
Ihr Parteichef Sigmar Gabriel will mit ihr das retardierende Moment in der Beziehung zwischen Sozialdemokraten und Migranten lösen. Die SPD hat sich immer als der natürliche Partner der ehemaligen Gastarbeiter empfunden: Sie hatten sich als Gewerkschaftler doch um die Ausländer kümmerten. Es war immer paternalistisches Gehabe dabei – wir zeigen euch, wo es lang geht –, aber irgendwann zog der Paternalismus nicht mehr. Die Migranten fingen an, ’rüber zur CDU zu schauen, die zwar gegen die doppelte Staatsbürgerschaft war, aber Migranten zu Integrationsgipfeln und Islamkonferenzen einlud.
Die SPD hingegen fiel integrationspolitisch nur durch Thilo Sarrazin auf. Am Ende der Sarrazin-Debatte diskutierten die Sozialdemokraten über eine Migrantenquote von 15 Prozent in der Partei. Sie haben sich dagegen entschieden, aber im Bundesvorstand soll es sie geben. Die Quotendebatte war eine Übersprungshandlung, einer Partei, die ihr Verhältnis zu den Migranten lange sicher glaubte und nun sucht.
Für ihre Parteigenossen wird Özoğuz irgendwas zwischen Traum-Migrantin und Überforderung sein, und das liegt nicht nur am Namen. Die Ambivalenz ist Teil ihrer Identität und ihrer Familiengeschichte: Sie ist praktizierende Muslimin, die nicht dogmatisch Nein zum Alkohol sagt (eher aus Wellness-Gründen); die mit einem katholischen Reserveoffizier verheiratet ist, der in Hamburg mal durch den Satz auffiel: »Multikulti ist gescheitert«; deren Tochter einen deutschen und einen türkischen Namen trägt und Weihnachten und Ramadan feiert; deren türkische Cousins tätowierte Punks und die wohl einzige türkische Ska-Band überhaupt sind (und die auch noch »Athena« heißen).
- Datum 01.12.2011 - 19:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 1.12.2011 Nr. 49
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Entfernt. Bitte verzichten SIe auf Polemik. Danke. Die Redaktion/vn
Daß liegt nur an Ihnen. Verschaffen Sie sich Gehör!
Dass keiner auf Sie hört könnte auch an dem liegen, was Sie sagen.
Daß liegt nur an Ihnen. Verschaffen Sie sich Gehör!
Dass keiner auf Sie hört könnte auch an dem liegen, was Sie sagen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/se
Eine türkischstämmige Deutsche, das könnte ich nachvollziehen.
Aber eine Türkin sollte sich doch bitte politisch in der Türkei engagieren.
so ein schwachsinn. das sie etwas nicht verstehen verwundert mich nicht.
...einen Blick ins Grundgesetz. Politisch engagieren darf sich hier jeder, der sich zum Grundgesetz und der FDGO bekennt. Von der Staatsangehörigkeit hängen lediglich passives und aktives Wahlrecht ab. Um sich zu engagieren muss man sich ja aber weder wählen lassen noch selbst wählen.
so ein schwachsinn. das sie etwas nicht verstehen verwundert mich nicht.
...einen Blick ins Grundgesetz. Politisch engagieren darf sich hier jeder, der sich zum Grundgesetz und der FDGO bekennt. Von der Staatsangehörigkeit hängen lediglich passives und aktives Wahlrecht ab. Um sich zu engagieren muss man sich ja aber weder wählen lassen noch selbst wählen.
Vorher gab es - im Zuge des Feminismus und Gender-Mainstreaming - nur Quotenfrauen. Aber die SPD schafft es, selbst das zu pervertieren und legt mit einer Quotentürkin noch eins drauf. Besser kann man Sarrazins Buch kaum bestätigen!
Mein Vorschlag wäre: ihn psychologisches untersuchen zu lassen. [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
Mein Vorschlag wäre: ihn psychologisches untersuchen zu lassen. [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
ein Mensch mit Migrationshintergrund oder eine türkischstämmige Deutsche? Der Titel lässt letzteres vermuten.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk
Frau Özoguz kann sicherlich nicht für ihre Brüder in Sippenhaft genommen werden. Darüber hinaus ist mir trotz aller Differenzen kaum bekannt, dass ihre Brüder Gürhan und Yavuz die SPD unterstützen. Vielmehr sind sie Wähler der Linken - mangels Alternativen wie es heißt. Und sie rufen ebenfalls dazu auf, die Linken zu wählen. Nicht alles was rot ist, sollte mit der SPD in Verbindung gebracht werden.
http://www.muslim-markt.d...
Frau Özoguz kann sicherlich nicht für ihre Brüder in Sippenhaft genommen werden. Darüber hinaus ist mir trotz aller Differenzen kaum bekannt, dass ihre Brüder Gürhan und Yavuz die SPD unterstützen. Vielmehr sind sie Wähler der Linken - mangels Alternativen wie es heißt. Und sie rufen ebenfalls dazu auf, die Linken zu wählen. Nicht alles was rot ist, sollte mit der SPD in Verbindung gebracht werden.
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Die herablassenden Kommentare im ZEIT-Forum waren ihr gewiss, doch die Gesellschaft ist heterogener. Ich denke, sie wird einen guten Job machen, wenn sie konsequent bleibt und sich nicht allein auf ihre Herkunft reduzieren lässt. Falls sie das zuließe, hätte man sich die Position im Bundesvorstand sparen können. Sie wirkt allerdings klug genug, den Fehler zu vermeiden - hoffentlich lässt die Partei ihr auch den Spielraum, sich breiter zu profilieren.
Frau Özoguz kann sicherlich nicht für ihre Brüder in Sippenhaft genommen werden. Darüber hinaus ist mir trotz aller Differenzen kaum bekannt, dass ihre Brüder Gürhan und Yavuz die SPD unterstützen. Vielmehr sind sie Wähler der Linken - mangels Alternativen wie es heißt. Und sie rufen ebenfalls dazu auf, die Linken zu wählen. Nicht alles was rot ist, sollte mit der SPD in Verbindung gebracht werden.
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