Baumfällsaison Es darf gefällt werden

Zum Beginn der jährlichen Baumfällsaison die Frage: Wie steht es um den Baum in der Stadt?

In der sich ausbreitenden und modernen Stadt ist selten Platz für alte Bäume.

In der sich ausbreitenden und modernen Stadt ist selten Platz für alte Bäume.

Jedes Jahr im November beginnt in Deutschland die Baumfällsaison, da werden Alleen und Gärten plötzlich lichter. Zurück bleiben Stümpfe – und Spaziergänger, die sich wundern: Ob dieser Baum wirklich so krank war, dass er wegmusste? Wer hat das eigentlich erlaubt? Der störte doch niemanden? Kommt da jetzt ein neuer hin?

Das sind einfache Fragen, die umso schwerer zu beantworten sind, je urbaner die Umgebung ist. Denn der Baum in der Stadt stört, wenn sie wachsen oder umbauen oder moderner werden will. Dann wird abgeholzt. Ein Phänomen, das allerorten besichtigt werden kann, wir tun es beispielhaft in der aktuellen »Umwelthauptstadt Europas«, Hamburg.

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Beginnen wir am Heuberg, einem Platz in einem schicken Einkaufsviertel nicht weit vom Jungfernstieg. Hier sind vollendete Tatsachen geschaffen. Was einst an altem Grün stand, ist weg. Designerflora beherrscht die Szene. Schlank, hoch und dunkelgrün, die Kronen akkurat zum Kegel gestutzt, ragen fünf modische Lebensbäume aus quadratischen Becken mit Schotterdecke. Auf den Bänken, die Särgen gleichen, sitzt niemand. Vögel mögen hier auch nicht sein. Das Laub, das über den granitgrauen Boden fegt, haben ein paar trotzige Linden am Rande des Platzes abgeworfen. Die Landschaftsarchitekten haben sie stehen lassen. Natur als Dekoration.

»Lebensbaum«, das klingt ja erst mal gut. Aber da gehen die Meinungen schon auseinander. »Diese Lebensbäume sind ökologisch so wertvoll wie ein Laternenpfahl!«, schimpfen die Naturschützer. »Besser als ein Parkplatz!«, sagt das Management des öffentlichen Raums der Stadt Hamburg, Bezirk Mitte.

Europas Wälder
Klicken Sie auf das Bild um zu erfahren, wie sich der Wald in Europa über die Jahrhunderte verändert hat.

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Recht haben irgendwie beide, bloß gegensätzliche Prioritäten. Das Baudezernat will die Innenstadt für Investoren und Geschäftsleute attraktiv halten; alte Bäume müssen zu neuen Plänen passen oder weichen. Und weil die Liebe zum Baum dem Geschmack der Zeit unterworfen ist, hält man jetzt Thuja, den von Friedhöfen bekannten Lebensbaum, für schicker als die ollen Linden.

Die Naturfreunde hingegen wissen: Der robuste nordamerikanische Baum zieht kein norddeutsches Tier an, und mit seiner durchgestylten Krone wirft er im Sommer nicht einmal Schatten. Rettet die alten Bäume!

Hamburg-Lokstedt, kilometerweit vom Zentrum: Auf einem Hügel erhebt sich Willinks Park, ein aufgelassenes Villengrundstück aus dem 19. Jahrhundert. Man kommt dort schnell vom Weg ab. Genau genommen gibt es gar keinen Weg. Waldgefühl auf einem Hektar Großstadt zwischen alten Buchen, Eichen, Gebüsch aus Ahorn, Weißdorn und Hainbuche. Selbst gebaute Schaukeln aus Seilen und Autoreifen hängen zwischen Stämmen, ein Holzosterhase ohne Ohren liegt im Laub. 170 Bäume stehen hier. 17 Vogelarten haben hier ein Zuhause, Sumpfmeisen, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke brüten während der warmen Jahreszeit in Willinks Park, Fledermäuse jagen dann. Das Wäldchen ist als ökologisch besonders wertvolles Biotop anerkannt, steht zudem unter Denkmalschutz, eines Hünengrabes aus der Jungsteinzeit wegen... Klingt auch gut, nicht wahr? Doch nun soll das alles weg. Wohnungen statt Wäldchen, das ist der Wille derer, die im Bezirk zu bestimmen haben. Die Grünen haben Widerstand angekündigt, es wird gerungen.

»Da soll die Tiefgarage hin«, sagt Harald Vieth, ins Laub deutend. Er hat drei Bücher über Hamburgs Bäume geschrieben, ist Mitglied der hanseatischen Baumliebhaber-Szene, der Baumschutzgruppe des Nabu, und »mit erkaltetem Herzen« auch der Grünen. Mit weißem Haar und weißem Bart steht er schlank und elegant bis zu den Knöcheln im Laub. Für einen Naturschützer wirkt er sehr zahm, das ändert sich beim Reizwort Stadtentwicklung: »Um eine hundertjährige Buche ökologisch zu ersetzen, muss man 1.000 junge Bäume nachpflanzen. Wie kann Hamburg es sich leisten, die alten zu fällen?« Den CO₂-Filter ausbauen, die Käfer und Eichhörnchen verjagen, die Vögel verwirren? Einer Publikation des Bundesamts für Naturschutz zufolge brauchte es sogar 2.000 junge Bäume, um eine hundertjährige Buche zu ersetzen. Im Sommer verarbeitet sie bei schönem Wetter 18 Kilogramm CO₂ am Tag und erzeugt 13 Kilogramm Sauerstoff.

Zum Schutz seiner Bäume hat Hamburg, wie andere Großstädte auch, seit 1948 eine Baumschutzverordnung. Sie trägt den wunderschönen Namen HmbBL I 791-i. Zudem gibt es Landschaftsschutzverordnungen und ein Hamburgisches Gesetz zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes.

Eine Woche zum Thema Wald

Im Vorfeld zur Klimakonferenz in Durban und anlässlich des Internationalen Jahres der Wälder, präsentieren ZEIT ONLINE und DIE ZEIT eine Themenwoche zum Wald.

In der Serie "Waldmenschen" stellen wir Menschen vor, die mit, im oder für den Wald leben, kämpfen, forschen oder arbeiten. Darunter eine Baumbesetzerin, die in Stuttgart eine Pappel vor den Bahnhofsbauarbeiten retten will und ein Forscher, der bei Eberswalde dem Wasserhaushalt verschiedener Baumarten nachspürt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Waldschutz in Afrika. Außerdem zeigen wir, wie stark der Markt für Holz globalisiert ist. Wir erklären, wie der Wald Deutschland vor Erosionen, Überschwemmungen und Lawinen schützt und zeigen Ihnen seine Vielfalt in Bildern.

Was verbinden Sie mit Wäldern?

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ZEIT ONLINE präsentiert regelmäßig ausgewählte Leserartikel, die unsere eigenen Inhalte um zusätzliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Sichtweisen bereichern. Vor der Veröffentlichung nehmen wir mit den Autoren Kontakt auf, redigieren den Leserartikel und bebildern ihn. Für jeden veröffentlichten Artikel pflanzen wir einen Baum in unserem ZEIT-ONLINE-Wald. Alle weiteren Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.

Aus HmbBL I 791-i lernt man: Baum ist nicht gleich Baum. Baum ist Definitionssache. In Hamburg sind Obstbäume und Bäume mit weniger als 25 Zentimeter Stammdurchmesser keine richtigen Bäume, sie dürfen gefällt werden. Alle anderen sind zunächst geschützt. Ihre Fällung muss beantragt und genehmigt werden.

Kein Privatmann darf im eigenen Garten absägen, was er will. Das wäre Baumfrevel. Steht der Baum jedoch im öffentlichen Raum, genehmigt sich die Behörde das Fällen selbst.

Im Bezirk Altona, einem von sieben Hamburger Stadtbezirken, werden jährlich 2.000 private Fäll- und Schnittanträge bearbeitet, gut 1.600 Genehmigungen werden erteilt. Vier Mitarbeiter des Bezirksamts machen das. Sie sitzen im Dezernat für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Fachamt Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt (WBZ), Abteilung Servicezentrum, Expertenbereich WBZ 33 Baumschutz- und Naturschutzrechtliche Genehmigungen. Da hat das Grün seinen Platz.

Die vier Sachbearbeiter schauen sich die Todeskandidaten an und sollen über den zu leistenden Ersatz wachen, denn wer einen Baum fällt, muss einen nachpflanzen. Oder zahlen.

Wie viele Bäume werden insgesamt in einem Jahr in Hamburg gefällt? Von Privatleuten und von Behörden? Nur mit Mühe lässt sich das aus Antworten des Senats auf Anfragen in der Bürgerschaft herauslesen. Im Jahre 2008 wurden auf Privatgrundstücken weit über 12.000 Bäume mit behördlicher Genehmigung gefällt. Wie viele Bäume auf privaten Grundstücken nachgepflanzt wurden – das weiß man nicht. Es zählt niemand nach. »Dazu haben wir keine Zeit«, sagt ein Mitarbeiter des Bezirks Altona.

An den Straßen fielen mehr als 4.200 Bäume, rund 1.700 Jungbäume wurden neu gepflanzt. Im Jahr darauf fielen an Straßen über 3.600 Bäume, nur 1.600 wurden ersetzt. Der Nettoverlust dieser beiden Jahre an öffentlichen Bäumen beträgt also 2.500 plus 2.000 Bäume. Weil nie alles gedeiht, was neu kommt, lautet die Forderung der Baumschützer: Nachpflanzung im Verhältnis »drei junge für einen alten«. Damit ließe sich sicherstellen, dass Hamburgs Gesamtbestand von 230.000 Straßenbäumen wenigstens der Zahl nach erhalten bliebe – ihre ökologischen Leistungen wie die Sauerstoffproduktion wäre bei Weitem nicht ersetzt.

Die neue sozialdemokratische Stadtregierung startete im Sommer die Baumpflanzaktion »Mein Baum – meine Stadt«. Die Lokalpresse spielte Trara und Tusch dazu. Man rief zu Spenden auf. Und ist es nicht eine gute Sache? Hamburger Bürger geben aus eigener Tasche Geld für 583 neue Straßenbäume. 2011 weitere Bäume kauft der Senat von ihren Steuern.

Pittoresk versammelte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz seine Senatoren kürzlich auf dem Rathausmarkt, elf ältere Herrschaften mit elf jungen Bäumen, die sie dann an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet beispielgebend eingegraben haben. 2.594 Bäume sind aber ungefähr das, was die Stadt so oder so hätte pflanzen müssen – nur dass man sich dieses Mal von Privatleuten und der Lokalpresse dabei helfen ließ.

Der Baum und sein Leben als Accessoire der Kommunalpolitik: Bringt es Prestige, ihn zu pflanzen, wird er gepflanzt. Bringt es Prestige, ihn umzuhauen, wird er umgehauen. Es wird mehr umgehauen als gepflanzt.

Hamburg-Wilhelmsburg ist eine Insel in der Elbe, Europas größte Flussinsel sogar. Die S-Bahn rumpelt über den Fluss, am Wilhelmsburger Bahnhof verlassen Pendler in Scharen den Zug, erklimmen die Treppenstufen einer Fußgängerbrücke über die Schienen. Die Gleise teilen die Insel. Links neben ihnen eine Autobahn, rechts neben ihnen eine Bundesstraße. Zwischen Bahngleisen und Bundesstraße wird jetzt gefällt, umgegraben, ausgeschachtet, umgesiedelt. Im übernächsten Jahr beginnt hier die Internationale Gartenschau.

Achtzig Gärten, Kanustrecke, Kletterhalle, »Rosenboulevard« – ein Park der Zukunft soll das werden, indes der Baumbestand bald Vergangenheit ist: Seit dem Frühjahr 2010 haben die Gartenschau-Gesellschaft und andere Investoren hier 2.470 Bäume entfernt, wie das Bezirksamt Hamburg-Mitte gezählt hat. Obendrein über vier Kilometer Hecken.

»Ich erkenne meinen Stadtteil nicht mehr wieder«, sagt der Biologe Jörg von Prondzinski, »jeden Tag ist was anderes weg.« Seine Stiefel verraten, dass er auch gerüstet ist, um regelmäßig nachzuschauen. Ein Schlagbaum steht am Haupteingang zur Gartenschau, dahinter wird’s matschig. Überall kurven Laster umher, ihr Lärm ist nichts gegen die Rammarbeiten am Fundament des Kommenden.

Der Traum mancher Landschaftsarchitekten, hier wird er wahr: Tabula rasa, und dann noch mal ganz von vorn anfangen! Und muss das nicht so sein, wenn Wilhelmsburg Hamburgs »Neue Mitte« werden soll? Und ist danach nicht alles schöner? Können Bäume für den guten Zweck fallen?

»Die Wilhelmsburger Gegebenheiten werden liebend gern ignoriert. Und auch, dass wir auf einer Insel leben, macht die Gartenschau nicht deutlich«, sagt Jörg von Prondzinski. Was am brausenden Verkehr auf der Bundesstraße liegt. Doch zur Eröffnung wird man auf dem Wasserweg vom Hamburger Rathaus hierherschippern können. Auch dafür mussten Bäume fallen.

Irgendwo auf dem Gelände ist der »Rosenboulevard« im Werden begriffen, in seiner Mitte ein kleiner Kanal »mit Holzplanken, damit garantiert kein Frosch mehr rauskommt«: Jörg von Prondzinski kann zu jedem Quadratmeter der Gartenschau einen ökologischen Einwand erheben. Eine Linde möge uns als letztes Beispiel reichen:

Am 8. April 2003 griffen der damalige Erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und der Konzerngründer Günther Fielmann zum Spaten. Auf einer geschützten Nasswiese pflanzten sie eine 50-jährige Linde. Ein Kinderchor sang »Unsere Linde, herrlich groß und schön, wird hier noch in 100 Jahren stehen«, wie der Wilhelmsburger Insel-Rundblick damals notierte. Freude über die Gartenschau-Zusage allerorten. Allein die Linde spielte nicht mit. Sie war für nassen Boden nicht gemacht und überstand den Winter nicht. Eine zweite Fielmann-Linde wurde im Frühling 2004 eingegraben, dieses Mal am künftigen Haupteingang der Gartenschau. Dort überlebte sie, bis sie 2009 einer Werbetafel der Gartenschau wich. Die Tafel hat mittlerweile ein Sturm umgeweht.

Architekturwettbewerbe, Parkvisionen – geschwärmt wird bei der Gartenschau gern und viel. Was am Ende daraus wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Planer träumen davon, alle Widersprüche zu versöhnen: Naturschutz und großzügige Raumgestaltung, das Ortstypische und ein modernes Freizeitangebot – am besten ohne finanzielle Verpflichtungen für die öffentliche Hand. Ob das gelingen kann? »Grün Macht Geld«, der Titel einer Gartenschau-Konferenzreihe, erzählt vom Gegenteil.

Der Geschäftsführer der Gartenschau, Heiner Baumgarten, früher Vorsitzender des BUND Niedersachsen, veranschlagt den Unterhalt des neuen Parks auf jährlich 1,5 Millionen Euro. Ein neuer Volkspark soll es werden, für den »natürlich erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden mussten«. Gewissensbisse beim Baumfällen? »Es tut weh, aber wir haben einen politischen Auftrag«, sagt der einstige Naturschützer.

Die Geschichte über den Baum in der Stadt – sie endete niederschmetternd, wären wir nicht den Baumkontrolleuren in städtischen Diensten begegnet, die sich Tag für Tag mit Diagnosehammer, Maßband, Spaten und Fernglas der öffentlichen Bäume annehmen. Jeder der sieben Hamburger Bezirke hat ein paar dieser Landschaftsingenieure oder Fachagrarwirte mit Zusatzausbildung zum Baumkontrolleur. Sie verordnen alten Bäumen ein Stahlkorsett oder Stabilisierungsseile und helfen mit Sauerstofflanzen der Wurzelbelüftung auf.

»Ich sehe mich als Baumschützer. Ich versuche, den Leuten klarzumachen, wie wichtig Bäume sind. Dafür kämpfe ich, auch gegenüber Bürgern, die über Verschattung klagen«, sagt Stephan Meyer-Henseleit, in dessen Obhut sich 24.000 Straßenbäume im Bezirk Harburg befinden. Zusammen mit einem Kollegen nimmt er sich ihrer an. Er trägt das schwarze Haar zum Zopf gebunden, vom Hals hängt ein Laptop am Trageband. »Ein Pen PC, kostet 2.000 Euro, damit kann ich von überall das Baumkataster abrufen.«

Alle Straßenbäume haben eine Akte, viele eine Krankenakte. Alle zwei Jahre muss Stephan Meyer-Henseleit die unproblematischen, jedes halbe Jahr die Problembäume untersuchen. Der Stadt geht es dabei um die Verkehrssicherheit, dem Kontrolleur um die Bäume.

Zu seinen Lieblingen zählt eine 140-jährige Hängebuche. Sie steht an einem schmalen Fußgängerpfad, ihre Äste beugen sich über den Weg hinüber auf die andere Seite. Auf dem Rad unter ihr durchfahrend, hätte man Blattberührung. Der alte Baum wird durch ein Stahlseil stabilisiert. In seine Rinde sind Herzen geritzt. Sie wird es noch ein paar Jahre schaffen.

»Der Straßenbaum hat es relativ schwer«, sagt Stephan Meyer-Henseleit und erzählt von Abgasen und Feinstaub, von dem Ulmensterben und dem Eremitenkäfer. »Viele Leute wollen einen Baum weghaben, aber keiner bringt einen her«, sagt er.

Das stimmt und stimmt nicht, wie die Spendenbereitschaft vieler Bürger zeigt. Eigentlich wollen die Städter die Bäume – wenn sie ihren kurzlebigen Interessen nicht im Wege stehen.

 
Leser-Kommentare
    • helgam
    • 04.12.2011 um 13:58 Uhr

    Sogar auf den Dörfern stören sich Rentner am herbstlichen Laubfall und wünschen sich die Bäume weg.

    Warum entscheiden sich die Verantwortlichen in den Städten oft für eine Neugestaltung von öffentlichen Plätzen ohne bewährte Grünflächen und Bäume?
    Warum sollen Deutschlands Marktplätze aussehen wie die in der Toskana?
    Warum lesen wir nicht die Gründe, die gegen eine geplante Entgrünung von Plätzen sprechen ?
    (Domplatz Naumburg -in Planung-, Marktplatz in Dornburg etc
    )
    Ich persönlich meide die Steinwüsten der Städte im Sommer wie im Winter trotz raffiniert geführter Gastronomie.

  1. ...irgendwelche Ökohippies, die ganz genau wissen was auf fremden Grundstücken zu pflanzen ist. Und selbst sind sie die ersten, die im eigenen Garten die Bäume absägen...

    Wer Bäume will, der zieht auf's Land. Das passt vielleicht nicht zum coolen Altona-Emo, aber andere Menschen haben ebenso das Recht in Städten zu wohnen und dort zu shoppen - frei von parasitärer Baumfäulnis.

    Würde man das Geld, was diese Baum-Beamten kosten in Aufforstungen stecken, müsste man die Wälder wohl mittlerweile schon stapeln...

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    • dth
    • 04.12.2011 um 14:55 Uhr

    Unsere Wälder sind meist Nutzwälder, da wird schon darauf geachtet, dass da genügend Bäume stehen. Wenn es irgendwo keinen Wald in Deutschland gibt, dann weil die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Aufforsten eher unwichtig...

    Städte müssen lebenswert sein, und dazu gehört auch einiges an Grün vor allem im öffentlichen Raum.
    Städte sind eben zunächst einmal Lebensraum für die Stadtbevölkerung und wichtige Wirtschaftszentren, nicht Einkaufsmeilen für die Landbevölkerung.
    Dieses Denken, in die Stadt zum Arbeiten und zum Einkaufen zu fahren und ansonsten im Grünen zu wohnen, ist überholt. Der Flächenverbrauch dadurch ist ohnehin zu hoch, die Infrastrukturkosten sind enorm und mit ÖPNV verträgt es sich erst recht nicht.
    Es geht hier ohnehin in erster Linie um öffentliche und privatwirtschaftliche Bauprojekte u.ä.
    So viele private Grünflächen gibt es in Städten meist gar nicht und wenn sind die Regeln dann ohnehin schon streng. Bei etwas Privateigentum kann man die Baumschutzverordnungen genau so schlecht umgehen wie die Denkmalschutzvorschrifften, das geht meist nur im großen Stil.

    Kindchen...und das darf ich sagen bei deinem Wortschatz...
    Vieleicht mal wieder etwas beruhigen, und an andere Lebewesen denken. Vieleicht beim nächsten mal, wenn man den Bunker verlässt nicht shoppen gehen. Sondern mal raus aus der Stadt und ein paar Bäume, Pflanzen und Tiere (ja sowas gibts wirklich) beobachten.
    Ist entspannend für Seele und...Hirn

    Sie brauchen sich nicht über Denunziantentum zu beklagen mit solchen Beiträgen.

    Aufforsten, in Hamburg? oder einer anderen Stadt? ROFL

    "Wer Bäume will, der zieht auf's Land."

    und wer keine Bäume will zieht in einen schicken hohen Wohnbunker... /rollt mit den Augen

    "unsere" grünen Maßstäbe haben unter Anderem etwas mit Artenschutz zu tun.

    ...mit den Städten, kommunizierende Röhrenverbünde, schnellbahnerschlossen, Pariscroissant am Morgen - Stuttgart-Rostbraten am Mittag - Beethovenphilharmonie an Elbe,abends, Herbertstraße nachts. Alles unterm Urwald - Grube sticht 21 an.

    "Wer Bäume will, der zieht auf's Land."

    Im Umkehrschluss heiß das ja dann:
    "Wer Bäume will, der weitet die Städte aus oder weist weitere Gewerbegebiete aus"

    "... aber andere Menschen haben ebenso das Recht in Städten zu wohnen und dort zu shoppen - frei von parasitärer Baumfäulnis.
    Nicht zu vergessen die ganzen Abgase die ein Mensch mittel- oder unmittelbar ausströmt.

    Haben Sie schon mal den Millenium Park in Chicago gesehen, oder Onkel Toms Hütte in Berlin, oder die Boulevards in Paris? Da stehen Bäume. Ist aber trotzdem ganz schön.

    • dth
    • 04.12.2011 um 14:55 Uhr

    Unsere Wälder sind meist Nutzwälder, da wird schon darauf geachtet, dass da genügend Bäume stehen. Wenn es irgendwo keinen Wald in Deutschland gibt, dann weil die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Aufforsten eher unwichtig...

    Städte müssen lebenswert sein, und dazu gehört auch einiges an Grün vor allem im öffentlichen Raum.
    Städte sind eben zunächst einmal Lebensraum für die Stadtbevölkerung und wichtige Wirtschaftszentren, nicht Einkaufsmeilen für die Landbevölkerung.
    Dieses Denken, in die Stadt zum Arbeiten und zum Einkaufen zu fahren und ansonsten im Grünen zu wohnen, ist überholt. Der Flächenverbrauch dadurch ist ohnehin zu hoch, die Infrastrukturkosten sind enorm und mit ÖPNV verträgt es sich erst recht nicht.
    Es geht hier ohnehin in erster Linie um öffentliche und privatwirtschaftliche Bauprojekte u.ä.
    So viele private Grünflächen gibt es in Städten meist gar nicht und wenn sind die Regeln dann ohnehin schon streng. Bei etwas Privateigentum kann man die Baumschutzverordnungen genau so schlecht umgehen wie die Denkmalschutzvorschrifften, das geht meist nur im großen Stil.

    Kindchen...und das darf ich sagen bei deinem Wortschatz...
    Vieleicht mal wieder etwas beruhigen, und an andere Lebewesen denken. Vieleicht beim nächsten mal, wenn man den Bunker verlässt nicht shoppen gehen. Sondern mal raus aus der Stadt und ein paar Bäume, Pflanzen und Tiere (ja sowas gibts wirklich) beobachten.
    Ist entspannend für Seele und...Hirn

    Sie brauchen sich nicht über Denunziantentum zu beklagen mit solchen Beiträgen.

    Aufforsten, in Hamburg? oder einer anderen Stadt? ROFL

    "Wer Bäume will, der zieht auf's Land."

    und wer keine Bäume will zieht in einen schicken hohen Wohnbunker... /rollt mit den Augen

    "unsere" grünen Maßstäbe haben unter Anderem etwas mit Artenschutz zu tun.

    ...mit den Städten, kommunizierende Röhrenverbünde, schnellbahnerschlossen, Pariscroissant am Morgen - Stuttgart-Rostbraten am Mittag - Beethovenphilharmonie an Elbe,abends, Herbertstraße nachts. Alles unterm Urwald - Grube sticht 21 an.

    "Wer Bäume will, der zieht auf's Land."

    Im Umkehrschluss heiß das ja dann:
    "Wer Bäume will, der weitet die Städte aus oder weist weitere Gewerbegebiete aus"

    "... aber andere Menschen haben ebenso das Recht in Städten zu wohnen und dort zu shoppen - frei von parasitärer Baumfäulnis.
    Nicht zu vergessen die ganzen Abgase die ein Mensch mittel- oder unmittelbar ausströmt.

    Haben Sie schon mal den Millenium Park in Chicago gesehen, oder Onkel Toms Hütte in Berlin, oder die Boulevards in Paris? Da stehen Bäume. Ist aber trotzdem ganz schön.

    • dth
    • 04.12.2011 um 14:55 Uhr

    Unsere Wälder sind meist Nutzwälder, da wird schon darauf geachtet, dass da genügend Bäume stehen. Wenn es irgendwo keinen Wald in Deutschland gibt, dann weil die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Aufforsten eher unwichtig...

    Städte müssen lebenswert sein, und dazu gehört auch einiges an Grün vor allem im öffentlichen Raum.
    Städte sind eben zunächst einmal Lebensraum für die Stadtbevölkerung und wichtige Wirtschaftszentren, nicht Einkaufsmeilen für die Landbevölkerung.
    Dieses Denken, in die Stadt zum Arbeiten und zum Einkaufen zu fahren und ansonsten im Grünen zu wohnen, ist überholt. Der Flächenverbrauch dadurch ist ohnehin zu hoch, die Infrastrukturkosten sind enorm und mit ÖPNV verträgt es sich erst recht nicht.
    Es geht hier ohnehin in erster Linie um öffentliche und privatwirtschaftliche Bauprojekte u.ä.
    So viele private Grünflächen gibt es in Städten meist gar nicht und wenn sind die Regeln dann ohnehin schon streng. Bei etwas Privateigentum kann man die Baumschutzverordnungen genau so schlecht umgehen wie die Denkmalschutzvorschrifften, das geht meist nur im großen Stil.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    Antwort auf "Wohnen in der Stadt"
  3. "Und weil die Liebe zum Baum dem Geschmack der Zeit unterworfen ist, hält man jetzt Thuja, den von Friedhöfen bekannten Lebensbaum, für schicker als die ollen Linden"

    Das liegt am typischen deutschen Perfektionismus dem momentan einfach das Geld ausgeht. Diese Woche wurden alle Wiesen hier im Gewerbegebiet von Laub "gereinigt" ein Aufwand der ordentlich Geld kostet und der Flora und Fauna schadet, besser aussehen tut es danach auch nicht wirklich, dafür muss man zusätzlich düngen, damit überhaupt noch Gras wächst.

    Es ist genauso ein kranker Gruppenzwang wie das stinkende und laute wöchentliche Rasenmähen. Was macht man also? Richtig, statt seine Einstellung zu hinterfragen, geht man den logischen nächsten Schritt und pflanzt Bäume die keinen "Laubmüll" machen und wenig Pflegeaufwand (Bäume von denen optimalerweise auch keine Äste abbrechen sollten, die Versicherung!) oder man lässt sie ganz weg.

    Die letzte Eigentümerversammlung die ich besuchte, drehte sich genau darum: Rindenmulch (muss man nicht mähen) statt Rasen, Laubbäume wegen dem Laub fällen, Nadelbäume wegen der Umfallgefahr. Manchmal sieht man das Optimum solcher Spiessigkeit, da ist nicht nur die Einfahrt betoniert... leben möchte man dort nicht mehr, zumindest ich nicht.

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    Es ist schrecklich, das Bäume wegen Laub, oder "Umfallgefahr" gefällt werden.
    Zum Glück werde ich bald genug ein Grundstück, mit einem großen Garten erben. Die Meisten Bäume wurden gefällt. (Nadel, sowie Laubbäume). Doch ich habe da andere Pläne.
    Eine Menge an unterschiedlichen Bäumen im Zentrum des Gartens...damit das Laub nicht zum Nachbar fällt.
    Und einige Hohe Hecken und Sträucher am Rand des Gartens. Der Rasen wird nie gemäht und alles darf verwildern.
    Damit werde ich zwar der einzige sein...Aber wenigstens weiß ich, das ich mal was gutes für die Natur getan hab...

    Es ist schrecklich, das Bäume wegen Laub, oder "Umfallgefahr" gefällt werden.
    Zum Glück werde ich bald genug ein Grundstück, mit einem großen Garten erben. Die Meisten Bäume wurden gefällt. (Nadel, sowie Laubbäume). Doch ich habe da andere Pläne.
    Eine Menge an unterschiedlichen Bäumen im Zentrum des Gartens...damit das Laub nicht zum Nachbar fällt.
    Und einige Hohe Hecken und Sträucher am Rand des Gartens. Der Rasen wird nie gemäht und alles darf verwildern.
    Damit werde ich zwar der einzige sein...Aber wenigstens weiß ich, das ich mal was gutes für die Natur getan hab...

  4. Auch in Halle an der Saale heulen die Kettensägen. Übrigens das ganze Jahr. Manche Bäume werden Opfer der zunehmenden Gewitterböen oder anderer Stürme. Unmengen an Streusalz schaden den Haarwurzel der Bäume, werden neuerdings auch im Sommer gegen Unkraut eingesetzt. Halles Stadtverwaltung ist stolz auf den kahlen Marktplatz.
    Wie im Artikel angedeutet, schadet das Primat der Wirtschaft und die kritiklose Komplizenschaft der Politik, Natur, Kultur und dem Sozialwesen. Wer Flüsse und Städte nicht als Lebensraum (unbezahlbarer Biotop) wahrnimmt, sondern fast ausschließlich als Wasserstrasse oder Wirtschafts-und Einkaufsgebiet, der setzt sich leichtfertig über die Lebensbedürfnisse aller Lebewesen hinweg. Deutschland hält sich tatsächlich für ein Vorreiter in Demokratie und Umweltpolitik. Tatsächlich hat in den letzten zwanzig Jahren ein Rollback stattgefunden, an dessen tiefen neoliberalen Wunden wir noch lange leiden werden. Demokratieabbau, Mißtrauen gegen eigene Bürger und Umweltverbrechen gehen dabei Hand in Hand. Mein Vertrauen in sinnvolles, nachhaltiges, umweltschützendes Verhalten, staatlicher, kommunaler und Landesbehörden ist aufgebraucht.

  5. In Deutschland werden jeden Tag 118 ha Fläche verbaut. Nochmal: Jeden Tag 1,18km². Bei abnehmender Bevölkerungszahl. Ohne Worte!

  6. Es ist schrecklich, das Bäume wegen Laub, oder "Umfallgefahr" gefällt werden.
    Zum Glück werde ich bald genug ein Grundstück, mit einem großen Garten erben. Die Meisten Bäume wurden gefällt. (Nadel, sowie Laubbäume). Doch ich habe da andere Pläne.
    Eine Menge an unterschiedlichen Bäumen im Zentrum des Gartens...damit das Laub nicht zum Nachbar fällt.
    Und einige Hohe Hecken und Sträucher am Rand des Gartens. Der Rasen wird nie gemäht und alles darf verwildern.
    Damit werde ich zwar der einzige sein...Aber wenigstens weiß ich, das ich mal was gutes für die Natur getan hab...

    Antwort auf "Ach was..."

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