EU-Gipfel: Mehr Geld ist auch keine Lösung
Endspiel, nächster Teil: Beim Gipfel in Brüssel geht es um fast alles.
Diesmal ist etwas anders. Man merkt das an den Gesprächen, an dem Wispern und Raunen, das den jüngsten Gipfel begleitet. Man trifft in Brüssel hochrangige Kommissionsvertreter, die seit Jahrzehnten dabei sind und die bekennen, dass sie zum ersten Mal Angst haben. Angst davor, dass dieser Gipfel scheitern und dass die Europäische Union, dieses einzigartige Konstrukt, ernsthaft Schaden nehmen könnte. »Zehn kritische Tage für den Euro« – es war EU-Währungskommissar Olli Rehn, der diese Formel in der vergangenen Woche ausgegeben hat.
Dramatische Gipfelnächte, gewaltige Krisen, alberne Zuspitzungen – das alles hat es in der Geschichte der EU reichlich gegeben. Und liegt der letzte Versuch, den Euro zu retten, nicht erst sechs Wochen zurück? Das Misstrauen gegen die hochfliegenden Erwartungen ist groß. Zu oft schon wurde in den vergangenen Monaten eine Lösung versprochen. Und doch ist ein Unterschied zu den früheren Gipfel-Dramen offensichtlich. Ob es um Beitragsrabatte, Vertragsänderungen oder Erweiterung ging: Fast immer hat sich die EU in der Vergangenheit selbst unter Druck gesetzt; die Gegner, die zugleich Partner waren, saßen am selben Tisch. Das Risiko war gering: Ein Scheitern hätte zwar den weiteren Fortschritt der EU aufgehalten, ein echter Rückschritt – Desintegration – war hingegen unvorstellbar. Heute nicht mehr.
Selbst Angela Merkel, die Meisterin der kleinen Schritte, hat sich nicht mehr gegen die Erwartung gewehrt, dass dieser Krisengipfel ein entscheidender sein könnte. Oder, merkelsch gesagt: dass dieses Mal ein größerer Schritt fällig ist . Kein Wunder, schließlich ist dieser Gipfel mehr als alle anderen, die in diesem Jahr stattgefunden haben, ihr Gipfel.
Fast immer, wenn sich die Regierungschefs seit dem Beginn der Krise getroffen haben, ging es zuerst um die Frage: Wie viel Geld brauchen wir? So wurden Rettungsschirme aufgeklappt, Hebel beschlossen, Milliardenpakete gepackt. Neue Regeln wurden auch verabredet, aber eher halbherzig und nebenbei. Mehr Geld – das war die Währung, mit der man hoffte, die Krise zu bekämpfen. Merkel war davon nie restlos überzeugt. Sie hat deshalb eine zweite Währung eingeführt: Glaubwürdigkeit. Nur wenn die Euro-Staaten Vertrauen zurückgewinnen würden, könnten sie die Märkte überzeugen. Mehr Vertrauen – das bedeutet aus Merkels Sicht mehr Haushaltsdisziplin, strengere Regeln, schärfere Sanktionen. Hierfür will die Kanzlerin die europäischen Verträge ändern – ein Punkt, den sie ganz allein auf die Tagesordnung gesetzt hat.
Immerhin, den französischen Präsidenten hat sie spätestens seit dem vergangenen Montag fest an ihrer Seite. Gemeinsam skizzierten Nicolas Sarkozy und Angela Merkel in Paris den Plan, den sie am Donnerstag den anderen 25 Regierungschefs vorstellen wollen. Ganz nebenbei korrigieren sie damit zwei Fehlentscheidungen, die sie vor einem Jahr in Deauville getroffen hatten. Auch Sarkozy will nun schärfere, fast automatische Sanktionen für Defizitsünder und verbindliche Schuldenbremsen in allen Euro-Staaten. Und auch der Franzose ficht nun zumindest rhetorisch gegen Euro-Bonds und für die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank. Merkel verzichtet dafür künftig darauf, Banken oder andere private Gläubiger im Falle eines Schuldenschnitts an den Ausfällen zu beteiligen – was bei Griechenland erst vor sechs Wochen beschlossen wurde.
Der Rahmen für eine Änderung der Verträge ist damit gesetzt, doch zwei entscheidende Fragen bleiben: Welche Länder machen mit? Und auf welchem Weg lassen sich die Änderungen erreichen?
Merkel hat immer wieder betont, dass Vertragsänderungen von allen 27 EU-Staaten beschlossen werden sollen. Ein völkerrechtlicher Vertrag, den die 17 Euro-Staaten außerhalb der EU-Verträge verabreden würden, wäre aus ihrer Sicht nur die zweitbeste Lösung. Dabei denkt die Kanzlerin weniger an den Widerstand des britischen Premierministers David Cameron . Sie hat vor allem die Sorgen des Nicht-Euro-Landes und Nachbarn Polen im Kopf.




Nicht zwei, sondern vier Fragen bleiben.
Welche Länder machen mit?
Auf welchem Weg lassen sich die Änderungen erreichen?
Wer hält sich WIRKLICH dran?
Was passiert mit den Ländern die nicht mitmachen?
diese Headline "Mehr Geld ist auch keine Lösung" zu der anderen "Europa arbeitet an Dreifach-Rettungsschirm" passt?
natürlich
Das hilft. Wirklich!
Das hilft. Wirklich!
Matthias Krupa : „Auch Sarkozy will nun schärfere, fast automatische Sanktionen für Defizitsünder und verbindliche Schuldenbremsen in allen Euro-Staaten.“
Kann man ehrlicherweise nur behaupten, wenn man von französischer Verhandlungspolitik keine Ahnung hat.
Die verlautbarte Absicht, Defizitsünder automatisch zu bestrafen und verbindliche Schuldenbremsen, sind lediglich als Placebo für das deutsche Publikum gedacht, weil in Deutschland, jedenfalls in der veröffentlichten Meinung, eine große Affinität hinsichtlich Bestrafungen und Strafexpeditionen gegeben ist.
Bestrafungen oder Sanktionen sind in der EU in der Realität einfach realitätsfern und lachhaft, weil die Umsetzung – wie auch die Vergangenheit gezeigt hat – nicht durchsetzbar ist. Wer will z.B. Frankreich oder Deutschland bestrafen?
Alles läuft im Sinne Frankreichs und Sarkozy auf die EZB hinaus. Ihre Unabhängigkeit wurde von Sarkozy und Merkel nicht in Frage gestellt, sondern bekräftigt. Nur beide gewichten die Unabhängigkeit unterschiedlich.
Frankreich und auch Italien haben, während die Deutschen von ihren Strafexpeditionen träumen, bereits handfeste Fakten geschaffen. Sie haben die EZB mit ihren Leuten besetzt, während die deutsche Besatzung demissionierte. Die EZB wird im Ergebnis, ähnlich wie die FED, der große Schrottplatz für Anleihen werden, und sie wird die Notenpresse beliebig hochfahren.
Und Aus ist es mit der deutschen Stabilität.
Es stimmt schon, diese ganze "Euro-Rettung" dienst nur dazu, das Vertrauen der Anleger in Europa sicher zu stellen.
Diese Anleger sind aber auch nicht dumm. Versprechungen sind ein schwaches Argument, Tatan wären besser.
So wäre es ein klareres Signal für Anleger, wenn Deutschland anfangen würde seine Staatsverschuldung ab zu bauen.
Durch Vorbild zu führen ist auf lange Sicht einfach sinnvoller als anderen Verträge aufzuzwingen.
Das Geld ist nicht weg, sondern nur bei den Reichen und Super-Reichen gelandet.
Dort muss man es sich wieder holen. Beispielsweise mit einer vernünftigen Besteuerung.
Warum hat ein Millionär, oder Milliardär eine "Abgabenlast" von nur von 25% auf seine Kapitalerträge?
Warum Zahlen die nicht in die Rentenkasse, oder Krankenkasse?
Warum haben die Wohlhabenden in diesem Lande einen Schutzwall bei den Sozialbeiträgen? Nennt sich Beitragsbemessungsgrenze.
Das sind nur einige wenige Beispiele. Aber daran kann man das Dilemma erkennen, in dem wir uns befinden.
Mit Sparen bei Rentnern, Kitas und H4-Empfängern kommen wir nicht weiter.
- kein Betreuungsgeld
- Ruecknahme der Hotelsubventionierung
- kein Stadtschloss
....
Und eine Ergaenzung: auch die EU koennte sparen.
Das Geld ist nicht weg, sondern nur bei den Reichen und Super-Reichen gelandet.
Dort muss man es sich wieder holen. Beispielsweise mit einer vernünftigen Besteuerung.
Warum hat ein Millionär, oder Milliardär eine "Abgabenlast" von nur von 25% auf seine Kapitalerträge?
Warum Zahlen die nicht in die Rentenkasse, oder Krankenkasse?
Warum haben die Wohlhabenden in diesem Lande einen Schutzwall bei den Sozialbeiträgen? Nennt sich Beitragsbemessungsgrenze.
Das sind nur einige wenige Beispiele. Aber daran kann man das Dilemma erkennen, in dem wir uns befinden.
Mit Sparen bei Rentnern, Kitas und H4-Empfängern kommen wir nicht weiter.
- kein Betreuungsgeld
- Ruecknahme der Hotelsubventionierung
- kein Stadtschloss
....
Und eine Ergaenzung: auch die EU koennte sparen.
.... die Europäische Union, dieses einzigartige Konstrukt, ernsthaft Schaden nehmen könnte."
Das beschreibt sehr schön, wie realitätsentfernt die Macher waren und sind. Die EU hat bereits Schaden genommen. Man hat schlechte Verträge gemacht und sie tückisch der Legitimierung durch die Völker entzogen. Der Schaden ist da bereit existenziell gewesen.
"Defizitsünder" sollen jetzt automatisch abgestraft werden. Also, wenn ein gewähltes Parlament einen Haushalt abschließt und der sich dann als nicht genehm erweisst, der soll dann "automatisch abgestraft" werden. Ich möchte dass mal hier in Deutschland sehen, wenn Städte, wie Lübek, oder Länder, wie das Sarland, so behandelt würden. Die haben den Schuß auch nicht mehr gehört. Demokratie ist keine automatische Waffe.
Das Geld ist nicht weg, sondern nur bei den Reichen und Super-Reichen gelandet.
Dort muss man es sich wieder holen. Beispielsweise mit einer vernünftigen Besteuerung.
Warum hat ein Millionär, oder Milliardär eine "Abgabenlast" von nur von 25% auf seine Kapitalerträge?
Warum Zahlen die nicht in die Rentenkasse, oder Krankenkasse?
Warum haben die Wohlhabenden in diesem Lande einen Schutzwall bei den Sozialbeiträgen? Nennt sich Beitragsbemessungsgrenze.
Das sind nur einige wenige Beispiele. Aber daran kann man das Dilemma erkennen, in dem wir uns befinden.
Mit Sparen bei Rentnern, Kitas und H4-Empfängern kommen wir nicht weiter.
Wir sparen in Deutschland nicht bei den Rentnern - die Renten steigen.
Wir sparen nicht bei den h4 Empfaengern.
Wir sparen nicht bei den KITAS. Im Gegenteil.
Wir sparen in Deutschland nicht bei den Rentnern - die Renten steigen.
Wir sparen nicht bei den h4 Empfaengern.
Wir sparen nicht bei den KITAS. Im Gegenteil.
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