Kapitalismus Abschied vom Wachstum
Haben wir nicht genug? Wie sich Ökonomen ein System vorstellen, in dem nicht zwanghaft immer mehr produziert werden muss
Einer hat es gewagt, für einen Augenblick. Es könnten künftig auch einmal »weniger« Autos gebaut werden, sagte der grüne baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Beginn seiner Amtszeit. Die Reaktionen: Verwirrung, Staunen, wütende Entrüstung.
Weniger? Das ist ein Tabu in der Politik – und erst recht in der Ökonomie. Die Wirtschaft soll weniger wachsen! Solch ein Satz, laut und öffentlich gesprochen, schadet der Karriere jedes Politikers, egal, welcher Partei. In diesem Punkt herrscht von der Linken, der SPD über die Grünen bis hin zur CDU/CSU und FDP die ganz große Koalition: Deutschland, Europa und die Welt brauchen Wirtschaftswachstum. Je mehr, desto besser. Kapitalismus ohne Wachstum? Eine Horrorvorstellung.
»Stimmt nicht«, sagt William Rees, ohne zu zögern. Der Kanadier forscht und lehrt seit Jahren, wie eine Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren könnte. Er ist überzeugt: Sie wäre besser für die Menschheit, für die Umwelt sowieso.
Der Ökonom erklärt das mit einem Bild vom Globus. Der ist bekanntlich rund und endlich. Rees erinnert trotzdem immer noch einmal daran und sagt, die Wirtschaft sei ein Subsystem dieser begrenzten Welt. Dann demonstriert er, wie die meisten klassischen Ökonomen die Wirtschaft am liebsten darstellen: durch eine steil nach oben wachsende, nicht enden wollende Kurve. Und schon ist er mitten in seinem Thema: Die Kurve beruhe auf einer falschen Annahme. Denn in einer endlichen Welt, so der Ökonom, könne kein Subsystem unendlich wachsen. Nicht mal, wenn man das Wachstum grün oder nachhaltig nennt!
Für Naturwissenschaftler ist dieser Satz eine Banalität. Rees erinnert auch daran gern, schon weil der Gedanke in den gängigen ökonomischen Modellen fehlt. Denn genau das hält er für das Grundproblem. Weil die Menschheit nun mal die Erde brauche, könne sie nicht dauerhaft deren Naturgesetze missachten. Genau das aber tue sie, sie zerstöre die eigenen Grundlagen. Dabei gehe es auch anders. Statt mehr müsse sie besser produzieren. Das Ziel sei eine »stationäre Wirtschaft«, die vor allem die Ressourcen verbraucht, die sie wieder herstellen kann. Eine, die im Einklang mit der Natur steht.
Das klingt verträumt, hätte in der Wirklichkeit aber radikale Folgen. Wo legt man in einer Volkswirtschaft, die nicht mehr wächst, sein Geld an? Wo sollen die neuen Arbeitsplätze herkommen? Und wie kommt dann noch das Neue in die Welt? Rees weiß um all die ängstlichen Fragen, er sagt deswegen beschwichtigend: »Eine stationäre Wirtschaft ist nichts, wovor man Angst haben muss.« Schließlich sei deren Ziel mehr Stabilität auf den Märkten, mehr soziale Gerechtigkeit und mehr ökologische Sicherheit. Eine solche Wirtschaft sei auch mitnichten langweilig und unproduktiv. Denn auch in ihr werde weiterhin Altes durch Neues ersetzt, also alte Industrien durch neue, grünere. Nur dürfe die Wirtschaft als Ganzes eben nicht immer mehr wachsen.
William Rees ist längst nicht der Einzige, der so denkt. Weltweit gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Ökonomen, die nach den Bedingungen der Postwachstumsgesellschaft forschen. Sie wollen nicht viele Griechenlands schaffen, also Länder, deren Wirtschaft schockartig schrumpft, sondern einen behutsamen Übergang zu einer grüneren Postwachstumswirtschaft. Das kanadische Casse-Institut verfolgt dieses Ziel, im amerikanischen Portland in Oregon wurde jüngst ein Lehrstuhl dafür eingerichtet, in Frankreich gibt es die Decroissance-Bewegung, und auch in Deutschland trauen sich inzwischen ein paar Ökonomen, nach dieser steady state economy zu suchen.
Den Begriff und damit die ganze Denkschule hat der ehemalige Weltbankökonom Herman Daly geprägt. Er stellte fest, dass viele der Rezepte, die der Norden für die armen Länder bereithielt, dort zwar für Wachstum sorgten, nebenbei aber die Umwelt zerstörten und die Lebensqualität der Menschen nicht unbedingt erhöhten. »Wachstum bedeutet mehr Dinge, Entwicklung bedeutet bessere Dinge«, sagt Daly und fordert, Letzteres müsse Ziel der Politik werden und könne so quasi nebenbei das Wachstum reduzieren.
Daly hat dafür ganz praktische Vorschläge. Einige klingen heute nach dem kleinen Einmaleins der Umweltpolitik, so zum Beispiel eine ökologische Steuerreform, die endlich die wahren Kosten des Naturverbrauchs in die Preise einfließen lasse. Oder Steuern auf Rohstoffe und ein globales Handelssystem, in dem Emissionsrechte für schädliche Stoffe wie Kohlendioxid gehandelt würden.
Andere Ideen reichen weiter: Herman Daly will Arbeit reduzieren und umverteilen – auch damit die Leute ihren Wohlstand nicht für den Kauf von immer mehr Dingen, sondern für mehr Freizeit verwenden. Er will mehr öffentliches und weniger privates Eigentum. Wird mehr geteilt, so sein Gedanke, braucht jeder weniger, ergo müssten weniger Dinge produziert werden. »Das mag radikal klingen«, sagt Daly selbst und fügt hinzu, dass solche Ideen weder Privatbesitz noch den Markt ausschlössen. Sie berücksichtigten nur, dass zu viel Konzentration an Reichtum dessen Legitimität untergrabe und Marktpreise, welche die Umweltkosten nicht berücksichtigten, unsinnig seien.
Postwachstumsdenken: Im Kern heißt das bei all seinen Verfechtern immer, den unökologischen Konsum zu mindern und das Weniger sozialverträglich zu organisieren. Denn nur wenn zumindest die reichen Länder weniger verbrauchten, da sind sich Daly und seine Kollegen sicher, werde die Umwelt zu retten sein. Konkret bedeutet das: Die Menschen in den reichen Ländern sollen weniger Neues kaufen und lieber das Alte länger nutzen, es reparieren, am besten selbst.
Mit Hammer und Schraubenzieher in die Zukunft? Die meisten etablierten Politiker und Ökonomen finden solche Ideen verrückt. Woher sollen der politische Wille und die ökonomische Kraft kommen, um den Bürgern das Weniger schmackhaft zu machen, gleichzeitig umzuverteilen, das Steuersystem zu ökologisieren, die öffentlichen Schulden weiter zu bezahlen und auch noch dem Süden zu helfen?
Serge Latouche, der große alte Mann der französischen Decroissance-Bewegung, reagiert auf solche Fragen inzwischen mit Verweigerung: Er lasse sich nicht Wirklichkeitsferne vorwerfen von jenen, die alle »Glaubenssätze« der klassischen Wirtschaftswissenschaft widerspruchslos hinnähmen. Latouches Gegenargument heißt Vielfalt. Er setzt auf die vielen Graswurzelbewegungen, die Konsumverweigerer, die Tauschringe, die regionalen Verkaufsinitiativen, die am Zustand der Welt leiden und deswegen schon heute versuchen, Postwachstum zu leben. Ganz nach dem Motto: Wenn die Veränderung der Praxis nur groß genug ist, werden Theorie und politische Strategie schon folgen.
Rhetorisch ist das geschickt. Und doch wissen die meisten Postwachstumsdenker, dass zwar ihre Kritik an der Wachstumswirtschaft stark ist, die Alternative aber noch detaillierter entworfen werden muss. Am schwierigsten scheint dabei der Umbau des Finanzmarktes. Der Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger, einst Doktorvater des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, hat sein Leben lang danach geforscht, wie man den enormen Wachstumsdruck mildern kann, den Kredite und Zinsen auf die Wirtschaft ausüben. Binswanger möchte ihn verringern, indem er die Geldschöpfung durch die Banken verringert. Die Möglichkeit, aus Geld wieder Geld zu machen, sei in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Der Staat kann das wieder reduzieren, indem er die Mindestreserve, die Banken für Kredite zurückhalten müssen, erhöht. Zudem will Binswanger beispielsweise Aktiengesellschaften, die auf fortwährenden Gewinn ausgerichtet sind, durch andere Unternehmensformen ersetzen: Genossenschaften oder Stiftungen, die weniger Wachstumsdynamik entfalteten.
Was all diese Ideen, wenn sie denn Wirklichkeit würden, für das System bedeuteten? Der Brite Tim Jackson, Konsumkritiker und Vordenker der Postwachstumsgesellschaft, erzählt: Nach seinen Vorträgen frage ihn regelmäßig die Hälfte der Zuhörer, warum er den Kapitalismus unangetastet lasse. Die andere Hälfte wolle wissen, warum er ihn zerstöre.
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- Datum 12.12.2011 - 16:04 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 8.12.2011 Nr. 50
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wird in erster Linie die marktradikalen Wirtschaftsjunkies in die Depression befördern,
ob dann noch mehr passiert wird sich zeigen.
Stagnierendes Wachstum setzt voraus, dass auch die Masse an Menschen stagniert oder gar abnimmt.
Innerhalb der westlichen Hemisphäre hat dies inzwischen weitestgehend Bestand.
Von der sogenannten 3. Welt, kann man dies absolut nicht behaupten.
Nimmt man dazu an, dass die Produktivität und Qualität der Wirtschaft wachsen, ohne dass der Gesamtumfang der Ökonmien wächst, dann hat man langfristig einen Rückgang an Bedarf für Arbeitskräfte.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf eine polemische Wortwahl. Danke. Die Redaktion/vn
"Also was tun?
Warten, bis der 3. Weltkrieg oder ein daherkommender Killer-Virus das Menschen-"Problem" löst?"
Na was wohl, sich mit weniger zufrieden geben! Wenn jeder weniger arbeitet, dann können die Leute auch bei einem Nullwachstum weiterhin einem Job nachgehen.
Mehr Freizeit und das Problem ist gelöst.
Für die Wachstumsjunkies: Man kann ja auch damit anfangen endlich mal "geistiges Wachstum" zu generieren. Oder ein Wachstum des eigenen "Glückbefindens". Man kann auch ehrenamtlich arbeiten. Das schafft auch ein Wachstum (wenn auch nicht so einfach messbar), für andere und einem selbst.
Sie haben nach den Lehren der klassischen Ökonomie völlig recht. Die gelingende Stagnation einer Wirtschaft setzt voraus, dass auch die Anzahl der Menschen stagniert.
Und Sie fragen auch völlig zu recht danach, wo den die Arbeitsplätze in einer "Postwachstumsgesellschaft" sind.
Ich denke, dass wir diese Frage(n) beantworten können, wenn wir den Arbeitsbegriff neu definieren. Ist ("ehrliche") Arbeit nur eine Tätigkeit der ein monetärer Gegenwert entspricht? Oder werden wir zukünftig einen anderen Maßstab oder einen zweiten Maßstab finden, der die Anwendung des Begriffs erlaubt?
Ich gebe das Stichwort Ehrenamt. Beispielsweise arbeiten in der Wohlfahrtspflege bis zu 3 Millionen Ehrenamtliche (Stand: 2008). Ehrenamtliche Leistungen machen ca. 0,6% des BIP aus, für das Jahr 2000 wird eine absolute Zahl von 13 000 000 000 Euro geschätzt. (1)
Es gibt also Tätigkeiten, die notwendig sind, aber für die niemand einen monetären Gegenwert bereithält. Wenn Sie das um die Bereiche Kunst, Sport und Kultur ergänzen, finden Sie eine Menge Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu schaffen. Ohne Wachstum.
Es ist wichtig, dass wir alle, nicht nur Unternehmen, darüber reden, was uns die Arbeitsleistung und Art der Tätigkeit eines Menschen wert ist - den Arbeitszeit ist auch Lebenszeit.
(1) http://www.bayern.awo.de/...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf das mehrfache Einstellen analoger Inhalte. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn
Das ist doch super! Ich fände eine 20-Stunden-Woche jedenfalls toll^^
"Also was tun?
Warten, bis der 3. Weltkrieg oder ein daherkommender Killer-Virus das Menschen-"Problem" löst?"
Na was wohl, sich mit weniger zufrieden geben! Wenn jeder weniger arbeitet, dann können die Leute auch bei einem Nullwachstum weiterhin einem Job nachgehen.
Mehr Freizeit und das Problem ist gelöst.
Für die Wachstumsjunkies: Man kann ja auch damit anfangen endlich mal "geistiges Wachstum" zu generieren. Oder ein Wachstum des eigenen "Glückbefindens". Man kann auch ehrenamtlich arbeiten. Das schafft auch ein Wachstum (wenn auch nicht so einfach messbar), für andere und einem selbst.
Sie haben nach den Lehren der klassischen Ökonomie völlig recht. Die gelingende Stagnation einer Wirtschaft setzt voraus, dass auch die Anzahl der Menschen stagniert.
Und Sie fragen auch völlig zu recht danach, wo den die Arbeitsplätze in einer "Postwachstumsgesellschaft" sind.
Ich denke, dass wir diese Frage(n) beantworten können, wenn wir den Arbeitsbegriff neu definieren. Ist ("ehrliche") Arbeit nur eine Tätigkeit der ein monetärer Gegenwert entspricht? Oder werden wir zukünftig einen anderen Maßstab oder einen zweiten Maßstab finden, der die Anwendung des Begriffs erlaubt?
Ich gebe das Stichwort Ehrenamt. Beispielsweise arbeiten in der Wohlfahrtspflege bis zu 3 Millionen Ehrenamtliche (Stand: 2008). Ehrenamtliche Leistungen machen ca. 0,6% des BIP aus, für das Jahr 2000 wird eine absolute Zahl von 13 000 000 000 Euro geschätzt. (1)
Es gibt also Tätigkeiten, die notwendig sind, aber für die niemand einen monetären Gegenwert bereithält. Wenn Sie das um die Bereiche Kunst, Sport und Kultur ergänzen, finden Sie eine Menge Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu schaffen. Ohne Wachstum.
Es ist wichtig, dass wir alle, nicht nur Unternehmen, darüber reden, was uns die Arbeitsleistung und Art der Tätigkeit eines Menschen wert ist - den Arbeitszeit ist auch Lebenszeit.
(1) http://www.bayern.awo.de/...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf das mehrfache Einstellen analoger Inhalte. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn
Das ist doch super! Ich fände eine 20-Stunden-Woche jedenfalls toll^^
Zur Information: Co² ist ein Grundbaustein für Leben und fundamentaler Bestandteil des Ökosystems Erde.
Kohlenstoffdioxid an sich ist also mitnichten "schädlich"!
Natürlich ist Kohlenstoffdioxid Grundbaustein des Lebens. Nur wenn man ihn aus den natürlich Reservaten (z.B. Öl) freisetzt und so dem Kreislauf in einer komplett anderen Form wieder einfügt (genau das machen wir in unvorstellbarer Menge seit der Industrialisierung), so ist er das nicht mehr.
Natürlich ist Kohlenstoffdioxid Grundbaustein des Lebens. Nur wenn man ihn aus den natürlich Reservaten (z.B. Öl) freisetzt und so dem Kreislauf in einer komplett anderen Form wieder einfügt (genau das machen wir in unvorstellbarer Menge seit der Industrialisierung), so ist er das nicht mehr.
So vernünftig das auch alles klingen mag, ich befürchte, dass sobald bzw. sofern die akuten Krisenssymptome weltweit gemildert sind, die einzelnen Reformempfehlungen wieder im diskursiven Nichts verschwinden oder aber diskreditiert werden:
Kein Wachstum mehr? Damit ist der Großteil der Wiwi und der bestehenden Entwicklungskonzepte dahin. Arbeitsreduktion und -umverteilung? Altes linkes Argument, das sofort als ewiggestriges,realitätsfernes Klassenkämpferargument abgetan würde. Weniger Konsum? Man hat den Menschen doch kognitiv jahrzehntelang in die Hirne gehämmert, dass genau darauf unsere Wirtschaft basiert. Ein anderes Finanzsystem? Gerade wird doch Realität und Geschichte hinsichtlich der seit 2007/2008 bestehenden Krisen diskursiv dergestalt umkonstruiert, dass nicht primär die Akteure auf den Kapital- und Finanzmärkten, sondern die politischen Instanzen daran Schuld seien (vergleiche die Diksussion über die "Staatsschuldenkrise" von lediglich schlecht haushaltenden Regierungen).
Zumindest den Teil:
"Dazu braucht es noch viel Überzeugungsarbeit"
Das derzeitige Wachstumdiktat operiert im Prinzip mit zwei Methoden.
Einmal das persönliche Wertgefühl, wonach derjenige, der nichts schafft keinen Wert hat und der wo viel schafft viel wert ist. Diese wird eine Weile benötigen, aber es bedingt "lediglich" eine Neudefiniton von dem was man unter "Wert" versteht. Die Neusprechabteilungen würden das schon hinbekommen auch ohne jede grosse Umerziehungsschule. Es braucht nur postiv besetzte Prommies und die "Neuprogrammierung" würde funktionieren.
Die andere Methode ist Angst und Ausgrenzung in Richtung siehe oben. Ich kann mich an einen Versuch erinnern, wo ich ungewollt Beteiligter war. Dabei bot und suchte man per Stellengesuche MitarbeiterInnen, die aus ihren gewohnten Arbeitstrott heruas (wo es auch immer um Wachstum geht) nach Perspektiven suchten endlich etwas sinnvolles zu tun. Es stellte sich am Ende als Testballon heraus, wo man sich bei den vielen Bewerbern entschuldigte. Will schreiben. Der Wunsch etwas Sinnhaftes bei angemesseneer Bezahlung zu tun ist durchaus verbreitet und wenn ich mich persönlich umhöre mehr als man denkt. Die Angst vorm sozialen Abstieg wegen falscher Wertebelegung (siehe oben) ist der Hauptpunkt, es nicht zu tun.
Hinzu kommt das bescheidene Angebot.
Zumindest den Teil:
"Dazu braucht es noch viel Überzeugungsarbeit"
Das derzeitige Wachstumdiktat operiert im Prinzip mit zwei Methoden.
Einmal das persönliche Wertgefühl, wonach derjenige, der nichts schafft keinen Wert hat und der wo viel schafft viel wert ist. Diese wird eine Weile benötigen, aber es bedingt "lediglich" eine Neudefiniton von dem was man unter "Wert" versteht. Die Neusprechabteilungen würden das schon hinbekommen auch ohne jede grosse Umerziehungsschule. Es braucht nur postiv besetzte Prommies und die "Neuprogrammierung" würde funktionieren.
Die andere Methode ist Angst und Ausgrenzung in Richtung siehe oben. Ich kann mich an einen Versuch erinnern, wo ich ungewollt Beteiligter war. Dabei bot und suchte man per Stellengesuche MitarbeiterInnen, die aus ihren gewohnten Arbeitstrott heruas (wo es auch immer um Wachstum geht) nach Perspektiven suchten endlich etwas sinnvolles zu tun. Es stellte sich am Ende als Testballon heraus, wo man sich bei den vielen Bewerbern entschuldigte. Will schreiben. Der Wunsch etwas Sinnhaftes bei angemesseneer Bezahlung zu tun ist durchaus verbreitet und wenn ich mich persönlich umhöre mehr als man denkt. Die Angst vorm sozialen Abstieg wegen falscher Wertebelegung (siehe oben) ist der Hauptpunkt, es nicht zu tun.
Hinzu kommt das bescheidene Angebot.
und schon ist Co² schädlich. Zu mindestens in einer Zeitspanne von zweihundert Jahren und Tonnen über Tonnen von Kohlenstoffdioxid.
IPCC oder ist das experimentell bewiesen und nicht zu falsifizieren?
Das sind zwei gewichtige Unterschiede.
IPCC oder ist das experimentell bewiesen und nicht zu falsifizieren?
Das sind zwei gewichtige Unterschiede.
Niemand sollte Boden besitzen, für die Nutzung aber angemessen Pacht zahlen. Zahlen für den Verbrauch von Rohstoffen, Luft, Wasser. Zahlen gerechter Löhne, angefangen mit Mindestlöhnen, die ihren Namen verdienen. Beseitigung von Korruption und Machtmißbrauch, mithin Schluß mit der Verflechtung von Wirtschaft und Gesetzgebung. Niedrigere, aber gerechtere Steuern ohne Schlupflöcher. Konsequente Kontrollen zur Einhaltung von Rechtsvorschriften (die nachvollziehbar sein müssen).Niemand sollte etwas vererben können über eine gewisse Grenze hinaus, denn niemand kann durch Arbeit Reichtum verdient haben, nur durch Ausbeutung und Korruption bzw. Machtmißbrauch. Wenn es etwas werden soll mit unserer Welt, kann es nur in diese Richtung gehen. Wachstum oder nicht ist ja nur ein Problem der Zinserei, weiter nichts. Wer sein Geld in Genossenschaften anlegt, die nachhaltige Projekte durchziehen, muß sich darüber wohl keine Gedanken machen. Wohl aber darüber, wie man durch 35 Jahre Arbeit 30 Jahre Rente finanzieren kann. Das ist nämlich bislang auch ungelöst und auch unsinnig.
Was aber noch völlig ungelöst ist und noch nicht einmal diskutiert wird: wer erntet die Früchte der Automation? Wenn Maschinen Menschen ersetzen, müssen diese neue Chancen bekommen, und die Früchte durch die Automation müssen angemessen verteilt werden (z.B. Produktionssteuer). Man wird es lösen müssen! Gedanken machen sollte man sich überdies, wer von den "Sozialabgaben" profitiert, wohin das Geld konkret fließt.
Und an wen sollen die Zahlungen für den "Verbrauch" (das es sowas gar nicht gibt ist ihnen bewusst?) denn fließen?
Zahlungen sind an Eigentum geknüpft. Egal ob an materielles oder immaterielles (Rechte, Gesetze usw.).
Ihre Ideen klingen interessant, haben aber ein paar gewaltige Hacken. Nur mal ein Beispiel:
"Niemand sollte etwas vererben können über eine gewisse Grenze hinaus"
Für was sollte ich dann noch arbeiten? Für was soll man etwas erschaffen, wenn man selbst oder seine Nachkommen nichts davon haben? Altruismus finden sie nunmal nur selten in der Bevölkerung.
Man soll also Steuern dafür zahlen, überhaupt leben zu dürfen, sprich, O² und H²O zu verbrauchen?
Mir ist gerade ganz spontan übel.
Und an wen sollen die Zahlungen für den "Verbrauch" (das es sowas gar nicht gibt ist ihnen bewusst?) denn fließen?
Zahlungen sind an Eigentum geknüpft. Egal ob an materielles oder immaterielles (Rechte, Gesetze usw.).
Ihre Ideen klingen interessant, haben aber ein paar gewaltige Hacken. Nur mal ein Beispiel:
"Niemand sollte etwas vererben können über eine gewisse Grenze hinaus"
Für was sollte ich dann noch arbeiten? Für was soll man etwas erschaffen, wenn man selbst oder seine Nachkommen nichts davon haben? Altruismus finden sie nunmal nur selten in der Bevölkerung.
Man soll also Steuern dafür zahlen, überhaupt leben zu dürfen, sprich, O² und H²O zu verbrauchen?
Mir ist gerade ganz spontan übel.
"Herman Daly will Arbeit reduzieren und umverteilen – auch damit die Leute ihren Wohlstand nicht für den Kauf von immer mehr Dingen, sondern für mehr Freizeit verwenden. Er will mehr öffentliches und weniger privates Eigentum."
Arbeit zu teilen, bedeutet gleichzeitig geringere Produktivität. Zwei Arbeitnehmer, die die Arbeit von einem Arbeitsplatz erfüllen, werden dies allgemein in der Summe immer schlechter machen, als ein einzelner Arbeitnehmer.
Freizeit soll ein Gut sein, welches zu kaufen ist? Wie ist das zu verstehen? Wortwörtlich?
D.h., man befindet sich in einem Dauerzustand der Arbeit, von deren Erzeugnis ich mir also nicht mehr primär materielle Güter kaufe, sondern meine Freizeit - sprich, die Zeit, wann ich nicht arbeite?
Das klingt mir stark nach einer grundsätzlichen Umkehr der Verhältnisse.
Aktuell hat man grundlegend 100% Freiheit nicht zu arbeiten. Will man jedoch überleben und materiellen Dingen fröhnen, dann hat man den Anreiz zu arbeiten.
In der hier erklärten Variante hätte man jedoch 100% Pflicht zu arbeiten, um sich damit erst Freizeit zu erkaufen. Materielle Güter sollen gleichzeitig beträchtlich seltener, stärker besteuert, also wesentlich teurer werden.
Zudem mehr "öffentliches" (=staatliches) Eigentum, weniger privates?
Mit Verlaub, aber das hat mit einer "freien" Gesellschaft, Freiheit auf Eigentum und "Wohlstand" im aktuellen Sinne herzlich wenig zu tun.
Der Staat soll dem Volk dienen, nicht das Volk dem Staat.
Oder ist das nicht mehr aktuell?
Arbeit zu teilen, bedeutet gleichzeitig geringere Produktivität. Zwei Arbeitnehmer, die die Arbeit von einem Arbeitsplatz erfüllen, werden dies allgemein in der Summe immer schlechter machen, als ein einzelner Arbeitnehmer.
Was bringt sie auf diesen Gedanken? Ich meine, diese Denkart ist in der Industrie weit verbreitet, gleichzeitig hat sie keinerlei Grundlage. Im Gegenteil, bei diesen beiden 20h/Woche Arbeitern werden sie kaum mal so Symptome wie Burnout feststellen müssen. Zwei Köpfe haben die doppelte Denk- und Merk-Kapazität, zwei Körper können an zwei Orten gleichzeitig anwesend sein, zwei Menschen bringen die doppelte Menge Erfahrung ein.
Es ist alles eine Frage der richtigen Arbeitsteilung. Das geht schon.
Freizeit soll ein Gut sein, welches zu kaufen ist? Wie ist das zu verstehen? Wortwörtlich?
Durchaus.
Ich habe 1,5 Jahre freiwillig Teilzeit gearbeitet und das natürlich mit weniger Gehalt "erkauft".
Da ich mich aber nicht am Konsum-Rattenrennen um Eipotz,-pätz, -fohnz, Designerklamotten etc. beteilige konnte ich mir das problemlos leisten.
Ergo: wer weniger konsumiert braucht auch weniger arbeiten sondern kann sich öfters mal in die Sonne legen. Dazu braucht man noch nicht mal eine App!
Arbeit zu teilen, bedeutet gleichzeitig geringere Produktivität. Zwei Arbeitnehmer, die die Arbeit von einem Arbeitsplatz erfüllen, werden dies allgemein in der Summe immer schlechter machen, als ein einzelner Arbeitnehmer.
Was bringt sie auf diesen Gedanken? Ich meine, diese Denkart ist in der Industrie weit verbreitet, gleichzeitig hat sie keinerlei Grundlage. Im Gegenteil, bei diesen beiden 20h/Woche Arbeitern werden sie kaum mal so Symptome wie Burnout feststellen müssen. Zwei Köpfe haben die doppelte Denk- und Merk-Kapazität, zwei Körper können an zwei Orten gleichzeitig anwesend sein, zwei Menschen bringen die doppelte Menge Erfahrung ein.
Es ist alles eine Frage der richtigen Arbeitsteilung. Das geht schon.
Freizeit soll ein Gut sein, welches zu kaufen ist? Wie ist das zu verstehen? Wortwörtlich?
Durchaus.
Ich habe 1,5 Jahre freiwillig Teilzeit gearbeitet und das natürlich mit weniger Gehalt "erkauft".
Da ich mich aber nicht am Konsum-Rattenrennen um Eipotz,-pätz, -fohnz, Designerklamotten etc. beteilige konnte ich mir das problemlos leisten.
Ergo: wer weniger konsumiert braucht auch weniger arbeiten sondern kann sich öfters mal in die Sonne legen. Dazu braucht man noch nicht mal eine App!
IPCC oder ist das experimentell bewiesen und nicht zu falsifizieren?
Das sind zwei gewichtige Unterschiede.
Nicht "zwei Unterschiede", aber "zwei grundverschiedene Aussagen".
Ich empfehle ihnen, einmal ein altes Braunkohlekraftwerk zu besichtigen und sich ein ausführliches Bild von diesen gigantischen Schwerindustrieanlagen zu machen. Vor allem die älteren Anlagentypen.
Man kann in diesem Zusammenhang auch von Industrie-Molochen sprechen.
Möglicherweise bedenken Sie daraufhin den Einfluss der Menschen nicht zu unterschätzen.
Unabhängig davon, ob ein Experiment verifiziert werden kann, dass von einer Anzahl an Parametern abhängt, die heute nicht abschließend korrekt simuliert werden können, sollte der Menschenverstand doch wenigstens Tendenzen sehen können...hoffentlich.
Der Effekt von C02 auf das Klima ist wissenschaftlicher Konsens, völlig unabhängig vom IPCC.
Nicht "zwei Unterschiede", aber "zwei grundverschiedene Aussagen".
Ich empfehle ihnen, einmal ein altes Braunkohlekraftwerk zu besichtigen und sich ein ausführliches Bild von diesen gigantischen Schwerindustrieanlagen zu machen. Vor allem die älteren Anlagentypen.
Man kann in diesem Zusammenhang auch von Industrie-Molochen sprechen.
Möglicherweise bedenken Sie daraufhin den Einfluss der Menschen nicht zu unterschätzen.
Unabhängig davon, ob ein Experiment verifiziert werden kann, dass von einer Anzahl an Parametern abhängt, die heute nicht abschließend korrekt simuliert werden können, sollte der Menschenverstand doch wenigstens Tendenzen sehen können...hoffentlich.
Der Effekt von C02 auf das Klima ist wissenschaftlicher Konsens, völlig unabhängig vom IPCC.
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