Evolutionsbiologie Wie man sich selbst auf den Leim geht

2011 ist das Jahr der gescheiterten Diktatoren, Investoren und Plagiatoren. Der Evolutionsbiologe Robert Trivers liefert dazu die passende Theorie: Sie erklärt, warum Betrüger nicht nur andere, sondern auch sich selbst hinters Licht führen

Menschen sind merkwürdige Wesen. Sie verfügen über ein hoch entwickeltes Denk- und Wahrnehmungsvermögen und können ihre Umwelt vom fernsten Stern bis zum kleinsten Atom präzise vermessen. Wenn es aber um die eigene Person geht, sind sie mitunter für das Offensichtlichste blind. Dann scheinen all ihre kognitiven Fähigkeiten nur dazu zu dienen, sich die Wahrheit schönzureden.

Das zurückliegende Jahr bot für diese These reichhaltiges Anschauungsmaterial. Die Realitätsverweigerung arabischer Diktatoren, das Lavieren angesichts der Euro-Krise oder die Guttenberg-Affäre – scheinbar grundverschiedene Themen, die doch eine Gemeinsamkeit verbindet: Immer wieder erwiesen sich die Protagonisten als unfähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

Anzeige

Al-Gadhafi und Mubarak etwa wähnten das Volk selbst dann noch hinter sich, als dieses in den Straßen lauthals deren Sturz forderte; die Politiker Griechenlands und anderer Euro-Staaten spielten die Schuldenkrise so lange herunter, bis das Finanzloch die gesamte Währungsunion zu verschlingen drohte; und Karl-Theodor zu Guttenberg beharrt noch immer darauf, dass die über tausend Plagiatsfragmente ohne jede Absicht in seine Doktorarbeit hineingeraten seien – obwohl die Universität Bayreuth und der gesunde Menschenverstand längst das Gegenteil sagen. Da fragt man sich: Wie können intelligente Köpfe so beharrlich die Realität verdrängen?

Die Antwort auf diese Frage gibt ein neues Buch. Deceit and Self-Deception heißt das (bislang nur auf Englisch erschienene) Werk des amerikanischen Evolutionsbiologen Robert Trivers: »Täuschung und Selbsttäuschung«. Obwohl der Betrug so alt wie die Menschheit sei, fehle bislang noch immer eine kohärente Theorie dafür, schreibt Trivers. Diese Lücke will er schließen. Anhand zahlreicher Beispiele aus Biologie und Psychologie, Politik und Alltag zeigt Trivers, wie häufig wir die Wahrheit verdrehen; und dass wir dies nicht nur gegenüber anderen tun, sondern oft auch uns selbst gegenüber.

Mehr als 90 Prozent aller Professoren halten sich allen Ernstes für überdurchschnittlich gute Pädagogen, und 70 Prozent aller Schüler denken, sie seien klüger als die Mehrheit. Nahezu alle Menschen – Männer wie Frauen – identifizieren sich eher mit einem drastisch geschönten Porträt ihrer selbst als mit einem realistischen Foto. Börsenmakler überschätzen in der Regel ihre analystischen Kenntnisse, Männer ihre Fähigkeiten als Liebhaber. Und das Verrückteste ist, dass dieser Selbstbetrug häufig nützlich ist. Denn um andere von den eigenen Vorzügen zu überzeugen, hilft es, vor allem selbst an diese zu glauben. Anders gesagt: Wer Erfolg haben will, tut gut daran, sich für besser, klüger und schöner zu halten, als er tatsächlich ist.

In der Evolution hat sich diese Strategie als recht erfolgreich erwiesen (sonst wären wir nicht so eine Spezies von Aufschneidern). Dabei nimmt die Wirkung der psychologischen und neurologischen Mechanismen des Selbstbetrugs mit höherer Intelligenz und Machtfülle nicht etwa ab, sondern zu.

Klingt gewagt? Robert Trivers ist für gewagte Thesen bekannt. In seiner Zunft genießt der 68-Jährige den Ruf, auf schmalem Grat zwischen Genie und Wahnsinn zu wandeln. Im Alter von 21 Jahren wird ihm eine bipolare Störung attestiert. Gleichwohl bezeichnen ihn Kollegen als »einen der einflussreichsten Evolutionsbiologen seit Charles Darwin«. In den 1970er Jahren begründet er in Harvard mit anderen Forschern die »Soziobiologie«, die menschliches Sozialverhalten auf die Biologie zurückführt – eine der einflussreichsten (und umstrittensten) Theorien der Biologie. Doch während andere den Ruhm dafür einheimsen, verkracht sich der ebenso streitbare wie verletzliche Trivers mit nahezu allen Kollegen.

Er verlässt Harvard, geht an eine Universität in Kalifornien und tritt der radikalen Black-Panther-Bewegung bei. Erst in den neunziger Jahren taucht er wieder auf der Bildfläche auf, veröffentlicht einflussreiche genetische Studien und erhält 2006 den Crafoord-Preis der Königlich Schwedischen Akademie, eine der höchsten Auszeichnungen der Biologie. Dass er nach einem solchen Leben voller Höhen und Tiefen nun mit einer Theorie der (Selbst-)Täuschung aufwartet, ist wohl nur folgerichtig.

»Wir sind Lügner, durch und durch.« So beginnt Trivers schonungslose Bilanz menschlichen Verhaltens, die er mit zahlreichen Belegen und Studien unterfüttert. Dabei betrachtet er die Welt mit dem Blick des Evolutionsbiologen, der stets fragt: Warum hat sich dieses oder jenes Verhalten durchgesetzt? Welchen Nutzen bringt es im Licht der natürlichen Selektion?

Aus dieser Perspektive ist zunächst festzuhalten: Überall in der Natur wird getrickst und getäuscht, der Betrug und dessen Aufdeckung zählen zu den wichtigsten Waffen im Kampf ums Überleben. Das beginnt schon auf der Ebene der Viren. Der HIV-Erreger etwa überlistet das menschliche Immunsystem, indem er ständig seine Oberflächenstruktur ändert. Auch für viele Tiere ist eine gute Tarnung – Winterfell, abschreckend »giftige« Färbung, Adaption und Imitation – lebenswichtig. Ein hübsches Beispiel liefert der Blaue Sonnenbarsch, dessen Männchen in zwei verschiedenen Formen auftreten. Neben großen, dominanten Männchen entwickeln sich auch schmächtige Barsche, die das Aussehen und Verhalten der kleineren Weibchen imitieren. Sie lassen sich von den großen Fischen als potenzielle Partnerinnen umschwärmen – und sind schnell zur Stelle, wenn es darum geht, die Eier eines echten Weibchens zu befruchten.

»Das ist, als ob das dominante Männchen sich vorstellt, mit zwei Frauen im Bett zu sein, während es in Wahrheit mit einem Mann und einer Frau zu tun hat«, schreibt Trivers. Dass beide Formen im Laufe der Evolution stabil geblieben sind, ist für ihn ein Hinweis, dass »Betrüger über lange Zeiträume hinweg so erfolgreich sein können wie die Betrogenen«.

Schon im Alter von sechs Monaten lernen Babys zu täuschen

Die Sammlung zoologischer Beispiele ist für Trivers nur das Vorspiel für die Beschäftigung mit seinem eigentlichen Studienobjekt, dem Menschen. Dieser hat schließlich die Kunst der Täuschung in besonderem Maße entwickelt.

Die Fakten sprechen für sich: Im Alter von sechs Monaten lernen Kinder, sich durch vorgetäuschtes Weinen Vorteile zu verschaffen. Mit zwei Jahren können sie so tun, als ob ihnen angedrohte Strafen keine Angst machten – auch wenn das Gegenteil der Fall ist. Zwei Drittel aller Zweieinhalbjährigen zeigen in Studien häufig ein entsprechendes Täuschungsverhalten – stets mit dem Ziel, sich einen Vorteil zu verschaffen.

Brisant dabei ist, dass die Fähigkeit zu lügen mit der Intelligenz korreliert. Je heller der Kopf, umso erfinderischer ist er beim Formulieren von Ausreden. Dies testeten Forscher, indem sie Kinder in einem Raum allein ließen und sie aufforderten, nicht in eine dort stehende Schachtel zu schauen. Natürlich konnten die meisten der Versuchung nicht widerstehen. Wurden die Kinder später gefragt, ob sie gegen die Anweisung verstoßen haben, zeigte sich: Je besser sie zuvor in kognitiven Tests abgeschnitten haben, umso größer war die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr wahres Verhalten geschickt vertuschten.

Hohe Intelligenz geht also nicht zwangsläufig mit besonders untadeligem Verhalten einher, im Gegenteil. »Wer auf seine intellektuellen Fähigkeiten stolz ist, sollte sich fragen, ob er auch öfter lügt und sich selbst täuscht«, kommentiert Trivers. »Er hat jedenfalls das Zeug dazu, dies besonders gut zu können.«

Jede besondere Fähigkeit aber provoziert in der Natur eine Abwehrstrategie. Deshalb sind wir alle Experten darin, die Täuschungsabsichten anderer zu erkennen. Wir registrieren, ob unser Gegenüber Zeichen von Unsicherheit oder innerer Anspannung zeigt, ob seine Stimme höher wird, ob er unserem Blick ausweicht oder aus Nervosität Übersprungshandlungen begeht. Auch die Sprache ist verräterisch: Beim Vertuschen vermeiden Menschen gern Pronomen wie »ich« oder »mir« und bevorzugen stattdessen unpersönliche Umschreibungen (»Die Firma geriet in Schwierigkeiten«, sagt dann der Chef, der sonst für jeden Erfolg persönlich verantwortlich ist).

Natürlich kann man versuchen, solche verräterischen Signale zu unterdrücken. Das allerdings erfordert permanente Willenskraft; und stets besteht die Gefahr, sich in schwachen Momenten doch zu verplappern. Deshalb hat das menschliche Gehirn im Laufe seiner Entwicklung einen genialen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden: Es verdrängt die Wahrheit ins Unterbewusstsein und überzeugt sich selbst davon, dass die Lüge der Realität entspricht. Auf diese Weise kann ein Lügner entspannt und glaubhaft den hanebüchensten Unsinn vertreten, ohne sich mit den kognitiven Kosten seines Betrugs herumschlagen zu müssen. In Trivers Worten: »Täuschung führt zur Selbsttäuschung, um die Täuschung zu perfektionieren«.

Zwar birgt auch diese Strategie ein Risiko, denn wer allzu verbissen die Realität verleugnet, wird am Ende leicht Opfer des eigenen Wahns (siehe Gadhafi). In Maßen aber scheint das Schönen des eigenen Selbstbilds eher hilfreich. So überschätzen viele Männer systematisch das Interesse, das ihnen fremde Frauen entgegenbringen; da diese Selbsttäuschung sie aber zu häufigeren Annäherungsversuchen motiviert, erhöht sie die Chance, am Ende tatsächlich eine interessierte Partnerin zu finden.

Vor allem bei Menschen, die nach Macht streben, ist dieser Mechanismus aktiv. Wer sich selbst als tollen Hecht wahrnimmt, wird leichter von anderen für einen solchen gehalten. Zudem verschafft die Selbsttäuschung das nötige Selbstvertrauen, äußerem Druck standzuhalten – in Machtpositionen unabdingbar.

Deshalb, erklärt Trivers, habe der Mensch im Laufe der Evolution Mechanismen entwickelt, die ebendiese Selbstüberschätzung befördern. Studien zeigen, dass wir unbewusst Informationen bevorzugen, die unsere vorgefasste Meinung bestätigen. Widersprüchliches wird geflissentlich verdrängt. Als Psychologen etwa Befürworter und Gegner der Todesstrafe mit verschiedenen Fakten (pro und contra Todesstrafe) konfrontierten, hatten sich am Ende die Positionen nicht angenähert, sondern noch weiter voneinander entfernt. Jede Seite hatte vor allem jene Fakten zur Kenntnis genommen, die ins eigene Weltbild passten.

Auf ähnliche Weise schönen wir unsere Erinnerungen: Unliebsame Ereignisse, die am Selbstbild kratzen, werden verdrängt oder vom Gehirn automatisch weiter zurückdatiert (»Jugendsünden«), positive Erinnerungen dagegen gepflegt. Der Prozess des Erinnerns entspricht eben nicht dem Abrufen einer gespeicherten Computerdatei, sondern eher dem Erzählen einer alten Mär, die immer wieder an die Gegenwart angepasst wird. Wer sich etwa einredet, in seiner Doktorarbeit nicht getäuscht zu haben, speichert irgendwann dies als Erinnerung ab.

Fatalerweise verstärken sich solche unbewussten Selbsttäuschungsprozesse massiv, wenn wir in Machtpositionen geraten. »Macht korrumpiert unsere mentalen Prozesse beinahe sofort«, diagnostiziert Trivers und zitiert eine Reihe von Experimenten, die zeigen: Schreibt man Menschen Macht zu, beginnen sie postwendend, weniger auf ihre Umgebung zu achten und überzeugter von der eigenen Position zu sein. Damit einhergeht die Neigung, sich moralisch überlegen zu fühlen (»sonst wäre man ja wohl kaum an der Macht«) und das Verhalten anderer kritischer zu beurteilen.

Niemand ist vor Selbstbetrug gefeit. Diese Einsicht kann uns schützen

Nicht alle Gedankengänge von Trivers sind so überzeugend. Mitunter kommt der Evolutionsbiologe weit vom Thema ab, räsoniert umfänglich über eigene Selbsttäuschungen in Bezug auf Frauen oder verbeißt sich in politische Betrachtungen (etwa über die Manipulationen der Bush-Regierung, die zum Irakkrieg führten). Die These von Deceit and Self-Deception aber ist ebenso klar wie gut begründet: Niemand ist davor gefeit, sich die Wahrheit im eigenen Interesse zurechtzubiegen. Und es hilft wenig, über Betrug und Selbstbetrug zu lamentieren. Viel wichtiger ist es, und das ist Trivers Botschaft, sich darauf einzustellen.

Das heißt zum einen, sich die eigenen Selbsttäuschungen immer wieder bewusst zu machen, zum anderen muss das Wissen um diese evolutionär wirksamen Prozesse im politischen und ökonomischen Alltag verankert werden. Noch immer, schimpft Trivers, gingen viele Ökonomen naiv davon aus, dass sich das Eigeninteresse von Individuen dank der Marktmechanismen am Ende auch für die Gesellschaft auszahle. Besser sei es, robuste »Anti-Täuschungsmechanismen« zu erfinden, die uns »vor den schädlichen Effekten des ungeregelten ökonomischen Egoismus derjenigen bewahren, die bereits an der Spitze stehen«.

Vorschläge, wie das konkret auszusehen hätte, darf man von einem Evolutionsbiologen kaum erwarten. Doch an Trivers’ Erkenntnis, dass das Phänomen der (Selbst-)Täuschung allumfassend verbreitet ist, kommt in Zukunft niemand mehr vorbei.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. aber in einer formalisierten Gesellschaft immer ausgeprägter!
    Zur Zeit wird an den Gymnasien überproportial die Fähigkeit bewertet sich selbst darzustellen, durch die deutlich erhöhte Bedeutung der mündlichen Mitarbeit.
    War die zu meiner Schulzeit das Zünglein an der Waage zu außerordentlichen Benotungen oder Abwertungen des Schriftlichen, dominiert heute die mündliche Bewertung so stark, das selbst Schüler mit deultich besseren schriftlichen Noten, bei schlechter mündlicher Leistung deutlich schlechter bewertet werden, als umgekehrt.
    Was die Klagen bdesonders der technischen und handwerklichen Berufsstände über mangelhafter Bwewerber gut erklärt.
    Es wird also schon in den Schulen gefördert!

    Die Bedeutung von Werbung und Marketing ist demselben Mechanismus geschuldet. Selbst Schrott hat in Wirtschaft und Medien höhere Erträge, wenn das Marketing besser ist.

    Besonders auffällig ist das bei "Produkten" deren Qualitätsmängel keine unmittelbaren folgen haben.
    Das beste Beispiel dafür suind unsere Medien insgesamt und die Boulevardpresse insbesondere.

    Ob die genannten Personen in dieses Schema passen ist allerdings kaum bewertbar.
    Denn die Verhältnisse, so wie sie geworden sind, laden cleverere Zeitgenossen auch dazu ein sich über unsinnige formalien hinwegzusetzen. Das kann selbstbetrügerisch sein, aber auch schlichte Gleichgültigkeit.
    Richtig ist, das auch jeder erfolgreiche Mensch, der sich nicht selbst betrügt, trotzdem hochstapelt. ansonsten ist er eben nicht erfolgreich.

  2. Ich bin gelegentlich bei der Zeit unterwegs, um mir ein Bild von ihrem Geist zu machen.
    Bei diesem Artikel musste ich gedrungen an das Lied einer geschätzten Kollegin denken.
    Die Kleingeldprinzessin singt über Erschlossenes Land.
    Ich selbst bin Hoch- bzw. Tiefstapler der feinsten Sorte und kann behaupten, die Kunst der Täuschung nahezu perfektioniert zu haben.
    Herr Trivers attestiert uns Ohnmacht über das eigene Bewusstsein. Das ist Mumpitz. Vielmehr machen wir von dieser „Macht“ gegenwärtig keinen Gebrauch machen, da sie uns die eigene Boshaftigkeit vor Augen führen würde.

    Gott sei Dank kann ich mir selbst glauben, Herr meines Körpers sein zu können. Andernfalls mimte ich bereitwillig das Tier.
    Herzlichst
    Der zum Tode verurteilte Aal

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist es nich sehr skurril das in einer Gesellschaft, die angeblich darauf aus ist die Gleichberechtigung GROß zu schreiben die Leute, die skrupellos genug sind um andere zu täuschen weit mehr Anerkennung finden weil sie das Vertrauen der "leichtgläubigen" ausnutzen ?!
    kleines Beispiel..
    ihr Großvater erzählt ihnen eine Geschichte aus seinem Leben von der er behauptet, dass sie auf Tatsachen beruht. Sie sind allerdings überzeugt davon, dass er sie anlügt um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen und ihnen eine schmackhafte Geschichte aufzutischen... sind sie gewillt ihm zu glauben oder is das auch Mumpitz ?
    Meiner Meinung nach is die Täuschung ein gefährliches Spiel mit dem Vertrauen, je mehr getäuscht wird desto mehr Vertrauen schwindet...
    und nun frage ich sie, was empfänden sie als angenehmer, in einer Gesellschaft zu leben wo sie jede Sekunde darauf achten müssen ob sie getäuscht werden, oder in einer wo sie ihrem Gegenüber blind vertrauen können?!
    ein kleines Zitat zum schluss.

    Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann.

    George Bernard Shaw
    MfG der Typ von nebenan ^^

    • roreri
    • 10.12.2011 um 21:55 Uhr

    von Dota Kehr lässt sich lernen!

    ist es nich sehr skurril das in einer Gesellschaft, die angeblich darauf aus ist die Gleichberechtigung GROß zu schreiben die Leute, die skrupellos genug sind um andere zu täuschen weit mehr Anerkennung finden weil sie das Vertrauen der "leichtgläubigen" ausnutzen ?!
    kleines Beispiel..
    ihr Großvater erzählt ihnen eine Geschichte aus seinem Leben von der er behauptet, dass sie auf Tatsachen beruht. Sie sind allerdings überzeugt davon, dass er sie anlügt um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen und ihnen eine schmackhafte Geschichte aufzutischen... sind sie gewillt ihm zu glauben oder is das auch Mumpitz ?
    Meiner Meinung nach is die Täuschung ein gefährliches Spiel mit dem Vertrauen, je mehr getäuscht wird desto mehr Vertrauen schwindet...
    und nun frage ich sie, was empfänden sie als angenehmer, in einer Gesellschaft zu leben wo sie jede Sekunde darauf achten müssen ob sie getäuscht werden, oder in einer wo sie ihrem Gegenüber blind vertrauen können?!
    ein kleines Zitat zum schluss.

    Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann.

    George Bernard Shaw
    MfG der Typ von nebenan ^^

    • roreri
    • 10.12.2011 um 21:55 Uhr

    von Dota Kehr lässt sich lernen!

  3. täuschte Blüm seine Wähler und Trivers' Theorie legt die Vermutung nahe, dass Blüm selbst daran glaubte, um so die Wähler besser täuschen zu können. Da könnte etwas dran sein; Trivers' Gedanken sind wert, dass wir uns mit ihnen auseinandersetzen.

    Das auch Tiere ihrem Gegenüber etwas vormachen, stimmt. Als weiteres Beispiel möchte ich den Kugelfisch nennen, der sich selbst aufbläst und dadurch größer erscheint und so seinen Feind abschreckt: http://upload.wikimedia.o...

    Dass Ulrich Schnabel als Beispiel das jahrelange Herunterspielen der Schuldenkrise durch unsere Politiker anführt, begrüße ich. So sollten weiter die Gläubiger auf den Leim gehen und weiter Geld leihen. Leider haben das die Rating Agenturen vereitelt und sich allgemeinen Hass zugezogen. Solch eine Herabstufung wirkt wie ein Nadelstich, der den Kugelfisch platzen lässt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    war keine Täuschung. Denn die Renten der damaligen Rentnergeneration sind und waren sicher.
    Leider wird Politik und vor allem die Kommentierung derselben selten serös betrieben, weil kaum jemand an einer seriösen Aufklärung der Wähler interessiert ist.
    Blüms Aussage damals war notwendig, weil die damaligen Rentnenreform am Widerstand der damaligen Rentner als Wähler zu scheitern drohte, die gar nicht betroffen waren.
    die Opposition brachte weitergehende Reformen dadurch zu Fall, das sie bewusst diese Tatsache verschleierte.

    Es ging schon damals umd die zukünftigen Rentner, für die Rentenversicherung eine einseitiges Begünstigungs- bzw. Verlustmodell darstellt. Interressierte Kreise wollten ihrwe Privilegien nicht verlieren, die durch gesellschaftliche Veränderunge entstanden sind.

    Das ist Ihnen weitgehend gelungen, was eine deutliche Verarmung weiter Kreise in der Zukunft zur Folge haben wird.
    Riester und Co wären nämlich mit den angedachten Reformen nicht nötig geworden.
    So aber hat man die zusätzliche Beitragslast allein auf die Einkommensschwächsten verlagert und nennt das "Förderung durch den Staat". Nach den damaligen Vorstellungen hätten die einkommensstärksten die größten Verluste hinnehmen müssen, die am meisten von der demographischen Verschiebung profitieren.

    H.

    war keine Täuschung. Denn die Renten der damaligen Rentnergeneration sind und waren sicher.
    Leider wird Politik und vor allem die Kommentierung derselben selten serös betrieben, weil kaum jemand an einer seriösen Aufklärung der Wähler interessiert ist.
    Blüms Aussage damals war notwendig, weil die damaligen Rentnenreform am Widerstand der damaligen Rentner als Wähler zu scheitern drohte, die gar nicht betroffen waren.
    die Opposition brachte weitergehende Reformen dadurch zu Fall, das sie bewusst diese Tatsache verschleierte.

    Es ging schon damals umd die zukünftigen Rentner, für die Rentenversicherung eine einseitiges Begünstigungs- bzw. Verlustmodell darstellt. Interressierte Kreise wollten ihrwe Privilegien nicht verlieren, die durch gesellschaftliche Veränderunge entstanden sind.

    Das ist Ihnen weitgehend gelungen, was eine deutliche Verarmung weiter Kreise in der Zukunft zur Folge haben wird.
    Riester und Co wären nämlich mit den angedachten Reformen nicht nötig geworden.
    So aber hat man die zusätzliche Beitragslast allein auf die Einkommensschwächsten verlagert und nennt das "Förderung durch den Staat". Nach den damaligen Vorstellungen hätten die einkommensstärksten die größten Verluste hinnehmen müssen, die am meisten von der demographischen Verschiebung profitieren.

    H.

  4. Leseempfehlung: Ibsens Dramen

    Das geht es immer um die Refelxion über die Selbststäuschung und wie sagte der Schriftsteller so schön:

    Jeder hat eine Leiche im Keller.

  5. sich durch vorgetäuschtes Weinen Vorteile zu verschaffen." -sie lernen es nicht, sondern haben es bis dahin gelernt; das aber auch nur, wenn ihr Vortäuschen nicht erkannt wurde und es ihnen Vorteile (Aufmerksamkeit statt Nichtbeachtung) verschaffte! Liebende Zuwendung zum Kind bringt keinen Lügner hervor. - Was mich an diesem Artikel freut, ist, daß bei allen angeführten Beispielen immer ein erklecklicher Teil Menschen dabei ist, der offensichtlich nicht zu den Täuschern gehört; wieso gibt es eigentlich diese? - Wir finden also Menschen in Machtpositionen, die sich nicht umgehend korrumpieren ließen, usw. usf. etc. - Intelligenz alleine ist noch lange keine Klugheit - sie kann mich, gepaart mit negativen Charaktereigenschaften (Lügner), so fest an der Lüge halten lassen, daß ich in dem Gespinnst verfangen bleibe und immer noch eine Lage zusätzlich herumspinne! Das hat mich bei KTvuzG daran erinnert, daß er vom ersten Schrei seines Lebens an lernen mußte, schon Elite zu sein (!), nicht erst kraft der Entfaltung seiner Fähigkeiten zu werden. Bei ihm erscheint es mir, daß er bei diesem einmal Erlernten verbleiben, immer mehr um seinen Kokon herumspinnen wird - bis zum bittersten Ende. - Lügen sind auch in der feinsten Ausführung emotional erkennbar. Es kommt darauf an, wie das Gegenüber reagiert, ob es einem Lügner den Erfolg läßt oder nicht - und das so früh wie möglich. Dann läßt sich die Intelligenz über bessere Charaktereigenschaften in positive Bahnen lenken. -

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gerade der erste Teil ihres Kommentars spricht Bände. Ich hoffe inständig und innig, dass Sie unsere Kinder nicht zum lügen konditionieren. Es würde mich freuen, entzöge man Soziopathen, wie mir, den Nährboden.

    • 2b
    • 10.12.2011 um 14:59 Uhr

    da Mensch (also ich zB auch) keinen generellen Überblick über das Weltgeschehen finden kann, bei Wahl aber dazu genötigt wird, für eine oder anteilig mehrere "Partei(en)" die Stimme zu vergeben (drängende Bedürfnisse priorisierend), stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit (eher Vielsichtigkeit) öffentlicher Einschätzungen der Welterfahrenen (Politiker generell?).
    Da Volksvertreter für sich in Anspruch nehmen (offiziell) die Wähler zu repräsentieren, sollten deren Aussagen (in einem funktionierenden Regelkreis) durch die Realität vieler geeicht werden (wenn das Vertrauen dafür in deren Handlungskoherenz gefördert wurde).

    Das ist ein hoher Anspruch an die Bildung (bewusst als eine Form von (Ver)Klärung unserer Illusionen vor Trübungen) jedes Einzelnen Unserer WeltLebensgemeinschaften, welcher über Elitenbildung hinausgeht und für dessen Umsetzung man in einer industriell und highTech_geprägten Region dieses Planeten Vorsorge treffen wollte? Es geht mir nicht um die Wahl einer Seite, sondern um den Sinn in der Zeit (wenn dann Herr Schmidt all den Beifall mässigt (was scheinbar am wirksamsten ist, wenn man die eigene Gruppe mitkritisiert), dann möchte er vielleicht einfach nur LebensZeit sparen _ ein weises Vorbild finde ich darin)

    Gerade der erste Teil ihres Kommentars spricht Bände. Ich hoffe inständig und innig, dass Sie unsere Kinder nicht zum lügen konditionieren. Es würde mich freuen, entzöge man Soziopathen, wie mir, den Nährboden.

    • 2b
    • 10.12.2011 um 14:59 Uhr

    da Mensch (also ich zB auch) keinen generellen Überblick über das Weltgeschehen finden kann, bei Wahl aber dazu genötigt wird, für eine oder anteilig mehrere "Partei(en)" die Stimme zu vergeben (drängende Bedürfnisse priorisierend), stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit (eher Vielsichtigkeit) öffentlicher Einschätzungen der Welterfahrenen (Politiker generell?).
    Da Volksvertreter für sich in Anspruch nehmen (offiziell) die Wähler zu repräsentieren, sollten deren Aussagen (in einem funktionierenden Regelkreis) durch die Realität vieler geeicht werden (wenn das Vertrauen dafür in deren Handlungskoherenz gefördert wurde).

    Das ist ein hoher Anspruch an die Bildung (bewusst als eine Form von (Ver)Klärung unserer Illusionen vor Trübungen) jedes Einzelnen Unserer WeltLebensgemeinschaften, welcher über Elitenbildung hinausgeht und für dessen Umsetzung man in einer industriell und highTech_geprägten Region dieses Planeten Vorsorge treffen wollte? Es geht mir nicht um die Wahl einer Seite, sondern um den Sinn in der Zeit (wenn dann Herr Schmidt all den Beifall mässigt (was scheinbar am wirksamsten ist, wenn man die eigene Gruppe mitkritisiert), dann möchte er vielleicht einfach nur LebensZeit sparen _ ein weises Vorbild finde ich darin)

  6. Eine Leser-Empfehlung
  7. Gerade der erste Teil ihres Kommentars spricht Bände. Ich hoffe inständig und innig, dass Sie unsere Kinder nicht zum lügen konditionieren. Es würde mich freuen, entzöge man Soziopathen, wie mir, den Nährboden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein Lügner sind Sie, wie wir alle, und vielleicht depressiv *, aber kein Soziopath, weil es Ihnen sonst egal wäre, ob man Soziopathen den Nährboden entzieht. Leute mit schwerer narzisstischer Persönlichkeitsstörung zeichnen sich i.d.R. durch ein extrem geringes Mass an kritischer Selbstreflexion und Empathiefähigkeit aus. Ursache ist meist eine strenge kalte Erziehung, durch die Kinder leistungsmässig überfordert werden. Solche Leute sind gefährlich und sollten keine leitende Funktion übernehmen - was leider häufig der Fall ist!

    * Bipolarität (meist Typ II) wird häufig als Depression fehldiagnostiziert, weil die Depression und das schizoide Verhalten (sozialer Rückzug) Folgeprobleme der Bipolarität sind. Unter "bipolar" stellen sich die meisten Laien monatelange Phasen vor, in denen sich Hochgefühl und Niedergeschlagenheit abwechseln. Aber es ist komplizierter. Die Phasen können sehr unterschiedlich lang sein (von halbjährlich bis zu mehrmals am Tag). Ausserdem bestehen während der hypomanischen Phase nicht unbedingt ganz grosse Glücksgefühle. Vielmehr handelt es sich um eine Periode, in der besonders viel Energie und Leistungsfähigkeit besteht. Der Betroffene kommt dann mit sehr wenig Schlaf aus, macht grosse Pläne oder widmet sich extrem konzentriert einem bestimmten Projekt. Extremes Selbstbewusstsein kann ebenso vorhanden sein wie Glückseligkeit oder Aggressivität gegenüber "Störern". Kein Wunder, dass Trivers während seiner Arbeit mit Kollegen in Konflikt geraten ist.

    Ein Lügner sind Sie, wie wir alle, und vielleicht depressiv *, aber kein Soziopath, weil es Ihnen sonst egal wäre, ob man Soziopathen den Nährboden entzieht. Leute mit schwerer narzisstischer Persönlichkeitsstörung zeichnen sich i.d.R. durch ein extrem geringes Mass an kritischer Selbstreflexion und Empathiefähigkeit aus. Ursache ist meist eine strenge kalte Erziehung, durch die Kinder leistungsmässig überfordert werden. Solche Leute sind gefährlich und sollten keine leitende Funktion übernehmen - was leider häufig der Fall ist!

    * Bipolarität (meist Typ II) wird häufig als Depression fehldiagnostiziert, weil die Depression und das schizoide Verhalten (sozialer Rückzug) Folgeprobleme der Bipolarität sind. Unter "bipolar" stellen sich die meisten Laien monatelange Phasen vor, in denen sich Hochgefühl und Niedergeschlagenheit abwechseln. Aber es ist komplizierter. Die Phasen können sehr unterschiedlich lang sein (von halbjährlich bis zu mehrmals am Tag). Ausserdem bestehen während der hypomanischen Phase nicht unbedingt ganz grosse Glücksgefühle. Vielmehr handelt es sich um eine Periode, in der besonders viel Energie und Leistungsfähigkeit besteht. Der Betroffene kommt dann mit sehr wenig Schlaf aus, macht grosse Pläne oder widmet sich extrem konzentriert einem bestimmten Projekt. Extremes Selbstbewusstsein kann ebenso vorhanden sein wie Glückseligkeit oder Aggressivität gegenüber "Störern". Kein Wunder, dass Trivers während seiner Arbeit mit Kollegen in Konflikt geraten ist.

  8. Wissenschaftliches Arbeiten erscheint zunehmend als Potpourri
    wissenschaftlicher Meinungen und wird - in der Zusammenstellung - als eigene Leistung betrachtet (siehe zu Guttenberg). Ich bin darüber befremdet, daß bspw. einer Studienrätin ( Fach Deutsch) nicht einmal der Begriff "Hermeneutik", geschweige denn dessen Inhalt, geläufig ist. Und da wundern wir uns noch?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service