Wochenmarkt Adventszeit ist Lebkuchenzeit

Was heißt hier Original? Elisenlebkuchen können aus Nürnberg sein – oder von der Oma. Ein entsprechendes Rezept findet sich im Heimwehküche-Band für süße Sachen.

Heimweh ist ein Gefühl, das man als Kind hasst und als Erwachsener wie einen alten Bekannten freudig begrüßt. Das wissen Linn Schmidt und Birgit Hamm, die vor einem Jahr Rezepte aus der Heimwehküche zusammengetragen haben. Grüne Soße, Königsberger Klopse und Sonntagsbraten sind das Gegenteil von Sushi und Sternekochkunst, eine Küche von unten, die wenig will, bloß das, was Großmütter, wenn sie gute Großmütter sind, wollen: ein gutes Gefühl machen.

Weil alles, was gebacken wurde, ein besonders schönes Heimweh macht, gibt es jetzt (bei Dorling Kindersley) einen zweiten Heimwehküche-Band, in dem man ebenfalls wie in einem Familienalbum vielen alten Bekannten und Verwandten wiederbegegnet, die man ungerechterweise vergessen hatte: Bienenstich, Mutzenmandeln, Buchteln und anderen süßen Sachen, nach Rezepten von Großmüttern zubereitet, die zum Teil aus der Verwandtschaft der Autorinnen stammen. Linn Schmidts Oma Erna zum Beispiel machte gern Elisenlebkuchen (der Opa tunkte die Lebkuchen in den Kaffee, und immer wenn er tunkte, schimpfte die Oma).

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Alle Wochenmarkt-Rezepte

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Eier schaumig schlagen, Zucker einrieseln lassen. Weiterschlagen, bis eine cremige Masse entsteht. Gewürze, Mandeln, Nüsse, Orangenschale, Orangeat und Zitronat unterrühren, 24 Stunden abgedeckt trocknen lassen. Ofen auf 160° heizen, Oblaten auf Backpapier legen, je 1 EL Teig daraufdrücken. 20–25 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Herausnehmen, abkühlen lassen. Für den Guss Puderzucker mit 3–4 EL Wasser verrühren und auf die Lebkuchen streichen – oder diese mit geschmolzener Kuvertüre überziehen. Mit Mandeln dekorieren.

Jetzt kommt das Schwierigste am Lebkuchenbacken: Warten. Warten. Warten. Denn Lebkuchen schmecken am besten, wenn sie nicht ganz frisch sind, sondern einige Tage in einer Blechdose geruht haben. Linn Schmidt und Birgit Hamm haben übrigens auch den Omatrick in Erfahrung gebracht, wie man hartes Gebäck wieder weich bekommt (mit Milch einpinseln, 3–5 Minuten bei 150° aufbacken, abkühlen lassen, in einer Dose verwahren). Aber den Tipp braucht man für Lebkuchen nicht – die selbst gebackenen werden nicht hart. Nur die gekauften, im August gebackenen, halten bis zum Advent oft nicht durch.

Rezept: Elisenlebkuchen

2 Eier, 200 g Zucker, 1 EL gemahlener Zimt, ½ TL gemahlene Nelke, 125 g gemahlene Mandeln, 100 g gemahlene Haselnüsse, abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange, je 30 g Orangeat und Zitronat, ca. 15 Oblaten (9 cm Ø), 150 g Puderzucker oder 125 g Kuvertüre; Mandeln zum Dekorieren

 
Leser-Kommentare
  1. Also wirklich gut und saftig werden die nur mit Kartoffeln!

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    • FZ
    • 14.12.2011 um 17:06 Uhr

    Also ich kenn's - wenn auch bei Blechlebkuchen - mit Apfelspalten. Mit in die Blechdose, und gut.

    • FZ
    • 14.12.2011 um 17:06 Uhr

    Also ich kenn's - wenn auch bei Blechlebkuchen - mit Apfelspalten. Mit in die Blechdose, und gut.

  2. Die Mandeln gehören kurz abgekocht, damit man die braune Haut leicht entfernen kann, dann fallen sie auch schon fast von alleine in zwei Hälften.
    Die »Oma« hätte niemals ganze Mandeln mit Haut auf den Lebkuchen gelegt – ich auch nicht!

    Eine Leser-Empfehlung
    • FZ
    • 14.12.2011 um 17:06 Uhr

    Also ich kenn's - wenn auch bei Blechlebkuchen - mit Apfelspalten. Mit in die Blechdose, und gut.

    Antwort auf "Kartoffel"

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