Autor Michael Hardt"Wir suchen noch"

Er ist Co-Autor von "Empire", das als das kommunistische Manifest der Gegenwart gilt. Ein Interview mit Michael Hardt von 

Demonstranten bei einem "Occupy Wall Street"-Protestzug in New York

Demonstranten bei einem "Occupy Wall Street"-Protestzug in New York  |  © Stan Honda/AFP/Getty Images

DIE ZEIT: Herr Hardt, was ist für Sie Sozialismus?

Michael Hardt: Sozialismus ist eine Politik, die sich an Staatsmanagement und Staatsregulierung der Wirtschaft und des sozialen Lebens orientiert.

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ZEIT: Ist das noch zeitgemäß?

Michael Hardt

ist Literaturtheoretiker an der Duke-Universität in den USA.

Hardt: Oft haben wir Scheuklappen auf. Wir verstehen alle Arten des Wohlstands als entweder Privatbesitz oder öffentlichen Besitz. Wenn das eine scheitert, flüchten wir uns in das andere. Antonio Negri und ich haben viel über die Allmenden nachgedacht – die sind weder staatlich noch privat kontrolliert. Und viele dieser Dinge – Ideen, Computer-Programmcode, Bilder – eignen sich ganz hervorragend für Allmenden. In ähnlicher Weise kann man das Ökosystem der Erde betrachten.

ZEIT: Welche Forderungen leiten Sie daraus ab?

Hardt: Immaterielle Formen des Wohlstands wie Computercodes oder pharmazeutische Formeln werden produktiver eingesetzt, wenn sie nicht im Privatbesitz sind, wenn sie geteilt werden und wenn es offenen Zugriff darauf gibt.

ZEIT: Das Wissen soll also öffentlich werden.

Hardt: Es soll von den Menschen gemeinsam verwaltet werden.

ZEIT: Eine Revolution ist das noch nicht.

Hardt: Nein, die Wissenschaft hat traditionell so gearbeitet. Sie veröffentlicht Ideen und Resultate für alle zugänglich. Anderes ist schwerer zu teilen. Kann man Wasser öffentlich und gemeinsam verwalten? Das geht, aber es ist schwierig. Sie müssen also das demokratische Management einer Reihe wichtiger Infrastrukturen etablieren; Rohre, Pumpen, Klärwerke. Das ist eine große soziale Anstrengung.

ZEIT: Erst recht schwierig wird es bei Dingen, die sehr knapp und konfliktträchtig sind, Rohstoffe und Energie zum Beispiel.

Hardt: Man braucht demokratische Formen der Entscheidungsfindung, um die Verteilung dieser Güter zu organisieren.

Leserkommentare
    • doof
    • 17. Dezember 2011 18:37 Uhr

    entweder bin ich doof oder ich habe nicht so ganz begriffen, was dieses interview hier soll?
    oder, anders ausgedrückt: das ist ein interview?
    ich nehme mit: eine idee, unsere gesellschaftlichen probleme zu beheben sind die einführung von mehr gemeingütern?
    super. und herr hardt weiss nicht genau, was sozialistisch ist. toll.
    aber brauch ich deswegen einen artikel in der zeit um solche allgemeinplätze zu verbreiten?
    sehr sonderbar.

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    ...war etwas wie:"Es muss anders gehen,aber ich weiss nicht wie,wir finden es irgenwie heraus,obwohl manches nicht klar ist.Das bedeutet,dass meine Alternative nicht unbedingt alternativlos ist oder vielleicht sein könnte,aber nanu...ich kann mich vielleicht täuschen."

    Alles klar? ;-)

    "Ich bin weder Rechts,noch links,sondern das pure Gegenteil"(ein Mexikanischer Präsident,aber nich weiss nicht mehr welcher)

  1. ...war etwas wie:"Es muss anders gehen,aber ich weiss nicht wie,wir finden es irgenwie heraus,obwohl manches nicht klar ist.Das bedeutet,dass meine Alternative nicht unbedingt alternativlos ist oder vielleicht sein könnte,aber nanu...ich kann mich vielleicht täuschen."

    Alles klar? ;-)

    "Ich bin weder Rechts,noch links,sondern das pure Gegenteil"(ein Mexikanischer Präsident,aber nich weiss nicht mehr welcher)

    Antwort auf "hm, nuun, ah, ja,,, "
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    • doof
    • 17. Dezember 2011 19:29 Uhr

    so könnte man es auch sagen ;-)
    auf jedenfall inhaltsschwer und tiefgründig, dieses ingerview.

  2. Bitte verzichten Sie auf zusammenhanglose Unterstellungen, krude Theorien und Äußerungen, die keinen Bezug zum Artikelthema erkennen lassen. Danke, die Redaktion/fk.

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    • doof
    • 17. Dezember 2011 19:33 Uhr

    und ich frag mich, ob das wissen wer ich sei - vor allem in verbindung mit dieser ihrer aussage - ausreichen würde um mich analytisch mit theorien zu gesellschaften und systemen auseinander zu setzen.
    ;-)

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie konstruktiv das Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn

    • doof
    • 17. Dezember 2011 19:29 Uhr

    so könnte man es auch sagen ;-)
    auf jedenfall inhaltsschwer und tiefgründig, dieses ingerview.

    • doof
    • 17. Dezember 2011 19:33 Uhr

    und ich frag mich, ob das wissen wer ich sei - vor allem in verbindung mit dieser ihrer aussage - ausreichen würde um mich analytisch mit theorien zu gesellschaften und systemen auseinander zu setzen.
    ;-)

    Antwort auf "ich bin Patriot!"
  4. Es muss einfach aufhören, dass Menschen nach ihrem Besitz und dem Streben danach bewertet werden. Vielmehr sollte die Vielfalt alles menschlichen Seins geachtet und als unabdingbar gelten.

    Dass Menschen unter extremen Bedingungen, sei es die Polarregion oder der Urwald...existieren können, nutzt uns allen, weil sie uns lehren können. Dass es Männer, Frauen und Kinder, Kranke, Alte, Behinderte, Konservative und Linke, dass es unterschiedlichste historische, gesellschaftliche oder persönliche Erfahrungen, soziale und rationale Denker und so unendlich viel weitere Variationen des menschlichen Daseins gibt, muss als Gewinn gesehen werden.
    Nicht ausschliesslich, sondern integrativ müssen die Gesellschaften werden. Und alles, aber auch alles muss getan werden, um unsere Kinder in solchem Denken zu schulen.

    Dann wird es eine soziale Ebene geben, in der nicht das °ICH°, sondern das °DU° der Wertmassstab aller Dinge wird.

    • Xdenker
    • 18. Dezember 2011 21:03 Uhr

    "Sozialismus ist eine Politik, die sich an Staatsmanagement und Staatsregulierung der Wirtschaft und des sozialen Lebens orientiert."

    Habe versucht, diesen Satz zu verstehen. Es ist mir nicht gelungen. Das gilt dann auch für den Rest seiner Sagen, die, jedenfalls für mich, nichts aus_sagen.

    Ein, wie ich finde, sinnfreies und überflüssiges Interview.

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