Post-Chef Frank Appel "Ich kann mir vergeben"Seite 2/5

ZEIT: Kann man sich Glück erarbeiten?

Appel: Man kann das Glück sicher ein wenig zwingen, indem man fleißig und beharrlich ist. Und man muss das Glück auch erkennen können, wenn es erscheint. Wenn Menschen sagen, sie seien vom Unglück verfolgt, dann merken sie meist gar nicht mehr, wenn das Glück gerade wieder vorbeigeht.

ZEIT: Sie bezeichnen sich selbst als postheroisch. Kein Konzernkönig also! Fehlt einer halben Million Postlern nicht eine Identifikationsfigur?

Appel: Ich sehe mich nicht als der Obermanager, der alles an sich reißt und allein entscheidet. Ich versetze die Organisation und ihre Führungskräfte in die Lage, das Richtige zu tun. Das ist mein Job: coachen, anleiten, Rahmenbedingungen setzen.

ZEIT: Appel, der Nicht-Alpha-Kerl, der Beta-Mann?

Appel: Alpha-Tier, Beta-Mann: Solche Begriffe sagen mir nichts. Als wir den britischen Logistiker Exel vor sechs Jahren gekauft haben, habe ich meinen Posten als Logistikchef bei der Post an den Exel-Chef abgegeben. Einige meinten damals, davon würde ich mich nie erholen. Sicher war ich mir da auch nicht. Aber ich wusste, das ist gut fürs Unternehmen.

ZEIT: Sind Sie angstfrei?

Appel: Ich habe Angst, dass meiner Familie etwas geschieht. Aber im Beruf? Fast nie.

ZEIT: In der Post hieß es mal über Sie: Wenn der Appel hereinkommt, sinkt die Temperatur im Raum um fünf Grad.

Appel: Stimmt aber nicht. Wenn Sie mit 46 Jahren Vorstandsvorsitzender werden und vor einer Menge erfahrener Leute sprechen, agieren Sie zunächst außerhalb Ihrer Komfortzone und wirken dabei natürlich ernster.

ZEIT: Gibt es noch mehr Postheroiker unter den Dax-Vorständen?

Appel: Da gibt es heute durchaus mehr, die ihr Privat- und Berufsleben besser ausbalancieren. Mit einigen treffe ich mich zum Lunch statt zum Dinner, weil wir abends unsere Familien sehen wollen. Und die Wochenenden halten wir uns frei.

ZEIT: Nehmen Sie es persönlich, schämen Sie sich vielleicht gar, wenn bei der Post wieder üble Arbeitsbedingungen bekannt werden?

Appel: Nein, ich muss mich von der Idee befreien, ich könnte alles im Unternehmen direkt verantworten.

ZEIT: Wie kommunizieren Sie mit Ihren Mitarbeitern?

Appel: Mit den Führungskräften telefoniere ich sehr viel, oder wir treffen uns. E-Mail findet fast gar nicht statt. Damit kann man einen Konzern nicht führen.

ZEIT: Der Postheroiker René Obermann hat ein paar Hundert Meter weiter bei der Telekom eine Frauenquote eingeführt. Sie nicht.

Appel: Ich bin überzeugt davon, dass Frauen im Schnitt für die heutigen Anforderungen in der Geschäftswelt besser qualifiziert sind als Männer. Sie haben eine bessere Balance zwischen klassischer und emotionaler Intelligenz. Sie können sich tendenziell besser in die Situation des Gegenübers versetzen. Das müssen Sie als Chef können. Deswegen werden wir künftig viel mehr Frauen in Führungspositionen sehen.

Leser-Kommentare
    • TDU
    • 20.12.2011 um 12:45 Uhr

    Nichts gegen einzuwenden gegen diese üblichen Pauschalen und die Offenlegung der "Geheimnisse" einer glücklichen und funktionierenden Ehe.

    Nur ein wenig vorsichtig sein sollte er schon. Dumme und arme Jungs versenden weder Pakete, schreiben keine Briefe und sortieren auch nicht für Hungerlöhne, wenn der Zwang zu groß wird.

  1. 2. Ahh...

    Wieder ein neues Abziehbildchen für die üblichen Botschaften...

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  2. ...mir schleierhaft, warum dieses informativ-kluge Interview vor und hinter dem Mikrofon klug, meine ich, bisher noch nicht kommentiert wurde, wo doch anderererseits bei Trivial-Interviews oft gleich loskommentiert wird.
    Zur Sache:
    Mit diesem Appel-Chef sind die Post und wir Nutzer wirklich glückhaft bedient, meine ich:
    Aber zu fördern braucht man Frauen wohl garnicht, diese Meisterinnen in der geschmeidigen Anpassung, was ja gerade auch ihr größtes Handicap ist.
    Wenn Frauen etwas wirklich wollen, schaffen sie alles, na sagen wir: fast alles(!) alleine, sogar dann, wenn Männer ihnen eifersüchtig und unklug auch noch Knüppel vor die Füße werfen.
    Und natürlich hat auch hierin Appel recht, wenn er meint, daß es Aufgabe der Wirtschaft ist, schon aus Klugkeit (füge ich hinzu!), Frauen zu fördern.
    Aber dazu müssen wir Testosteron-Produzenten erst mal diesen logischen Zusammenhang neidlos erkennen, meine ich und bin hocherfreut, daß es doch langsam voran geht, mit uns Menschen!
    Wenn auch leider nur sehr langsam.

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    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

  3. Frauen sind besser weil sie Frauen sind.
    Männer sind besser weil sie Männer sind.
    .
    Wird der eine Quatsch jetzt vom anderen abgelöst?
    Verbessert das wirklich was bei der Post?
    Glaub' ich nicht.
    Ob Frauen oder Männer, BWL-Absolventen sind nicht gerade Leute, denen man vorgestellt werden möchte.

    • kinnas
    • 20.12.2011 um 13:44 Uhr
    5. Tjaja

    "Wer erfolgreich eine Organisation führen will, sollte in allen Lebenslagen derselbe sein."

    Wenden sie diesen Satz mal auf die Politiker an. Kein Wunder, daß es der BRD zZ schlechter geht als es müsste!

    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

  4. den anderen zu vernachlässigen. Punkt.

    Quote ist allgemein und immer abzulehnen. Denke ich.

    Es muss in der Politik, Wirtschaft und Beruf immer nur um Kompetenz gehen und nie um das Geschlecht oder gar Migration...

    Was nützt ein Mann/Frau/Migrant etc. an den Hebeln der Macht wenn diese Person fachlich einfach nicht fähig ist diese Hebel zu bedienen?

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    sehr richtig...
    ausserdem peinlich sich jetzt aus öffentlichkeits- und pr absichten der mode zu beugen ,wie dieser "chef" es tut.

    zumal: wer öffentlich klaus zumwinkel gutheißt und ihn als berater sieht, disqualifiziert sich selbst.

    man kann nur hoffen, dass wir die political corectness zurückfahren und nach dem leistungsprinzip vorgehen. wer leiset bekommt den posten , egal ob frau oder mann
    falls es zur gesetzlichen quote kommt, werden etliche menschen bzw. männer das land verlassen

    sehr richtig...
    ausserdem peinlich sich jetzt aus öffentlichkeits- und pr absichten der mode zu beugen ,wie dieser "chef" es tut.

    zumal: wer öffentlich klaus zumwinkel gutheißt und ihn als berater sieht, disqualifiziert sich selbst.

    man kann nur hoffen, dass wir die political corectness zurückfahren und nach dem leistungsprinzip vorgehen. wer leiset bekommt den posten , egal ob frau oder mann
    falls es zur gesetzlichen quote kommt, werden etliche menschen bzw. männer das land verlassen

  5. Wenn Frauen besser sind als Männer, dann soll der gute Herr Appel mal sein Zustellpersonal konsequenterweise auf 100% Frauen umstellen. Vielleicht klappt dann die Zustellung von Briefen und Paketen besser, als sie das zur Zeit tut...

    Eine Leser-Empfehlung
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    ..so wie Sie jetzt offensichtlich absichtlich überspitzt formulieren, habe ich Appel eigentlich nicht verstanden, sondern eher - auch überspitzt bzw. verkürzt ausgedrückt - Frauen sind besser als ihr beschränkter Ruf bei uns Testosteronproduzenten im Allgemeinen ist und müssen immer etwas besser sein, um uns überhaupt leistungsmäßig recht aufzufallen zu können, weil wir eben seit Siegmund Freud Kastrationsängste um unsere Herr-lichen diesbezüglichen Prduktionsstätten, tatsächlich und im unbewußt übertragenen Sinne haben.
    Normal sind wir als homo sapiens doch erst dann, finde ich, wenn dies kein Thema mehr für uns und die dann ärmeren Medien ist! ;-)
    P.S.: ich traue mich solche Dinge auch nur deswegen zu schreiben, weil wir doch gerade öffentlich-medial um einen berühmten Psychotherapeuten trauern, der allerdings eine anderes Lieblingsthema speziell beackerte!

    ..so wie Sie jetzt offensichtlich absichtlich überspitzt formulieren, habe ich Appel eigentlich nicht verstanden, sondern eher - auch überspitzt bzw. verkürzt ausgedrückt - Frauen sind besser als ihr beschränkter Ruf bei uns Testosteronproduzenten im Allgemeinen ist und müssen immer etwas besser sein, um uns überhaupt leistungsmäßig recht aufzufallen zu können, weil wir eben seit Siegmund Freud Kastrationsängste um unsere Herr-lichen diesbezüglichen Prduktionsstätten, tatsächlich und im unbewußt übertragenen Sinne haben.
    Normal sind wir als homo sapiens doch erst dann, finde ich, wenn dies kein Thema mehr für uns und die dann ärmeren Medien ist! ;-)
    P.S.: ich traue mich solche Dinge auch nur deswegen zu schreiben, weil wir doch gerade öffentlich-medial um einen berühmten Psychotherapeuten trauern, der allerdings eine anderes Lieblingsthema speziell beackerte!

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