Post-Chef Frank Appel "Ich kann mir vergeben"Seite 5/5

ZEIT: War Ihr Vorgänger der bessere Netzwerker?

Appel: Jedenfalls war er am Ende seiner Amtszeit bestens vernetzt. Ich bin da noch auf dem Wege.

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ZEIT: Wäre ein Düsseldorfer Abkommen, mit dem die Post der Bundesnetzagentur 2002 geringere Preisnachlässe beim Porto abgetrotzt haben soll, auch unter Frank Appel zustande gekommen?

Appel: Ich weiß von keinem geheimen Abkommen, es ist bei uns auch nicht aktenkundig. Natürlich haben damals Gespräche stattgefunden, auch ich spreche heute mit dem Behördenchef Kurth. Da geschieht nichts Rechtswidriges.

ZEIT: Bei Ihrem Verhältnis zu Zumwinkel glaubt Ihnen niemand, dass Sie es nicht besser wissen.

Appel: Und doch ist es so.

ZEIT: Für die Post sind durch die Absprachen Milliardenprivilegien herausgesprungen. So stand es im Spiegel.

Appel: Das Porto wurde gesenkt, da kann man nicht sagen, es sei viel herausgesprungen. Und im Spiegel habe ich auch keine Fakten gesehen, die das Behauptete erhärten.

ZEIT: Gut für Sie, dass Zumwinkel nicht Ihr Aufsichtsratschef wurde. Sie hätten sonst den Rückzug aus dem US-Markt nicht so leicht geschafft.

Appel: Keine Ahnung, ich beschäftige mich nicht mit Eventualitäten. Ich jedenfalls will mich später mal nicht als Aufsichtsratschef beerben. Jetzt habe ich die Chance, das Unternehmen zu führen, und entweder habe ich dann etwas bewegt oder nicht. Ich muss anschließend nicht dabei zusehen, wie mein Nachfolger Dinge anders macht.

ZEIT: Erst mal sind Sie ja noch der Chef. Worin sehen Sie die größte Gefahr für das Gelingen der Ära Appel?

Appel: Dass ich nicht mehr erkenne, wenn etwas schiefläuft.

ZEIT: Wie schützen Sie sich davor?

Appel: Ich führe ein normales Leben. Am Wochenende hole ich immer noch die Brötchen und stelle mich beim Bäcker in die Schlange. Wir pflegen unser Privatleben mit Freunden, die wir schon lange kennen, nicht alles Vorstandschefs oder Berühmtheiten, sondern Menschen wie Sie und ich.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 20.12.2011 um 12:45 Uhr

    Nichts gegen einzuwenden gegen diese üblichen Pauschalen und die Offenlegung der "Geheimnisse" einer glücklichen und funktionierenden Ehe.

    Nur ein wenig vorsichtig sein sollte er schon. Dumme und arme Jungs versenden weder Pakete, schreiben keine Briefe und sortieren auch nicht für Hungerlöhne, wenn der Zwang zu groß wird.

  1. 2. Ahh...

    Wieder ein neues Abziehbildchen für die üblichen Botschaften...

    Eine Leser-Empfehlung
  2. ...mir schleierhaft, warum dieses informativ-kluge Interview vor und hinter dem Mikrofon klug, meine ich, bisher noch nicht kommentiert wurde, wo doch anderererseits bei Trivial-Interviews oft gleich loskommentiert wird.
    Zur Sache:
    Mit diesem Appel-Chef sind die Post und wir Nutzer wirklich glückhaft bedient, meine ich:
    Aber zu fördern braucht man Frauen wohl garnicht, diese Meisterinnen in der geschmeidigen Anpassung, was ja gerade auch ihr größtes Handicap ist.
    Wenn Frauen etwas wirklich wollen, schaffen sie alles, na sagen wir: fast alles(!) alleine, sogar dann, wenn Männer ihnen eifersüchtig und unklug auch noch Knüppel vor die Füße werfen.
    Und natürlich hat auch hierin Appel recht, wenn er meint, daß es Aufgabe der Wirtschaft ist, schon aus Klugkeit (füge ich hinzu!), Frauen zu fördern.
    Aber dazu müssen wir Testosteron-Produzenten erst mal diesen logischen Zusammenhang neidlos erkennen, meine ich und bin hocherfreut, daß es doch langsam voran geht, mit uns Menschen!
    Wenn auch leider nur sehr langsam.

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    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

  3. Frauen sind besser weil sie Frauen sind.
    Männer sind besser weil sie Männer sind.
    .
    Wird der eine Quatsch jetzt vom anderen abgelöst?
    Verbessert das wirklich was bei der Post?
    Glaub' ich nicht.
    Ob Frauen oder Männer, BWL-Absolventen sind nicht gerade Leute, denen man vorgestellt werden möchte.

    • kinnas
    • 20.12.2011 um 13:44 Uhr
    5. Tjaja

    "Wer erfolgreich eine Organisation führen will, sollte in allen Lebenslagen derselbe sein."

    Wenden sie diesen Satz mal auf die Politiker an. Kein Wunder, daß es der BRD zZ schlechter geht als es müsste!

    • TDU
    • 20.12.2011 um 13:55 Uhr

    Es ist schön lieber Testeron Mitproduzent, dass Sie erkannt haben, was einigen z. B. mir, schon von Haus klar ist. Und ich habe auch nichts gegen Frauenförderung durch die Wirtschaft. Nur kam das ein wenig abstrakt rüber. "Seine" Chefinnen düften keine Förderung mehr nötig haben, es sei denn Postenverteilung wäre auch unter "Fördermassnahme" zu verstehen, aber das tut er sicher nicht.

    Der Dienstleistungsbereich ist ein Breich. Da kann man wunderbare Netzwerke aufbauen. Aber Netzwerke gut ausgebildeter Technikfirmen sind wegen der Monopolisierung von Auftragsvolumina gar nicht gerne gesehen und in solchen Firmen zählt die messabre Tat und nicht die Kommunikation.

    Man sollte also in diesem Bereich die Förderung aller naturwissenschaftlichen Talente nicht vernachlässigen.

    Dass man Fehler nicht leugnen sollte, ist auch kein Fall der Selbstkasteiung, sondern ist ein Ding im mutigen und klugen Umgang mit sich selbst und andern.

    Und die fehlende Scham, bzw. das "ich kann mich nicht um alles Kümmern" wegen der Frage nach den Arbeitsbedingungen hätte man jemandem, der nicht die Frauenförderung so hoch angesetzt hätte, vermutlich nicht so leicht durchgehen lassen.

  4. den anderen zu vernachlässigen. Punkt.

    Quote ist allgemein und immer abzulehnen. Denke ich.

    Es muss in der Politik, Wirtschaft und Beruf immer nur um Kompetenz gehen und nie um das Geschlecht oder gar Migration...

    Was nützt ein Mann/Frau/Migrant etc. an den Hebeln der Macht wenn diese Person fachlich einfach nicht fähig ist diese Hebel zu bedienen?

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    sehr richtig...
    ausserdem peinlich sich jetzt aus öffentlichkeits- und pr absichten der mode zu beugen ,wie dieser "chef" es tut.

    zumal: wer öffentlich klaus zumwinkel gutheißt und ihn als berater sieht, disqualifiziert sich selbst.

    man kann nur hoffen, dass wir die political corectness zurückfahren und nach dem leistungsprinzip vorgehen. wer leiset bekommt den posten , egal ob frau oder mann
    falls es zur gesetzlichen quote kommt, werden etliche menschen bzw. männer das land verlassen

    sehr richtig...
    ausserdem peinlich sich jetzt aus öffentlichkeits- und pr absichten der mode zu beugen ,wie dieser "chef" es tut.

    zumal: wer öffentlich klaus zumwinkel gutheißt und ihn als berater sieht, disqualifiziert sich selbst.

    man kann nur hoffen, dass wir die political corectness zurückfahren und nach dem leistungsprinzip vorgehen. wer leiset bekommt den posten , egal ob frau oder mann
    falls es zur gesetzlichen quote kommt, werden etliche menschen bzw. männer das land verlassen

  5. Wenn Frauen besser sind als Männer, dann soll der gute Herr Appel mal sein Zustellpersonal konsequenterweise auf 100% Frauen umstellen. Vielleicht klappt dann die Zustellung von Briefen und Paketen besser, als sie das zur Zeit tut...

    Eine Leser-Empfehlung
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    ..so wie Sie jetzt offensichtlich absichtlich überspitzt formulieren, habe ich Appel eigentlich nicht verstanden, sondern eher - auch überspitzt bzw. verkürzt ausgedrückt - Frauen sind besser als ihr beschränkter Ruf bei uns Testosteronproduzenten im Allgemeinen ist und müssen immer etwas besser sein, um uns überhaupt leistungsmäßig recht aufzufallen zu können, weil wir eben seit Siegmund Freud Kastrationsängste um unsere Herr-lichen diesbezüglichen Prduktionsstätten, tatsächlich und im unbewußt übertragenen Sinne haben.
    Normal sind wir als homo sapiens doch erst dann, finde ich, wenn dies kein Thema mehr für uns und die dann ärmeren Medien ist! ;-)
    P.S.: ich traue mich solche Dinge auch nur deswegen zu schreiben, weil wir doch gerade öffentlich-medial um einen berühmten Psychotherapeuten trauern, der allerdings eine anderes Lieblingsthema speziell beackerte!

    ..so wie Sie jetzt offensichtlich absichtlich überspitzt formulieren, habe ich Appel eigentlich nicht verstanden, sondern eher - auch überspitzt bzw. verkürzt ausgedrückt - Frauen sind besser als ihr beschränkter Ruf bei uns Testosteronproduzenten im Allgemeinen ist und müssen immer etwas besser sein, um uns überhaupt leistungsmäßig recht aufzufallen zu können, weil wir eben seit Siegmund Freud Kastrationsängste um unsere Herr-lichen diesbezüglichen Prduktionsstätten, tatsächlich und im unbewußt übertragenen Sinne haben.
    Normal sind wir als homo sapiens doch erst dann, finde ich, wenn dies kein Thema mehr für uns und die dann ärmeren Medien ist! ;-)
    P.S.: ich traue mich solche Dinge auch nur deswegen zu schreiben, weil wir doch gerade öffentlich-medial um einen berühmten Psychotherapeuten trauern, der allerdings eine anderes Lieblingsthema speziell beackerte!

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