Stimmt's / Stimmt's? : Können Tiere Mitleid empfinden?

Eine Kolumne von
...fragt Hans-Hendrik Ewert aus Villingen.

Nachdem im Oktober an dieser Stelle geklärt wurde, dass es Freundschaft zwischen Tieren geben kann , fragten gleich mehrere Leser nach, ob denn der Mensch beim Mitleid noch eine Monopolstellung habe. Oder können auch Tiere sich in die Pein ihrer Mitgeschöpfe einfühlen?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Mitleid oder Empathie ist die Fähigkeit, zu erkennen, dass ein anderes Wesen leidet, und dieses Gefühl zu "spiegeln". Es ist die Grundlage für die menschliche Moral – Serienkillern und anderen Psychopathen fehlt meist jegliches Empathievermögen. Schon seit mehreren Jahren weiß man, dass Primaten Emotionen ihrer Artgenossen deuten können. Schimpansen leiden mit, wenn sie im Fernsehen Bilder von gequälten Schimpansen sehen. Rhesusaffen, denen man eine Belohnung anbot, wenn sie anderen Rhesusaffen Elektroschocks versetzten, lehnten die Nahrung ab (was bei Menschen keine Selbstverständlichkeit ist).

In der vergangenen Woche berichteten nun Forscher von der University of Chicago in Science von Hinweisen, dass auch Ratten Empathie empfinden : Im Experiment befreiten die Nager eingesperrte Artgenossen, die sichtbar litten, aus einem Gefängnis. Das Leiden des Mitgeschöpfs war also nicht nur "ansteckend", es führte sogar zu einer altruistischen Handlung, aus der die Ratten keinen unmittelbaren Nutzen zogen. Und sogar wenn ihnen als Alternative Schokolade angeboten wurde, ließen sie zunächst die andere Ratte frei und teilten danach mit ihr die Süßigkeit: ihr Mitgefühl war noch stärker als die Naschsucht.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Es wundert mich immer wieder...

...daß man bei Säugetieren nicht automatisch davon ausgeht das sie uns emotional identisch sind.
Wir mögen Dank größeren Gehirns in der Lage sein unsere Umwelt nach unseren Wünschen zu gestalten, aber Freundschaft, Mitleid, Fürsorge etc. gibts unter allen Säugetieren.
Vielleicht sind diese Eigenschaften etwas das wir aus der Savanne mitgenommen haben und wie es scheint dabei sind zu verlernen, sind wir doch die einzigen Säugetiere die sich regelmäßig aus vollkommen idiotischen Gründen abschlachten.

Wir können das Töten unterlassen

"41. Wir sind beileibe nicht das einzigen Säugetiere
Wir sind beileibe nicht das einzigen Säugetiere, das sich gegenseitig abschlachtet."

Ja, aber wir sind möglicherweise auf der Erde die einzigen, die ihren Verstand und auch ihre Vernunft dazu benutzen können, es zu unterlassen.
Die Wahrnehmung selbsterzeugten Leides ( z.B. 2WW ) führt zu Bewußtseinserweiterung und verstärkt den Friedenswillen und die Bereitschaft, für Frieden aktiv zu werden durch das eigene Friedlichsein.

Wir können das Töten unterlassen

"41. Wir sind beileibe nicht das einzigen Säugetiere
Wir sind beileibe nicht das einzigen Säugetiere, das sich gegenseitig abschlachtet."

Ja, aber wir sind möglicherweise auf der Erde die einzigen, die ihren Verstand und auch ihre Vernunft dazu benutzen können, es zu unterlassen.
Die Wahrnehmung selbsterzeugten Leides ( z.B. 2WW ) führt zu Bewußtseinserweiterung und verstärkt den Friedenswillen und die Bereitschaft, für Frieden aktiv zu werden durch das eigene Friedlichsein.

hauptsache kritik

Der Bonobo oder Zwergschimpanse (Pan paniscus) ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Gemeinsam mit dem Gemeinen Schimpansen bildet er die Gattung der Schimpansen (Pan). Von seinem bekannten Verwandten unterscheidet er sich durch sein friedlicheres Verhalten und eine zierlichere Statur. Trotz seiner Bezeichnung als Zwergschimpanse gleicht seine Größe annäherungsweise den Vorgenannten. (wikipedia)

Empatie ??

Autsch ... Fettnäpfchen.

Bitte mal die Arbeiten von Thomas Müller lesen wie "Bestie Mentsch" grade bei Serienkillern wure eine Erstaunlich hohe empatie festgestellt mit der sie die reaktionen ihre Umgebung auf sich feststellennund beinflussen konnten. Nur so konnten viele erst zu Serienmördern werden und wurden nicht bein 1-2 ten mal gefasst.

Serienmördern fehllt nicht die Empatie, sie leben nur in einer anderen Gefühlswelt die wir nich betreten oder verstehen können.

Aber zu sagen das sie keine Empatie haben ist falsch und auch leichtsinnig.

Differentzirung.

Oh Verteufeln sie die Mentschen nicht vorschnell, sie können auch mitfühlen wie sich ihr Opfer fühlt.

im buch "Bestie Mentsch" ist das gut an dem Fall der Schwartzen Witfe einer Gift serienmörderin zu erkennen die immer Deken und ein Warmes Plätzchen füt ihre Opfer hatte weil sie wuste das das Gift die Nebenwirkung hat das den Opfern kalt ist, und sie niht wollte das sie frieren.

Serienmörder sind nicht Dämonen sonder ebend auch Mentschen bei denen einge Nedürfnisse sich vom Körper nicht erfüllen lassen und die sich in sonchen ( krankhaften ( Handlungen äusern. Aber nicht um sonst heist es immer kurtz nach einer Festnahme " Das hätte ich den Mentschen nicht zugetraut." und " Doch nicht grade der.". Das " Das wusste ich schon immer." Kommt erst nach einger Zeit und ist eine Abgrentzungsreaktion des normalen Mentschen.

Aber auch Serienmörder sind dazu fähig aus Mitleid den Armen zu helfen oder Empatie für Verwundete und Kranke zu emfinden. allerdings haben sie einige Bedürfnisse die ihnen wichtiger sind und die sie ausleben obwohl sie sehen das es anderen Mentschen extrem schadet.

Es kommt nur darauf an welches Bedürfnis in ihnen momentahn die Oberhand hat und welches unterdrükt wird, wie bei anderen Mentschen im Krieg wo das Bedürfnis nach Überleben auch das Mitleid einschränkt und es so den Mentschen möglich macht zu töten.
Würde man also serienmördern jede Empatie absprechen müsste man das auch für alle Soldaten tun.

Na ja,

Solidarität im Rudel, bei dem das Individuum im Überlebenskampf des Rudels durchaus sogar den eigenen Tod riskiert, ist ja nun nichts Neues. U.a. deswegen hält Mensch seit paar Jahrtausenden Hund.

Aber man nehme doch mal ein anderes Beispiel: was würde man denn von einem Menschen halten, der das Bein eines lebenden Schweines auf den Grill wuchtet und es unter den Schmerzensschreien des Schweines grillt, um es anschließend zu verzehren?
Gut, Katzen grillen natürlich nicht.
Aber damit, einem Kaninchen bei lebendigem Leib ein Bein abzufressen - und dann schreien auch die stummen Kaninchen - haben sie keinerlei emotionale Probleme.

Ebensowenig wie damit, mit einer Maus immer noch weiter zu spielen, der schon die Gedärme aus dem Bauch hängen.

(Falls diese Darstellung jemandem nicht passt: die Wirklichkeit IST SO.)

Bitte, ich mag meine Katze trotzdem.
Nur, als Haustierhalterin und Geisteswissenschaftlerin halte ich ich die Forschungsarbeiten der Verhaltensforscher doch oft für sehr verbesserungsbedürftig.

Zu oft nötigen die 'erstaunlichen' Ergebnisse solcher Forschungen erfahrenen Tierhaltern nur ein müdes Lächeln ab.
Während anderes, worin sich Mensch und Tier wirklich unterscheiden, regelmäßig außen vor bleibt.

Das Katzen Mäuse regelrecht zu Tode quälen...

...vorallem dann wenn sie sowieso von einem Menschen gefüttert werden kann ich bestätigen.
Aber für die Katze ist die Maus Futter.
Daran sieht man aber auch wie ähnlich diese Art von Säugetier uns ist, verhalten sich manche Menschen doch auch nicht viel anders - bei uns heißt das dann Tierquälerei.
Aber Katzen unter sich haben ein äusserst komplexes Sozialverhalten, leben in einer Matriarchie, ziehen verwandte Jungen auf, helfen bei der Geburt etc.
Hätte die Katze Mitleid mit ihrer Nahrung wäre sie als Spezie bereits ausgestorben.
Ich esse Fleisch, schau darauf das mein Fleischer mir nur Artgerecht behandelte Tiere verkauft. Aber dann hört mein "Mitleid" mit Schwein, Rind, Wild, etc. schon auf.
Anderen Menschen ist es vollkommen egal, die kaufen auch aus der Massentierhaltung.
Ich kenne keine Katze die sowas einer Maus antut.
Wie gesagt, soviel Unterschied was dei Nahrung angeht sehe ich da nicht.

Es stimmt nicht,

dass für die Katze die Maus nur Futter ist.
Sie ist auch Spielzeug, nämlich dann, wenn sie sie gar nicht mag. Das gilt zum Beispiel für Spitzmäuse, aber auch für Wühlmäuse und Ratten.
Die Mäuse, die angeblich als 'Geschenk' dem Menschen gebracht werden, sind in der Regel solche, die die Katze für ungenießbar hält.
Natürlich hat das Futter mit dem Jagdverhalten zu tun. Eine Katze, die nicht gefüttert wird, hat keine Zeit, sich mit Ungenießbarem zu amüsieren; daher die bäuerliche Legende, Katzen würden keine Ratten und Wühlmäuse fangen. Ungefütterte Katzen können sich diesen Luxus nämlich nicht leisten.
Also: wenn sie es sich leisten kann, tötet die Katze eindeutig aus Spaß an der Freud.
Tut das ein Mensch, betrachten wir das mit Abscheu und bestrafen es mit dem Gesetz gegen Tierquälerei.
DAS ist der Unterschied zwischen Tier und Mensch.

Erlaubte Tierquälerei

Auch ich bin überzeugt, dass ein grosser Teil der Menschen einerseits ihren Mitgeschöpfen mehr Empathie entgegenbringt als die Katze einer Maus.

Andererseits ist es Tatsache, dass durch Tierqual produzierte und obendrein unnötige Lebensmittel, wie Gänsestopfleber, Fleisch aus Massentierhaltung, Haifischen die Flossen abzuschneiden und die noch lebenden Körper ins Meer zu werfen usw., erlaubt oder geduldet sind.

Obwohl viele Menschen dies mit Abscheu betrachten, wird millionenfach Tierquälerei eben nicht bestraft.

Spezies...

"Selbst wenn ein Kater den Nachwuchs eines Rivalen toetet, geht das ganz schnell."
Schön dass Sie das ansprechen. Denn in der Tierwelt ist es ganz normal die Jungen eines anderen Männchens umzubringen damit die Mutter schneller wieder Begattbar wird und der Mörder so eine Chance hat sich mit ihr zu paaren.
Das zeigt sehr schön, dass sobald es um den eigenen Vorteil geht, es mit dem Mitgefühl doch nicht so weit her ist.