Stimmt's?Können Tiere Mitleid empfinden?

...fragt Hans-Hendrik Ewert aus Villingen. von 

Weibliche Bonobos umarmen sich - Affen sind zu vielen "menschlichen" Gefühlen, wie etwa Sympathie und Mitleid fähig.

Weibliche Bonobos umarmen sich - Affen sind zu vielen "menschlichen" Gefühlen, wie etwa Sympathie und Mitleid fähig.  |  © Georges Gobet/AFP/Getty Images

Nachdem im Oktober an dieser Stelle geklärt wurde, dass es Freundschaft zwischen Tieren geben kann , fragten gleich mehrere Leser nach, ob denn der Mensch beim Mitleid noch eine Monopolstellung habe. Oder können auch Tiere sich in die Pein ihrer Mitgeschöpfe einfühlen?

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

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Mitleid oder Empathie ist die Fähigkeit, zu erkennen, dass ein anderes Wesen leidet, und dieses Gefühl zu "spiegeln". Es ist die Grundlage für die menschliche Moral – Serienkillern und anderen Psychopathen fehlt meist jegliches Empathievermögen. Schon seit mehreren Jahren weiß man, dass Primaten Emotionen ihrer Artgenossen deuten können. Schimpansen leiden mit, wenn sie im Fernsehen Bilder von gequälten Schimpansen sehen. Rhesusaffen, denen man eine Belohnung anbot, wenn sie anderen Rhesusaffen Elektroschocks versetzten, lehnten die Nahrung ab (was bei Menschen keine Selbstverständlichkeit ist).

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In der vergangenen Woche berichteten nun Forscher von der University of Chicago in Science von Hinweisen, dass auch Ratten Empathie empfinden : Im Experiment befreiten die Nager eingesperrte Artgenossen, die sichtbar litten, aus einem Gefängnis. Das Leiden des Mitgeschöpfs war also nicht nur "ansteckend", es führte sogar zu einer altruistischen Handlung, aus der die Ratten keinen unmittelbaren Nutzen zogen. Und sogar wenn ihnen als Alternative Schokolade angeboten wurde, ließen sie zunächst die andere Ratte frei und teilten danach mit ihr die Süßigkeit: ihr Mitgefühl war noch stärker als die Naschsucht.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 17. Dezember 2011 20:00 Uhr

    ...daß man bei Säugetieren nicht automatisch davon ausgeht das sie uns emotional identisch sind.
    Wir mögen Dank größeren Gehirns in der Lage sein unsere Umwelt nach unseren Wünschen zu gestalten, aber Freundschaft, Mitleid, Fürsorge etc. gibts unter allen Säugetieren.
    Vielleicht sind diese Eigenschaften etwas das wir aus der Savanne mitgenommen haben und wie es scheint dabei sind zu verlernen, sind wir doch die einzigen Säugetiere die sich regelmäßig aus vollkommen idiotischen Gründen abschlachten.

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    • dojon
    • 21. Dezember 2011 14:05 Uhr

    Wir sind beileibe nicht das einzigen Säugetiere, das sich gegenseitig abschlachtet.
    Siehe folgende link: http://de.wikipedia.org/w...
    unter dem Absatz: Verhalten auserhalb der Gruppe.
    Auch unter männlichen Löwen gibt es regelmäßig Tote bei Revierkämpfen.

  1. Die Affen auf dem Titelbild sind übrigens Bonobos (Pan paniscus) und keine Schimpansen, wie von Ihnen beschriftet.

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    • wauzi
    • 17. Dezember 2011 21:58 Uhr

    Der Bonobo oder Zwergschimpanse (Pan paniscus) ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Gemeinsam mit dem Gemeinen Schimpansen bildet er die Gattung der Schimpansen (Pan). Von seinem bekannten Verwandten unterscheidet er sich durch sein friedlicheres Verhalten und eine zierlichere Statur. Trotz seiner Bezeichnung als Zwergschimpanse gleicht seine Größe annäherungsweise den Vorgenannten. (wikipedia)

    Redaktion

    Lieber Leser,

    da ist tatsächlich ein Fehler passiert - wir haben die Bildunterschrift geändert und bitten um Entschuldigung. Die Affen auf dem Bild sind Bonobos.

    Herzliche Grüße aus der Redaktion.

    • wauzi
    • 17. Dezember 2011 21:58 Uhr

    Der Bonobo oder Zwergschimpanse (Pan paniscus) ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Gemeinsam mit dem Gemeinen Schimpansen bildet er die Gattung der Schimpansen (Pan). Von seinem bekannten Verwandten unterscheidet er sich durch sein friedlicheres Verhalten und eine zierlichere Statur. Trotz seiner Bezeichnung als Zwergschimpanse gleicht seine Größe annäherungsweise den Vorgenannten. (wikipedia)

    Antwort auf "Titelbild"
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    Mir ist durchaus bekannt, dass der Bonobo und der Schimpanse zur gleichen Gattung gehören. Ich arbeite an einem angesehenen Primatenforschungsentrum.
    Dennoch finde ich es äußerst uneindeutig "Schimpansen" unter das Bild zu schreiben, wenn es sich doch um Bonobos handelt (auch wenn diese hin und wieder als Zwergschimpansen bezeichnet werden), da die meisten Laien den Unterschied zwischen Bonobos und Schimpansen nicht kennen. Wie auch immer, mein Kommentar war nur als Hinweis an die Redaktion gedacht... und nicht als Kritik.

  2. Mir ist durchaus bekannt, dass der Bonobo und der Schimpanse zur gleichen Gattung gehören. Ich arbeite an einem angesehenen Primatenforschungsentrum.
    Dennoch finde ich es äußerst uneindeutig "Schimpansen" unter das Bild zu schreiben, wenn es sich doch um Bonobos handelt (auch wenn diese hin und wieder als Zwergschimpansen bezeichnet werden), da die meisten Laien den Unterschied zwischen Bonobos und Schimpansen nicht kennen. Wie auch immer, mein Kommentar war nur als Hinweis an die Redaktion gedacht... und nicht als Kritik.

    Antwort auf "hauptsache kritik"
  3. Autsch ... Fettnäpfchen.

    Bitte mal die Arbeiten von Thomas Müller lesen wie "Bestie Mentsch" grade bei Serienkillern wure eine Erstaunlich hohe empatie festgestellt mit der sie die reaktionen ihre Umgebung auf sich feststellennund beinflussen konnten. Nur so konnten viele erst zu Serienmördern werden und wurden nicht bein 1-2 ten mal gefasst.

    Serienmördern fehllt nicht die Empatie, sie leben nur in einer anderen Gefühlswelt die wir nich betreten oder verstehen können.

    Aber zu sagen das sie keine Empatie haben ist falsch und auch leichtsinnig.

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    Wenn Psychopathen sich nicht in andere Menschen hineinversetzen könnten, hätten sie wahrscheinlich nicht so viel Erfolg. Sich Hineinversetzen können heißt aber noch lange nicht, MITFÜHLEN zu können.
    Nicht umsonst gibt es die Differenzierung zwischen kognitiver und emotionaler Empathie.

  4. Redaktion

    Lieber Leser,

    da ist tatsächlich ein Fehler passiert - wir haben die Bildunterschrift geändert und bitten um Entschuldigung. Die Affen auf dem Bild sind Bonobos.

    Herzliche Grüße aus der Redaktion.

    Antwort auf "Titelbild"
  5. 7. Na ja,

    Solidarität im Rudel, bei dem das Individuum im Überlebenskampf des Rudels durchaus sogar den eigenen Tod riskiert, ist ja nun nichts Neues. U.a. deswegen hält Mensch seit paar Jahrtausenden Hund.

    Aber man nehme doch mal ein anderes Beispiel: was würde man denn von einem Menschen halten, der das Bein eines lebenden Schweines auf den Grill wuchtet und es unter den Schmerzensschreien des Schweines grillt, um es anschließend zu verzehren?
    Gut, Katzen grillen natürlich nicht.
    Aber damit, einem Kaninchen bei lebendigem Leib ein Bein abzufressen - und dann schreien auch die stummen Kaninchen - haben sie keinerlei emotionale Probleme.

    Ebensowenig wie damit, mit einer Maus immer noch weiter zu spielen, der schon die Gedärme aus dem Bauch hängen.

    (Falls diese Darstellung jemandem nicht passt: die Wirklichkeit IST SO.)

    Bitte, ich mag meine Katze trotzdem.
    Nur, als Haustierhalterin und Geisteswissenschaftlerin halte ich ich die Forschungsarbeiten der Verhaltensforscher doch oft für sehr verbesserungsbedürftig.

    Zu oft nötigen die 'erstaunlichen' Ergebnisse solcher Forschungen erfahrenen Tierhaltern nur ein müdes Lächeln ab.
    Während anderes, worin sich Mensch und Tier wirklich unterscheiden, regelmäßig außen vor bleibt.

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    • Gerry10
    • 18. Dezember 2011 7:24 Uhr

    ...vorallem dann wenn sie sowieso von einem Menschen gefüttert werden kann ich bestätigen.
    Aber für die Katze ist die Maus Futter.
    Daran sieht man aber auch wie ähnlich diese Art von Säugetier uns ist, verhalten sich manche Menschen doch auch nicht viel anders - bei uns heißt das dann Tierquälerei.
    Aber Katzen unter sich haben ein äusserst komplexes Sozialverhalten, leben in einer Matriarchie, ziehen verwandte Jungen auf, helfen bei der Geburt etc.
    Hätte die Katze Mitleid mit ihrer Nahrung wäre sie als Spezie bereits ausgestorben.
    Ich esse Fleisch, schau darauf das mein Fleischer mir nur Artgerecht behandelte Tiere verkauft. Aber dann hört mein "Mitleid" mit Schwein, Rind, Wild, etc. schon auf.
    Anderen Menschen ist es vollkommen egal, die kaufen auch aus der Massentierhaltung.
    Ich kenne keine Katze die sowas einer Maus antut.
    Wie gesagt, soviel Unterschied was dei Nahrung angeht sehe ich da nicht.

    Im Artikel wird nur Mitleid fuer Mitglieder der gleichen Spezies beschrieben: eine Katze beisst der anderen kein Bein ab. Selbst wenn ein Kater den Nachwuchs eines Rivalen toetet, geht das ganz schnell.
    Die interessante Frage ist fuer mich daher: wuerde eine Ratte auch eine Maus befreien und wuerde ein Rhesusaeffchen einem Hund zuliebe auf die Belohnung verzichten?

  6. Wenn Psychopathen sich nicht in andere Menschen hineinversetzen könnten, hätten sie wahrscheinlich nicht so viel Erfolg. Sich Hineinversetzen können heißt aber noch lange nicht, MITFÜHLEN zu können.
    Nicht umsonst gibt es die Differenzierung zwischen kognitiver und emotionaler Empathie.

    Antwort auf "Empatie ??"
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    Oh Verteufeln sie die Mentschen nicht vorschnell, sie können auch mitfühlen wie sich ihr Opfer fühlt.

    im buch "Bestie Mentsch" ist das gut an dem Fall der Schwartzen Witfe einer Gift serienmörderin zu erkennen die immer Deken und ein Warmes Plätzchen füt ihre Opfer hatte weil sie wuste das das Gift die Nebenwirkung hat das den Opfern kalt ist, und sie niht wollte das sie frieren.

    Serienmörder sind nicht Dämonen sonder ebend auch Mentschen bei denen einge Nedürfnisse sich vom Körper nicht erfüllen lassen und die sich in sonchen ( krankhaften ( Handlungen äusern. Aber nicht um sonst heist es immer kurtz nach einer Festnahme " Das hätte ich den Mentschen nicht zugetraut." und " Doch nicht grade der.". Das " Das wusste ich schon immer." Kommt erst nach einger Zeit und ist eine Abgrentzungsreaktion des normalen Mentschen.

    Aber auch Serienmörder sind dazu fähig aus Mitleid den Armen zu helfen oder Empatie für Verwundete und Kranke zu emfinden. allerdings haben sie einige Bedürfnisse die ihnen wichtiger sind und die sie ausleben obwohl sie sehen das es anderen Mentschen extrem schadet.

    Es kommt nur darauf an welches Bedürfnis in ihnen momentahn die Oberhand hat und welches unterdrükt wird, wie bei anderen Mentschen im Krieg wo das Bedürfnis nach Überleben auch das Mitleid einschränkt und es so den Mentschen möglich macht zu töten.
    Würde man also serienmördern jede Empatie absprechen müsste man das auch für alle Soldaten tun.

    aber "Psychopathen" fühlen mit...diesen Menschen gefällt nur wenn andere Schmerz spüren und leiden...die meisten "Psychopathen" sind in der Kindheit selbst Opfer absolut machtloser Quälerei geworden....

    Bei SM vermischen sich ja die Lust-und Schmerzimpulse auch...oft ebenso durch ähnliche Erfahrungen in der Kindheit.

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  • Schlagworte Archiv | Emotion | Fernsehen | Freundschaft | Gefängnis | Ratte
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