Studienabbrecher Kein Beistand, nirgends
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Wichtig ist sozialer Beistand von außen

So liegt die Vermutung nahe, dass viele ausländische Studenten intellektuell sehr wohl in der Lage wären, ihr Studium zu beenden, dass ihnen dafür lediglich der soziale Rückhalt fehlt. Jede Menge positive Beispiele belegen genau diese These. Etwa die Geschichte von Manafpour Osalou, die mit ihrer Familie als Sechsjährige aus Iran nach Deutschland kam. Ihre Eltern sind Akademiker, mit ihrer Unterstützung schaffte sie es trotz der anfänglichen Sprachbarriere gleich nach der Grundschule auf das Gymnasium. Heute studiert sie Medizintechnik und ist eine doppelte Ausnahme in ihrem Studiengang. »Frau und Migrantin, das fällt auf«, sagt sie. Dass viele ihrer Kommilitonen das Studium vorzeitig abbrechen, wundert sie nicht: »Die meisten geben zu früh auf, dabei muss man sich durchbeißen.« Bei vielen sei nicht die mangelnde Begabung das Problem, sondern die Tatsache, »dass man sich selber nichts zutraut«.

Wie wichtig deshalb sozialer Beistand von außen ist, scheinen angesichts der intern schon länger bekannten katastrophalen Abbrecherstatistiken auch die Hochschulleitungen begriffen zu haben. Viele von ihnen versuchen mittlerweile, mit speziellen Programmen gegenzusteuern: Sie setzen Tutoren ein, die den Studenten als Coaches bei dem Einstieg in die neue universitäre Lebenswelt zur Seite stehen, organisieren wissenschaftliche Schreibworkshops, führen Mentoringprogramme durch, um die Studierenden mit Vorbildern aus Wissenschaft und Politik zusammenzubringen. Und sie vergeben gezielt Stipendien für Studenten mit ausländischen Wurzeln.

Uni ist anders als Schule

Andreas Marx, ehemaliger Vorsitzender des Bundesverbandes ausländischer Studenten (BAS) und selber Deutschtürke, hält viel von solchen Programmen – solange sie Deutschen wie Ausländern zugutekämen. Initiativen speziell für Bildungsinländer hingegen seien zwar gut gemeint, brächten häufig jedoch einen gegenteiligen Effekt, sagt Marx: »Sie können die Studenten mit Migrationshintergrund an den Rand drängen, statt sie zu integrieren. Da fragen sich die deutschen Kommilitonen zu Recht, warum es die Programme nur für Ausländer gibt!« Sein Argument für die Gleichbehandlung ist wiederum die Bildungsferne: Die gebe es schließlich bei deutschen wie ausländischen Familien. »Viele Studierende fühlen sich heute überfordert. Das hat nichts mit der Herkunft zu tun.«

Die Überforderung vieler Erstsemester kann auch Ahmet Arslan nachvollziehen. Der Unterschied zwischen Schule und Hochschule sei einfach sehr groß, sagt der 20-Jährige. »Es hilft einem keiner, man muss vollkommen selbstständig arbeiten.« Anders als viele Kommilitonen mit vergleichbaren Startvoraussetzungen kann Ahmet aber auf die Unterstützung seiner Familie zählen. Er ist sicher, dass Erfolg und Misserfolg stark davon abhängen, wie man aufwächst. »Meine Eltern wollten immer, dass aus uns ›etwas Besseres‹ wird. Wenn meine Schwester für die Uni lernen musste, dann hatte in der ganzen Wohnung absolute Ruhe zu herrschen.« Solange sich nicht alle Studenten auf einen solchen Rückhalt verlassen können, müssen sich die Hochschulen etwas einfallen lassen. Gut, dass sie das allmählich erkennen.

 
Leser-Kommentare
  1. http://www.tagesspiegel.d...

    China, dem Land mit der wunderlichen Hyroglyphensprache und ohne Wasseranschluss und TV-Schüssel. Also ehrlich, es tut mir leid. Wenn ein Student nicht einmal Bafög beantragen kann, dann hat er auf einer Uni überhaupt nichts verloren.

    Es gibt bei einem Arbeiterkind keine Unterschiede - egal wie die Wurzeln aussehen. Wer das behauptet diskriminiert (oder ist ein Positiv-Rassist).

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    "China, das Land mit der Hyroglyphensprache und ohne Wasseranschluss und TV-Schüssel"?

    Wer ist denn hier nun positiv rassistisch? Und die chinesischen Studenten kommen allesamt aus bildungsnahen Haushalten in China, die könnten es sich sonst gar nicht leisten, die Kinder irgendwo hin zu schicken. Wo sie dann, zumindest in Deutschland, besser betreut werden als Deutsche die von Immigranten abstammen. Ich hab Chinesen an der Uni die selbst nach drei Jahren in Deutschland immer noch Hilfe bei den Behörden brauchen. Über die beschwert sich aber keiner, komisch.

    "China, das Land mit der Hyroglyphensprache und ohne Wasseranschluss und TV-Schüssel"?

    Wer ist denn hier nun positiv rassistisch? Und die chinesischen Studenten kommen allesamt aus bildungsnahen Haushalten in China, die könnten es sich sonst gar nicht leisten, die Kinder irgendwo hin zu schicken. Wo sie dann, zumindest in Deutschland, besser betreut werden als Deutsche die von Immigranten abstammen. Ich hab Chinesen an der Uni die selbst nach drei Jahren in Deutschland immer noch Hilfe bei den Behörden brauchen. Über die beschwert sich aber keiner, komisch.

  2. Ich kenne wine Anzahl Migrantenkinder die an deutschen Unis studieren, aber nur wenige aus islamischen Kulturkreisen, und die sind meist nicht Türken oder Araber. Sagt uns das was?

    Wieso schafft es ein in DE aufgewachsener, nicht mit Uni-Deutsch fertig zu werden? Ist dafür nicht das Abi da? Wie kam er denn zum Abi?

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    Das sagt uns,dass Sie eine sarrazinische Weltsicht haben und Ihr Bekanntenkreis sehr überschaubar ist.Ihre Aussagen über "Islamische Kulturkreise" sagen eher etwas über Sie aus!

    Hier ist ein Link,der auf Daten basiert:
    http://www.wissenschaftwe...

    Die Fähigkeit an einer UNI weiterzukommen hat nichts mit religiösen Ansichten zu tun,sondern mit Motivation und der Bereitschaft sich stundenlang hinzusetzen und zu lernen.Punkt!

    Erfolg und Misserfolg ist eine sehr individuelle Sache.Es ist in diesem Falle nicht wichtig,ob die Familie des Studenten deutsch ist oder nicht,sondern welcher sozialen Schicht sie angehört.
    Wenn jemand nicht in der Lage ist wissenschaftliche Texte zu lesen bzw. diese nicht zu verstehen,dann sollte sich diese Person etwas nicht-akademisches suchen.Ehrgeiz mit mangeldem Wissen ist ein Garant fürs spätere Scheitern.

    Wer Intelligenz an religiösen/ethnischen/erblichen Punkten festmachen will ist ein Rassist!!!

    "Ich kenne wine Anzahl Migrantenkinder die an deutschen Unis studieren, aber nur wenige aus islamischen Kulturkreisen, und die sind meist nicht Türken oder Araber. Sagt uns das was?"

    Um es in Ihrer einfachen Denkweise auszudrücken:
    Das heisst, dass Araber und Türken aufgrund ihrer rückständigen, islamisch geprägten Kultur, quasi von Natur aus garnicht die Voraussetzungen für eine gehobene Bildung erfüllen.

    Ich nehme an, dass Sie uns diese rassistische These nahelegen möchten.

    Das sagt uns,dass Sie eine sarrazinische Weltsicht haben und Ihr Bekanntenkreis sehr überschaubar ist.Ihre Aussagen über "Islamische Kulturkreise" sagen eher etwas über Sie aus!

    Hier ist ein Link,der auf Daten basiert:
    http://www.wissenschaftwe...

    Die Fähigkeit an einer UNI weiterzukommen hat nichts mit religiösen Ansichten zu tun,sondern mit Motivation und der Bereitschaft sich stundenlang hinzusetzen und zu lernen.Punkt!

    Erfolg und Misserfolg ist eine sehr individuelle Sache.Es ist in diesem Falle nicht wichtig,ob die Familie des Studenten deutsch ist oder nicht,sondern welcher sozialen Schicht sie angehört.
    Wenn jemand nicht in der Lage ist wissenschaftliche Texte zu lesen bzw. diese nicht zu verstehen,dann sollte sich diese Person etwas nicht-akademisches suchen.Ehrgeiz mit mangeldem Wissen ist ein Garant fürs spätere Scheitern.

    Wer Intelligenz an religiösen/ethnischen/erblichen Punkten festmachen will ist ein Rassist!!!

    "Ich kenne wine Anzahl Migrantenkinder die an deutschen Unis studieren, aber nur wenige aus islamischen Kulturkreisen, und die sind meist nicht Türken oder Araber. Sagt uns das was?"

    Um es in Ihrer einfachen Denkweise auszudrücken:
    Das heisst, dass Araber und Türken aufgrund ihrer rückständigen, islamisch geprägten Kultur, quasi von Natur aus garnicht die Voraussetzungen für eine gehobene Bildung erfüllen.

    Ich nehme an, dass Sie uns diese rassistische These nahelegen möchten.

  3. Das hier den Hochschulen zugewiesene Problem ist nicht das Problem der Hochschulen. Menschen, die eine Hochschule besuchen, müssen fähig sein, eine Hochschule zu besuchen. Sonst macht der Besuch keinen Sinn.

    Wenn zu viele Studenten diese Fähigkeit trotz scheinbar erfolgreichen Schulabschlusses nicht besitzen, dann stimmt etwas mit der Schule und ihrem Testat der Hochschulreife nicht. Aber das wusste man ja schon. Vielleicht wäre es besser, wenn die Hochschulen ihre eigenen Aufnahmeprüfungen machten.

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    • hede
    • 24.12.2011 um 12:32 Uhr

    was der Hauptgrund für Erfolg ist. Eine unterstützende Familie, eine Familie, der Bildung wichtig ist. Die staatlichen Voraussetzungen sind doch wohl für alle gleich.
    Sowohl Ahmet als auch Manafpour haben solche Familien. Und Ahmets Famile beweist doch, dass das auch geht, wenn man selber nicht Akademiker ist.

    Wenn dagegen Kinder ohne entsprechende Deutschkenntinsse in die Schule kommen, weil die Eltern mit den Kindern nur Türkisch oder Arabisch sprechen, die Mutter oft selbst kein Deutsch spricht, dann verbauen sie Ihren Kindern die Zukunft.

    Das es nicht am Ausländersein liegt, wenn man schlechter in der Schule ist, beweisen ja auch die Asiaten, deren Abitur/Studium Quote ist meine ich sogar höher ist als bei Deutschen.

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    Aber obwohl Vietnamesisch der deutschen Sprache eher noch ferner ist als Türkisch und die vietnamesischen Eltern auch nicht gerade sehr oft Akademiker sind oder sonst Geld im Überfluss haben, scheint das deren Kindern nicht zu schaden.

    Aber obwohl Vietnamesisch der deutschen Sprache eher noch ferner ist als Türkisch und die vietnamesischen Eltern auch nicht gerade sehr oft Akademiker sind oder sonst Geld im Überfluss haben, scheint das deren Kindern nicht zu schaden.

  4. Aber obwohl Vietnamesisch der deutschen Sprache eher noch ferner ist als Türkisch und die vietnamesischen Eltern auch nicht gerade sehr oft Akademiker sind oder sonst Geld im Überfluss haben, scheint das deren Kindern nicht zu schaden.

    22 Leser-Empfehlungen
    • ORCA
    • 24.12.2011 um 12:46 Uhr

    In der Regel bereitet einen das Gymnasium auf das Studium vor, es ersetzt es ja nicht. Was stellen sich manche eigentlich unter einem Studium vor?

    Was sonst noch hilft: ein gutes Wörterbuch, ein Synonymwörterbuch, ein Fremdwörterbuch und eine ordentliche Grammatik, damit man beständig sprachlich arbeitet.

    Wie heißt es u.a. in dem Artikel: »Es hilft einem keiner, man muss vollkommen selbstständig arbeiten.«

    Genau das macht das akademische Arbeiten und den zukünftigen Akademiker aus. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

    Differenzierte man in dem Artikel, wäre man darauf gekommen, dass es immer wieder ganz bestimmte Migrantenkinder sind, die mit dem Schulsystem und dem Hochschulsystem Deutschlands nicht zurechtkommen.

    21 Leser-Empfehlungen
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    • kfmb
    • 24.12.2011 um 13:18 Uhr

    nicht so! Es ist eine deutsche Eigentümlichkeit, dass man den Studenten sich selbst überläßt.

    Ich will nicht zu allgemein klingen und nix falsches sagen, aber diese Regel gilt nicht Weltweit. Ich selbe studieren in den Niederlanden und Einzelarbeiten gibt es dort so gut wie nie. Teamwork, teamwork und noch einmal teamwork wird dor gross geschrieben. Schliesslich arbeiten man in Unternehmen meist in Gruppen und nicht allein und man wird pratkisch erzogen und nicht theoretisch wie in Deutschland! Nach meiner Erkenntnis ist es in UK, Skandinavien und Oesterreich ebenso. Deutschland ist eine Sonderrolle in der Welt. Aus diesem Grund wurde das Abiture auch verkuerzt, weil die ganze Welt ihre Schueler 12 Jahre in der Schule laesst bevor sie frei gelassen werden.

    • kfmb
    • 24.12.2011 um 13:18 Uhr

    nicht so! Es ist eine deutsche Eigentümlichkeit, dass man den Studenten sich selbst überläßt.

    Ich will nicht zu allgemein klingen und nix falsches sagen, aber diese Regel gilt nicht Weltweit. Ich selbe studieren in den Niederlanden und Einzelarbeiten gibt es dort so gut wie nie. Teamwork, teamwork und noch einmal teamwork wird dor gross geschrieben. Schliesslich arbeiten man in Unternehmen meist in Gruppen und nicht allein und man wird pratkisch erzogen und nicht theoretisch wie in Deutschland! Nach meiner Erkenntnis ist es in UK, Skandinavien und Oesterreich ebenso. Deutschland ist eine Sonderrolle in der Welt. Aus diesem Grund wurde das Abiture auch verkuerzt, weil die ganze Welt ihre Schueler 12 Jahre in der Schule laesst bevor sie frei gelassen werden.

  5. Um im Alltag sprachlich zu bestehen, reicht, je nach Form des Alltags, ein Minimum an Sprache aus.
    Meine Türkischkenntnisse umfassen einen guten Grundwortschatz, so dass ich in der Türkei nicht hungern müsste. Wäre ich jedoch gezwungen, dort in einem Amt zu kommunizieren, käme ich schnell ins straucheln.
    Als Logopäde, der in einem sozialen Brennpunkt arbeitet, liegt für mich die sprachliche Wurzel allen Übels auf der Hand. Kindergärten, die zu über 80% Migrantenkinder als Klientel haben, haben, auch nach Aussage aller LeiterInnen und MitarbeiterInnen, ein deutliches Problem.
    Dass dabei leider wiederum die Türken sprachlich besonders schlecht abschneiden, liegt schlicht daran, dass die Kinder untereinander auf Türkisch kommunizieren. Ich habe Mirgantenkinder kennen gelernt, die sich hervorragend ausdrücken können, obwohl ihre Eltern nur sehr gebrochen Deutsch sprechen und aus einer bildungsfernen Schicht stammen. Individuelle Anlagen spielen zwar auch eine Rolle, aber eher eine untergeordnete.
    Fazit: die Mischung macht's.

    14 Leser-Empfehlungen
    • kfmb
    • 24.12.2011 um 13:15 Uhr

    Das eigentliche Problem besteht in der Struktur der deutschen akademischen Welt und hierbei insbesondere die unzureichende Betreuung durch Professoren. Der Abstand zwischen den Studenten und den Professoren ist einfach zu groß. Die Ursachen dafür liegen sicherlich in dem großen Arbeitspensum der Professoren und der geringen Bedeutung des Dialogs zwischen Prof und Studenten. Universitäre Mentorenprogramme werden hier nur die Symptome bekämpfen, das eigentliche Übel aber nicht. Denn die Mentoren sind meistens selbst entweder Promovierende oder Mitarbeiter aus dem viel zu dünn besiedelten Mittelbau.

    Ich bin der Ansicht, dass man anerkennen muss, dass die Unis zu Lehranstalten umgeformt worden sind mit dem Ergebnis, dass die Hörsäle und Seminare voll sind, aber viel zu wenige Profs und Dozenten zur Verfügung stehen. Versetzen Sie sich in die Lage eines Dozenten, der hunderte Arbeiten korrigieren muss und darunter einige mit schlechter Ausdrucksweise zu bewerten hat. Hätte er Zeit und bekäme ausreichend Gehalt, könnte er sich mit dem Studenten hinsetzen und die Probleme besprechen und dadurch beheben. Wo aber ist das der Fall?

    Die Uni muss als Ganzes von Dozierenden und Studenten betrachtet werden. Und es muss mehr Geld in die Unis fließen, damit die Lehre und damit die Erfolgsaussichten der Studenten verbessert werden können. Die Möglichkeit, Professor oder auch nur Dozent mit Festanstellung zu werden, ist in Deutschland ist immer noch ein hochriskantes Spiel für Akademiker.

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