Eine Einkaufszentrum in Peking © Peter Parks/AFP/Getty Images

Auf der Suche nach unterbewerteten Sachanlagen habe ich mich neulich auf einen Schlag an 32 Immobilien, überwiegend in europäischen Hauptstädten, beteiligt: Bürohäuser und Shoppingcenter wie den Tour Léopold in Brüssel, K2 Ellipse in Luxemburg, Metropolitan in Warschau und das Bodio Center in Mailand. Und auch in Calgary und Osaka bin ich nun investiert.

Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Immobilienanlage, auch um keinen normalen Fondskauf. Es ist eine Spekulation, die nur für risikoerfahrene Anleger in Betracht kommt. Das Besondere an dem Fonds mit Namen Degi International ist, dass seine Auflösung bereits feststeht. Bis zum 15. Oktober 2014 wird das Management alle Objekte verkaufen. Die Verkaufserlöse werden halbjährlich an die Anleger ausgeschüttet. Meine Erwartung ist, dass ich auf diesem Weg mehr zurückbekomme, als ich investiert habe.

Wie das möglich ist? Wenn die Spekulation aufgeht, liegt es in diesem Fall am günstigen Einstieg. Die Immobilien werden sich wohl nicht zu höheren Preisen als den von Sachverständigen festgestellten Verkehrswerten verkaufen lassen. Das Vermögen des Fonds betrug zur Jahresmitte knapp 1,6 Milliarden Euro, auf den einzelnen Anteil entfielen 44 Euro. Da der Fonds geschlossen wurde, nimmt die Gesellschaft die Anteile aber nicht mehr zu diesem Preis zurück, ihr fehlt es an Bargeld. Anleger, die aussteigen wollen, haben nur die Möglichkeit, ihre Anteile über die Börse an andere Anleger zu verkaufen. Dort wird der Preis nach Angebot und Nachfrage bestimmt, und die Nachfrage ist mau. Ich habe zum Kurs von 25 Euro gekauft, das sind 57 Prozent des Anteilwerts. Selbst wenn die Immobilienverkäufe nur 60 Prozent der angesetzten Werte bringen sollten und noch Extrakosten anfallen, würde ich einen Gewinn machen. Bei ersten Verkäufen 2010 und 2011 in London, Rom, Brüssel, Prag und Warschau wurden fast die Verkehrswerte realisiert. Mal schauen.