Redigierte sms "Abends bin ich gut erreichbar"

Frau, Ende vierzig, trifft Mann, Anfang vierzig, sie will ihn wiedersehen. Jetzt schlägt die Stunde des modernen Liebesbriefs, auch bekannt als SMS

Liebe ZEIT-Helfer,

ich habe hier einen Entwurf für eine SMS, die so ausfallen soll, dass der Empfänger (Künstler) geradezu antworten muss!! Wir haben uns in einer Kölner Galerie kennengelernt, er hütete eine Installation, wir kamen ins Gespräch und haben uns wunderbar unterhalten. Ich musste leider weg, weil ich dringend einen Artikel schreiben sollte, zu dem mir seit Tagen nichts einfiel – bis nach dieser Begegnung.

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Seit einer Woche ist der Artikel übrigens beim Verleger. Zurück blieb die Frage: Was war das denn mit diesem Mann? Jetzt will ich ihn wiedersehen. Leider bin ich, was das Schreiben von Textnachrichten anbelangt, das größte Untalent, das es gibt!

Ich bin gespannt und DANKE,

W.

Lieber D.,

seit köln dekonstruiere ich mein leben, manchmal ein schwieriger prozess. Ich würde gern einmal wieder mit dir so wunderbar plaudern wie in der galerie.

Unter festnetz bin ich abends gut erreichbar.

pass gut auf dich auf, die kunstwerke kommen ganz gut selber klar,

W.

(und wenn du willst: je t’embrasse)

Leser-Kommentare
  1. Da finde ich die ursprüngliche Version der Nachricht eigentlich besser.
    Oder eine Mischform, in etwa so:

    "Lieber D.,
    unsere Begegnung in Köln hat mich glücklich gemacht, aber nicht zufrieden.
    Ich würde gern einmal wieder mit dir so wunderbar plaudern wie in der galerie. Geht das? Wollen wir es versuchen?
    Gerne telefoniere ich abends.
    pass gut auf dich auf, die kunstwerke kommen ganz gut selber klar,

    W."

    Dass einem Künstler die Kunst liebt, ist wohl selbstredend, oder?

  2. Originaltext:

    "Lieber D.,
    seit köln dekonstruiere ich mein leben, manchmal ein schwieriger prozess. Ich würde gern einmal wieder mit dir so wunderbar plaudern wie in der galerie.
    Unter festnetz bin ich abends gut erreichbar.
    pass gut auf dich auf, die kunstwerke kommen ganz gut selber klar,
    W.
    (und wenn du willst: je t’embrasse)

    mir gefällt das original besser, aber ich würde den ersten und den letzten satz weglassen.
    "seit köln dekonstruiere ich mein leben, manchmal ein schwieriger prozess" klingt ein bißl zu technisch und....äh...schwierig. vor allem aber sehr gespreizt. und der letzte satz etwas zu bedürftig...

  3. Bin ich eigentlich ein Spielverderber, wenn ich darauf hinweise, daß beide Versionen weit über der SMS eigenen Limitierung von 160 Zeichen liegt?

    Klar kann man diese Kurznachrichten beliebig in Reihe senden, aber ist nicht die eigentlich Kunst das stilistisch gelungene Komprimieren auf genau eine, 160 Zeichen lange Nachricht?

    Also so:

    "Lieber D,unsre Begegnung hat mich glücklich gemacht,aber nicht zufrieden.Ich würd gern einmal wiedr mit dir so wunderbar plaudern.Geht das?In stiller Hoffnung:W"

    ;-)

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