Kommentare 2012: Die Debatten-Höhepunkte des Jahres
Mehr als 700.000 Kommentare haben unsere Leserinnen und Leser 2012 geschrieben. Welche Kommentare, Debatten und User sind Ihnen in Erinnerung geblieben?
Würden alle Leserinnen und Leser zusammenkommen, die in diesem Jahr mindestens einen Kommentar auf ZEIT ONLINE abgegeben haben, würden sie gerade so ins Fußballstadion des 1. FSV Mainz passen. Über 33.000 User haben sich 2012 an den Debatten beteiligt. Am aktivsten waren TDU (4.614 Kommentare), joG (3.927 Kommentare) und Xdenker (2.949 Kommentare). Die meisten Leserempfehlungen erhielt vvmetro, die meisten Redaktionsempfehlungen gingen an chilly.
- Die Artikel mit den meisten Kommentaren in 2012
-
1. Grass erhält Einreiseverbot in Israel (1323 Kommentare)
2. Respekt? Wovor denn? (1261)
3. "Ich möchte nicht auf mein Kopftuch reduziert werden" (949)
4. Der Weg zum legalen Schnitt (908)
5. Fast die Hälfte der Eltern schlägt ihre Kinder (907)
6. Leserartikel: Bedenkliche Untertöne (893)
7. Leserartikel: Beschneidungen passen nicht in eine moderne Gesellschaft (892)
8. Günters neue Freunde (882)
Auch viele andere Leser haben wichtige Beiträge zu unserer Seite geleistet. Ein Beispiel: Leser Spacko fragte, warum nur die Asiatische Tigermücke gefährliche Krankheiten überträgt, unsere heimischen Mücken aber nicht. Gute Frage! Wir haben sie ans Hamburger Tropeninstitut weitergeleitet und von einem Wissenschaftler beantworten lassen.
Zweites Beispiel: Ein Aspekt unserer Themenwoche Endlich richtig streiten war das digitale Streiten. Statt einen Artikel zu schreiben, haben wir Sie gefragt: Wie verändern Facebook, E-Mail und SMS das Streiten? Die Antworten waren differenziert: Bettinka schilderte, wie sie und ihre Freundin erst per Mail den Mut fanden, sich offen die Meinung zu sagen. TimmyS meinte, das Digitale sei nicht zum Streiten gemacht. Und vonDü schrieb, warum digitale Kommunikation viel Sorgfalt erfordert.
Was waren Ihre Debatten-Highlights des Jahres?
Drei User haben uns ihre Rückblicke schon geschickt:
PeterTuch: "Manche Themen hielten sich 2012 hartnäckig: Rechtsextremismus und Diskriminierung, Griechenlandpleite und Euro-Krise, Doktorarbeiten, Iran und Nahost, Präsidentenwahlen und -rücktritte und erstaunlicherweise immer wieder auch Kirche und Religion. Nicht immer gehen die Kommentatoren recht auf den Artikel ein, lieber bringen sie erst einmal die eigene Meinung unter. Trotzdem bleibt fast durchgehend das ehrliche Bemühen sichtbar, zur Meinungsbildung beizutragen. Dafür allen Kommentatoren vielen Dank!"
WolfHai: "Seit ich vor zwei Jahren aus den USA zurück nach Deutschland gezogen bin, fällt mir das Ruppige in der hiesigen Diskussionskultur besonders auf. In Deutschland ist das Spektrum rhetorischer Waffen groß: von Ironie und Sarkasmus ("Tolle Politiker!") über Hohn und Spott (ein "Hahaha!" als Replik), Belehrungen von oben herab ("Informieren Sie sich mal!"), Abwertungen, Beleidigungen ("Sie ewig Gestriger!") und feindselige Unterstellungen ("gierige Banken", "Ausbeuter") bis hin zum offenem Angriff auf Personen anderer Meinung ("Ihr Kommentar ist menschenverachtend!"). Und das sind erst die eher harmlosen Varianten. Ich bin den Redakteuren von ZEIT ONLINE dankbar, dass sie generell einen ganz ausgezeichneten Job bei der Moderation machen (ja, auch in meinen Beiträgen wurde gestrichen, nicht unbedingt zu Unrecht). Ich überlege, wie man eine Diskussionskultur noch mehr fördern könnte, in der die Teilnehmer ihre Meinungen und Gefühle keinesfalls verleugnen, sie aber trotzdem diskussionsverträglich äußern. Eine entsprechende Stil-Kolumne wäre vielleicht nicht schlecht."
vvmetro: "ZEIT ONLINE bietet ein Forum, in dem sich das Debattieren lohnt. Man bekommt auf Kommentare rasch Reaktionen, nicht nur in Form kritischer Antworten von anderen Lesern, sondern auch durch die Leserempfehlungen. Ich habe in diesem Jahr gerne mit Usern diskutiert, die eine ganz andere Meinung vertreten als ich. Von ihnen habe ich mich dann freundschaftlich und im gegenseitigen Respekt verabschiedet. Die Debatte zur Beschneidung war 2012 wesentlich. Kaum war ein Artikel dazu auf ZEIT ONLINE erschienen, war auch schon der Kommentarbereich gefüllt. Allerdings sind die Argumente inzwischen hinreichend ausgetauscht."
Welche Diskussionen fanden Sie bereichernd, welche gar nicht? Welche Kommentare und User fanden Sie besonders spannend?







macht deswegen Spaß weil die Kommentare sofort sichtbar sind. So wird eine lebhafte Diskussion ermöglicht. Auch wenn moderiert/zensiert so ist dies für alle sichtbar. Auch sehr wichtig. Ich erinnere mich an einen Artikel in der FAZ zum Thema Israel bei dem ich einige sachlich aber kritische Kommentare veröffentlichen wollte. Diese Kommentare sind nie in irgendeiner Form aufgetaucht. Für mich ist das glatte Manipulation der Öffentlichkeit.
Ja, an der ZEIT kann man sich reiben. Weil Ihr den Mut habt, kontroverse Sichtweisen in den Raum zu stellen. Das macht für mich guten Journalismus aus.
Woran ich mich reibe: Eure etwas einseitige Sicht auf Religion. Als Atheist fühlt man sich hier in der Diaspora (schon im Titel "Glauben & Zweifeln" finde ich mich nicht wieder). Die griffige Hintergründigkeit, die ich im Wirtschafts- und Politik-Teil so schätze, fehlt mir hier manchmal. Immerhin, bei der Beschneidungsdebatte habt ihr viel Mut zur Kontroverse bewiesen.
Genau dafür sind Leserkommentare gut, "die andere Sicht" entgegenzusetzen. Das wertet den eigentlichen Artikel nicht ab, es erhöht den Nachdenk-Wert. Weiter so!
Ständig liefern sich hier die Berufskommentatoren Kleinkriege mit der Moderation, fügen ihren alten Beitrag einfach ein zweites Mal ein, wenn er beim ersten Mal gelöscht wurde, missbrauchen den Kommentarbereich für Diskussionen über Moderationsentscheidungen. Und andere Verhaltensweisen, wie man sie aus dem Kindergarten kennt.
Nun, die Damen und Herren sollten wissen, dass das hier keine Demokratie ist. Hier bestimmen sie nicht selber, wie die Netiquette ausgelegt wird und ob ihre eigenen Beiträge diesen Regeln genügen.
Meiner Erfahrung nach sind auch gerade diejenigen, die sich am heftigsten über die Kürzung oder Löschung ihrer Beiträge beschweren, die lautesten Schreihälse und eben nicht die zu unrecht Verfolgten. Ich möchte ihnen nicht einmal böse Absichten unterstellen, aber ganz offensichtlich unterscheiden sich die Wahrnehmungen, was als sachlicher und konstruktiver Beitrag zum Artikel oder zur Diskussion dient und was unsachliche Polemik, Werbung, Diffamierung oder völlig am Artikel vorbei ist. Und zwar gewaltig.
Statt hier ganz laut "Zensur" zu rufen, sollten sich manche Leute einmal selbstkritisch mit ihrem Diskussionsstil auseinandersetzen: nicht immer sofort zur schwersten vorstellbaren rhetorischen Kanone greifen, nicht immer gleich andere Nutzer frontal angreifen oder lächerlich machen, nicht immer gleich die plattesten Beschimpfungen vom Stapel lassen und hinterher als sachliche Meinungsäußerung verteidigen, usw.
Mehr Selbstkritik, bitte!
Trotz des manchmal doch recht geringen und polemischen Niveaus, fand ich die Kommentare zu Artikeln recht hilfreich, wenn es mir darum ging, meinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen oder überhaupt erst mal einen zu formen.
Was wirklich richtig toll ist, dass die Kommentare sofort erscheinen und gegebenenfalls nachzensiert werden. Bei SPON und anderen Medien muss man viel zu lange warten bis diese frei geschaltet werden und das zerstört einen lebhaften Austausch. Auch die Auslagerung bei SPON und das häufige nicht freigeben für Diskussionen von SPON Artikel finde ich nicht hilfreich. Da macht ZO mehr Spaß.
Was mich allerdings immer wieder wunderte ist – dass bei aller Liebe zur vielfältigen Meinungsbildung – mitunter recht niveaulose, inhaltlich und argumentative schwache ZO Artikel erschienen. Da würde ich mir mehr Qualität von Seiten der Redaktion wünschen.
Persönlich habe ich viel von den guten ZO Artikel gelernt und profitiert und ebenso sehr von sehr guten User Kommentaren. In den Sinne herzlichen Dank an alle und alles Gute für 2013!
Der Wortlaut der Netiquette ( http://www.zeit.de/admini... ) ist oft kein Problem. Die meisten sind gegen "Beleidigungen" und "Diffamierungen" - aber was sind Beleidigungen und Diffamierungen? Jemanden "menschenverachtend" zu nennen, ist das
(a) eine Beleidigung, oder
(b) eine korrekte Beschreibung?
Und macht es einen Unterschied, ob die Person ein Diktator eines Drittweltlandes ist oder ein anderer Zeitleser?
Anderes Beispiel: Soweit ich weiß, ist der Ausländeranteil an Jugendstraffälligkeit erhöht, zumindest gemessen am Bevölkerungsanteil. Darf man sagen: "Ausländer" (oder: eine bestimmte Untergruppe von ihnen) sind "krimineller"? Also: ist das jetzt
(a) eine korrekte Beschreibung eines Sachverhaltes oder
(b) Diffamierung oder gar
(c) Rassismus?
(d) Oder darf man es sowieso nicht schreiben, weil sich dann bestimmte Menschen "diffamiert fühlen"?
Oder kommt es auf die Wortwahl im einzelnen an?
Hier gibt es, nicht nur auf Zeit Online, große Differenzen. Ich denke, viele fühlen sich "zensiert", weil sie meinen, ihr Beitrag wäre eine Beschreibung (a), während der Redakteur fand, es sei (b) oder (c). Ich bin nicht einmal sicher, ob alle Zeit-Redakteure eine einheitliche Linie haben.
Vielleicht würde es helfen, wenn die Zeit-Redaktion mehr Klarheit in diese Fragen brächte.
Vielleicht sollten wir davon ausgehen, wie ein Wort wie "menschenverachtend" in seinem Kontext höchstwahrscheinlich gemeint ist? Wenn ich an Folter, Grundrechtsbeschneidungen, brutale Morde denke, ist es sicherlich eine angemessene Beschreibung.
Aber verschweigen wir mal nicht, dass manche Leute hier im Kommentarbereich allzu schnell mit solchen kaum noch steigerbaren Urteilen um sich schlagen, wenn es lediglich um eine gegensätzliche, aber in einer Demokratie durchaus vertretbare Meinung geht. Manche Leute müssten hier nach meiner Wahrnehmung ständig ihren Blutdruck messen.
Wenn es nicht wirklich um Menschenrechtsverletzungen geht, sondern, sagen wir, nur um eine nicht genehme Sozial-, Umwelt- oder Wirtschaftsgesetzgebung, dann haben solche Begriffe in einer Diskussion nichts zu suchen, wenn diese noch irgendwohin führen und nicht bloß zum Dampfablassen dienen soll.
fände ich sehr wünschenswert. Ich könnte besser mit Löschungen und redaktionellen Anmerkungen leben, wenn sie nicht mit Erziehungsversuchen wie *Bitte achten Sie auf Ihren Ton*, sondern mit der Regel begründet wären, gegen die ich verstoßen haben soll. Wünschen würde ich mir auch, daß Nutzersperrungen so begründet und öffentlich gemacht würden. Damit könnte vermieden werden, daß gesperrten Nutzern (die sich dagegen nicht mehr wehren können) noch seitenlang hinterher getreten wird.
Insgesamt würde ich mir weniger Krieg gegeneinander und mehr erkenntnisstiftenden Austausch wünschen. Das geht an Nutzer wie an On-Red gleichermaßen. Mein Eindruck ist, daß sich das Diskussionsklima durch den Rahmen nach dem Relaunch 09 enorm verschärft hat. Mein Eindruck ist auch, daß die On-Red nicht bemerkt, wie sehr sie mitunter durch Löschung, Nicht-Löschung, Anmerkung, Redaktionsempfehlung, Rauswurf Diskussionen eskaliert, statt sie zu moderieren. Zu gelungener Moderation wäre es m.M.n. notwendig, doppelte Standards zu vermeiden und Kommentare in ihrem Kontext zu lesen, bevor sie gelöscht oder mit Anmerkungen versehen werden. Nötig wäre m.M.n. auch mehr Kommunikation mit den Nutzern, z.B. eine Email zu z.B. mehrfach unangemessener Wortwahl VOR Sperrung.
Von Nutzern würde ich mir mehr Argumente und mehr Inhalte statt ad-personam-Diskussion und Krieg gegeneinander wünschen. Es könnte sehr viel mehr Spaß machen, sich hier auszutauschen, würde voneinander-lernen-wollen im Vordergrund stehen.
Vielleicht sollten wir davon ausgehen, wie ein Wort wie "menschenverachtend" in seinem Kontext höchstwahrscheinlich gemeint ist? Wenn ich an Folter, Grundrechtsbeschneidungen, brutale Morde denke, ist es sicherlich eine angemessene Beschreibung.
Aber verschweigen wir mal nicht, dass manche Leute hier im Kommentarbereich allzu schnell mit solchen kaum noch steigerbaren Urteilen um sich schlagen, wenn es lediglich um eine gegensätzliche, aber in einer Demokratie durchaus vertretbare Meinung geht. Manche Leute müssten hier nach meiner Wahrnehmung ständig ihren Blutdruck messen.
Wenn es nicht wirklich um Menschenrechtsverletzungen geht, sondern, sagen wir, nur um eine nicht genehme Sozial-, Umwelt- oder Wirtschaftsgesetzgebung, dann haben solche Begriffe in einer Diskussion nichts zu suchen, wenn diese noch irgendwohin führen und nicht bloß zum Dampfablassen dienen soll.
fände ich sehr wünschenswert. Ich könnte besser mit Löschungen und redaktionellen Anmerkungen leben, wenn sie nicht mit Erziehungsversuchen wie *Bitte achten Sie auf Ihren Ton*, sondern mit der Regel begründet wären, gegen die ich verstoßen haben soll. Wünschen würde ich mir auch, daß Nutzersperrungen so begründet und öffentlich gemacht würden. Damit könnte vermieden werden, daß gesperrten Nutzern (die sich dagegen nicht mehr wehren können) noch seitenlang hinterher getreten wird.
Insgesamt würde ich mir weniger Krieg gegeneinander und mehr erkenntnisstiftenden Austausch wünschen. Das geht an Nutzer wie an On-Red gleichermaßen. Mein Eindruck ist, daß sich das Diskussionsklima durch den Rahmen nach dem Relaunch 09 enorm verschärft hat. Mein Eindruck ist auch, daß die On-Red nicht bemerkt, wie sehr sie mitunter durch Löschung, Nicht-Löschung, Anmerkung, Redaktionsempfehlung, Rauswurf Diskussionen eskaliert, statt sie zu moderieren. Zu gelungener Moderation wäre es m.M.n. notwendig, doppelte Standards zu vermeiden und Kommentare in ihrem Kontext zu lesen, bevor sie gelöscht oder mit Anmerkungen versehen werden. Nötig wäre m.M.n. auch mehr Kommunikation mit den Nutzern, z.B. eine Email zu z.B. mehrfach unangemessener Wortwahl VOR Sperrung.
Von Nutzern würde ich mir mehr Argumente und mehr Inhalte statt ad-personam-Diskussion und Krieg gegeneinander wünschen. Es könnte sehr viel mehr Spaß machen, sich hier auszutauschen, würde voneinander-lernen-wollen im Vordergrund stehen.
Vielleicht sollten wir davon ausgehen, wie ein Wort wie "menschenverachtend" in seinem Kontext höchstwahrscheinlich gemeint ist? Wenn ich an Folter, Grundrechtsbeschneidungen, brutale Morde denke, ist es sicherlich eine angemessene Beschreibung.
Aber verschweigen wir mal nicht, dass manche Leute hier im Kommentarbereich allzu schnell mit solchen kaum noch steigerbaren Urteilen um sich schlagen, wenn es lediglich um eine gegensätzliche, aber in einer Demokratie durchaus vertretbare Meinung geht. Manche Leute müssten hier nach meiner Wahrnehmung ständig ihren Blutdruck messen.
Wenn es nicht wirklich um Menschenrechtsverletzungen geht, sondern, sagen wir, nur um eine nicht genehme Sozial-, Umwelt- oder Wirtschaftsgesetzgebung, dann haben solche Begriffe in einer Diskussion nichts zu suchen, wenn diese noch irgendwohin führen und nicht bloß zum Dampfablassen dienen soll.
fände ich sehr wünschenswert. Ich könnte besser mit Löschungen und redaktionellen Anmerkungen leben, wenn sie nicht mit Erziehungsversuchen wie *Bitte achten Sie auf Ihren Ton*, sondern mit der Regel begründet wären, gegen die ich verstoßen haben soll. Wünschen würde ich mir auch, daß Nutzersperrungen so begründet und öffentlich gemacht würden. Damit könnte vermieden werden, daß gesperrten Nutzern (die sich dagegen nicht mehr wehren können) noch seitenlang hinterher getreten wird.
Insgesamt würde ich mir weniger Krieg gegeneinander und mehr erkenntnisstiftenden Austausch wünschen. Das geht an Nutzer wie an On-Red gleichermaßen. Mein Eindruck ist, daß sich das Diskussionsklima durch den Rahmen nach dem Relaunch 09 enorm verschärft hat. Mein Eindruck ist auch, daß die On-Red nicht bemerkt, wie sehr sie mitunter durch Löschung, Nicht-Löschung, Anmerkung, Redaktionsempfehlung, Rauswurf Diskussionen eskaliert, statt sie zu moderieren. Zu gelungener Moderation wäre es m.M.n. notwendig, doppelte Standards zu vermeiden und Kommentare in ihrem Kontext zu lesen, bevor sie gelöscht oder mit Anmerkungen versehen werden. Nötig wäre m.M.n. auch mehr Kommunikation mit den Nutzern, z.B. eine Email zu z.B. mehrfach unangemessener Wortwahl VOR Sperrung.
Von Nutzern würde ich mir mehr Argumente und mehr Inhalte statt ad-personam-Diskussion und Krieg gegeneinander wünschen. Es könnte sehr viel mehr Spaß machen, sich hier auszutauschen, würde voneinander-lernen-wollen im Vordergrund stehen.
In jeder Diskussion lerne ich etwas über die Denkstrukturen und Vorstellungen anderer Menschen, und werde so mit verschiedensten Perspektiven zu einem Standpunkt konfrontiert. Unter diesem Aspekt ist eigentlich jede Diskussion bereichernd.
Auch wenn nichts Neues über eine Sache erfahre, so erfahre ich doch die Haltung einer breit gestreuten Gruppe von Menschen dazu. Was für die Einschätzung von politischen/gesellschaftlichen Prozessen und die Chancen ihrer Entwicklung sehr hilfreich sein kann. Der Ton von Debatten, aber vor allem die Moderation und ihre Hinweise, sind ein ziemlich guter Gradmesser für den emotionalen Anteil eines Themas.
Die Diskussionen bieten daher eine ideale "Spielwiese" für den Test von Thesen und eigenen Formulierungen, weil Feedback in verschiedenster Form geboten wird, und meist mehr als nur ein Standpunkt zu einem Thema angeboten wird.
Wirklich nervend sind nur ein paar wenige Zeitgenossen, die im kalten Krieg, oder anderen, sehr eindimensionalen Welten festhängen, und jedes Thema unter dem Stichwort "typisch" für "Links" "Israel" "Politiker" etc. mit immer den gleichen Formulierungen vermüllen.
Viel mehr Kommentatoren, sind dagegen eine interlektuelle Herausforderung, manche nur eine Herausforderung, was (ich) beides unterhaltend finde. In der "Sachabteilung" finde ich die guten Reportagen und die lehrreichen Kommentare von Menschen mit Ahnung.
Macht Spass, wenn man Gedanken und deren Austausch mag.
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