Renault Kangoo dCi 90: Klempners Traum
Kerstin Bund fährt den Renault Kangoo dCi 90
© Renault

Renault Kangoo
Es dauerte eine Weile, bis ich bereit war, einzusteigen. Etwas an diesem Renault Kangoo hielt mich ab: seine Insektenaugen? Die kräftigen Kotflügel? Das massige Hinterteil? Oder war es nur dieser Satz, den ich gerade in einer Umfrage über Autofahrerprofile gelesen hatte: »Wer es zu etwas gebracht hat in Deutschland, steigt in keinen Renault«? Ein Vorurteil, mehr nicht, und doch beschloss ich, den Kangoo erst einmal wegzusperren. Ich erwog, einen Text über ein ungefahrenes Auto zu schreiben.
Nach einer Woche setzten die Schuldgefühle ein. Als es dunkel war, schlich ich in die Tiefgarage und stieg ein. Drinnen fühlte ich mich wie in einer Großraumdisco, allein auf der Tanzfläche. Ich drehte die Musik auf. Wäre es nicht dieser Oldie-Sender gewesen, hätte ich sicher losgetanzt. Mehr als ein Meter zwischen Vordersitz und Decke, im Fond 154 Zentimeter Ellbogenfreiheit, 21 Zentimeter für die Knie. Der Kofferraum fasst 660 Liter und der Innenraum Frachtgut von zweieinhalb Meter Länge. Dieses Auto verträgt extrovertierte Tänzer.
Auch sonst ist alles am Kangoo überdimensioniert: Die Handbremse erinnert an einen Gashebel im Flugzeug, die auf Zündschlosshöhe angebrachte Gangschaltung an einen Lieferwagen. Der Rückspiegel hängt so weit oben, dass Normalgewachsene ihn nur auf Verdacht einstellen können: Um ihn zurechtzurücken, muss man sich sehr weit nach vorne beugen. Nur stimmt dann beim Fahren der Winkel nicht mehr. Macht nichts: Auf der Straße verschafft der Kastenwagen auch so einen guten Überblick. Von außen mag er kein Hingucker sein, dafür guckt es sich von innen wunderbar hinaus.
Der Kangoo ist ein Gefährt für Klempner, Paketboten, Umzugshelfer oder Familienväter. Sie fahren nicht zum Spaß, sie haben etwas zu erledigen.
Ich hoffte, dass ich mich im Kangoo nützlich fühlen würde. Aber leider hatte ich in der Testwoche nichts zu reparieren, nichts abzuliefern, nichts zu transportieren. Ich hätte ausnahmsweise sehr gerne bei einem Umzug geholfen, aber keiner zog um.
Der Kangoo und ich, wir blieben ein ungleiches Paar. Ich verschwendete sein Potenzial. Nur einmal war er mir nützlich: Es regnete in Strömen, ich brachte meinen Freund zum Flughafen. Wir öffneten die riesige Gepäckraumklappe und stellten uns drunter. Ohne nass zu werden, nahmen wir Abschied.
Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 66 kW (90 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 16,0 s
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
CO₂-Emission: 137 g/km
Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter
Basispreis: 17.390 Euro
Kerstin Bund ist Redakteurin im Wirtschaftsressort der ZEIT










Es geht bei der Beschreibung um den Innenspiegel.
Aber wir haben einen als Zweitwagen, schon 130.000 km, ohne Probleme, 4,5 Liter Diesel / 100 km. Zur Olivenernte fahren wir sogar durch den Acker damit, um die Säcke einzusammeln. Ich sitze auch mit 195 cm Länge gut drin. Wenn man ein Auto nicht zum Protzen braucht ist der Wagen genial.
4.5 l - so einen hatte ich neulich auch vor mir. Glaube ich aber nicht, bei spritmonitor brauchen alle mehr.
Davon abgesehen daß das Fahrzeug wahrscheinlich praktisch zur Hilfe bei der landwirtschaft ist, wie viele Oliven müssen Sie ernten bis das Ding sich amortisiert hat ?
4.5 l - so einen hatte ich neulich auch vor mir. Glaube ich aber nicht, bei spritmonitor brauchen alle mehr.
Davon abgesehen daß das Fahrzeug wahrscheinlich praktisch zur Hilfe bei der landwirtschaft ist, wie viele Oliven müssen Sie ernten bis das Ding sich amortisiert hat ?
4.5 l - so einen hatte ich neulich auch vor mir. Glaube ich aber nicht, bei spritmonitor brauchen alle mehr.
Davon abgesehen daß das Fahrzeug wahrscheinlich praktisch zur Hilfe bei der landwirtschaft ist, wie viele Oliven müssen Sie ernten bis das Ding sich amortisiert hat ?
Kann mir irgendeiner sagen, welch _wesentliche_ Vorteile eine
Hecklappe hat gegen umklappbare Türen hat, ausser
- einfacher zu bedienen ist?
Dabei aber diese Nachteile:
- man kann sich beim Aus- und Einladen den Kopf stoßen
- man kann den Wagen nicht mit einem Stapler beladen
- Die Klappe schwenkt weiter, man braucht einen größeren
Ladeabstand
Deshalb habe ich beim Kauf gleich gefragt, gibt es den auch mit
Hecktüren? - Auf Wunsch, kostet das gleiche - Ja, bitte dann!
War ein ganz brauchbares Auto, der Kangoo 1. Generation, manches transportiert, öfters mit der Familie in den Zelturlaub gefahren.
Kleine Blechschäden wie bei einem LKW behandelt: Soll nicht rosten und braucht nur einigermassen aussehen.
Nachteil des Wagens: Nach Aussage meiner Werkstatt war der Typ "verbaut", Reparaturen deshalb oft zeitaufwendig teuer.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren