Streetworker"Schule sollte keine Last sein"

Warum ist Mitleid falsch im Umgang mit jugendlichen "Bildungsverlierern"? Ein Gespräch mit dem Streetworker Taner Avci

DIE ZEIT: Herr Avci, Sie arbeiten als Straßensozialarbeiter in Berlin jeden Tag mit jenen Kindern und Jugendlichen, die wir in Deutschland gemeinhin als »Bildungsverlierer« bezeichnen. Wie würden Sie diese Jugendlichen beschreiben?

Taner Avci: Die meisten von ihnen sehen sich mit Sicherheit nicht auf der Gewinnerseite des Lebens. Aber die Kinder und Jugendlichen hier in Reinickendorf haben unterschiedliche soziale Hintergründe. Viele von ihnen stammen aus Migranten- oder Hartz-IV-Familien. Manche haben sich durchgeboxt bis zur gymnasialen Oberstufe und rutschen dann doch wieder ab, andere werden spielsüchtig, kriminell. Was sie aber alle miteinander verbindet, ist die Hoffnung, einmal anders zu leben als ihre Eltern.

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ZEIT: Als die ersten Pisa-Ergebnisse vor zehn Jahren deutlich machten, wie stark der Schulerfolg eines Kindes von seiner Herkunft abhängt, hieß es auch, dass ein Fünftel eines Jahrgangs am Ende seiner Schulzeit nur unzureichend lesen und schreiben könne. Welche Rolle spielt Bildung bei den Jugendlichen, die Sie betreuen?

Avci: Bildung spielt eine große Rolle. Man darf nicht vergessen: Die Jugendlichen, um die wir uns kümmern, sind stigmatisiert und ausgegrenzt – unter diesem Aspekt wissen sie genau, dass Bildung ihre letzte und einzige Chance ist.

ZEIT: Trotzdem schaffen viele von ihnen am Ende den Schulabschluss nicht. Woran liegt das?

Avci: Das hat oft ganz praktische Gründe. Ich betreue viele Jugendliche aus kinderreichen Familien, die auf engstem Raum leben. Ein Junge mit sechs Geschwistern erzählte mir, er mache seine Hausaufgaben auf der Toilette. Da störe ihn wenigstens keiner. Außerdem sind die Eltern oft nicht in der Lage, ihre Kinder schulisch zu unterstützen oder Nachhilfe zu finanzieren. Also sind die Kinder darauf angewiesen, so viel Unterstützung wie möglich in der Schule zu finden, und das ist nur selten der Fall.

Der Streetworker

Taner Avci, 39, arbeitet seit fast 14 Jahren für den Verein Gangway in Berlin. Gemeinsam mit fünf anderen Straßensozialarbeitern betreut er zehn Jugendgangs in Reinickendorf, das sind rund 200 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, um die sich die Streetworker kümmern. Avcis Arbeitsplatz ist überall dort, wo sich Jugendliche treffen – Gangway orientiert sich an ihren Interessen und Bedürfnissen. Ziel des Vereins ist es, die Jugendlichen darin zu unterstützen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Dafür kontaktieren die Streetworker Schulen und Lehrer, gehen in die Familien, wenn es dort Ärger gibt, reden mit Anwälten, wenn es zu Gerichtsverfahren kommt, und besuchen Jugendliche auch im Gefängnis.

Schulschwänzer und Gewalttäter

Taner Avci versucht, Schulschwänzer wieder zurück in den Unterricht zu holen, und berät Jugendliche über Schullaufbahnen und berufliche Perspektiven. Avci ist ausgebildeter Anti-Gewalt-Trainer und bietet dieses Training auch den Jugendlichen an. Er organisiert aber auch Fußballturniere innerhalb der Gangway-Fußball-Liga und andere Freizeitaktivitäten. So manche seiner Kollegen kennt Avci noch aus der Zeit, als er selbst Jugendlicher war und von Streetworkern betreut wurde.

ZEIT: Wie erleben die Jugendlichen denn Schule?

Avci: Wenn ich »Schule« sage, rollen 95 Prozent von ihnen mit den Augen. Und bei manchen ist es eher so, dass ich sie fragen muss, wie oft sie in diesem Monat überhaupt schon in der Schule waren. Schule ist für die meisten, auch für jene, die Erfolg haben, eine Last. Schule hat ein sehr schlechtes Image. Unser Schulsystem ist nicht an die heutige Zeit angepasst. Jugendliche können reibungslos iPods und Computer bedienen, sie können Programme schreiben, dass mir die Ohren schlackern – aber genau diese Kinder werden oft als nicht konzentriert genug, als nicht lernfähig, nicht integrierbar hingestellt. Da frage ich mich, wie es sein kann, dass sie in anderen Bereichen so fit sind. Für mich heißt das, dass die Schule keine Fähigkeiten honoriert, die nicht in ihr Schema passen, aber auch, dass das Kind Sorgen hat, über die niemand mit ihm redet.

ZEIT: Ihnen selbst ist es ganz ähnlich gegangen wie den Jugendlichen, mit denen Sie heute arbeiten. Hilft Ihnen diese Parallelität?

Avci: Meine eigene Geschichte ist zugleich meine Kompetenz für die Arbeit mit den Jugendlichen. Sie glauben mir, das ist das A und O, und das macht auch den Unterschied zu manchem Lehrer aus. Sie respektieren mich, weil ich sie respektiere. Sie stehen auf, wenn ich sie morgens aus dem Bett klingele und sie bitte, doch noch zur Schule oder zu ihrem Ausbildungsbetrieb zu gehen.

ZEIT: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre eigene Schulzeit in Deutschland?

Avci: Ich kam mit neun Jahren nach Berlin. Meine Eltern waren kurz nach meiner Geburt 1972 nach Deutschland gegangen. Ich wuchs bei meiner Großmutter auf, ging in eine Dorfschule in Tarsus, einem kleinen türkischen Ort an der syrischen Grenze. Dort war ich ein guter Schüler, erfolgreich, Klassensprecher. Dann kam ich in der deutschen Grundschule in eine »Regelausländerklasse«. Da waren nur Türken, Kinder aus dem ehemaligen Jugoslawien, Libanesen, Palästinenser. Plötzlich lachte man mich für meine fehlerhaften Diktate aus, ich war ein Nichts, eine Niete; was ich einmal konnte, zählte nichts mehr.

ZEIT: Gab es einen Moment, an dem Sie dachten: Nicht mit mir?

Avci: Meine Eltern haben mich nach der Grundschule auf die Realschule geschickt, weil sie geglaubt haben, ich sei etwas Besseres, dann bin ich in der Siebten sitzengeblieben und doch wieder auf die Hauptschule gekommen, wieder in eine reine Ausländerklasse. Unsere Lehrerin war nett, hat uns aber furchtbar bemitleidet. Ich habe das so gehasst, ich wollte kein Mitleid mehr und habe mich zunehmend dagegen gewehrt. Ich bin dann schließlich in eine Klasse gekommen, die durchmischter war. Die Lehrerin hat mir von Anfang an klargemacht, dass sie an mich glaubt. Bei ihr hatte ich immer das Gefühl, sie interessiert sich nicht nur für meine schulischen Leistungen, sondern auch für mich als Menschen. Das war meine Motivation, etwas für die Schule zu tun.

Leserkommentare
  1. Ja! Genau DAS! Ja!

    Er macht ein Job den es nur gibt, weil Leute wie er sonst keinem Job machen würden. Verstehen Sie das? Und das Ergebnis ist überhaupt nicht überprüfbar, seine gesellschaftliche Leistungsbilanz dürfte bis heute negativ sein - selbst unter der Annahme sein Job wäre "nützlich".

    Und warum hat der nicht weiter Zementsäcke geschleppt? War das über seiner Würde?

    Noch nie! war es für Menschen so leicht sich auszubilden. Es gibt jedes [...] Fachbuch als illegalen Download im Internet. Jeder kann - wenn er will sich ausbilden. Und jeder hat die Chance auf eine gute Schulbildung.
    Nein... nicht jeder. Diejenigen weniger, die keinen Platz bekommen weil andere erst die Quote füllen müssen.

    a| Hells Angels. Die von den Bullen eingeknastet werden und dort Tütenkleben müssen. Oder Zement sortieren.

    Mein Browser ist schnell genug dank adblock. Und diese Leute würden meinen Browser nciht schneller machen, sondenr einen politisch korrekten Zensurfilter einbauen...

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    2 Leserempfehlungen
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    vielleicht wissen, ist das Leben nicht nur schwarz oder weiss.

    Und diesem Mann die Lebensleistung abzusprechen finde ich mehr als arm.

    Wahrscheinlich hat er in seiner Arbeit mehr fürs Gemeinwohl getan als sie mit ihrer ungeheuren Arroganz und Selbstgerechtigkeit!

    "Er macht ein[en] Job den es nur gibt, weil Leute wie er sonst keinem[m=en] Job machen[einem Job geht man nach] würden. Verstehen Sie das?"

    -> Nein. Wieso sollte niemand außer ihm Sozialarbeiter sein?

    "Und das Ergebnis ist überhaupt nicht überprüfbar,"

    -> Doch. In der Sozialen Arbeit wird detailliert dokumentiert.

    "seine gesellschaftliche Leistungsbilanz dürfte bis heute negativ sein"

    -> Was ist eine "gesellschaftliche Leistungsbilanz"? Sie meinen wohl eine wirtschaftliche (BSP). Für die Gesellschaft (das sind im übrigen wir, die Zusammenlebenden) hat er vermutlich mehr getan als ihnen mit ihrem flachen Horizont zu fassen möglich ist.

    "- selbst unter der Annahme sein Job wäre "nützlich"."

    -> Demnach ist sein 'Job' 'nützlich'. Ihnen an dieser Stelle die Bedeutungsvielfalt von Nutzen zu erklären ist sicher nicht nützlich.

    vielleicht wissen, ist das Leben nicht nur schwarz oder weiss.

    Und diesem Mann die Lebensleistung abzusprechen finde ich mehr als arm.

    Wahrscheinlich hat er in seiner Arbeit mehr fürs Gemeinwohl getan als sie mit ihrer ungeheuren Arroganz und Selbstgerechtigkeit!

    "Er macht ein[en] Job den es nur gibt, weil Leute wie er sonst keinem[m=en] Job machen[einem Job geht man nach] würden. Verstehen Sie das?"

    -> Nein. Wieso sollte niemand außer ihm Sozialarbeiter sein?

    "Und das Ergebnis ist überhaupt nicht überprüfbar,"

    -> Doch. In der Sozialen Arbeit wird detailliert dokumentiert.

    "seine gesellschaftliche Leistungsbilanz dürfte bis heute negativ sein"

    -> Was ist eine "gesellschaftliche Leistungsbilanz"? Sie meinen wohl eine wirtschaftliche (BSP). Für die Gesellschaft (das sind im übrigen wir, die Zusammenlebenden) hat er vermutlich mehr getan als ihnen mit ihrem flachen Horizont zu fassen möglich ist.

    "- selbst unter der Annahme sein Job wäre "nützlich"."

    -> Demnach ist sein 'Job' 'nützlich'. Ihnen an dieser Stelle die Bedeutungsvielfalt von Nutzen zu erklären ist sicher nicht nützlich.

  2. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/vn

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    was ist bei ihnen los, dass sie anderen Menschen nur Übles unterstellen: Faulheit, Inkompetenz, Dummheit.

    Wie kommen sie dazu, andere Menschen nach ihrem Bild zu beurteilen und abzuurteilen? Was sagt diese Wut über sie selber aus?

    Die Lebenswege der Menschen sind sehr unterschiedlich. Manche haben es, durch ihre Voraussetzungen und Sozialisationen, leichter als andere.

    Denen aber, die es nicht eben leicht haben, Asozialität zu unterstellen ist für mich die Krönung der Selbstgerechtigkeit.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/mo.

    was ist bei ihnen los, dass sie anderen Menschen nur Übles unterstellen: Faulheit, Inkompetenz, Dummheit.

    Wie kommen sie dazu, andere Menschen nach ihrem Bild zu beurteilen und abzuurteilen? Was sagt diese Wut über sie selber aus?

    Die Lebenswege der Menschen sind sehr unterschiedlich. Manche haben es, durch ihre Voraussetzungen und Sozialisationen, leichter als andere.

    Denen aber, die es nicht eben leicht haben, Asozialität zu unterstellen ist für mich die Krönung der Selbstgerechtigkeit.

  3. ... man könnte es doch einfach mal probieren? Und ob man das nun an HartzIV oder Kindergeld koppelt.

    Oder den Auto-Führerschein gibt es erst nach dem Abschluss?

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    Antwort auf "Schlau und fachkundig!"
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    • TDU
    • 02.01.2012 um 13:26 Uhr

    Was sie so alles vorschlagen. Haben Sie nach ihrem Abschluss den Führerschein selbst bezahlt?. Wenn da keine Eltern sind, die zahlen können, gibts auch keinen Führerschein. Überhaupt, sollten Sie um die 30 sein, machen Sie wie andere Zöglinge der Kuschelpädagogik einen ziemlichen Wind.

    Was auf einml für Tugenden gefragt sind?. Disziplin Pünktlichkeit, Zuhören. Waren doch alles mal Sekundärtugenden, mit denen man auch ein KZ führen kann oder nicht?.

    Im übrigen habne Sie nicht genau gelesen. In seinem urspünglichen Zuhause war er ein guter Schüler. Man frage sich mal, woher das kommt, dass nicht nur er hier auf der Schule nichts "zu suchen" hat.

    Weil das schlicht diskriminierend, kontroproduktiv und schädlich ist. Die Ursachen werden so nicht angegangen, sondern verschärft.

    Wenn junge Menschen nicht zur Schule gehen, weil sie zurecht davon ausgehen, dass die Erfolgsaussichten gering sind, dann macht es keinen Sinn sie zusätzlich zu diffamieren und gesellschaftlich auszugrenzen.

    Sie wären ein guter Kolonial- oder Feudalherr. Erst die Menschen abhängig machen und sich dann über deren Abhängigkeit echauffieren. Erst das Selbstwertgefühl brechen und dann mangelnde Motivation beanstanden.

    In ihrem konkreten Beispiel: ihnen erst die Chance auf Mobilität verweigern und dann den Stillstand anprangern.

    Das könnte man doch einfach mal probieren! Innovativ!

    • TDU
    • 02.01.2012 um 13:26 Uhr

    Was sie so alles vorschlagen. Haben Sie nach ihrem Abschluss den Führerschein selbst bezahlt?. Wenn da keine Eltern sind, die zahlen können, gibts auch keinen Führerschein. Überhaupt, sollten Sie um die 30 sein, machen Sie wie andere Zöglinge der Kuschelpädagogik einen ziemlichen Wind.

    Was auf einml für Tugenden gefragt sind?. Disziplin Pünktlichkeit, Zuhören. Waren doch alles mal Sekundärtugenden, mit denen man auch ein KZ führen kann oder nicht?.

    Im übrigen habne Sie nicht genau gelesen. In seinem urspünglichen Zuhause war er ein guter Schüler. Man frage sich mal, woher das kommt, dass nicht nur er hier auf der Schule nichts "zu suchen" hat.

    Weil das schlicht diskriminierend, kontroproduktiv und schädlich ist. Die Ursachen werden so nicht angegangen, sondern verschärft.

    Wenn junge Menschen nicht zur Schule gehen, weil sie zurecht davon ausgehen, dass die Erfolgsaussichten gering sind, dann macht es keinen Sinn sie zusätzlich zu diffamieren und gesellschaftlich auszugrenzen.

    Sie wären ein guter Kolonial- oder Feudalherr. Erst die Menschen abhängig machen und sich dann über deren Abhängigkeit echauffieren. Erst das Selbstwertgefühl brechen und dann mangelnde Motivation beanstanden.

    In ihrem konkreten Beispiel: ihnen erst die Chance auf Mobilität verweigern und dann den Stillstand anprangern.

    Das könnte man doch einfach mal probieren! Innovativ!

  4. Denn die Probleme, die hier geschildert werden haben auch die meisten erfolgreicheren Kinder aus problemlosen sozialen Verhältnissen. Hier sorgen lediglich die Familie dafür, dass trotzdem noch Erfolg erzielt wird.
    Der Aufwand dafür steigt allerdings mit jeder "Schulreform" und damit auch das Risiko, das weitere Kreise in diese Negativspirale hineingezogen werden.

    Das deutsch Bildungssystem ist auf dme besten Wege sich zum schlechtesten ganz Europas zu entwickeln, vor allem weil inkompetente Bürokraten und Mode- und Steckenpferdpädagogen politisch gefördert, die Bildungspoltik bestimmen.
    Praktische Kompetenz und Erfolg jedoch zählen so gut wie gar nichts mehr in der deutschen Gesellschaft.

    H.

    6 Leserempfehlungen
  5. da kommen kleine Kinder im Sommer in die Schule mit ner Tüte unterm Arm und Freude in den Augen. Es dauert nicht mal bis Weihnachten und der Glanz ist dahin. Bis zum nächsten Sommer stinkt es den meisten. Die Kinder sind ja so dumm... kaum eine Berufsgruppe schafft es so schnell die ihr gewogene Klientel zu vergraulen.

    9 Leserempfehlungen
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    Es ist ja wirklich so. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen. Aber wenn ich die Erfahrungen meiner 3 Töchter (22, 22, 16 Jahre alt) mit meinem abgleiche (51 Jahre alt), dann gab es damals wie heute auf den Schulen 2 bis maximal 4 Lehrer, vor denen man Respekt hatte und bei denen man wirklich etwas lernte.

    Zu meiner Zeit waren das insbesonders 2 Ingenieure - KEINE LEHRER - die wegen Lehrermangel in Mathe und Physik jeweils aus dem wirklichen Leben kamen. Und wenn ich mir heute so das Lehramtsstudium einer meiner großen Töchter ansehe, dann wundert mich überhaupt nix mehr.

    Als Lehrer braucht es Mut und Leidenschaft, gegen das verknöcherte Schulsystem anzuunterrichten. Und man sollte nicht jeden zum Lehramststudium zulassen, der vielleicht den Numerus Clausus erfüllt. Ich empfehle Eignungstests.

    Meinen Tischlerlehrlingen empfehle ich auch einen anderen Beruf, wenn sich im Praktikum das fehlende Talent herausstellt. . .

    Sie liegen richtig. Aber warum schlussfolgern Sie, dass das die Schuld der Lehrer ist?

    Ich möchte Ihnen empfehlen sich mal diese Clips von Ken Robinson anzusehen. Sehr interessant und dazu noch unterhaltsam.

    http://www.ted.com/talks/...

    http://www.ted.com/talks/...

    http://www.ted.com/talks/...

    Es ist ja wirklich so. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen. Aber wenn ich die Erfahrungen meiner 3 Töchter (22, 22, 16 Jahre alt) mit meinem abgleiche (51 Jahre alt), dann gab es damals wie heute auf den Schulen 2 bis maximal 4 Lehrer, vor denen man Respekt hatte und bei denen man wirklich etwas lernte.

    Zu meiner Zeit waren das insbesonders 2 Ingenieure - KEINE LEHRER - die wegen Lehrermangel in Mathe und Physik jeweils aus dem wirklichen Leben kamen. Und wenn ich mir heute so das Lehramtsstudium einer meiner großen Töchter ansehe, dann wundert mich überhaupt nix mehr.

    Als Lehrer braucht es Mut und Leidenschaft, gegen das verknöcherte Schulsystem anzuunterrichten. Und man sollte nicht jeden zum Lehramststudium zulassen, der vielleicht den Numerus Clausus erfüllt. Ich empfehle Eignungstests.

    Meinen Tischlerlehrlingen empfehle ich auch einen anderen Beruf, wenn sich im Praktikum das fehlende Talent herausstellt. . .

    Sie liegen richtig. Aber warum schlussfolgern Sie, dass das die Schuld der Lehrer ist?

    Ich möchte Ihnen empfehlen sich mal diese Clips von Ken Robinson anzusehen. Sehr interessant und dazu noch unterhaltsam.

    http://www.ted.com/talks/...

    http://www.ted.com/talks/...

    http://www.ted.com/talks/...

  6. Menschen, die weder vollständig Lesen, Schreiben noch Rechnen beherrschen, keinen Respekt gegenüber Lehrern und Schule aufzubringen bereit sind und eine Frustrationstoleranz, die unterhalb Bordsteinhöhe... was soll das werden?

    Programmieren können, worauf man Lust verspürt, ist weder sinnvoll noch zielführend. Es ist ein Hobby, das sich die Jugendlichen (meist nur die Jungs) gegenseitig beibringen, das sie kaum ausserhalb ihrer Spassbereich nutzen können und das sie dadurch nicht zu Teamspielern macht.

    Das größte Problem ist für mich, dass diese Jungs nicht in der Lage sind, Dinge zu tun, die nicht ganz so sind, wie sie sich das wünschen. Leider ist das das Leben und das wird auch nicht anders mit mehr Sozialarbeitern, die "die Jungs dort abholen, wo sie stehen".

    Und wie immer: Wo sind die Eltern? Scheinbar fühlen sie sich weder berufen noch in der Lage ihren Job zu machen und das sollen nun Schule (bedürfnisorientierter werden) und Sozialarbeiter hin bekommen.

    Mit Verlaub, ich kann diese Leier nicht mehr hören.

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    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke. Die Redaktion/mo

    "Menschen, die weder vollständig Lesen, Schreiben noch Rechnen beherrschen, keinen Respekt gegenüber Lehrern und Schule aufzubringen bereit sind und eine Frustrationstoleranz, die unterhalb Bordsteinhöhe... "

    Von mangelndem 'Respekt' und mangelnder 'Frusttoleranz' habe ich im Interview aber nichts gelesen - woher wissen Sie das alles?

    "Programmieren können, worauf man Lust verspürt, ist weder sinnvoll noch zielführend."

    Wieso nicht? Ich finde 'Programmieren können, worauf man Lust verspürt' hört sich doch toll an! Da drückt sich doch ein Mensch aus mit etwas, was er gut kann und was er gerne tut...

    "Es ist ein Hobby, das sich die Jugendlichen (meist nur die Jungs) gegenseitig beibringen,..."

    Ist ja auch erstmal nix dran zu nörgeln, wenn Menschen sich gegenseitig etwas beibringen. Ganz im Gegenteil.

    "...das sie kaum ausserhalb ihrer Spassbereich nutzen können und das sie dadurch nicht zu Teamspielern macht."

    Woher wissen Sie das denn bloß alles? Kennen Sie soviele jugendliche Programmierer?

    (weiter mit Teil 2)

    "Das größte Problem ist für mich, dass diese Jungs nicht in der Lage sind, Dinge zu tun, die nicht ganz so sind, wie sie sich das wünschen."

    In der Tat: für S i e ist das offenbar ein Problem.

    "Leider ist das das Leben."

    Ich glaube eher, dass das Leben etwas ganz anderes ist als das hier bei uns (und überall sonst im weltweiten Konsumkapitalismus). Z.B. ist das Leben, dass ein jeder tun darf, was ihm Freude macht und was seinem ganz eigenen Selbstausdruck entspricht. Utopie? Klar. Aber jeder Utopie ist nur solange eine, bis sie verwirklicht wird.

    Ich kann Ihre Ausführungen betreffend ungefähr nachvollziehen, was Sie meinen. Mein Tipp: Denken Sie einfach neu.

    MfG

    >Programmieren können, worauf man Lust verspürt, ist weder sinnvoll noch zielführend. Es ist ein Hobby, das sich die Jugendlichen (meist nur die Jungs) gegenseitig beibringen, das sie kaum ausserhalb ihrer Spassbereich nutzen können und das sie dadurch nicht zu Teamspielern macht.

    Sie verkennen die Situation und die gebotenen Chancen die dahinter stecken. Programmierung ist eine Fachkompetenz, die ein hohes Maß an analytischen Fähigkeiten, ein Grundverständnis für Problemstellungen und Lösungen, Planung und stetige Weiterbildung vorraussetzt und/oder diese Bereiche stärkt und ausbildet. Wer ersteinmal anfängt mit dem Programmieren und gegenügend Motivation entwickelt um am Ball zu bleiben, wird früher oder später nicht um Mathe herum kommen, aber auch nicht um Englischkenntnisse. Darüber hinaus ist das "sich gegenseitig etwas beibringen", eine äußerst wichtige Sozialkompetenz, die Respekt, Geduld, aber auch Teamfähigkeiten ausgezeichnet schult.

    Das sind alles Eigenschaften, die im Leben wichtig sind und universelle Anwendung finden, aber nicht von der Schule garantiert werden. Ich habe genug Abiturierenten und Studenten erlebt, die zwar ein enormes Faktenwissen aufweisen, aber dennoch nicht wirklich arbeitsfähig war - weil's einfach am wichtigsten gefehlt hat.

    Für die Jungs (und Mädels) ist es eine echte Chance noch einmal die Kurve zu kriegen und wer weiss, vielleicht wird dem einem oder andere eine positivere Perspektive ermöglicht, als bisher.

    In der heutigen Zeit wohl kaum, oder es wird von alle den ewig gestrigen so gesehen, die selbst Angst vor dem Computer haben und dies alles für nicht zukunftsfähig halten. Solche Leute gab es übrigens schon vor 25 jahren ("Wozu brauchst Du einen Computer?!").

    Ein Beispiel von einem Schulabbrecher, der mir persönlich bekannt ist:

    Jonathan brach mit 14 die Schule ab, weil ihn das alles langweilte. Er beschäftigte sich lieber mit seinem Computer und programmierte. Heute, mit 22 Jahren, ist er einer der Hauptprogrammierer des 3D-Programmes "Blender", dass als kostenlose Software für jedermann zugänglich ist. Mit diesem Programm wurde u.a. der Film "Bick Buck Bunny" produziert, anzusehen bei YouTube. Jonathan hält heute Anwenderseminare und erstellt - ebenfalls kostenfreie - Tutorials.

    Mir ist nicht bekannt, dass er einen Schulabschluss hätte, aber er hat etwas viel wichteres geschafft:
    Seinen Weg gefunden!
    Er ist ein Beispiel dafür, dass jeder Mensch seine Talente entdecken und ausbilden kann.

    Ich frage mich, wie viele versteckte Talente es bei den sog. "Bildungsverliern" gibt - mit sicherheit immens viele!

    • TDU
    • 03.01.2012 um 11:36 Uhr

    Was glauben Sie wohl, mussten sich in den 1960igern die anhören, die statt Schule Fussball oder die Musik wählten.

    Genau dieselben undifferenzierten Argumente seitens Pädagogen, Eltern und manchen Verbänden. Aber meist in der Bild Zeitung. Ich sags noch mal. Der Wiedererkennungseffekt ist beunruhigend. Völlig vergessen wird auch, dass "Schule schwänzen" früher aufgefallen ist, weil man allein auf der Strasse war, was in einer Stadt wie Berlin gar nicht ist.

    Ihre Argumentation lässt jeglichen gesellschaftlichen Wandel und jede soziale Situation unberücksichtigt. Auch den Ursprung der Menschen. Da sind Jungs mit 14 erwachsen und tragen Verantwortung. Anders als in bürgerliche Familien in diesen Ländern. Aber schön ignorieren.

    Was sich allerdings noch geändert hat und dafür können die Jungs gar nichts: Mal eben einen Job und bei Gefallen und Fleiss dabei bleiben können.

    Deutschland war nie berühmt für Chancen und Möglichkeiten ohne Zeugnisse. Und das wird immer schlimmer, der Druck zur Auslese nach wirtschaftlichen Funktionsbedürfnissen. Und ausgerechnet im "Zeit" Forum erfährt das noch massenhaft Unterstützung. Eigentlich peinlich.

    Nicht Sie sind jetz gemeint: Aber beim nächsten mal wieder über die böse Wirtschaft und Managergier schimpfen. Eben wie in der Bild Zeitung der 1960iger und 1970iger bis Willi Brandt "mehr Demokratie wagen", heute gennant "Planet Ich" Beteiligung.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke. Die Redaktion/mo

    "Menschen, die weder vollständig Lesen, Schreiben noch Rechnen beherrschen, keinen Respekt gegenüber Lehrern und Schule aufzubringen bereit sind und eine Frustrationstoleranz, die unterhalb Bordsteinhöhe... "

    Von mangelndem 'Respekt' und mangelnder 'Frusttoleranz' habe ich im Interview aber nichts gelesen - woher wissen Sie das alles?

    "Programmieren können, worauf man Lust verspürt, ist weder sinnvoll noch zielführend."

    Wieso nicht? Ich finde 'Programmieren können, worauf man Lust verspürt' hört sich doch toll an! Da drückt sich doch ein Mensch aus mit etwas, was er gut kann und was er gerne tut...

    "Es ist ein Hobby, das sich die Jugendlichen (meist nur die Jungs) gegenseitig beibringen,..."

    Ist ja auch erstmal nix dran zu nörgeln, wenn Menschen sich gegenseitig etwas beibringen. Ganz im Gegenteil.

    "...das sie kaum ausserhalb ihrer Spassbereich nutzen können und das sie dadurch nicht zu Teamspielern macht."

    Woher wissen Sie das denn bloß alles? Kennen Sie soviele jugendliche Programmierer?

    (weiter mit Teil 2)

    "Das größte Problem ist für mich, dass diese Jungs nicht in der Lage sind, Dinge zu tun, die nicht ganz so sind, wie sie sich das wünschen."

    In der Tat: für S i e ist das offenbar ein Problem.

    "Leider ist das das Leben."

    Ich glaube eher, dass das Leben etwas ganz anderes ist als das hier bei uns (und überall sonst im weltweiten Konsumkapitalismus). Z.B. ist das Leben, dass ein jeder tun darf, was ihm Freude macht und was seinem ganz eigenen Selbstausdruck entspricht. Utopie? Klar. Aber jeder Utopie ist nur solange eine, bis sie verwirklicht wird.

    Ich kann Ihre Ausführungen betreffend ungefähr nachvollziehen, was Sie meinen. Mein Tipp: Denken Sie einfach neu.

    MfG

    >Programmieren können, worauf man Lust verspürt, ist weder sinnvoll noch zielführend. Es ist ein Hobby, das sich die Jugendlichen (meist nur die Jungs) gegenseitig beibringen, das sie kaum ausserhalb ihrer Spassbereich nutzen können und das sie dadurch nicht zu Teamspielern macht.

    Sie verkennen die Situation und die gebotenen Chancen die dahinter stecken. Programmierung ist eine Fachkompetenz, die ein hohes Maß an analytischen Fähigkeiten, ein Grundverständnis für Problemstellungen und Lösungen, Planung und stetige Weiterbildung vorraussetzt und/oder diese Bereiche stärkt und ausbildet. Wer ersteinmal anfängt mit dem Programmieren und gegenügend Motivation entwickelt um am Ball zu bleiben, wird früher oder später nicht um Mathe herum kommen, aber auch nicht um Englischkenntnisse. Darüber hinaus ist das "sich gegenseitig etwas beibringen", eine äußerst wichtige Sozialkompetenz, die Respekt, Geduld, aber auch Teamfähigkeiten ausgezeichnet schult.

    Das sind alles Eigenschaften, die im Leben wichtig sind und universelle Anwendung finden, aber nicht von der Schule garantiert werden. Ich habe genug Abiturierenten und Studenten erlebt, die zwar ein enormes Faktenwissen aufweisen, aber dennoch nicht wirklich arbeitsfähig war - weil's einfach am wichtigsten gefehlt hat.

    Für die Jungs (und Mädels) ist es eine echte Chance noch einmal die Kurve zu kriegen und wer weiss, vielleicht wird dem einem oder andere eine positivere Perspektive ermöglicht, als bisher.

    In der heutigen Zeit wohl kaum, oder es wird von alle den ewig gestrigen so gesehen, die selbst Angst vor dem Computer haben und dies alles für nicht zukunftsfähig halten. Solche Leute gab es übrigens schon vor 25 jahren ("Wozu brauchst Du einen Computer?!").

    Ein Beispiel von einem Schulabbrecher, der mir persönlich bekannt ist:

    Jonathan brach mit 14 die Schule ab, weil ihn das alles langweilte. Er beschäftigte sich lieber mit seinem Computer und programmierte. Heute, mit 22 Jahren, ist er einer der Hauptprogrammierer des 3D-Programmes "Blender", dass als kostenlose Software für jedermann zugänglich ist. Mit diesem Programm wurde u.a. der Film "Bick Buck Bunny" produziert, anzusehen bei YouTube. Jonathan hält heute Anwenderseminare und erstellt - ebenfalls kostenfreie - Tutorials.

    Mir ist nicht bekannt, dass er einen Schulabschluss hätte, aber er hat etwas viel wichteres geschafft:
    Seinen Weg gefunden!
    Er ist ein Beispiel dafür, dass jeder Mensch seine Talente entdecken und ausbilden kann.

    Ich frage mich, wie viele versteckte Talente es bei den sog. "Bildungsverliern" gibt - mit sicherheit immens viele!

    • TDU
    • 03.01.2012 um 11:36 Uhr

    Was glauben Sie wohl, mussten sich in den 1960igern die anhören, die statt Schule Fussball oder die Musik wählten.

    Genau dieselben undifferenzierten Argumente seitens Pädagogen, Eltern und manchen Verbänden. Aber meist in der Bild Zeitung. Ich sags noch mal. Der Wiedererkennungseffekt ist beunruhigend. Völlig vergessen wird auch, dass "Schule schwänzen" früher aufgefallen ist, weil man allein auf der Strasse war, was in einer Stadt wie Berlin gar nicht ist.

    Ihre Argumentation lässt jeglichen gesellschaftlichen Wandel und jede soziale Situation unberücksichtigt. Auch den Ursprung der Menschen. Da sind Jungs mit 14 erwachsen und tragen Verantwortung. Anders als in bürgerliche Familien in diesen Ländern. Aber schön ignorieren.

    Was sich allerdings noch geändert hat und dafür können die Jungs gar nichts: Mal eben einen Job und bei Gefallen und Fleiss dabei bleiben können.

    Deutschland war nie berühmt für Chancen und Möglichkeiten ohne Zeugnisse. Und das wird immer schlimmer, der Druck zur Auslese nach wirtschaftlichen Funktionsbedürfnissen. Und ausgerechnet im "Zeit" Forum erfährt das noch massenhaft Unterstützung. Eigentlich peinlich.

    Nicht Sie sind jetz gemeint: Aber beim nächsten mal wieder über die böse Wirtschaft und Managergier schimpfen. Eben wie in der Bild Zeitung der 1960iger und 1970iger bis Willi Brandt "mehr Demokratie wagen", heute gennant "Planet Ich" Beteiligung.

  7. Jeder der das kleine 1 X 1 mit dem Taschenrechner beherscht
    egal in welcher Sprache darf teilnehmen.
    Das Ausland legt schon jetzt nicht mehr solch einen
    großen Wert auf Detsche Abiturienten.
    Warum wohl?
    Facharbeiter sind im Ausland mehr gefragt

    5 Leserempfehlungen
  8. 16. Basics

    Mit Basics wie Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit wäre schon die halbe Miete eingefahren... da es sich aber um Kinder handelt, sollten wir nicht denen die Schuld geben, die es nicht besser wissen, sondern sollten uns fragen, warum schwänzen, krankfeiern und Unpünktlichkeit als angenehmere Variante erfahren wird, und welche Rolle das System dabei spielt.

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