Stimmt's?Wird der Ton beim Rühren im Cappuccino immer höher?

…fragt Johannes Roeßler aus Emkendorf

Das Phänomen ist in Deutschland unter dem Namen "Cappuccino-Effekt" bekannt, im englischen Sprachraum heißt es hot chocolate effect. Es tritt dann auf, wenn man in einer mit Luft gemischten Flüssigkeit rührt. Im Fall des Cappuccino ist es der Milchschaum, aber auch Schokoladenpulver bringt unweigerlich Luft in die Milch ein.

Klopft man nun beim Umrühren mit dem Löffel auf den Tassenboden, dann ist der Ton zunächst dumpf und tief, mit der Zeit aber entweicht die Luft – der Ton wird immer höher.

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Schon 1969 erschien der erste theoretische Artikel über den Effekt, 1982 schließlich hat Frank Crawford eine experimentell begründete Arbeit im American Journal of Physics veröffentlicht, in der er die Tonhöhenänderung sehr präzise vorhersagt.

In der Flüssigkeit entsteht beim Klopfen eine stehende Welle. Deren Frequenz hängt – bei konstantem Volumen – von der Geschwindigkeit ab, mit der sich der Schall in der Flüssigkeit bewegt. Die wiederum wird von deren Dichte und Kompressibilität bestimmt. Wasser lässt sich praktisch nicht zusammendrücken, deshalb hat der Schall dort die hohe Geschwindigkeit von fast 1.500 Metern pro Sekunde. Im Luft-Wasser-Gemisch ist der Schall dramatisch langsamer – noch langsamer als in Luft allein, das Tempo kann auf 120 Meter pro Sekunde sinken. Das führt zu einem Ton, der um mehr als drei Oktaven tiefer ist.

Und was ist mit Tee? Wenn man da zum Beispiel feinen Zucker einrührt, ist der Effekt auch zu verzeichnen.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Eben ist in China ein Sack Reis umgefallen...

    2 Leserempfehlungen
  2. Sehr geehrte ZEITonline Autoren, Danke für diesen Artikel und dank dass Sie sich die Mühe bereiten, die Geheimnisse und Phänomene des Alltags aufzudecken.

    Sogar der uns allen so wohl bekannte Alltag hat so manch spannende Story zu bieten ... man muss sich nur dafür interessieren.

    6 Leserempfehlungen
  3. ja find ich auch interessant. Man lernt aus, auch net in kleinen Dingen

    Abgesehen von Experimenten, die jetzt
    allabendlich bei Gästen zum Besten gegeben werden, könnten auch Musiker auf den Geschmack kommen, vielleicht bastelt jemand eine Gläserorgel mit variablen Füllungen, Filtern , Schläuchen usw.
    So wie anno dazumal uz einer Klangerzeugung zusätzliche Filter und Manipulationen kamen, um den KLang dynamisch und in Echtzeit zu verändern

    Eine Leserempfehlung
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    welche musikinstrumente waren das anno dazumal?

    welche musikinstrumente waren das anno dazumal?

  4. also wenn der titel nicht so unklar wäre, hät ich den artikel nicht gelesen. denn dass sich die akustische impulsantwort verändert, wenn sich wesetliche teile des übertragungsmediums ändern, ist an sich ein alter hut.

    aber welcher ton jetzt der ton sein soll, der beim rühren im cappeccino höher wird, erschließt sich eben erst im artikel.

  5. welche musikinstrumente waren das anno dazumal?

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