JahresrückblickUnsere Internet-Top-Ten

Was hat die virtuelle Welt dieses Jahr an Außergewöhnlichem hervorgebracht? Zehn Mitarbeiter der ZEIT präsentieren eine bunte Auswahl von Franziska Bulban, , , , Falk Lüke, , , und

1. #FirstWorldProblems – Schlagwort des Jahres

Bürger aus reichen Industrienationen haben es auch nicht leicht. »Ein Kissen ist zu niedrig, zwei sind zu hoch«, schreibt ein Twitter-Nutzer unter dem Schlagwort #FirstWorldProblems . Andere monieren, dass sie weit von der Haustür entfernt parken müssten, die iPad-Beleuchtung nachts Mücken anziehe und sich Eiscreme frisch aus dem Kühlfach so schlecht löffeln lasse. Kleinigkeiten, die jeder kennt, über die man beim Kaffee plaudert oder eben im Netz. Keine richtigen Probleme, sondern »ErsteWeltProbleme«.

Obwohl es das Schlagwort #FirstWorldProblems bei Twitter schon länger gibt, wurde es erst in diesem Jahr zum richtigen Internettrend: Auf Sprüche folgten virtuelle Postkarten und Musikvideos, in denen es sich nur um solche Alltäglichkeiten dreht. Das könnte man für selbstsüchtig halten: Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem die Welt von einer Krise in die nächste schlittert, beschweren sich Tausende über Kleinkram.

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Aber wird nicht immer gemeckert? Die Frage ist, wie wichtig man das nimmt. Mit dem Hinweis #FirstWorldProblems machen sich die Meckernden über sich selbst lustig. Niemand, der die Nachrichten über den Arabischen Frühling, die Katastrophe in Fukushima oder den Hunger in Somalia verfolgt, wird über seiner Parkplatzsuche verzweifeln.

Franziska Bulban

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