Alkoholprävention Freibier im Unterricht
"Lieber schlau als blau" – wie Schüler den maßvollen Umgang mit Alkohol lernen sollen.
Um Punkt halb sechs eröffnet Heike Roth*, Biologielehrerin an einer kleinen Oberschule in Brandenburg, die Bar. Hinter ihr warten zwei Kästen mit Bier und Alcopops, vor ihr 13 hibbelige Zehntklässler. Zwei bis vier Flaschen wird jeder von ihnen in den nächsten zwei Stunden trinken, dazwischen Promilletests und Konzentrationsspiele machen und die Ergebnisse in einem »Trinkprotokoll« notieren.
»Trinkexperiment« nennt sich das Ganze. Es ist Teil eines ziemlich ungewöhnlichen Alkoholpräventionsprogramms für Schulen, das der Psychologe Johannes Lindenmeyer und die Sozialpädagogin Simone Schramm von der Salus Klinik Lindow vor vier Jahren entwickelt haben. Seit Ende 2008 wird es in brandenburgischen Schulen durchgeführt, finanziert vom Gesundheitsministerium.
Pubertierende Teenies, ist man dort überzeugt, lernten den verantwortungsvollen Alkoholkonsum allemal besser durch Selbsterfahrung als durch Abschreckung und Verbote. Suchtexperten sehen das ähnlich. Rainer Thomasius zum Beispiel, der Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf. Ihn stört zwar, dass auch bei diesem Ansatz die Verantwortung von den Eltern auf die ohnehin überlasteten Schulen geschoben wird. »Das lebensnahe Setting finde ich aber sehr gut.« Ebenso wie die Tatsache, dass Lindenmeyer und Schramm das Projekt derzeit an Schulen in ganz Deutschland evaluieren: »Das kommt leider viel zu selten vor.«
Viel Lob also für ein noch recht neues Projekt – trotzdem möchte Heike Roth ihren Namen und den der Schule lieber nicht in der Zeitung lesen. Zu gewagt scheint ihr das angesichts des Sturms der Empörung, den das »Lieber schlau als blau«-Programm im benachbarten Berlin auslöste. Als Lindenmeyer und Schramm ihren Workshop dort an Schulen vorstellen wollten, ging die Senatsverwaltung auf die Barrikaden: Kollektivsaufen im Unterricht? Schnapsidee! Bis in die Tagesthemen brandete die Aufregung. Am Ende riet der Senat den Schulen offiziell von der Durchführung ab: Ziel sei es schließlich, den »Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen so weit wie möglich hinauszuschieben«.
Simone Schramm steht an diesem Abend neben Heike Roth und kontrolliert per Liste, dass jeder Schüler nur so viel trinkt, wie ihm die Eltern vorher schriftlich erlaubt haben. Sie sagt, die Einstellung der Berliner sei »blauäugig«: »Man kann doch die Realität nicht ausblenden! Das erste Glas trinken 80 Prozent schon mit 14, mit 15 haben sie den ersten Rausch. Dazu kommt das Problem mit den Komatrinkern.« Selbstverständlich werde beim Schulexperiment kein Nichttrinker zum Trinken animiert. »Doch die, die schon Erfahrung haben, können im kontrollierten Rahmen erfahren, was Alkohol bewirkt: Wie verändere ich mich? Wann sollte ich aufhören?« Außerdem sei so ein Praxistest ein Motivationshaken. Welcher Teenager rede schon freiwillig mit seinen Lehrern über Alkohol?
Marcel hat auf jeden Fall schon angebissen. Der 16-Jährige sitzt mit seinen ersten zwei Bier im Bürgertreff, wo das Experiment durchgeführt wird, und findet den Workshop »zumindest besser als den Mist, den wir vorher zum Thema gemacht haben. Vorträge, Theaterstücke – da lernt man doch nichts Neues.« Er ist vor allem auf die Auswertung der Fragebögen zum Alkoholkonsum gespannt, die sie vorhin ausfüllen mussten. Bei der Nachbereitung nächste Woche sollen die Schüler erfahren, ob sie schon jetzt einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol pflegen.
Marcel, erstes Glas mit 14, erster Vollrausch kurz darauf, rechnet mit einem guten Abschneiden: »Ich weiß, wie viel ich vertrage.« Klar, in den Ferien komme es schon mal vor, »dass ich mich jeden dritten Tag volllaufen lasse. Aber manche sind echt härter drauf.« Dass die vier Bier heute Abend bei ihm irgendeine negative Wirkung hätten, glaubt er nicht: »Da bin ich höchstens angeheitert.«
Marie ist sich da nicht so sicher. Die 15-Jährige sitzt noch etwas schüchtern vor ihren ersten zwei Beck’s Green Lemon. Da sie unter 16 ist, wird sie beim Experiment nur halb so viel trinken wie Marcel. Trotzdem ist sie »echt gespannt, wie fit ich danach bin«. Mehr als zwei Alcopops trinke sie nämlich auch auf Partys selten. »Schmeckt halt lecker. Ich brauch’s aber nicht.«
Sechs Uhr: Zeit für die erste Testrunde. Die Schüler haben ihre erste Ration geleert, die Stimmung erinnert jetzt ein bisschen an Abschlussfahrt: Durch den Raum wabern Bier- und Chipsdünste. Aus der Mädchenecke kichert es in steigender Frequenz, in der Jungsecke versucht man derweil engagiert, Kronkorken mit den Händen zu zerdrücken. Roth steht mit Schramm und der zweiten Aufsichtslehrerin gespannt daneben. Ein Jahr hat sie gekämpft, um den Workshop durchführen zu können. »Der Aufwand ist ja schon enorm. Ich verstehe, dass das manche Schulen abschreckt.« Bisher, findet sie, hat es sich aber gelohnt: »Gucken Sie doch, wie die jetzt schon aus dem Häuschen sind. Immer sagen sie, dass sie zwei Bier locker wegstecken. Ich wünschte, die könnten sich jetzt sehen.«
- Datum 16.01.2012 - 06:35 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 5.1.2012 Nr. 02
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Pubertierende Teenies, ist man dort überzeugt, lernten den verantwortungsvollen Alkoholkonsum allemal besser durch Selbsterfahrung als durch Abschreckung und Verbote.
Bei dem Satz dachte ich nur - warum das Experiment nicht auch mit Haschisch, Kokain und Heroin?
die Einstellung der Berliner sei »blauäugig«: »Man kann doch die Realität nicht ausblenden!
Und spätestens bei diesem Satz war ich mir sicher, wir brauchen diese Veranstaltung auch mit Kokain und Heroin, denn wir dürfen die Realität ja nicht ausblenden. Viele Jugendlich kommen mit diesen Drogen spätesten im Alter von 16 bis 17 in Kontakt, wenn das Komasaufen ihnen nicht mehr ausreichend den Kick gibt.
Aber in einer Hinsicht hat sie natürlich Recht, die Berliner sind mehr als nur blauäugig, wenn sie so eine dümmliche Aussage tätigen:
Am Ende riet der Senat den Schulen offiziell von der Durchführung ab: Ziel sei es schließlich, den »Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen so weit wie möglich hinauszuschieben«
Hinausschieben!? Das ist die bigotte Doppelmoral einer Gesellschaft, in der wir Erwachsene sagen, wir wollen kiffen, saufen und rauchen ohne das uns jemand Vorschriften macht, aber unsere Kinder müssen wir um jeden Preis davor behüten, weil es ja gefährlich sei.
Umgekehrt wird ein Schuh draus - wir Erwachsene müssen auf dieses Gesöff verzichten, dann werden auch unsere Kinder kein Interesse daran entdecken.
mfg henry
"Bei dem Satz dachte ich nur - warum das Experiment nicht auch mit Haschisch, Kokain und Heroin?"
Oder einfach nur mit Tabak. Den gleichen Gedanken hatte ich auch. Alkohol hat schon eine seltsame Sonderstellung. Mit ihm muss man "Umgang lernen", während andere Drogen absolut tabu sind.
"wir Erwachsene müssen auf dieses Gesöff verzichten, dann werden auch unsere Kinder kein Interesse daran entdecken."
Da bin ich mir nicht so sicher. Wir verzichten ja auch weitgehend darauf, Bushido über unsere Handylautsprecher zu hören und Hunderte von SMS täglich zu versenden, was viele Jugendliche nicht im mindesten beeindruckt.
Kontrollverlust ist in unserer Gesellschaft eben nicht mehr in einen religiös-rituellen oder zumindest gemeinschaftsfördernden Kontext eingebunden. Da er aber als existenzielle Erfahrung sowieso Reiz auf die Jugendlichen ausübt, ist es vielleicht wirklich nützlich, über die Beschäftigung im Unterricht wenigstens einen Kommunikationskanal aufrecht zu halten.
scheint doch ein ziemlich weit verbreitetes Problem zu sein und das finde ich persönlich lästiger als jmd, der einen guten Alkoholrausch zu schätzen weiß ;)
Was an ihrem Beitrag dummschwätzerei ist?
Erstmal hat das Opiat Heroin rein gar nichts mit Alkohol zu tun, aber das nur am Rande. Das nervigste ist, dass Leute wie sie alle Drogen auf eine Stufe stellen. Mal abgesehen davon, dass Kokain und vorallem Heroin viel, viel schädlicher für den Körper sind und im Gegensatz zum Alkohol (auch wenn Kokain ein Alkoholid ist) sehr häufig beim ersten Konsum abhängig machen, geht der Gebrauch bei Jugendlichen immer weiter zurück und spielt bei Jungs und Mädels in meiner Altersgruppe keine Rolle.
Waruf ich hinauswill? Alkohol ist bei der natürlich gegebenen Gefährlichkeit nicht nur in keinem Maße vergleichbar hinsichtlich der Schädlichkeit, sondern eben auch sehr viel präsenter und das auch ohne Negativbeispiel der Eltern. Meine trinken nie und trotzdem lass ich mir den Genuss nicht nehmen.
Der Kontakt wird in jedem Fall kommen, und das Alter wird eher jünger als älter. Verwerflich ist am Alkoholgenuss im Prinzip nichts, nur dass man eben aufpassen muss. Genau hier setzt die Studie doch auch an.
Deswegen finde ich die Aktion auch unterstützenswert. Verhindern kann und will man es nicht, doch bitte mit der gebotenen Vorsicht und dem nötigen Wissen, was Alkohol kann, wenn man ihn lässt.
es ist natürlich so, dass Kokain & Heroin im gleichen Umfang wie auch Alkohol genossen werden. Deswegen lässt sich dies auch wunderbar vergleichen.
Ansonsten stimme ich Winneskuxx zu.
@Karlos111: Ich denke, die Kinder wurden von ihren Eltern abgeholt.
"Bigotte Moral der Gesellschaft" als Stichwort verwenden, haben Sie Recht. Allerdings trifft diese ganz besonders auf Alkohol zu und weniger auf Haschisch und die anderen illegalen Drogen, wodurch sich die Befürchtung eines Dammbruchs erübrigt. Es ist nämlich NICHT so, dass die Bevölkerung den Konsum von Haschisch, Extasy, Kokain, usw. flächendeckend gut heißt. Alkoholkonsum ist hingegen so eine Art Staatsreligion und wer ihn trinkt, wird geliebt - halt bis zu jenem Moment, in dem er diesbezüglich die Kontrolle verliert. Dann lässt ihn die Gesellschaft plötzlich fallen wie eine heiße Kartoffel. Hierin liegt die große Doppelmoral.
Wegen ihr und weil der Konsum seit Jahrtausenden fest in die hiesige Kultur eingebettet ist, bedeutet es sehr viel, sein Limit zu kennen. Das Projekt halte ich in diesem Zusammenhang für äußerst sinnvoll. Sicher wäre es Aufgabe der Eltern, Eigenverantwortung zu vermitteln. In der Praxis ist jedoch aufgrund der heutigen Sozialstrukturen in Deutschland darauf kein Verlass.
Einige scheinen nicht zwischen "Erwachsenen" und "Eltern" unterscheiden zu können.
Ich mein, es ist bigott, Jugendlichen Alkohol zu verbieten, aber Erwachsenen zu erlauben. Entweder oder. Wenn natürlich nur die Eltern auf Alkohol verzichten würden, ansonsten aber alle saufen, dann hat es auf Jugendliche natürlich nur einen sehr geringen Effekt.
Wenn der Alkohol aber aus unserer Gesellschaft verbannt wäre, würde er unter Jugendlichen genauso beliebt/unbeliebt sein, wie es heute Drogen wie Haschisch, Kokain oder Heroin sind.
mfg henry
"Bei dem Satz dachte ich nur - warum das Experiment nicht auch mit Haschisch, Kokain und Heroin?"
Oder einfach nur mit Tabak. Den gleichen Gedanken hatte ich auch. Alkohol hat schon eine seltsame Sonderstellung. Mit ihm muss man "Umgang lernen", während andere Drogen absolut tabu sind.
"wir Erwachsene müssen auf dieses Gesöff verzichten, dann werden auch unsere Kinder kein Interesse daran entdecken."
Da bin ich mir nicht so sicher. Wir verzichten ja auch weitgehend darauf, Bushido über unsere Handylautsprecher zu hören und Hunderte von SMS täglich zu versenden, was viele Jugendliche nicht im mindesten beeindruckt.
Kontrollverlust ist in unserer Gesellschaft eben nicht mehr in einen religiös-rituellen oder zumindest gemeinschaftsfördernden Kontext eingebunden. Da er aber als existenzielle Erfahrung sowieso Reiz auf die Jugendlichen ausübt, ist es vielleicht wirklich nützlich, über die Beschäftigung im Unterricht wenigstens einen Kommunikationskanal aufrecht zu halten.
scheint doch ein ziemlich weit verbreitetes Problem zu sein und das finde ich persönlich lästiger als jmd, der einen guten Alkoholrausch zu schätzen weiß ;)
Was an ihrem Beitrag dummschwätzerei ist?
Erstmal hat das Opiat Heroin rein gar nichts mit Alkohol zu tun, aber das nur am Rande. Das nervigste ist, dass Leute wie sie alle Drogen auf eine Stufe stellen. Mal abgesehen davon, dass Kokain und vorallem Heroin viel, viel schädlicher für den Körper sind und im Gegensatz zum Alkohol (auch wenn Kokain ein Alkoholid ist) sehr häufig beim ersten Konsum abhängig machen, geht der Gebrauch bei Jugendlichen immer weiter zurück und spielt bei Jungs und Mädels in meiner Altersgruppe keine Rolle.
Waruf ich hinauswill? Alkohol ist bei der natürlich gegebenen Gefährlichkeit nicht nur in keinem Maße vergleichbar hinsichtlich der Schädlichkeit, sondern eben auch sehr viel präsenter und das auch ohne Negativbeispiel der Eltern. Meine trinken nie und trotzdem lass ich mir den Genuss nicht nehmen.
Der Kontakt wird in jedem Fall kommen, und das Alter wird eher jünger als älter. Verwerflich ist am Alkoholgenuss im Prinzip nichts, nur dass man eben aufpassen muss. Genau hier setzt die Studie doch auch an.
Deswegen finde ich die Aktion auch unterstützenswert. Verhindern kann und will man es nicht, doch bitte mit der gebotenen Vorsicht und dem nötigen Wissen, was Alkohol kann, wenn man ihn lässt.
es ist natürlich so, dass Kokain & Heroin im gleichen Umfang wie auch Alkohol genossen werden. Deswegen lässt sich dies auch wunderbar vergleichen.
Ansonsten stimme ich Winneskuxx zu.
@Karlos111: Ich denke, die Kinder wurden von ihren Eltern abgeholt.
"Bigotte Moral der Gesellschaft" als Stichwort verwenden, haben Sie Recht. Allerdings trifft diese ganz besonders auf Alkohol zu und weniger auf Haschisch und die anderen illegalen Drogen, wodurch sich die Befürchtung eines Dammbruchs erübrigt. Es ist nämlich NICHT so, dass die Bevölkerung den Konsum von Haschisch, Extasy, Kokain, usw. flächendeckend gut heißt. Alkoholkonsum ist hingegen so eine Art Staatsreligion und wer ihn trinkt, wird geliebt - halt bis zu jenem Moment, in dem er diesbezüglich die Kontrolle verliert. Dann lässt ihn die Gesellschaft plötzlich fallen wie eine heiße Kartoffel. Hierin liegt die große Doppelmoral.
Wegen ihr und weil der Konsum seit Jahrtausenden fest in die hiesige Kultur eingebettet ist, bedeutet es sehr viel, sein Limit zu kennen. Das Projekt halte ich in diesem Zusammenhang für äußerst sinnvoll. Sicher wäre es Aufgabe der Eltern, Eigenverantwortung zu vermitteln. In der Praxis ist jedoch aufgrund der heutigen Sozialstrukturen in Deutschland darauf kein Verlass.
Einige scheinen nicht zwischen "Erwachsenen" und "Eltern" unterscheiden zu können.
Ich mein, es ist bigott, Jugendlichen Alkohol zu verbieten, aber Erwachsenen zu erlauben. Entweder oder. Wenn natürlich nur die Eltern auf Alkohol verzichten würden, ansonsten aber alle saufen, dann hat es auf Jugendliche natürlich nur einen sehr geringen Effekt.
Wenn der Alkohol aber aus unserer Gesellschaft verbannt wäre, würde er unter Jugendlichen genauso beliebt/unbeliebt sein, wie es heute Drogen wie Haschisch, Kokain oder Heroin sind.
mfg henry
Dass unsere Kinder kein Interesse an Alkohol entwickeln, wenn wir als Eltern davon Abstand nehmen, ist allerdings Wunschdenken. Jugendliche richten sich nicht mehr 100% nach den Wünschen und Vorstellungen der Eltern.
Ob das genannte Experiment wirksam ist oder nicht, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber die pauschale Ablehnung erinnert mich an Einstellungen wie "man muss Mädchen nur die Pille verbieten, dann passiert da nichts" oder "am besten getrennte Jungen- und Mädchenschulen, dann kann es keine Teenager-Schwangerschaften mehr geben" und ähnlichen Unsinn. Der Mensch ist nun mal nicht nur kopf-, sondern erheblich triebgesteuert. Und es ist noch niemandem gelungen, diese schwer beherrschbaren Triebe wegzuzüchten, daher sollten wir den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen anstreben, nicht die Negierung.
Darf ich hinzu fügen, dass es auch gar nicht erstrebenswert ist, diese Triebe weg zu züchten?
Darf ich hinzu fügen, dass es auch gar nicht erstrebenswert ist, diese Triebe weg zu züchten?
"Bei dem Satz dachte ich nur - warum das Experiment nicht auch mit Haschisch, Kokain und Heroin?"
Oder einfach nur mit Tabak. Den gleichen Gedanken hatte ich auch. Alkohol hat schon eine seltsame Sonderstellung. Mit ihm muss man "Umgang lernen", während andere Drogen absolut tabu sind.
"wir Erwachsene müssen auf dieses Gesöff verzichten, dann werden auch unsere Kinder kein Interesse daran entdecken."
Da bin ich mir nicht so sicher. Wir verzichten ja auch weitgehend darauf, Bushido über unsere Handylautsprecher zu hören und Hunderte von SMS täglich zu versenden, was viele Jugendliche nicht im mindesten beeindruckt.
Kontrollverlust ist in unserer Gesellschaft eben nicht mehr in einen religiös-rituellen oder zumindest gemeinschaftsfördernden Kontext eingebunden. Da er aber als existenzielle Erfahrung sowieso Reiz auf die Jugendlichen ausübt, ist es vielleicht wirklich nützlich, über die Beschäftigung im Unterricht wenigstens einen Kommunikationskanal aufrecht zu halten.
Wer begleitet eigentlich die Tester nach Hause? Oder steigen die Schüler dann alkoholisiert in den Bus oder aufs Mofa?
Nach drei Stunden ist der Alk noch nicht abgebaut. Ich kann mich nur wundern!
Die Eltern holen die Kinder ab.
Die Eltern holen die Kinder ab.
scheint doch ein ziemlich weit verbreitetes Problem zu sein und das finde ich persönlich lästiger als jmd, der einen guten Alkoholrausch zu schätzen weiß ;)
Was an ihrem Beitrag dummschwätzerei ist?
Erstmal hat das Opiat Heroin rein gar nichts mit Alkohol zu tun, aber das nur am Rande. Das nervigste ist, dass Leute wie sie alle Drogen auf eine Stufe stellen. Mal abgesehen davon, dass Kokain und vorallem Heroin viel, viel schädlicher für den Körper sind und im Gegensatz zum Alkohol (auch wenn Kokain ein Alkoholid ist) sehr häufig beim ersten Konsum abhängig machen, geht der Gebrauch bei Jugendlichen immer weiter zurück und spielt bei Jungs und Mädels in meiner Altersgruppe keine Rolle.
Waruf ich hinauswill? Alkohol ist bei der natürlich gegebenen Gefährlichkeit nicht nur in keinem Maße vergleichbar hinsichtlich der Schädlichkeit, sondern eben auch sehr viel präsenter und das auch ohne Negativbeispiel der Eltern. Meine trinken nie und trotzdem lass ich mir den Genuss nicht nehmen.
Der Kontakt wird in jedem Fall kommen, und das Alter wird eher jünger als älter. Verwerflich ist am Alkoholgenuss im Prinzip nichts, nur dass man eben aufpassen muss. Genau hier setzt die Studie doch auch an.
Deswegen finde ich die Aktion auch unterstützenswert. Verhindern kann und will man es nicht, doch bitte mit der gebotenen Vorsicht und dem nötigen Wissen, was Alkohol kann, wenn man ihn lässt.
Ich halte gerade Heroin bei einem Experiment in der Form auch nicht für sinnvoll. Das liegt aber eher daran, dass sich die Negativfolgen erst bemerkbar machen, wenn es schon zu spät ist. Auch haben sie natürlich recht, dass Heroin, Kokain und Alkohol nicht das selbe sind und dass Urteilen ohne (genügend) Vorwissen ein weit verbreitetes Problem ist. Aber dann hört es auch schon auf, mit dem recht haben.
Ich denke auch nicht, dass henry alle Drogen auf eine Stufe stellt. Ich glaube eher, dass er mit seinem Beitrag das durch die Omnipräsenz des Alkohols (die sie auch schon angesprochen haben) verzerrte Meinungsbild kritisiert.
Zudem ist Heroin in Reinform keineswegs gesundheitsschädlicher als Alkohol. Es eignet sich sogar viel besser für den Langzeitkonsum. Es gibt beispielsweise keine Alkoholabhängigen, die mit Alkohol therapiert werden. Heroinabhängige sind aber durch rationiertes Methadon oder reinem Heroin durchaus arbeitsfähig. Die körperschädigende Eigenschaft geht vor allem auf die Streckstoffe zurück und diese wiederum auf die Illegalisierung und das durch die Omnipräsenz des Alkohols verzerrte Meinungsbild.
Zudem sollten sie aus zwei Gründen niemanden 'ohne Vorwissen zu urteilen' oder 'dumschwätzerei' vorwerfen. Der eine Grund heißt Höflichkeit. Der zweite hat u.a. damit zu tun, dass Kokain kein Alkoholid ist, sondern ein Alkaloid, welche auch in Heroin stecken und mal so gar nichts mit Alkohol zu tun haben.
Ich halte gerade Heroin bei einem Experiment in der Form auch nicht für sinnvoll. Das liegt aber eher daran, dass sich die Negativfolgen erst bemerkbar machen, wenn es schon zu spät ist. Auch haben sie natürlich recht, dass Heroin, Kokain und Alkohol nicht das selbe sind und dass Urteilen ohne (genügend) Vorwissen ein weit verbreitetes Problem ist. Aber dann hört es auch schon auf, mit dem recht haben.
Ich denke auch nicht, dass henry alle Drogen auf eine Stufe stellt. Ich glaube eher, dass er mit seinem Beitrag das durch die Omnipräsenz des Alkohols (die sie auch schon angesprochen haben) verzerrte Meinungsbild kritisiert.
Zudem ist Heroin in Reinform keineswegs gesundheitsschädlicher als Alkohol. Es eignet sich sogar viel besser für den Langzeitkonsum. Es gibt beispielsweise keine Alkoholabhängigen, die mit Alkohol therapiert werden. Heroinabhängige sind aber durch rationiertes Methadon oder reinem Heroin durchaus arbeitsfähig. Die körperschädigende Eigenschaft geht vor allem auf die Streckstoffe zurück und diese wiederum auf die Illegalisierung und das durch die Omnipräsenz des Alkohols verzerrte Meinungsbild.
Zudem sollten sie aus zwei Gründen niemanden 'ohne Vorwissen zu urteilen' oder 'dumschwätzerei' vorwerfen. Der eine Grund heißt Höflichkeit. Der zweite hat u.a. damit zu tun, dass Kokain kein Alkoholid ist, sondern ein Alkaloid, welche auch in Heroin stecken und mal so gar nichts mit Alkohol zu tun haben.
Können sich zukünftige Generationen damit herausreden:
"Das habe ich in der Schule gelernt?"
Wozu bitte gibt es eigentlich noch Eltern wenn wirklich wichtige Dinge wie Sex, legale und illegale Drogen, Toleranz, Kooperation, etc. nicht von Vater/Mutter sondern von der Schule vermittelt werden sollen?
Der Staat mischt sich überall derart in die Erziehung ein, daß es mir schwindelig wird.
Natürlich gehört es zum Untericht über Alkohol und die körperlichen und geistigen Folgen von Alkoholkonsum zu sprechen.
Aber die Praxis hat in der Schule wirklich nichts zu suchen.
Als Nebenbemerkung sei erwähnt, daß ich, wenn dieses Experiment schon sein muss, die Kamera sehr begrüße.
Ich trinke seit knapp 20 Jahren nichts mehr, seitdem ich sehen durfte, zu was für einen Affen ich mich unter Alkoholeinfluss gemacht habe. Dazu brauchte ich aber die Schule nicht...
früher aufgehört zu trinken, wenn Sie eher dieses Video von sich gesehen hätten? Vielleicht in der Schulzeit?
früher aufgehört zu trinken, wenn Sie eher dieses Video von sich gesehen hätten? Vielleicht in der Schulzeit?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte bedenken Sie, dass der Kommentarbereich der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten ist. Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte bedenken Sie, dass der Kommentarbereich der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten ist. Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke. Die Redaktion/ag
Davon scheint irgendwie ein falscher Impuls auszugehen.
Ansonsten weiß man nun, dass man zum Saufen eine ordentliche Grundlage braucht, sonst schafft man nix.
Chapeau!
Wie läuft der Praxisunterricht eigentlich beim Thema Sexualkunde?
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