Klimaschutz Technik allein bringt’s nicht
Ohne soziale Innovationen wird der Klimawandel nicht zu beherrschen sein.
© dpa

Solarzellen in Berlin
Statt zu sinken, stiegen die globalen CO2-Emissionen weiter an. Der Optimismus, allein mit neuen Technologien das Klima zu retten, ist hierzulande dennoch ungebrochen. Zu verlockend ist die mehrfache Rendite: Klimaschutz, höhere nationale Wettbewerbsfähigkeit – und für die Bürger bleibt alles bequem beim Alten. Durch die Fixierung auf diesen Ansatz aber werden soziale Innovationen vernachlässigt, ohne die der Klimawandel nicht beherrschbar ist.
Smart Grids, Elektromobile, neue Leichtbaumaterialien: Darin münden die Hightechstrategien der Bundesregierung ebenso wie die Konzepte des »Green New Deal« oder der »ökologischen Industriepolitik« bei den Oppositionsparteien. Doch solche isoliert technologischen Lösungsansätze stoßen zunehmend an Grenzen.
Die Biosprit-Debatte hat das deutlich gemacht: Der Versuch, das Klima durch Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu entlasten, wurde mit der massiven Abholzung von Regenwaldgebieten erkauft. Die ökologisch scheinbar einwandfreien Energiesparlampen enthalten gefährliches Quecksilber, Leichtbaumaterialien sind oft schwer zu entsorgen.
Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und sitzt im Vorstand der Vereinigung für Ökologische Wirtschaftsforschung
Oder es kommt zu »Rebound«-Effekten, das heißt: Effizientere Produkte verleiten uns dazu, mehr zu verbrauchen. Beispiele dafür sind die Energiesparlampe, die wegen der geringeren Stromkosten die ganze Nacht im Garten brennt, oder die effizientere Gefrierkombination, die dazu verführt, das alte Gerät in den Keller zu stellen und dort den Braten für die Festtage frühzeitig einzulagern. Auch in der Industrie schafft mehr Energieeffizienz zwar auf den ersten Blick eine Entlastung für die Umwelt, die niedrigeren Kosten eröffnen aber meist auch die Chance, mehr Produkte zu verkaufen.
Obwohl also die Techno-Fixierung nicht weit genug trägt, werden soziale Innovationen als Träumerei einiger besonders bewegter Weltverbesserer belächelt. Dabei hat es gleich mehrere Vorteile, wenn Konsumenten ihr Verhalten ändern oder Kommunen Mobilität und Zusammenleben ihrer Bürger klimafreundlich organisieren:
(1) Soziale Innovationen sind viel schneller umsetzbar als neue Technologien. Letztere müssen aufwendig entwickelt, erprobt, verbessert und in Märkten durchgesetzt werden. Das kann Jahrzehnte dauern. Der heutige Stand regenerativer Energietechnologien hat über 20 Jahre Entwicklung gebraucht, beim Elektroauto dauert die Forschung schon ähnlich lange. Je mehr die Zeit beim Klimawandel drängt, desto wichtiger werden aber Änderungen, die kurzfristig greifen. Dass das möglich ist, zeigte Japan nach der Katastrophe von Fukushima. Ohne nennenswerte Einschränkungen wurden Energieeinsparungen von 15 bis 20 Prozent erreicht. Statt Klimaanlagen zu betreiben, wurde beispielsweise der Dresscode gelockert: Pulli statt Jackett. Die flächendeckende Einführung von Tempo 100 auf deutschen Straßen würde nach Berechnungen des Umweltbundesamtes unmittelbar rund fünf Prozent Kraftstoffeinsparung bringen.
(2) Soziale Innovationen benötigen überdies kaum Kapital. Und das wird angesichts von neun Milliarden Menschen weltweit im Jahr 2050 und der Herausforderung, in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Infrastruktur auszubauen, immer knapper werden.
(3) Technologische Innovationen sind in aller Regel auf kapitalkräftige Unternehmen und auf ein leistungsfähiges Forschungssystem angewiesen. Damit steht dieser Innovationspfad nur bestimmten Teilen der Welt offen. Zudem wird die Richtung der Innovationen durch einen kleinen Kreis von Experten bestimmt. Soziale Innovationen hingegen können breit und daher mit noch größerem Erfindungsgeist in der Gesellschaft ausgelöst werden. Jede Nachbarschaftsinitiative oder Solargenossenschaft ist eine solche soziale Innovation. Hier kann jeder mitmachen, gleich, ob Malermeister oder Zahnärztin.
International ermöglichen soziale Innovationen ein respektvolles Lernen. So können wir zum Beispiel von Indiens vegetarischer Kultur genauso lernen wie von der Fahrradkultur in Kopenhagen, in der es heute selbstverständlich ist, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Oder man denke an die schöne Idee des Halbzeitvegetariers. Zwei tun sich pragmatisch zusammen und werden damit in der Summe zu einem ganzen Vegetarier.
Dabei gilt: Soziale Innovationen verdrängen technologische Innovationen nicht, sie betten sie oft intelligent ein. Erneuerbare Energieregionen oder Car-Sharing sind schöne Beispiele. Wir müssten ihnen nur mehr Aufmerksamkeit widmen.
- Datum 06.01.2012 - 17:31 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 5.1.2012 Nr. 02
- Kommentare 50
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Soziale Innovationen sind viel schneller umsetzbar als neue Technologien.
Genau dann, wenn Sie "ordnungspolitisch" erzwungen werden.
Soziale Innovationen benötigen überdies kaum Kapital.
Man muss "nur" (hihi) sein Verhalten ändern.
So können wir zum Beispiel von Indiens vegetarischer Kultur genauso lernen wie von der Fahrradkultur in Kopenhagen
I don't give a damn!
(Einmal im Monat drücke ich mich - wie Sie wissen - "ungehobelt" aus.)
Herzlichst Crest
... es ist mir bekannt, dass Sie Ihr Verhalten nicht zu (hihi) ändern gedenken.
... es ist mir bekannt, dass Sie Ihr Verhalten nicht zu (hihi) ändern gedenken.
Veganismus ist ne sinnvolle Sache.
Will kaum einer wahrhaben. Leider.
Tja - solang es soziale Interessenänderungen nur versus institutioneller 'Durchdrueck'-Mentalität geben kann, wird sich da nix ändern können. Ich glaub aber, dass die Vorstellung, einer als menschenverursacht gemeinten Klimaveränderung dann menschengemacht 'gegensteuern' zu können, mindestens eine Hypothese, wenn nicht gar illusorisch ist.Ein Herunterfahren der Hochenergie-Bezogenheit der Wirtschaft wäre schon aus ganz andern Gruenden längst notwendig. Leider dominiert nach wie vor der Wachstumswahn: eine wirtschaftliche Deprssioen, wird als Katastrophe gesehen.Beides bringt Schlagzeilen - und damit Aufmerksamkeit in den Medien.Das wars dann ...
Tja - solang es soziale Interessenänderungen nur versus institutioneller 'Durchdrueck'-Mentalität geben kann, wird sich da nix ändern können. Ich glaub aber, dass die Vorstellung, einer als menschenverursacht gemeinten Klimaveränderung dann menschengemacht 'gegensteuern' zu können, mindestens eine Hypothese, wenn nicht gar illusorisch ist.Ein Herunterfahren der Hochenergie-Bezogenheit der Wirtschaft wäre schon aus ganz andern Gruenden längst notwendig. Leider dominiert nach wie vor der Wachstumswahn: eine wirtschaftliche Deprssioen, wird als Katastrophe gesehen.Beides bringt Schlagzeilen - und damit Aufmerksamkeit in den Medien.Das wars dann ...
....sozialen Verhaltens war die Sowjet Union. Ein anderer gelungener Versuch unternahm man in Kambodscha. Auch Mao und seine Frau waren darin große Experimentoren. Deutschland hat drei solcher geplanten Experimente im letzten Jahrhundert unternommen. Wunderbare Sache.
Das bedeutet nicht, man könnte nicht lenken. Man kann Preise anheben und Leute damit abbringen Dinge zu tun, die man nicht haben will. Wer kauft schon eine wurst für 50 Euro oder fliegt für 10.000 euro economy nach New York?
ist Stalinismus und verletzt die Menschenwürde. Das musste wieder einmal gesagt werden.
ist Stalinismus und verletzt die Menschenwürde. Das musste wieder einmal gesagt werden.
Wieder mal ein neuer Rekord. Man kann nur hoffen daß es so weiter geht.
Diese PV-Anlagen "arbeiten" durchschnittlich 850 Volllaststunden im Jahr. Über 8000 Stunden müssen andere Energieerzeuger an. Frank Asbeck von den "Grünen" als Chef von Solarworld besitzt dank EEG-Abzocke mehrere hundert Millionen Euro und lebt in einem Schloss. Solarworld plant, die Produktion nach Indien zu verlagern. Q-Cells zieht gerade nach Asien um. Andere PV-Hersteller in Deutschland sind pleite. Was finden Sie gut an der Umverteilung von Gels von unten nach oben oder nach Asien?
Diese PV-Anlagen "arbeiten" durchschnittlich 850 Volllaststunden im Jahr. Über 8000 Stunden müssen andere Energieerzeuger an. Frank Asbeck von den "Grünen" als Chef von Solarworld besitzt dank EEG-Abzocke mehrere hundert Millionen Euro und lebt in einem Schloss. Solarworld plant, die Produktion nach Indien zu verlagern. Q-Cells zieht gerade nach Asien um. Andere PV-Hersteller in Deutschland sind pleite. Was finden Sie gut an der Umverteilung von Gels von unten nach oben oder nach Asien?
ist Stalinismus und verletzt die Menschenwürde. Das musste wieder einmal gesagt werden.
Es ist schön, wie Sie mit dieser ironischen Bemerkung eine unsinnige Einstellung ad absurdum geführt haben.
Es ist sicher richtig, dass wir zu einem vernünftigen Umgang mit unserem Planeten noch viele Gewohnheitsänderungen brauchen.
Ob diese sich allerdings schnell einführen lassen, und ohne technische Innovationen, wage ich zu bezweifeln.
Die sauberere Luft auf unseren Strassen jedenfalls liess sich nur durch Filter und Katalysator, per Gesetz eingeführt, erreichen. Die Bitte um klimagerechteres Fahrverhalten hat sich nirgendwo durchgesetzt, wenn nicht, wie in allen Europäischen Ländern ausser Deutschland, durch Gesetz. Und in Deutschland wird nach wie vor gerast--> bis zu den nächsten Staus, von denen viele durch gleichmässigeres, langsameres Fahren vermieden würden.
Wir brauchen Erneuerbare Energien, ein smarteres Stromnetz, im Grossmassstab Speicheranlagen, die Überschüsse im Energieangebot abfangen. Dies alles, um so bald wie möglich die klimabelastenden Kohle- und Gaskraftwerke abzulösen und Kraftstoff zu produzieren.
Ja, wir müssen endlich vorhandene Techniken benutzen, den Kohlenstoff wieder aus der Luft zu holen und mit Hilfe von Wind- und Sonnenstrom in Designerkraftstoffen zu verwandeln, um im technischen, hocheffizienten Massstab den Kohlenstoffkreislauf der Natur nachzumachen, den diese mangels anderer Möglichkeiten als der Photosynthese nur mit lausigen Wirkungsgraden erreichen kann.
Sauberere Technik ist die notwendige Bedingung, Soziale Massnahmen können nur das Finetuning bringen, um unser Klima zu stabilisieren.
aber es ist öde mit 100 über die Autobahn zu zuckeln...
zudem wird ja in Dtld schon genug reguliert, vllt ist das ja das letzte Ventil, welches dem Deutschen geblieben ist :P
Es ist schön, wie Sie mit dieser ironischen Bemerkung eine unsinnige Einstellung ad absurdum geführt haben.
Es ist sicher richtig, dass wir zu einem vernünftigen Umgang mit unserem Planeten noch viele Gewohnheitsänderungen brauchen.
Ob diese sich allerdings schnell einführen lassen, und ohne technische Innovationen, wage ich zu bezweifeln.
Die sauberere Luft auf unseren Strassen jedenfalls liess sich nur durch Filter und Katalysator, per Gesetz eingeführt, erreichen. Die Bitte um klimagerechteres Fahrverhalten hat sich nirgendwo durchgesetzt, wenn nicht, wie in allen Europäischen Ländern ausser Deutschland, durch Gesetz. Und in Deutschland wird nach wie vor gerast--> bis zu den nächsten Staus, von denen viele durch gleichmässigeres, langsameres Fahren vermieden würden.
Wir brauchen Erneuerbare Energien, ein smarteres Stromnetz, im Grossmassstab Speicheranlagen, die Überschüsse im Energieangebot abfangen. Dies alles, um so bald wie möglich die klimabelastenden Kohle- und Gaskraftwerke abzulösen und Kraftstoff zu produzieren.
Ja, wir müssen endlich vorhandene Techniken benutzen, den Kohlenstoff wieder aus der Luft zu holen und mit Hilfe von Wind- und Sonnenstrom in Designerkraftstoffen zu verwandeln, um im technischen, hocheffizienten Massstab den Kohlenstoffkreislauf der Natur nachzumachen, den diese mangels anderer Möglichkeiten als der Photosynthese nur mit lausigen Wirkungsgraden erreichen kann.
Sauberere Technik ist die notwendige Bedingung, Soziale Massnahmen können nur das Finetuning bringen, um unser Klima zu stabilisieren.
aber es ist öde mit 100 über die Autobahn zu zuckeln...
zudem wird ja in Dtld schon genug reguliert, vllt ist das ja das letzte Ventil, welches dem Deutschen geblieben ist :P
Während ständig über den Klimawandel diskutiert wird, werden wir aus Flugzeugen mit Chemikalien überschüttet. Es wird zwar von offiziellen Stellen geleugnet, ist aber in Nord-Amerika und Europa zu beobachten.
Beweise gefällig ?
http://www.sauberer-himme...
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
...gern was die versprühen, an eine Verschwörung glaube ich nicht, auch weil die Chemtrails so unterschiedlich sind. Aber dass da was rauskommt ist teilweise recht offensichtlich. Verklappen die was, analog zu den Tankern, die auf diese Weise lange Zeit ihr Altöl im Meer entsorgt haben etc? Leeren die die Bordtoilette? Ist es ein Effekt beim Durchfliegen bestimmter Luftabschnitte? Sind es Experimente oder Silberjodid-Anwendungen?
als flugerfahrenerer Physiker moechte ich sie beruhigen:
es handelt sich deutlich um kondensation, was in sämtlichen von ihnen eingestellten videos zu sehen ist.
Ich selber habe es auf flügen beobachtet: an kleinen Unebenheiten AUF oder hinter dem Flügel ereignen sich (je nach luft/feuchtigkeitsverhältnissen) solche kondensationsprozesse.
Extreme Druckvarianzen sind die Ursache.
Und natürlich die Abgase der Maschine: Kondensationskerne.
Und mal andersrum: Was zum Teufel sollten die Luftfahrtunternehmen versprühen ??? interessanterweise gibt's in Ihren Links dazu keine Hinweise...
Mit freundlichen Grüßen
Mathilde
...gern was die versprühen, an eine Verschwörung glaube ich nicht, auch weil die Chemtrails so unterschiedlich sind. Aber dass da was rauskommt ist teilweise recht offensichtlich. Verklappen die was, analog zu den Tankern, die auf diese Weise lange Zeit ihr Altöl im Meer entsorgt haben etc? Leeren die die Bordtoilette? Ist es ein Effekt beim Durchfliegen bestimmter Luftabschnitte? Sind es Experimente oder Silberjodid-Anwendungen?
als flugerfahrenerer Physiker moechte ich sie beruhigen:
es handelt sich deutlich um kondensation, was in sämtlichen von ihnen eingestellten videos zu sehen ist.
Ich selber habe es auf flügen beobachtet: an kleinen Unebenheiten AUF oder hinter dem Flügel ereignen sich (je nach luft/feuchtigkeitsverhältnissen) solche kondensationsprozesse.
Extreme Druckvarianzen sind die Ursache.
Und natürlich die Abgase der Maschine: Kondensationskerne.
Und mal andersrum: Was zum Teufel sollten die Luftfahrtunternehmen versprühen ??? interessanterweise gibt's in Ihren Links dazu keine Hinweise...
Mit freundlichen Grüßen
Mathilde
Es ist schön, wie Sie mit dieser ironischen Bemerkung eine unsinnige Einstellung ad absurdum geführt haben.
..ein Ansatz sein.
Sehen wir doch mal den Yeti an. Der lebt nicht mal vegan, weil da oben nicht mal Pflanzen wachsen. Und ? Ist der schon mal mit irgendwem in Interessenkonflikt geraten ?........eben.
"Jeder nur ein habes E-Auto" reicht nicht. "Keine Autoschlüssel für alle" muß die Losung lauten. Auch solche Artikel sind maßlose Verschwendung, kopieren oder empfehlen per einfachem KLick nach social-media, ein Frefel.
Aufmersamkeit für diesen Kommentar, wie für den Artikel selbst: Kalorienverschwendung.
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