Die Frage: Evamarie und Sven heiraten. Alles passt, beide haben mit Wald zu tun: Sven ist Förster, Evamarie die Tochter eines Adeligen mit riesigem Waldbesitz. Auch sie ist Forstwirtin und unterstützt den Grafen bei der Gutsverwaltung. Sie wünscht sich Kinder und ist begeistert, wie warmherzig Svens Eltern mit ihm umgehen. Da ist das Klima in ihrer Familie viel kälter!

Das erste Kind kommt. Sven verliert seine Stelle, der Staat privatisiert die Forstverwaltung. Ohne mit Evamarie zu reden, fragt er bei einer Jagd den Schwiegervater, ob er nicht bei ihm arbeiten könne, eine Familie müsse zusammenhalten. "Das geht nicht!", sagt der Gutsherr kurz. Sven ist sehr gekränkt und verlangt von Evamarie, sich von ihrem Vater zu distanzieren.

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Die sprechende Frage angesichts dieser Krise lautet: Warum hat Sven seine Frau nicht in seinen Plan eingeweiht, ihren Vater auf das heikle Thema anzusprechen? Vermutlich ahnte er, dass sie ihm abgeraten hätte.

Er aber wollte von Mann zu Mann mit dem Grafen reden und hat die Einfühlung in den schwerreichen Gutsherrn durch die gutmütige, aber auch preiswerte Projektion der Habenichtse ersetzt: Ich an seiner Stelle hätte kein Problem, meinem lieben Schwiegersohn alles zu gewähren, was er haben will!

Sven sollte sich lieber für seine Voreiligkeit entschuldigen, als seinen Schwiegervater mit Rachegelüsten zu verfolgen, weil er diesen Vorstellungen nicht entsprochen hat.