Schauspielerin Ulrike Folkerts"Peng – ein Kreuzbandriss!"

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts über ihr Gefühl, immer kämpfen zu müssen, und darüber, wie sie es loswurde

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts

ZEITmagazin: Frau Folkerts, Sie sind jetzt seit 22 Jahren Kommissarin Lena Odenthal. Haben sich Lena und Ulrike parallel verändert?

Ulrike Folkerts: Über so einen langen Zeitraum hat sich auf jeden Fall Ulrike verändert und dazugelernt. Lena hat davon profitiert, ohne dass ich die Figur Lena Odenthal in ihrer Power, Kampfeslust und Frechheit verändern wollte. Ich habe das Talent entwickelt, diplomatischer mit Situationen umzugehen, nicht immer mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Lena muss das nicht eins zu eins übernehmen, sie darf ruhig krasser sein. Ulrike ist sicher weicher und ruhiger geworden. Das ist ja das Schöne am Älterwerden, dass man gelassener wird, im Job und im Privaten – wenn man beruflich abgesichert ist, eine gute Beziehung hat, geliebt wird und lieben darf. Aber Lena soll weiter ruppig sein, ohne Angst vor Auseinandersetzungen, körperlich und verbal.

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ZEITmagazin: Was musste geschehen, damit Ulrike weicher werden konnte?

Ulrike Folkerts

50, ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands. Das Publikum kennt sie vor allem als die durchsetzungsstarke Tatort-Kommissarin Lena Odenthal. Folkerts engagiert sich für ein weltweites Verbot von Landminen

Folkerts: Ich hatte große Sehnsucht nach mehr Ruhe in mir – nicht ständig auf der Hut sein zu müssen, nicht so viel Misstrauen mit mir rumzutragen, also zu kapieren, dass mir nichts passiert, selbst wenn ich meine Verletzbarkeit zulasse. Das ist eine gute Erfahrung. Dafür brauche ich ein gutes Gefühl für mich selbst und ein Back-up. Das heißt ein gemütliches Zuhause, zuverlässige Freunde, eine vitale Beziehung – wenn das da ist, fühle ich mich entspannt und bin sanfter. 

ZEITmagazin: Wann haben Sie gelernt, das zuzulassen?

Folkerts: Ich sag’s mal so, ich hatte – peng! – einen Kreuzbandriss, weil ich tatsächlich mal innehalten musste. Es war eine Vollbremsung, eine Zwangsmaßnahme. Im Nachhinein würde ich sagen, es war leider notwendig, um mich aus nicht enden wollenden Schleifen rauszuholen.

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ZEITmagazin: Ein Kreuzbandriss hat Sie gerettet? Wie kam es dazu?

Folkerts: Viel Ärger, viele Veränderungen, Streitereien, das Gefühl, ich bin allein auf der Welt und kämpfe allein. An einem Tag, an dem ich mich tierisch aufgeregt hatte, bin ich laufen und auch noch zum Kampfsport gegangen. Da ist es passiert: Kreuzbandriss. Dann war ich vier Monate ausgeknockt. Der Vorteil war, dass ich nicht drehen konnte und so die Frau meines Lebens kennengelernt habe, deswegen bin ich dem Kreuzband sehr dankbar.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Diesen Kommentar haben wir auf Ihren Wunsch hin entfernt. Danke, die Redaktion/ds

  2. Liege gerade auch auf der Couch mit X-Bandriss und hätte vorher nie die Zeit gehabt zum Stöbern in der Zeit. Und es ist fatal, die II des Umfeldes und der Einsicht.

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