Treffen sich ein Pole, ein Tscheche und ein Deutscher... Ist kein Witz, ist der Beginn einer Kunstaktion, die sich Deutschland schafft es ab nennt. Und schon kann man sich denken, worum es geht. Es ist aber anders als erwartet. Der Deutsche ist Thilo Sarrazin , genauer: sein Buch Deutschland schafft sich ab .

Der Pole, das ist der umstrittene Künstler Artur Żmijewski, der im Sommer die Berlin Biennale kuratiert. Er hat den tschechischen Künstler Martin Zet eingeladen. Zet entschied sich, aus Sarrazins Bestseller eine Installation zu machen. 1,3 Millionen Mal hat sich das Buch inzwischen verkauft, fast 30 Millionen Euro haben die Deutschen für dieses Buch ausgegeben. 30 Millionen! Vermutlich braucht es jemanden von außen, der fassungslos auf dieses Ereignis im reichen Deutschland blickt und dafür eine Sprache findet.

Martin Zet kann kein Deutsch, aber er weiß, wovon er spricht: Im vergangenen Jahr wurde Sarrazins Buch ins Tschechische übersetzt. Vielleicht, so die Idee des Künstlers, wollen einige Käufer Sarrazins Buch zurückgeben, vielleicht können die Deutschen so die Geister, die sie riefen, wieder loswerden. Geld kriegt keiner zurück, aber dafür vielleicht einen echten Diskurs, frei von Ressentiments.

Zet hofft, dass ein Bruchteil der Auflage zurückgegeben wird: 60.000 Bücher. Die Sammelstellen werden noch bekannt gemacht ( www.berlinbiennale.de ). Die Bücher sollen dann bis zum Sommer ausgestellt werden. Was danach passiert? Zet überlegt noch, so recht fällt es ihm nicht ein. Vielleicht das Volk entscheiden lassen. Die Möglichkeiten sind unendlich, aber, keine Sorge, brennen wird nichts.