Gütesiegel: Nicht noch mehr Labels
Die meisten Gütesiegel führen den Verbraucher in die Irre.
© Miguel Villagran/Getty Images

Bio-Obst auf einer Fachmesse in Nürnberg (Archivbild)
In diesem Jahr wird es noch unübersichtlicher im Labeldschungel: Bis spätestens zum 1. Juli müssen alle verpackten Bio-Lebensmittel zusätzlich das neue EU-Gemeinschaftslogo tragen – weiße Sterne auf einem grünen Blatt.
Das ist keine gute Nachricht.
Denn das sechseckige deutsche Bio-Siegel funktioniert gut auf dem hiesigen Lebensmittelmarkt. Es steht für dieselbe Qualität wie das EU-Gemeinschaftslogo. Rund 4.000 Unternehmen drucken das Label derzeit auf über 60.000 Produkte. »Bio« ist dabei ein europaweit rechtlich geschützter Begriff. Dasselbe gilt für die Bezeichnungen »aus kontrolliert biologischem Anbau« und »öko«.
Erst auf dieser Grundlage haben Verbraucher gelernt, die anderen, durch Anbauverbände vergebenen Labels richtig einzuordnen. Deren Kriterien sind zum Teil noch strenger als die des staatlich kontrollierten Bio-Siegels. So hat sich zwischen Kunden und Herstellern im Lebensmittelsektor ein gutes Verhältnis entwickelt, bei dem vor allem eines wächst: Vertrauen.
Vertrauen ist der Kern des Bio-Siegels.
Das neue Zeichen aber wird die Verbraucher verwirren. In anderen Branchen wissen Kunden schon längst nicht mehr, wie sie sich im Labeldschungel zurechtfinden sollen: Auf dem deutschen Markt gibt es insgesamt über 1.000 verschiedene Kennzeichen. Zu ihnen zählen außer den Ökozertifikaten außerdem Gütesiegel verschiedenster Art.
Vor allem im Bereich der Umwelt- und Sozialverantwortung werfen Verbände und Initiativen alle naselang neue Zertifikate auf den Markt. Viele Siegel verleihen sich die Hersteller sogar selbst. Deswegen steckt hinter jedem Zertifikat ein anderer Standard. Wer etwas über dessen Kriterien erfahren möchte, muss sich auf Seiten von Verbraucherschutzverbänden wie www.label-online.de selbst informieren. Eine neutrale Stelle, die – wie beim Bio-Siegel – kontrolliert, ob die festgelegten Kriterien auch eingehalten werden, gibt es nicht, weil der Gesetzgeber sie nicht vorschreibt.
Beispiel Ökostrom. Hier ist der Begriff »öko« nicht geschützt. Umweltbewusste Kunden müssen erst mühsam recherchieren, bei welchem Zertifikat es sich um einen Anbieter von echtem Ökostrom handelt. Entscheidend ist, dass erneuerbare Energien ausgebaut werden. Dieser Ausbau ist eines der wichtigsten Kriterien für echten Ökostrom.
Ähnlich verhält es sich im Textilbereich: Etwa 20 Gütesiegel für Textilien gibt es auf dem deutschen Markt. Echte Bio-Qualität verbirgt sich nur hinter wenigen Kennzeichen wie dem Textilsiegel Global Organic Textile Standard (GOTS). Es schließt auch soziale Standards mit ein und unterliegt strengen und regelmäßigen Kontrollen. Wenn hingegen ein Kleidungsstück aus »Bio-Baumwolle« angepriesen wird, heißt das noch lange nicht, dass dieses nicht konventionell gebleicht und gefärbt oder von Kinderhänden gefertigt wurde.
Diese Vielzahl von Labels höhlt das Vertrauen der Verbraucher aus. In manchen Branchen wird mit Siegeln regelrecht Greenwashing betrieben. Die Unternehmen versuchen so zum Beispiel, darüber hinwegzutäuschen, dass es kein umweltfreundliches Auto gibt. Und dass Fliegen auch dann nicht wirklich klimafreundlich wird, wenn die Lufthansa jetzt Bio-Kerosin nutzt.
Allerdings zeigt das Greenwashing der Betriebe auch, dass sich der ökologische Gedanke durchgesetzt hat: Die Marketingabteilungen glauben, dass sie eine kaufkräftige Schicht vor allem über ein grünes und soziales Image erreichen können.
Damit erschweren sie aber vielen echten Öko-Unternehmen ihr Geschäft: Einige der grünen Betriebe sind so klein, dass sie in den von den Großen initiierten Wettbewerb um die kostspieligen Zertifikate gar nicht eintreten können – oder wollen. Denn sie wissen, dass sie ohnehin besser sind.
Eine gute Grundlage für alle wären deshalb Labels, die von der Industrie unabhängig vergeben werden. Dass Verbraucher diesen Labels vertrauen, beweisen neben dem Bio-Siegel für Lebensmittel auch der vom Umweltministerium verliehene Blaue Engel und das TransFair-Siegel, hinter dem verschiedene Nichtregierungsorganisationen stecken.
Eine Art Stiftung Warentest müsste Labels für einzelne Branchen kreieren und kontrollieren. Davon könnte die gesamte Industrie profitieren. Nur wer strengere Kriterien möchte, dürfte darüber hinaus eigene Standards setzen. Das Greenwashing und der damit verbundene Labelwildwuchs wären damit beendet.







eher für die verbindliche Einführung einer Kennzeichnung was vegan ist und was nicht.
Mir geht das googeln und die Produktanfragen wegen irgendwelcher undurchsichtiger E-Nummern herzlich aufn Sack.
Ich denke nicht, dass der Staat eine Ernährungsweise unterstützen muss, die ohne Nahrungsergänzungsmittel, zu Mangelerscheinungen führt.
... verbindliche EU-Siegel, die es mir erlauben, zu erkennen, ob ein Produkt meiner fruitarischen Ernährungsweise entspricht!
und deshalb geht mir Ihre Forderung
(Zitat Anfang) "herzlich aufn Sack" (Zitat Ende).
Da könnte ja jede noch so abseitige ernährungstechnische Minderheit kommen ... man stelle sich allein den Beipackzettelmüll vor.
...Frutarisch das könnte man alles auszeichnen. Wer Sonderwünsche beim Essen hat, dem kann m.E. zugemutet werden, die Inhaltsstoffe selbst durchzulesen. Für Allergiker gehört das zum Alltag. Trotzdem ist es manchmal ärgerlich, wenn in einem Mango-Maracuja-Drink dann Apfel und Banane drin sind.
keine Ahnung vom Alltag eines Veganers.
Und mein Post geht euch auf den Sack weil ihr Tiere ausbeutet? Harter Tobak.
Wie dem auch sei, ich kann anhand der Zutatenliste nicht erkennen, ob ein Produkt beispielsweise mit Gelatine geklärt wurde oder ob der Verpackungskleber kaseinhaltig ist.
Vegane Lebensweise funktioniert prächtig ohne Pillen und son Zeug. Nur ein dummes Vorurteil.
Ich denke nicht, dass der Staat eine Ernährungsweise unterstützen muss, die ohne Nahrungsergänzungsmittel, zu Mangelerscheinungen führt.
... verbindliche EU-Siegel, die es mir erlauben, zu erkennen, ob ein Produkt meiner fruitarischen Ernährungsweise entspricht!
und deshalb geht mir Ihre Forderung
(Zitat Anfang) "herzlich aufn Sack" (Zitat Ende).
Da könnte ja jede noch so abseitige ernährungstechnische Minderheit kommen ... man stelle sich allein den Beipackzettelmüll vor.
...Frutarisch das könnte man alles auszeichnen. Wer Sonderwünsche beim Essen hat, dem kann m.E. zugemutet werden, die Inhaltsstoffe selbst durchzulesen. Für Allergiker gehört das zum Alltag. Trotzdem ist es manchmal ärgerlich, wenn in einem Mango-Maracuja-Drink dann Apfel und Banane drin sind.
keine Ahnung vom Alltag eines Veganers.
Und mein Post geht euch auf den Sack weil ihr Tiere ausbeutet? Harter Tobak.
Wie dem auch sei, ich kann anhand der Zutatenliste nicht erkennen, ob ein Produkt beispielsweise mit Gelatine geklärt wurde oder ob der Verpackungskleber kaseinhaltig ist.
Vegane Lebensweise funktioniert prächtig ohne Pillen und son Zeug. Nur ein dummes Vorurteil.
Mit dieser Gütesiegelflut
wird unterm Strich nur eines gemacht:
Kasse.
Den Staatssiegeln zu trauen ist leichtsinnig.
Vor allem vor dem Hintergrund von Schadstofffreiheit,Bioanteil bei verarbeiteten Produkten und Nachhaltigkeit.
Vertrauenswürdig bei Nahrungsmittel sind doch einzig von Demeter,Bioland,Anog und Naturland ausgezeichneten Produkte.
Es gibt weitere Label für natürliche Bekleidung,die strengen Anforderungen unterliegen.
Der Rest ist zum allergrößten Teil schnell abzuhaken,da nur lasche Voraussetzungen für solche pseudo-bio Produkte nötig sind.
Da kann doch gleich konventionell eingekauft werden.
auf das diese regelungswütige EU nicht nur den krümmungsgrad der EU-Banane regelt, x-ordner zur michpulververordnung erläßtt, sondern im gleichklang mit unserer regierung einfach ALLES vorschreiben/regeln will.
bloß keine wirksamen kontrollen, die diesen irrsinn dann auch auf einhaltung überwachen können, denn schließlich wäre das ja auch zu teuer.
und der verbraucher, der wirklich glaubt, dass er für gaaanz kleines geld super qualität und biologisch angebaute produkte bekommen kann, der müsste vielleicht auch mal in sich gehen???
es kann nicht ernsthaft sein, dass tatsaechlich noch jemand mit dem Bananenspruch kommt?
Und im ersten Abschnitt Ihres Kommentars beschweren Sie sich ueber Bruessel und Berlin, die ALLES regeln wollen, im zweiten dann, unter Anwendung eines anscheinend gewollt aetzenden Sarkasmus, beschweren Sie sich, dass 'dieser Schwachsinn' nicht auf Einhaltung ueberwacht wird. Was denn jetzt?
Tatsaechlich kenne ich hier in England das neue EU Oekolabel schon. In Deutschland sollte deswegen einerseits das herkoemmliche BIO-Label durch dieses ersetzt werden, da es der Sinn europaeischer Einheitsregeln ist, sich zwischen Talinn und Tarifa durch direkte Erkennung zurechtzufinden.
Andererseits, und das scheint mir dringlicher zu sein, muesste es einfach gesetzlich geregelt sein, wie Labels auf Produkten angebracht werden koennen. Firmen muesste es vielleicht verboten sein eigene Labels anzubringen. Und alle Labels, derer da nicht mehr allzuviele sein sollten, muessten durch unabhaengige Stellen vergeben und kontrolliert werden.
Am besten direkt von Bruessel aus gehend, dann kann man es sich spaeter sparen um einheitliche Labels zu streiten.
es kann nicht ernsthaft sein, dass tatsaechlich noch jemand mit dem Bananenspruch kommt?
Und im ersten Abschnitt Ihres Kommentars beschweren Sie sich ueber Bruessel und Berlin, die ALLES regeln wollen, im zweiten dann, unter Anwendung eines anscheinend gewollt aetzenden Sarkasmus, beschweren Sie sich, dass 'dieser Schwachsinn' nicht auf Einhaltung ueberwacht wird. Was denn jetzt?
Tatsaechlich kenne ich hier in England das neue EU Oekolabel schon. In Deutschland sollte deswegen einerseits das herkoemmliche BIO-Label durch dieses ersetzt werden, da es der Sinn europaeischer Einheitsregeln ist, sich zwischen Talinn und Tarifa durch direkte Erkennung zurechtzufinden.
Andererseits, und das scheint mir dringlicher zu sein, muesste es einfach gesetzlich geregelt sein, wie Labels auf Produkten angebracht werden koennen. Firmen muesste es vielleicht verboten sein eigene Labels anzubringen. Und alle Labels, derer da nicht mehr allzuviele sein sollten, muessten durch unabhaengige Stellen vergeben und kontrolliert werden.
Am besten direkt von Bruessel aus gehend, dann kann man es sich spaeter sparen um einheitliche Labels zu streiten.
es kann nicht ernsthaft sein, dass tatsaechlich noch jemand mit dem Bananenspruch kommt?
Und im ersten Abschnitt Ihres Kommentars beschweren Sie sich ueber Bruessel und Berlin, die ALLES regeln wollen, im zweiten dann, unter Anwendung eines anscheinend gewollt aetzenden Sarkasmus, beschweren Sie sich, dass 'dieser Schwachsinn' nicht auf Einhaltung ueberwacht wird. Was denn jetzt?
Tatsaechlich kenne ich hier in England das neue EU Oekolabel schon. In Deutschland sollte deswegen einerseits das herkoemmliche BIO-Label durch dieses ersetzt werden, da es der Sinn europaeischer Einheitsregeln ist, sich zwischen Talinn und Tarifa durch direkte Erkennung zurechtzufinden.
Andererseits, und das scheint mir dringlicher zu sein, muesste es einfach gesetzlich geregelt sein, wie Labels auf Produkten angebracht werden koennen. Firmen muesste es vielleicht verboten sein eigene Labels anzubringen. Und alle Labels, derer da nicht mehr allzuviele sein sollten, muessten durch unabhaengige Stellen vergeben und kontrolliert werden.
Am besten direkt von Bruessel aus gehend, dann kann man es sich spaeter sparen um einheitliche Labels zu streiten.
Es widerspricht sich nicht, weniger Neue auf dem Papier, und zugleich mehr echte Kontrollen der bestehen Vorschriften zu fordern.
Es widerspricht sich nicht, weniger Neue auf dem Papier, und zugleich mehr echte Kontrollen der bestehen Vorschriften zu fordern.
Es widerspricht sich nicht, weniger Neue auf dem Papier, und zugleich mehr echte Kontrollen der bestehen Vorschriften zu fordern.
Naja, es wird ja nur das Logo/Label verändert. Also eine besondere Spielform der Markenverwässerung -- genauso wie die Unmengen an unnützen Phantasielabeln.
Was nun laut EU Bio ist, wird weiterhin durch die alten (fehlerhaften) Verordnungen bestimmt. Die kann noch viel weiter verbessert werden.
Auf der anderen Seite möchte ich Hokuspokus wie "biologisch-dynamische" Landwirtschaft nicht mit zahlen. Viele Firmen in diesem Bereich machen gute, auch ökologisch sinnvolle Produkte, driften im Detail dann aber ins Esoterische ab.
Ich denke nicht, dass der Staat eine Ernährungsweise unterstützen muss, die ohne Nahrungsergänzungsmittel, zu Mangelerscheinungen führt.
ich zahle lieber den Bio dynamischen Hokuspokus, als den Monsant-Bayer-Pioneer Wahnsinn, der zwar erstmal billig im Laden liegt, aber den nachfolgenden Generationen teuer zu stehen kommt.
Auch das Euro-Biosiegel ist in meinen Augen nichts wert! Verwässerung wo es nur geht!
Was mich bei den Esos allerdings fasziniert hat (obwohl Steiners Jünger nicht unbedingt Esos sind) ist Ihre Liebe zur Natur und zur Schöpfung. Dafür muss man nicht an den Ihren Gott/Götter glauben, kann es aber als Empfehlung für unser ethisches Empfinden verstehen.
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