Audi RS5Spoiler-Fragen

Hanns-Bruno Kammertöns fährt den Audi RS5 von 

Audi RS5

Audi RS5  |  © Hersteller

Es gibt Sachen, die tut man nicht. Wenn der Hosengürtel braun ist, dann greift der Kenner niemals zu schwarzem Schuhwerk. Ein Smoking vor sechs Uhr, nö – oder: geht gar nicht, wie man heute sagt. Andersherum: Nicht alles, was geht, ist auch okay. Womit wir ein ernstes Thema bereits nach wenigen Umdrehungen am Wickel haben.

Der Audi RS5 besitzt am Heck einen Spoiler, der normalerweise automatisch ausfährt, nämlich dann, wenn das Fahrzeug schneller als 100 Stundenkilometer rollt. Dann beginnt ein leises Surren, wenn es endet, ragt der knapp einen Meter breite Stabilisator quer über den Kofferraum. Was aber ist vorher, unter hundert? Es ist nämlich möglich, den Spoiler auch schon bei Tempo 40 oder 50 auszufahren – manuell. Ist das in Ordnung, oder geht das gar nicht?

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Um es deutlich zu sagen: Es gibt im Leben Wichtigeres als einen Spoiler, selbst dann, wenn er der Silhouette des Fahrzeugs auch im unausgefahrenen Zustand sehr schmeichelt. Dezent harmoniert er mit den doch etwas wuchtig geratenen Ofenrohren links und rechts am Heck, hinter denen die Auspuffanlage des Fahrzeugs verbaut wurde. Der Wagen macht spielend 250, worunter der Komfort unterwegs allerdings recht merklich leidet.

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Sportmodus ist hier kein leeres Wort. Wer sich dafür entscheidet und den zuständigen Schalter drückt, der erlebt einen Motor, der dankbar aufheult. Ein Zucken, dann verknappen sich die Schaltwege, das Fahrwerk strafft sich und den Fahrer gleich mit. Beim Bremsen nach vorn in den Gurt und beim Beschleunigen zurück in den Sitz geworfen – man fragt sich jedes Mal, für welche Sünden man gerade büßt. Zumal das Auto äußerlich nur wenig hermacht. Wenn es nicht rot lackiert die linke Autobahnspur entlanggaloppiert, sondern, sagen wir, innerorts Kurs auf die Eisdiele nimmt, dann geht der RS5 fast unter. Und mit ihm der Fahrer. Das muss jeder wissen, der sich mit dem Kauf eines Autos auch eine Steigerung der eigenen Persönlichkeit und deren Überholprestiges erhofft. Nach Grenzbereich, nach Noch-einmal-davongekommen sieht das Auto nicht aus. Allenfalls ein Hauch von Steve McQueen . Fahrer, die dem Cockpit entsteigen, genießen, gerade bei durchnässtem Hemd, keinen nennenswerten Kredit, schon gar keinen besonderen Blick. Wie gesagt, der Spoiler am Heck wäre eine Möglichkeit. Der hebt, vielleicht. Oder eben nicht.

Technische Daten

Motorbauart: 8-Zylinder-Benzinmotor
Leistung: 331 kW (450 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 4,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
CO2-Emission: 252 g/km
Durchschnittsverbrauch: 10,8 Liter
Basispreis: 77.700 Euro

Hanns-Bruno Kammertöns ist verantwortlich für die Titelgeschichten der ZEIT

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

  2. Entfernt da unsachlich. Die Redaktion/mak

  3. 3. [...]

    Entfernt. Kritik richten Sie, falls nötig, bitte an community@zeit.de. Der Kommentarbereich soll der sachlichen Diskussion dienen. Die Redaktion/mak

    • Shrek
    • 19. Januar 2012 14:17 Uhr

    was Steve McQueen mit diesem VW zu tun hat bleibt das Geheimnis des Autors. Ich glaube deser würde eher in einen
    Ford Mustang 2008 Sondermodell "Bullitt" steigen.

  4. von vorne haesslich, von hinten zu pummelig, Steve MCQueen steigt da nicht ein, das ist kein muscle car, no sex appeal, aber egal wird eh wieder geloescht. Alfa Romeo baute mal schoene Autos.......ich glaub die koennen das immer noch. Gewiss der Audi ist toll sind die Limousinen auch, Aber wie Mineralwasser ohne Sprudel halt. Ich fahr ein BMW 1 convertible, scheint die Sonne auf der Insel, unschlagbar, Steve McQueen ist leider noch nicht eingestiegen, aber......falscher Continent halt. macht auch so Spass.
    der Audi hier..
    der Verbrauch ist beachtlich, ich wuerde mehr verbrauchen, so ist das mit Normverbrauch, aber ansonsten, warum die Serien nur so aufblasen, ok Porsche tut es, muss es Audi nun auch ?? baut doch ein 99% Co2 Auto , das ist dann in London guenstig, koennte auch in Shanghai die ganze Woche fahren, muss nicht elektrisch sein, small but top, zum bitte leistbaren Preis, ihr habt ja alles im Regal, Polo a la Audi ohne Aufpreisliste wie es Asiaten koennen.

  5. Wer ein Auto in angenähertem Tragflächenprofil baut, braucht bei höheren Geschwindigkeiten latürnich einen Verderber (englisch: "Spoiler" von "to spoil", verderben ...), damit die Schüssel nicht zum Nurflügler wird. Das haben die Jungs von Horch – pardon: Audi sintemalen schon beim ersten TT schmerzlich lernen müssen ...

  6. Hat der Autor von diesem Wort schon einmal etwas gehört?
    Es gibt auch Menschen die Freude am Automobil(fahren), jedoch kein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis haben.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und für solche bescheidenen Geister ist diese auf zahm gebürstete Krawallschüssel gemacht. Bescheidenheit ist wahrlich die schärfste Form der Eitelkeit ...

  7. 8. Genau!

    Und für solche bescheidenen Geister ist diese auf zahm gebürstete Krawallschüssel gemacht. Bescheidenheit ist wahrlich die schärfste Form der Eitelkeit ...

    Antwort auf "Understatement"

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  • Serie Autotest
  • Schlagworte Audi | Auto | Fahrzeug | Kredit | Motor | Steve Mcqueen
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