Rassismus "Was willst du hier, Neger?"
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Der Terror ist mehr als körperliche Gewalt

An meinem eigenen Blick in den Spiegel.

Ohne es zu wollen, schaue ich mich mit den Augen der Neonazis an. Sehe auf einen fremden schwarzen Körper herab. Rassismus dringt in mein Innerstes. Mein eigener Blick wird zum Messerstich. Der Terror ist mehr als körperliche Gewalt. In der No-go-Zone verdichtet er sich zu einem Klima der ständigen Bedrohung. Entscheidend ist nicht, ob die Neonazis zuschlagen oder nicht. Entscheidend ist, dass sie es jederzeit können.

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Als ich 17 Jahre alt bin, höre ich zum ersten Mal von einem Basketballplatz in Hohen Neuendorf. Ich wage mich dorthin und bin überrascht: Da sind Jugendliche mit NBA-Trikots, sie hören Hip-Hop und fahren auf BMX-Rädern. Wir freunden uns an, bald treffe ich sie täglich. Das Spielfeld liegt auf einem Zirkusgelände und ist von einem Zaun umgeben. Nach der Schule werfen wir dort Körbe.

An einem Hochsommertag tauchen auf einmal 20 Neonazis auf dem Basketballplatz auf. Trotz der Hitze tragen einige von ihnen schwarze und weinrote Bomberjacken. Einer von ihnen hat sich ein Hakenkreuz auf den blanken Schädel tätowiert. Der Anführer ist ganz in Weiß gekleidet und ungefähr 18 Jahre alt. Meine Freunde und ich spielen weiter, versuchen, sie zu ignorieren. Dann sehe ich, wie sie den Käfig abriegeln. Wie komme ich hier raus? Ich brauche einen Fluchtplan; aber alle Gedanken verlöschen.

Der Faschist in Weiß läuft auf mich zu, seine Begleiter bleiben zurück. In ihren Händen blitzen Butterflys, einer schwingt einen Baseballschläger durch die Luft. Mir ist auf einmal kalt. Der 18-Jährige stellt sich vor mich, sein weißes Hemd leuchtet in der Sonne. »Was machst du hier?«, fragt er. Alles wird still. Mein Mund ist trocken, als wäre er voller Sand. Er wartet. Dann lächelt er und zieht mit seinen Kameraden davon.

 
Leser-Kommentare
  1. auf die Flut an relativierenden und apologetischen Beiträgen, die jetzt folgen wird. Nicht!

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    Respekt, Fabian Dannenberg und weiter so. Menschen, wie Sie, verdienen den größten Respekt und ich bewundere Ihren Mut außerordentlich!! Ich habe von Ihrer ehemaligen Klavierlehrerin (inzwischen 72 Jahre und eine sehr gute Freundin von uns) die Kopie Ihres Artikels erhalten und bin beeindruckt und gleichzeitig immer wieder erschüttert von der Realität. Ich selbst habe mehrere Jahre in Frohnau gelebt und die Angst und Gleichgültigkeit von Mitmenschen, Mitfahrern (BVG) gespürt und habe dennoch nie verlernt, den Mund auf zu machen, auch wenn ich im Nachgang diese Angst gespürt habe. Es ist immer RICHTIG gegen Ausgrenzung, egal in welcher Art und erst Recht gegen Rechtsradikalismus zu kämpfen, weiter so Herr Dannenberg und alles Gute für Ihr Medizinstudium!!!! Ich werde diesen Artikel meinem Sohn mit in die Schule geben und so das Thema hoffentlich unterrichtswirksam weitergeben. Vielen Dank Herr Dannenberg und lassen Sie sich nie unterkriegen!!

    Sandy Langhammer

    Respekt, Fabian Dannenberg und weiter so. Menschen, wie Sie, verdienen den größten Respekt und ich bewundere Ihren Mut außerordentlich!! Ich habe von Ihrer ehemaligen Klavierlehrerin (inzwischen 72 Jahre und eine sehr gute Freundin von uns) die Kopie Ihres Artikels erhalten und bin beeindruckt und gleichzeitig immer wieder erschüttert von der Realität. Ich selbst habe mehrere Jahre in Frohnau gelebt und die Angst und Gleichgültigkeit von Mitmenschen, Mitfahrern (BVG) gespürt und habe dennoch nie verlernt, den Mund auf zu machen, auch wenn ich im Nachgang diese Angst gespürt habe. Es ist immer RICHTIG gegen Ausgrenzung, egal in welcher Art und erst Recht gegen Rechtsradikalismus zu kämpfen, weiter so Herr Dannenberg und alles Gute für Ihr Medizinstudium!!!! Ich werde diesen Artikel meinem Sohn mit in die Schule geben und so das Thema hoffentlich unterrichtswirksam weitergeben. Vielen Dank Herr Dannenberg und lassen Sie sich nie unterkriegen!!

    Sandy Langhammer

    • Kriton
    • 20.01.2012 um 15:12 Uhr

    Diese Reflexion, was Rassismus - und gerade der latente Rassismus der Ignoranz mit Menschen anstellt - ist wirklich erschütternd. Ich empfehle denjenigen, die sich jetzt nicht rausreden, sondern diesen Artikel als Anschub zum Verstehen nutzen wollen, dringend den Film "blue eyed" über die Wirkweise von Diskriminierung.
    Herr Dannenberg, herzlichen Dank für diesen Artikel und die besten Wünsche, dass Sie sich in ihrer eigenen Haut wohlfühlen mögen!

    31 Leser-Empfehlungen
  2. ...und das liegt sicher nicht an den Migranten.

    29 Leser-Empfehlungen
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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit Beiträgen, die sich auf das Artikelthema beziehen. Danke, die Redaktion/jz

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  3. 4. [...]

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    Ich habe mich schon immer gefragt, warum Leute Kommentare zu Artikeln verfassen, die Sie nicht gelesen haben können, weil sonst ihr Kommentar ganz andres ausgefallen wäre?

    Deshalb mein Vorschlag an Sie. Lesen Sie zuerst den Artikel, und posten Sie dann erst Ihre Kommentare.

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    • J.E.B.
    • 20.01.2012 um 15:23 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit Beiträgen, die auf das Thema bezogen sind. Danke, die Redaktion/jz

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    • J.E.B.
    • 20.01.2012 um 15:27 Uhr

    ... ich die Berichterstattung über diese Vorgänge.

    • J.E.B.
    • 20.01.2012 um 15:27 Uhr

    ... ich die Berichterstattung über diese Vorgänge.

  4. Ich bin im noerdlichen Reinickendorf aufgewachsen, etwa zur gleichen Zeit wie der Author. Ich war nicht oft im Landkreis Oberhavel, im Grunde endete meine Welt an der Stadtgrenze, aber ich war immer schockiert wie offen sich Neonazis in Hohen Neuendorf, Hennigsdor oder Oranienburg bewegen konnten...

    14 Leser-Empfehlungen
    • J.E.B.
    • 20.01.2012 um 15:27 Uhr

    ... ich die Berichterstattung über diese Vorgänge.

    Antwort auf "Ich wünschte ..."
  5. Ich habe mich schon immer gefragt, warum Leute Kommentare zu Artikeln verfassen, die Sie nicht gelesen haben können, weil sonst ihr Kommentar ganz andres ausgefallen wäre?

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