Sicherheitspolitik Mach’s gut, Europa!

Die USA verlagern ihre Militärmacht in den Pazifik. Die Europäer werden sich in Zukunft stärker um ihre eigene Sicherheit kümmern müssen.

Nach einem »Jahrzehnt des Kriegs« müsse die Nation nach vorn schauen: So lautet die Botschaft, mit der US-Präsident Barack Obama kürzlich im Pentagon seine neue Militärstrategie verkündet hat. Es ist Obamas Versuch, Amerika neue Orientierung zu geben, aus dem politischen Abseits herauszukommen, in das sich die Weltmacht nach den Anschlägen vom 11. September 2001 manövriert hat.

Im Irak und in Afghanistan begannen die Vereinigten Staaten zwei verlustreiche und verhängnisvolle Kriege. Die verwundete Supermacht wollte sich gegen weitere Angriffe schützen. Aber so, wie sie es tat, hat sie Unheil über andere Völker gebracht und Schaden an der eigenen Seele genommen. Zugleich stieg im Fernen Osten eine neue Supermacht auf. Die USA haben sich vor zehn Jahren auf einen Irrweg begeben. So scheint es auch Obama zu sehen. Nun umzusteuern, einen fundamental neuen Kurs zu bestimmen, ist Absicht des Strategiepapiers Sustaining U. S. Global Leadership: Priorities for 21st Century Defense.

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Die Streitkräfte sollen kleiner und effektiver werden. Gespart wird beim Heer und bei der Marine-Infanterie, jenen Waffengattungen, mit denen größere Landkriege geführt werden. Investieren will Obama dagegen in »intelligente Verteidigung«, in Spezialeinheiten, Drohnen und in die Cyber-Sicherheit. Das alte Konzept, Amerika müsse zwei größere Kriege gleichzeitig führen können, soll nicht mehr gelten.

Militärausgaben
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Natürlich, Amerika muss sparen. Auch deshalb baut Obama die Streitkräfte um. 487 Milliarden Dollar weniger soll das Pentagon in den kommenden zehn Jahren ausgeben. Wichtiger aber ist Obama etwas anderes: Er hat verstanden, dass sich die Zukunft der Vereinigten Staaten nicht am Hindukusch entscheidet, sondern am Pazifik. Zehn Jahre lang konzentrierte Amerika seine Kräfte auf den »Krieg gegen den Terror«, rüstete in beispielloser Weise auf. Zur selben Zeit brach China alle Wachstumsrekorde, wurde Exportweltmeister, häufte Devisenreserven von über drei Billionen Dollar an. Schon 2018, hat der Economist jüngst vorgerechnet, dürfte China die größte Volkswirtschaft der Welt sein: in sechs Jahren!

Amerika verstrickte sich, von Angst vor dem islamischen Fundamentalismus getrieben, auf einem Nebenkriegsschauplatz. Sein Militäretat stieg auf wahnwitzige 700 Milliarden Dollar. China dagegen investierte in Industrie, Technik, Infrastruktur und Bildung. Nicht nur China boomte; überall in Asien blühte die Wirtschaft.

Jetzt definieren die Vereinigten Staaten ihre Prioritäten neu. »Bei der strategischen sicherheitspolitischen Betrachtung ist heute die Fokussierung auf die Bekämpfung des internationalen Terrorismus zugunsten anderer, insbesondere asymmetrischer Bedrohungen zurückgetreten«, sagt Ulrich Schlie, Leiter des Planungsstabs im Bundesverteidigungsministerium.

Besonders Europa wird die Folgen des amerikanischen Umdenkens spüren; wie eine Rating-Agentur stuft die US-Regierung Europas Bedeutung herab. Die globale Machtverschiebung – weg vom Atlantik, hin zum Pazifik – wurde in Washingtons Denkfabriken lange diskutiert; nun wird sie Leitlinie der Politik.

Leser-Kommentare
  1. "Drittens, Spezialisierung: »Die Dänen konzentrieren sich auf die Marine, die Österreicher auf die Gebirgsjäger.«"

    Mag für Österreich durchaus Sinn ergeben, aber wie steht's mit Deutschland, oder Frankreich? Sieht die zukünftige Landesverteidigung so aus, dass einzelne europäische Kontingente quer durch Europa stationiert werden? Was passiert mit dem ganzen Material, wenn man es doch nicht mehr braucht? Gut, in letzter Hinsicht kann man untereinander noch Geschäfte machen, worunter die Rüstungsindustrie zu leiden hätte.

    Eine Spezialisierung der einzelnen europäischen Streitkräfte liegt noch in weiter Ferne, nicht nur aber großteils wegen der verschiedenen Nationalverständnisse und Verlustes teilweiser Souveränität an Brüssel. Eine Spezialisierung macht durchaus Sinn wenn man Ressourcen intelligent nutzen will, kann aber nur klappen wenn Europa "eins" wird und sich das europäische Verständnis durchsetzt, bzw. durchgesetzt wird.

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    • joG
    • 23.01.2012 um 8:04 Uhr

    ... muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass seit Jahrzehnten man weniger ausgibt, als seine Verbündeten, in Ernstfällen unberechenbar war und verlogen den moralischen Finger hob und damit die Kosten seiner Alliierten wesentlich in die Höhe trieb. Das führte in den letzten Jahren zu wachsenden Unmut, der zunehmend heftig geäußert wurde.

    Es kommen also zunächst erhebliche Kosten auf Deutschland zu, die den inneren Verteilungskampf und Prestige Projekte wie die Atomenergie Wende erschweren werden.

    Da ma von medialer und politischer Seite die Bevölkerung mit einer Geschichte futterte, die das deutsche verhalten in einem moralischen Kleid rechtfertigte, grasen hier hier hinsichtliche Irrlehren. Das wird schwer werden, obwohl die Informatoren ihr Lied in letzter Zeit ändern, dauert es selbst in einem Land des Gleichschritt Mühe ein grundlegendes gesellschaftlich Paradigma zu ändern.

    • joG
    • 23.01.2012 um 8:04 Uhr

    ... muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass seit Jahrzehnten man weniger ausgibt, als seine Verbündeten, in Ernstfällen unberechenbar war und verlogen den moralischen Finger hob und damit die Kosten seiner Alliierten wesentlich in die Höhe trieb. Das führte in den letzten Jahren zu wachsenden Unmut, der zunehmend heftig geäußert wurde.

    Es kommen also zunächst erhebliche Kosten auf Deutschland zu, die den inneren Verteilungskampf und Prestige Projekte wie die Atomenergie Wende erschweren werden.

    Da ma von medialer und politischer Seite die Bevölkerung mit einer Geschichte futterte, die das deutsche verhalten in einem moralischen Kleid rechtfertigte, grasen hier hier hinsichtliche Irrlehren. Das wird schwer werden, obwohl die Informatoren ihr Lied in letzter Zeit ändern, dauert es selbst in einem Land des Gleichschritt Mühe ein grundlegendes gesellschaftlich Paradigma zu ändern.

  2. "Im Irak und in Afghanistan begannen die Vereinigten Staaten zwei verlustreiche und verhängnisvolle Kriege. Die verwundete Supermacht wollte sich gegen weitere Angriffe schützen."

    Die USA haben die bis dato nicht aufgeklärten, verhinderbaren Anschläge des 11.9. als Vorwand genutzt um zwei Angriffskriege zu beginnen,die überwiegend ihren wirtschaftlichen Interessen dienen sollten. Das irakische Öl und der Bau der TAPI Pipeline standen dabei im Zentrum der Überlegungen. Es kein Geheimnis, dass die USA in Kooperation mit Saudi-Arabien und Pakistan, den so vehement beklagten islamischen Extremismus im Kalten Krieg mit Milliarden Dollar gefördert hatte. Finanziert wurden die Bewaffnung und das Training fundamentalistischer „Freiheitskämpfer“, im Drogenhandel tätige Warlords (Gulbuddin Hekmatyar), jihadistische Lehrbücher für Schüler, der Tunnel Komplex von Tora Bora. Im Anschluss an den Abzug der Sowjets nahmen westliche Politiker keinen Anstoß an Verhandlungen mit muslimischen Fundamentalisten. Die strategisch wichtige Lage Afghanistans, als mögliches Transitland für Öl und Gas aus der Kaspischen Region begründete die US-Unterstützung für die Taliban, denen die Schaffung eines stabilen Umfeldes für den Pipeline-Bau durch Afghanistan zugetraut wurde. Die Folgen des Krieges:Millionen Tote, Chaos im Irak,erstarkte Taliban und ein korruptes Marionettenregime Karzai, viele westliche Firmen haben gut am Wideraufbau verdient.

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    ...habe ich oft genug was gesagt, lassen wir das...

    ...aber zu der hinterhältigen Kopplung mit der Atomenergienutzung sollte man doch etwas sagen:

    Einer meiner Professoren hat vor 20 Jahren einen sehr erhellenden Vortrag gehalten, über LANGFRISTIGE Energieerzeugung. Danach gibt es zwei Wege:
    - Atomenergie mit Brutreaktoren und Plutoniumkreislauf
    - Großtechnische thermische Solarenergiegewinnung

    Weg 1 ist (wegen der hochgefährlichen Stoffe, mit denen in großen Mengen umgegangen wird) nur in einem rigiden Überwachungs- und Polizeistaat machbar.
    Weg 2 ist technisch aufwendig, teuer und erfordert die Zusammenarbeit mit ""Sonnenstaaten"

    Das unser "Sicherheitsfreund" joG für den 1. Weg plädiert (auch wenn er sich rauszuwieseln versuchen wird, mit "Übergangstechnologie" oder so) das passt schon akkurat.

    ...habe ich oft genug was gesagt, lassen wir das...

    ...aber zu der hinterhältigen Kopplung mit der Atomenergienutzung sollte man doch etwas sagen:

    Einer meiner Professoren hat vor 20 Jahren einen sehr erhellenden Vortrag gehalten, über LANGFRISTIGE Energieerzeugung. Danach gibt es zwei Wege:
    - Atomenergie mit Brutreaktoren und Plutoniumkreislauf
    - Großtechnische thermische Solarenergiegewinnung

    Weg 1 ist (wegen der hochgefährlichen Stoffe, mit denen in großen Mengen umgegangen wird) nur in einem rigiden Überwachungs- und Polizeistaat machbar.
    Weg 2 ist technisch aufwendig, teuer und erfordert die Zusammenarbeit mit ""Sonnenstaaten"

    Das unser "Sicherheitsfreund" joG für den 1. Weg plädiert (auch wenn er sich rauszuwieseln versuchen wird, mit "Übergangstechnologie" oder so) das passt schon akkurat.

    • joG
    • 23.01.2012 um 8:04 Uhr

    ... muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass seit Jahrzehnten man weniger ausgibt, als seine Verbündeten, in Ernstfällen unberechenbar war und verlogen den moralischen Finger hob und damit die Kosten seiner Alliierten wesentlich in die Höhe trieb. Das führte in den letzten Jahren zu wachsenden Unmut, der zunehmend heftig geäußert wurde.

    Es kommen also zunächst erhebliche Kosten auf Deutschland zu, die den inneren Verteilungskampf und Prestige Projekte wie die Atomenergie Wende erschweren werden.

    Da ma von medialer und politischer Seite die Bevölkerung mit einer Geschichte futterte, die das deutsche verhalten in einem moralischen Kleid rechtfertigte, grasen hier hier hinsichtliche Irrlehren. Das wird schwer werden, obwohl die Informatoren ihr Lied in letzter Zeit ändern, dauert es selbst in einem Land des Gleichschritt Mühe ein grundlegendes gesellschaftlich Paradigma zu ändern.

    Antwort auf "Spezialisierung?"
  3. Eine uneigennützige militärischen Intervention ist nicht möglich, wenn ein Land sich nicht erheblich militärisch, wirtschaftlich und politisch schwächen möchte.

    Der Regime-Wechsel war nach der Bombardierung der ersten libyschen Flugabwehrstellung als inoffizielles Ziel der Mission beschlossen.

    Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und hat nicht die Aufgabe die Welt von Tyrannei zu befreien, sondern sicherheitspolitische Intressen durchzusetzen.

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    • colca
    • 23.01.2012 um 10:28 Uhr

    "Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und hat nicht die Aufgabe die Welt von Tyrannei zu befreien, sondern sicherheitspolitische Intressen durchzusetzen."

    Falls dieser Satz jemals gestimmt hat, so ist das zumindest lange her. Spätestens seit dem Kosovokrieg (Hufeisenplan - Sie erinnern sich?) ist die NATO ein ANGRIFFSbündnis.
    Sie führt weltweit Kriege, Feldzüge und Einzeloperationen durch, die den Interessen der angelsächsischen Oligarchie dienen. Die anderen Mitglieder dürfen ein wenig mitschießen, bezahlen, Basen stellen und manchmal sogar auch selbst anfangen. So wie das kürzlich der kleine Franzose in Libyen gemacht hat.

    Die NATO ist derzeit die größte Gefährdung des Weltfriedens und in ihrer derzeitigen Struktur vermutlich nicht friedensfähig.
    Um Deutschland wäre es besser bestellt, wenn wir uns aus diesem üblen Club veraschiedeten.

    • colca
    • 23.01.2012 um 10:28 Uhr

    "Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und hat nicht die Aufgabe die Welt von Tyrannei zu befreien, sondern sicherheitspolitische Intressen durchzusetzen."

    Falls dieser Satz jemals gestimmt hat, so ist das zumindest lange her. Spätestens seit dem Kosovokrieg (Hufeisenplan - Sie erinnern sich?) ist die NATO ein ANGRIFFSbündnis.
    Sie führt weltweit Kriege, Feldzüge und Einzeloperationen durch, die den Interessen der angelsächsischen Oligarchie dienen. Die anderen Mitglieder dürfen ein wenig mitschießen, bezahlen, Basen stellen und manchmal sogar auch selbst anfangen. So wie das kürzlich der kleine Franzose in Libyen gemacht hat.

    Die NATO ist derzeit die größte Gefährdung des Weltfriedens und in ihrer derzeitigen Struktur vermutlich nicht friedensfähig.
    Um Deutschland wäre es besser bestellt, wenn wir uns aus diesem üblen Club veraschiedeten.

  4. Wenn ich den Inhalt dieses Artikels richtig interpretiere, werden zukünftig die europäischen Militärbudgets deutlich ansteigen müssen. Bislang wurde die europäische "Verteidigung" noch in den US-Finanzhaushalt ausgelagert.

    Würde diese neue Konstellation auch bedeuten, dass Europa eigenständige aussenpolitische und ggf. militärische Entscheidungen treffen müsste? Man traut sich dies beinahe nicht auszumalen. Hätten die Europäer dann dasselbe Imageprobleme wie die Amerikaner, dass jede Handlung grundsätzlich zuerst einmal negativ interpretiert werden würde? Wird Europa zum hässlichen Weltpolizisten Nr.2?

    Realistisch ist vermutlich, dass die europäischen Militärbudgets nicht steigern werden, man sich daher aussenpolitisch konsequenterweise "nicht in der Lage" sehen wird, irgendwo irgendwelche Position zu beziehen - und sich stattdessen mehr auf's business verlegt. Hm ja, das käme vermutlich dem deutschen Naturell zur Selbstmarginalisierung temperamentmässig sogar entgegen.

  5. Tatsache ist ; kein Land kann ein riesiges stehendes Heer auf Dauer finanzieren ! Nur noch totalitäre Staaten bestehen, anscheinend aus Prestige und/oder Repressionsgründen, gegenüber der eigenen Bevölkerung, auf einen solchen Anachronismus.
    Eine Kriegsführung wie im Weltkrieg I. und II. ist durch die gesteigerte Waffentechnologie absolet geworden. Wenn die Amerikaner also weiterhin gutes Geld verbrennen wollen... bitte schön ! Meinen Segen haben sie !

    Eine Leser-Empfehlung
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    Bitte verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/mo.

    ...es war gerade der törichte Gedanke, man könne Kriege ohne ausreichende Bodentruppen nur mit HighTech gewinnen, der die USA in Afghanistan und noch mehr im Irak in den Abgrund geführt hat.

    Wenn man Angriffskriege führen will, dann braucht man TROUPS, LOTS OF TROUPS, und die sind TEUER, dagegen ist Drogensucht ein Kleingartenhobby.

    Wie Sie sehen stimme ich Ihnen aber im Prinzip zu :-)

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/mo.

    ...es war gerade der törichte Gedanke, man könne Kriege ohne ausreichende Bodentruppen nur mit HighTech gewinnen, der die USA in Afghanistan und noch mehr im Irak in den Abgrund geführt hat.

    Wenn man Angriffskriege führen will, dann braucht man TROUPS, LOTS OF TROUPS, und die sind TEUER, dagegen ist Drogensucht ein Kleingartenhobby.

    Wie Sie sehen stimme ich Ihnen aber im Prinzip zu :-)

    • hkeske
    • 23.01.2012 um 9:13 Uhr

    Wer wird uns wohl angreifen, wenn die USA erst einmal ihre schützende Hand weggenommen haben? Um uns herum lauern Feinde, allzeit zum Angriff bereit. Schweizer, Österreicher, Liechtenstein, Frankreich, Dänemark und was weiß ich noch alles - alle stehen bereit, Deutschland zu überfallen und sich des Ruhrgebietes zu bemächtigen.

    Haben wir genug Panzer und Raketen? Wollen wir nicht schnell die Wehrpflicht wieder ins Leben rufen? Bei soviel dräuendem Unheil?

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    • kai1
    • 26.01.2012 um 16:39 Uhr

    "In der US-Regierung aber scheint die Sorge groß, die Europäer könnten die Dimension der globalen Machtverschiebung noch immer nicht begriffen haben."

    Dieser Satz aus dem Artikel trifft genau auf Ihre nonchalente Art zu, mit dem Problem umzugehen, ein solcher "Europäer" sind Sie, zum Glück wohl nicht in einer Entscheidungsposition. Der Artikel beschreibt ja auch die Tatsache, dass es, obwohl Europa z.Zt. keine konkrete Bedrohung im engsten Raum des Kontinents zu gewärtigen hat, an Betriebsblindheit grenzt, potentielle Gefahrenherde an der südlichen und nahöstlichen Peripherie aus den Augen zu verlieren. Wer angesichts des projektierten Abzugs der Masse der US-Streitkräfte von einem wahrgewordenen Traum aus 68er-Protesttagen und Anti-Nachrüstungsdemonstrationstagen ("Ami go home") phantasiert, hat nicht wirklich verstanden, was auf Europa in Zukunft sicherheits- und rüstungspolitisch zukommen könnte. Nicht nur der Libyen-Einsatz bewies, dass Europas Streitkräfte ohne die Unterstützung der Amerikaner kaum einsatzfähig sind, eben weil sie sich bisher darauf verlassen konnten, im Zweifelsfalle sei die westliche Interessenkongruenz so groß, dass "es" der "große Bruder" schon richten werde. Die Neuausrichtung der US- Sicherheitspolitik stellt für die Europäer also ein enormes Risiko dar, ist jedoch auch eine Chance, ihre klammen Verteidigungsetatts zu bündeln, selbst wenn man über vermeintliche Synergieeffekte einer "Arbeitsteilung" nicht allzu euphorisch werden sollte.

    • kai1
    • 26.01.2012 um 16:39 Uhr

    "In der US-Regierung aber scheint die Sorge groß, die Europäer könnten die Dimension der globalen Machtverschiebung noch immer nicht begriffen haben."

    Dieser Satz aus dem Artikel trifft genau auf Ihre nonchalente Art zu, mit dem Problem umzugehen, ein solcher "Europäer" sind Sie, zum Glück wohl nicht in einer Entscheidungsposition. Der Artikel beschreibt ja auch die Tatsache, dass es, obwohl Europa z.Zt. keine konkrete Bedrohung im engsten Raum des Kontinents zu gewärtigen hat, an Betriebsblindheit grenzt, potentielle Gefahrenherde an der südlichen und nahöstlichen Peripherie aus den Augen zu verlieren. Wer angesichts des projektierten Abzugs der Masse der US-Streitkräfte von einem wahrgewordenen Traum aus 68er-Protesttagen und Anti-Nachrüstungsdemonstrationstagen ("Ami go home") phantasiert, hat nicht wirklich verstanden, was auf Europa in Zukunft sicherheits- und rüstungspolitisch zukommen könnte. Nicht nur der Libyen-Einsatz bewies, dass Europas Streitkräfte ohne die Unterstützung der Amerikaner kaum einsatzfähig sind, eben weil sie sich bisher darauf verlassen konnten, im Zweifelsfalle sei die westliche Interessenkongruenz so groß, dass "es" der "große Bruder" schon richten werde. Die Neuausrichtung der US- Sicherheitspolitik stellt für die Europäer also ein enormes Risiko dar, ist jedoch auch eine Chance, ihre klammen Verteidigungsetatts zu bündeln, selbst wenn man über vermeintliche Synergieeffekte einer "Arbeitsteilung" nicht allzu euphorisch werden sollte.

    • Beebo
    • 23.01.2012 um 9:17 Uhr

    Die USA ziehen mehr als 10.000 Soldaten aus Europa ab. Die wollen ja auch die Stationierungsdauer verkürzen, so dass kaum US Soldatenfamilien mehr nach Deutschland umziehen müssen. US Einheiten bleiben dann nur ein paar Monate in Europa, und kehren dann wieder in die USA zurück. So sparen sich die Amis den sehr teuren Unterhalt ihrer Soldatensiedlungen. Dann müssen die nur noch die Kasernen unterhalten. Wenn es in oder nahe Europa kein Konflikt gibt, werden die ihre Präsenz in Europa so schneller herunterfahren.

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