Kapitalismus : Bitte neu anfangen

Auch wenn die Krise mal Pause macht – das Gebot bleibt bestehen: Der Kapitalismus kann so nicht bleiben.
New York im Januar 2012: Demonstranten der Occupy-Bewegung protestieren gegen die Macht der Wall Street. © Getty Images

In der Krise überlagern die drängenden Fragen fast immer die großen Fragen, und doch wissen wir es im Grunde alle: Wenn wir den aus dem Lot geratenen Kapitalismus jetzt nicht zurück ins Gleichgewicht bringen, dann wird der gegenwärtigen Krise bald eine weitere folgen, die uns dazu zwingen wird. Fürs Erste haben die Tumulte um den Euro überraschend nachgelassen, in dieser Woche diskutiert die Wirtschaftswelt in Davos über »die große Transformation«. Politiker und Manager aus aller Welt spüren die allgegenwärtige Absturzgefahr im System und suchen zukunftsträchtigere Modelle.

Wie weit sind wir bei der Entwicklung eines neuen Kapitalismus vorangekommen? Denn das ist die große Aufgabe, die uns die Krise vor allem stellt. Wie alle epochalen Wirtschaftskrisen hat sie am Ende nur einen Sinn, nur etwas Gutes, wenn die betroffenen Länder ihr schadhaftes Wirtschaftsmodell renovieren. Nach der Großen Depression des vergangenen Jahrhunderts geschah genau das. Der Westen schuf in Bretton Woods ein stabiles Währungssystem, die Nationen bauten ihre Sozialstaaten aus und sorgten für fairen Wettbewerb unter den Unternehmen. In Deutschland hieß das Ganze soziale Marktwirtschaft.

Und heute? Das Ergebnis ist mager, kaum Renovierung, kaum Reparatur, stattdessen verstärken sich einige Unwuchten sogar noch.

Kaum gebändigte Hedgefonds spekulieren weiter mit Rekordsummen

So hat sich der Abstand zwischen Arm und Reich in den vergangenen Monaten weiter vergrößert. Die vielen Rettungsmilliarden haben zwar die Vermögen der Wohlhabenden bewahrt, aber in vielen Ländern nicht die Zerstörung von Millionen Jobs verhindert. Selbst im wirtschaftlich erfolgreichen Deutschland ist die teilweise unumgängliche Ungleichheit in Ungerechtigkeit umgeschlagen. Jetzt, da die große Erbschaftswelle rollt, können sich die allermeisten Erben unter der Steuer wegducken, während Millionen einfacher Arbeitnehmer gar keine eigene Altersversorgung aufbauen können. Obwohl das Land neue Mittel für Kinderbetreuung und Bildung dringend brauchte, steigt die Einkommensteuer ab dem Gehalt eines mittleren Angestellten nicht mehr weiter an. Solidarität sieht anders aus.

Auch bezüglich einer Neuordnung der Wirtschaft sind wir noch nicht weit gekommen. Bis zum Ausbruch der Krise machten Banken und Fonds , was sie wollten. Der produktive Rest der Wirtschaft wurde dagegen streng reguliert. Dieses Missverhältnis dauert an. Zwar müssen die Banken heute mehr Kapital zurücklegen, aber noch immer kann ein einzelnes Geldinstitut mit waghalsigen Geschäften das ganze System aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt insbesondere für die weiterhin kaum gebändigten Hedgefonds, die mit Rekordsummen spekulieren. Demgegenüber bekommen es normale deutsche Unternehmer im Sündenfall mit bis zu 40.000 Paragrafen zu tun, gar nicht zu reden von den Neugründern. Diese haben in Deutschland besonders hohe administrative Hürden zu überwinden. Die Schlussfolgerung kann nur lauten: Mehr Regeln für die potenziell gefährlichen Finanzinstitute, weniger Regeln für die anderen – das muss Teil eines neuen Kapitalismus sein.

Es gehört zur Dialektik der Krise, dass die Staaten zu ihrer Bekämpfung die Fehler der Vergangenheit oftmals noch vergrößern. Die öffentlichen Schulden sind fast überall explosionsartig gestiegen, schon deshalb hat die deutsche Regierung recht mit ihrem Versuch, Europa durch einen Fiskalpakt erst zum Sparen zu verpflichten , bevor noch mehr Milliarden in einen dauerhaften Rettungsfonds fließen. Ein neuer, ein stabiler Kapitalismus kann nur entstehen, wenn die Staaten einen Weg zu ausgeglichenen Haushalten finden.

Wir brauchen keine Katastrophe, um das Gebotene zu tun

Neue Sünden, um die alten zu tilgen: Das gleiche Muster bestimmt die Geldpolitik . Die Krise konnte nur so groß werden, weil die Zentralbanken, allen voran die amerikanische, zu viel Geld in die Weltwirtschaft gepumpt hatten. Nun öffnen sie noch mehr Schleusen, und die ungeheuren Mengen frischen Geldes könnten in Zukunft eine gigantische Inflationswelle auslösen. Auch die Zentralbanker müssen also, noch während sie die Märkte fluten, glaubwürdig zeigen, wie sie diese Flut künftig wieder eindämmen – und dann einen gleichmäßigen Wasserstand garantieren wollen.

All das sind nur die einfachen Aufgaben, weil Nationen und Regionen sie allein angehen können. Schwerer wird es, den Kapitalismus global ins Gleichgewicht zu bringen. China türmt riesige Kapitalmengen auf, weil es dank seiner billigen Währung viel mehr exportiert als importiert. Amerika dagegen verschuldet sich im Ausland in kaum vorstellbarer Weise, weil es umgekehrt handelt. Viel wird über dieses Missverhältnis gesprochen, und wenig wird dagegen getan.

Am schwersten wird es sein, das ökologische Ungleichgewicht auszugleichen. Es ist noch schwerer geworden, weil die krisengeschüttelten Länder mehr denn je wachsen wollen, um ihre Schulden in den Griff zu bekommen. Wer so denkt, denkt kaum an die Umwelt. Deutschland bildete mit seiner Energiewende die Ausnahme unter den Industrieländern, und selbst bei uns stockt der Umbau. Doch ohne ein neues globales Klimaabkommen, in dem der Norden dem Süden bei der Abkehr von der CO₂-Wirtschaft hilft und die Energiewende vorantreibt, wird der Kapitalismus keine Ruhe finden. Der Druck zum Umbau des Systems sinkt, wenn Maßnahmen gegen die Krise zu wirken scheinen. Die Frage, ob die gegenwärtige Krise groß genug ist, damit wir trotzdem zu einem anderen Kapitalismus kommen, stellt sich in diesen Tagen deutlicher denn je. Wahrhaft epochal wäre es, zu zeigen: Wir brauchen keine Katastrophe, um das Gebotene zu tun.

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Kommentare

123 Kommentare Seite 1 von 17 Kommentieren

Zu viele versuchen reich zu werden ...

auf Kosten der "Anderen" bzw. der Allgemeinheit.

Skandinavien macht es uns m.E. vor: jeder muss etwas leisten (die höchste Berufsbeteiligung von Frauen und Älteren), der Staat ist zuständig für die besten Rahmenbedingungen (soziale Sicherheit, anständige Kindergärten/Schulen/Krankenhäuser etc.), alle müssen grundsätzlich recht hohe Steuern zahlen, aber auf der anderen Seite garantiert der Staat aber auch für eine gute Infrastruktur, eine sichere Gesellschaft und für anständige Lebensqualität.

Man muss in Deutschland nicht alles 1:1 übernehmen, aber der Wandalismus, Verzeihung "Kapitalismus" a la Börsen & Bangstern ist bestimmt nicht der optimale Weg.

Vernunft ist das Gebot der Stunde. Und das gilt zuallerst für all diejenigen, die bisher am meisten profitiert haben!

Andere Visionen

Mein Sohn, Physiker, ging nach seinem Bachelor nach Schweden für ein Jahr für den Master.

Er möchte wieder zurück nach Schweden.

Dort wird man überall aufgefangen. Das ist an der Uni so, dass jeder Student individuell betreut wird. Das ist generell in der Gesellschaft so.

Da gibt es nicht dieses Stadtbild mit Bettlern.

Warum versuchen wir nicht, eine zufriedene Gesellschaft nach skandinavischem Modell zu installieren, sondern die kapitalistischen Fehler des anglo-amerikanischen Modells hierhin zu importieren.

Ich war heute in der Stadt und habe die alten bettelnden Leute kaum ertragen können.

Ich heule da immer.

Dazu befragen Sie in Deutshland mal

bitte die Herren Steinmeyer, Kanzleramtsminister in EX, der dem
Kanzler in EX, Schröder die 'intellektuelle Steilvorlage' zur
Alleinseligmachenden Agenda abegliefert hatte; freilich war Deutschland auch VORHER keine Insel der Seligen, aber die Kapitalistische Schneiße war nicht so verheerend..., freilich ziehen 'Wir' nun den Nutzen daraus, und müssen 'Uns' für die aktuelle Prosperität 'Unseres' BIP jeden Tag auf das Neue entschuldigen..., der Häßliche Deutsche ist wieder geboren.

Na und? Was ist daran falsch?

"durch horrende Steuern auf Alkohol und Nikotin, sowie bis zu 180% Luxussteuer auf BMW, Mercedes&Co finanzieren"

Wenn es die Situation der übrigen Bevölkerung verbessert, kann das meinetwegen auch hier so sein.
Ich rauche zwar nicht, trinke aber gern mal einen Schoppen und wer sich die "BMW, Mercedes&Co" leisten kann, kann auch "horrende Steuern" darauf zahlen, sind eh viele Firmenwagen dabei, die wir duch unsere Steuern sowieso finanzieren müssen.

Korrekturen sind nötig

Ich finde das Interview mit Bill Gates hilfreich in der FR. Er streubt sich gegen eine pauschale Kapitalismus Kritik, da der Begriff zu schwammig sei und an unterschiedlichen Orten unterschiedliches als Kapatlismus bezeichnet wird, das heißt die Kapitalismen sind in den jeweiligen Ländern verschieden und nicht über all (wie zB Kanada oder Australien) gibt es derartige Probleme wie sie derzeit Europa und die USA erfahren:

http://www.fr-online.de/w...

Es fehlt an Regulierungen, Gerechtigkeitsausgleich, faireren Steuern und Lobby Gruppen sind enorm mächtig geworden. Das kann auch korrigiert werden, wenn man will und das gut kommuniziert. Zudem ist die Idee einer ständigen wachsenden Wirtschaft mit "immer mehr" eine völlige Illusion, dadurch kommt nicht mehr Befriedigung und Lebensglück. Zudem ist es schiere Dummheit zu glauben etwas könne immer nur wachsen und in eine Schockstarre zu verfallen, wenn mal ein Wachstum nur 0.7% ist oder etwas gar nichts wächst. In dem Sinne gibt es allerdings wirklich einiges zu hinterfragen.

Was der Autor verschweigt...

...ist die Tatsache,dass zwischen der grossen Depression und die Entstehung des Bretton-Woods Systems,der zweite Weltkrieg 6 Jahre lang wütete.Enteweder hat der Verfasser dies gefliessentlich verschwiegen um uns eine schöne Moralpredigt zu verpassen oder er hat von der Geschichte wenig Ahnung.

Wir brauchen keine Katastrophe, um das Gebotene zu tun...

...leider ist es aber genau das was wir brauchen.
Die Veränderung der Gesellschaft kann nicht funktionieren wenn die Hälfte der Meschen über 50 ist.
(Das sage ich mit eigenen +40 Jahren)
Ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt, die Welt kann man nur mit jungen Menschen verändern.
Von denen gibt es aber zu wenig und die Alten werden den Teufel tun und auf ihre kompfortable Ecke verzichten.
Wenn es ums Geld geht hört bei fast allen der Spass auf.
Den Wechsel wird man der Gesellschaft aufzwingen müssen.
Peak Oil, Klimawandel, Krieg, der finanzelle Kollaps eben weil sich nichts ändert, etc.
Nur so wird der Wandel kommen.
Leider...

Die Gesellschaft wird eher durch Rentengarantien gespalten

und nicht durch korrekte Analysen, in denen erkannt wird, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Es gibt sicher bedürftige Rentner, keine Frage, aber die aus wahlkampftaktischen Gründen eingeführte Rentengarantie ist ein Schlag ins Gesicht unsicher und prekär beschäftigter, junger Familienväter, deren Arbeitsvertrag allenfalls eine Planung für die nächsten sechs Monate zulässt und einen Großteil von Ihnen jederzeit in die Armut treiben kann.

Insofern muss man dem #4 voll zustimmen. Und Ihre Reaktion lässt darauf schließen, dass es nicht zu erwarten ist, dass einer Mehrheit der Rentner das Wohl der kommenden Generationen am Herzen liegt.

Nur Familienväter?

"Rentengarantie ist ein Schlag ins Gesicht unsicher und prekär beschäftigter, junger Familienväter"

und, ich ergänze:

Familienmütter, die ihre Familie ernähren.
Es werden immer mehr.

http://www.familienernaeh...

Deren Situation ist häufig noch problematischer, z.B. weil alleinerziehend, Niedriglohnsektor, geringe Qualifikation.
Unser Rentensystem ist ein System von alten Männern für alte Männer.

k.

Ach ja ...

... sehen Sie doch bitte einmal genau hin - weder die Renten noch der Sozialstaat hätten dieses Land jemals in den Ruin getrieben - auch wenn das die Wirtschaftsexperten und deren Verbände seit über 30 Jahren suggerieren.
Die unglaublich hohen Subventionen, die in die Wirtschaft direkt und indirekt fließen sind das eigentliche Problem. Und natürlich die horrenden Beträge zur Sicherung (angeblich) systemrelevanter Banken. Wenn, auch von vielen obigen Kommentatoren endlich die "echte" Marktwirtschaft gefordert wird sollten wir sofort damit anfangen ! Erster Schritt wäre das Streichen sämtlicher Subventionen, keinerlei staatliche Haftung mehr für Banken, ein einfaches Steuersystem ohne degressive Tarife und ohne Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen, Unternehmer und sogeannte "Besserverdiener".
Im übrigen, wo sind denn die vielen Arbeitsplätze, die seit Jahrzehnten als Begründung für die Subventionen herhalten müssen ?

Das ist typisch,...

Sie versuchen zuerst denjenigen ( ich gehöre dazu ), die sich die Rente in mehr als 50 Jahren erarbeitet haben, dafür verantwortlich zu machen, daß die jüngere Generation schlechtere Chancen hat!!! Das kann ich nur als lächerlich bezeichnen, weil wie immer, in diesen Disskusionen, diejenigen die es betreffen, nämlich die "Superreichen" mit keinem Wort erwähnt werden und auch nicht, wie sie zu diesem unverschämten Reichtum gekommen sind!!! Lasst doch mal die Subventionen wegfallen, die Rettungsgelder für die systemrelevanten Banken und ein gerechteres Steuersystem greifen, dann können wir, zum zigstenmale, über die ach so überversorgten Rentner sprechen. Ich fasse es nicht!!!

Wiedererlangung des gesellschaftlichen Gleichgewichts

...nichts lag mir ferner als Altenbashing.
Junge Menschen haben ihr Leben noch vor sich, sind nicht mit historischen Ereignissen belastet und dementsprechend Flexibel was Gesellschaftswandel angeht.
Werfen Sie jetzt einen Blick auf die Geschichte der letzten 50/60 Jahre.
Und jetzt stellen Sie die Systemfrage oder stellen Sie notwenigerweise das Eigentumsrecht (in derzeitiger Form, nicht "per se") in Frage.
Da läuten bei den +50ern alle Alarmglocken.
Die breite Masse, die in den nächsten 10 Jahren in Rente gehen wird, sagt, mit Sicht auf das derzeitige Gesellschaftssystem nicht zu Unrecht, dass sie ihren Beitrag geleistet hat und damit Anspruch auf den gleichen Kompfort wie ihre Eltern haben.
Das dieser Kompfort auch auf Pump gelaufen ist - das Schulden machen begann ernsthaft Anfang der 60er - mag schon sein, hat aber bisher niemanden interessiert und wird es auch für die meisten in Zukunft nicht.
Die Kinder aber erben einen Haufen Schulden der Dank steigender Rentenansprüche nicht kleiner wird.
Auch deshalb verabschiedet sich der Staat seit einem Jahrzeht mehr und mehr aus der sozialen Fürsorge der Bürger obwohl die Steuern nicht weniger werden.
Die +50er hätten das verhindern können, haben sie aber nicht.
Und jetzt, wo sie ins Rentenalter kommen, sollen sie die Welt verändern?
Die +50er sind flexible und intelligent, aber als Gruppe schon(!) zu konservativ sich auf neue Spielregeln einzulassen.
Das müssen die Jungen machen, die sind aber zu wenig dafür.

Diese Armutsfalle gilt sogar, wie Sie ganz richtig schreiben,

insbesondere auch für alleinerziehende Mütter und Arbeitslose,

natürlich muss man auch zuerst an die denken.

Die Rentner werden im Verhältnis zu diesen Gruppen einseitig bevorzugt, was allein dem Umstand geschuldet zu sein scheint,

dass die demnächst über 50% der Wählerstimmen ausmachen. Das ist Lobbyismus auf allerniedrigstem Niveau.

Lachhaft, wenn die gleichen von den Volksparteien verhätschelten Rentner sich hier nun auch noch über Subventionen und Bankenrettungspakete exaltieren.

Die Jungen werden mit Recht Gerechtigkeit fordern, sie haben genauso Anspruch auf auskömmliche Lebensbedingungen, wie sie den heutigen Rentnern jahrzehntelang wie selbstverständlich zur Verfügung standen.

Aber Solidarität, Empathie und Gerechtigkeitsgefühl scheint der Rentnergeneration nicht in die Wiege gelegt worden zu sein.

Die Jungen müssen heute für sich sorgen und vorsorgen, ihre Kinder großziehen, in Systeme einzahlen, von denen sie mit allergrößter Sicherheit selbst nicht mehr profitieren werden können und dann noch für ein unübersehbares Heer z.T. massiv überversorgter Rentner aufkommen.

Das ist weder tragbar noch gerecht.

Das Problem sind weniger die Rentner,...

... als vielmehr die inflationär gestiegener Zahl alleinerziehnder Mütter. Die hängen doch schon in jungen Jahren am Tropf des Sozialstaates, während die Rentner dies erst im Alter tun. Und im Gegensatz zu den alleinerziehenden Müttern haben die Rentner häufig Jahrzehnte Steuern und Abgaben bezahlt. Unter dem Aspekt schaut die Lage mal wieder ganz anders aus.

Das ganze hat übrigens, muß ich gestehen, wenig mit dem Thema zu tun. Das der Kapitalismus beginnt zu entarten, hat viel mehr dem Wegfall des Feindes Sozialismus in Osteuropa, Indien und China zu tun. Dieser Aspekt wird zu wenig gewürdigt. Das System Kapitalismus kennt eben wenige Sieger und viele Verlierer