Die neue Linie der Arabischen Liga lässt sich an Namen festmachen
In diesen Städten wurde früher die Politik der Arabischen Liga gemacht. Hier waren die Bühnen von Aufbrüchen und Abstürzen. Hier eroberten seit den fünfziger Jahren Offiziere die Macht. Auf den Fluren der Arabischen Liga sind sie auf weiß gerahmten Bildern zu besichtigen: der Ägypter Gamal Nasser, der Syrer Hafis al-Assad, Vater von Baschar, Iraks Pistolenheld Saddam Hussein und der libysche Wüstenoberst Muammar al-Gaddafi. Viele aus dieser Galerie suchten im Kalten Krieg Unterstützung in Moskau. Sie führten die wichtigen Kriege mit Israel. Kein Wunder, dass sich diese Zeit im Gebäude der Arabischen Liga niedergeschlagen hat. Aber es ist die Welt von gestern.
Die neuen Mächte der Arabischen Liga grenzen an den Golf. Sie sind Verbündete Amerikas. Allen voran Saudi-Arabien, das als einziges Land sowohl in den siebziger Jahren wie heute zu den Wortführern der Liga gehört. Doch nun sind daneben Kleinstaaten wie Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate getreten. Sie wuchern mit Öl- und Gaseinnahmen, Katar und sein Haussender Al-Dschasira sind zum Hauptsponsor der Revolution geworden. Al-Dschasira berichtete aus Kairo ebenso wie aus Libyen und jetzt aus Syrien. Immer mit Sympathie für die Aufständischen, manchmal an ihrer Spitze. Katar ist keine Demokratie. Aber seine Bürger genießen das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt, ihre größten Probleme sind Diabetes und ein schwieriger Nachbar. Die Golfstaaten fürchten, dass der Iran ihre Exportroute durch die Straße von Hormus sperren könnte. Die Liga könnte in Zukunft weniger antiisraelisch als vielmehr antiiranisch werden. Der Ausschluss des iranischen Verbündeten Syrien aus der Liga und die Forderung nach Menschenrechten deuten das an.
Die neue Linie der Arabischen Liga lässt sich an Namen festmachen. Die großen zwei der Liga sind der katarische Premierminister Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani und der im Juli angetretene Generalsekretär der Liga Nabil al-Arabi. Der Erste steht für den Anspruch der neuen Macht Katar, die seit September die Liga führt. Der Zweite für den neuen Stil der Organisation. Premier Al-Thani vermittelte schon in Konflikten zwischen Eritrea und Sudan, im Libanon und im Jemen, mit den UN hat er eine Flüchtlingsinitiative gestartet. Mit Al-Arabi, Absolvent der New York University, versteht er sich gut. Dessen Referenzen: Unterhändler in Camp David 1978 bis 1979, danach UN-Diplomat in New York. Al-Arabi warf sich als einer der »dreißig Weisen« in der ägyptischen Revolution vor einem Jahr zwischen die jungen Demonstranten und das alte Regime, um Gewalt zu verhindern. Nach Mubaraks Sturz wurde er auf Wunsch der Aktivisten Außenminister. Zusammen mit Al-Thani vermittelte er im vergangenen Jahr die Annäherung der Palästinenser von Fatah und Hamas. Der Scheich und der Diplomat sind die Gesichter der neuen Liga.
So passt eigentlich alles zusammen: neue Zeiten, neue Länder, neue Menschen. Warum ist die syrische Mission dennoch schiefgegangen? Ali Erfan, der Berater von Al-Arabi, erklärt es so: »Die Arabische Liga ist wie ein Auto, Baujahr 1945, das auf einer Autobahn des 21. Jahrhunderts fährt.«
Die syrische Mission zeigt das beispielhaft. Die Arabische Liga setzte sich große Ziele, konnte sie aber nicht erfüllen. Als Ali Erfan mit einer Voraustruppe der Beobachtermission in Damaskus im Dezember die Koffer auspackte, hörte er auf Al-Dschasira schon, die Mission sei gescheitert. »Dabei sind wir nicht mehr als Beobachter«, klagt er. Die aber an sich den Anspruch gestellt hatten, die Gewalt zu beenden. Wo die UN vor jeder Mission die Erwartungen dämpfen und mit Hunderten feldgestählter Beobachter antreten, liefen die Liga-Emissäre zwischen die Fronten der syrischen Kampfverbände. Der vorzeitig ausgestiegene Beobachter Anwar Malek aus Algerien berichtete, man hätte sich vom syrischen Regime an falsche Orte schicken lassen. Getarnte Polizisten hätten als vermeintliche Zivilisten Auskunft gegeben. Ein Anfängerfehler.
- Datum 27.01.2012 - 16:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.1.2012 Nr. 05
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Gleich mal vorweg, ohne den Artikel komplett gelesen zu haben: Die arabische Liga ist immer noch ein Club der Diktatoren, denn keinen der Mitgliedsstaaten, ausser vielleicht neuerdings Tunesien, kann man mit gutem Gewissen als "nichtdiktatorisch" regiert bezeichnen.
Speziell die neuen Potentaten der arabischen Liga sind ja bekanntlich die sunnitischen Feudalregime aus Arabien. "Antiiranisch" bedeutet also, dass die arabische Liga gerade extrem parteiisch geworden ist, was ich nicht unbedingt als positiv betrachten würde. Darüber hinaus haben ja auch die Staaten nun das Sagen, welche von den USA mit milliardenschweren Waffenlieferungen unterstützt werden. Der Vorwurf der westlichen Einflussnahme ist also auch nicht soooo abwegig. Allerdings sind es wiederum auch die westlichen Politiker, welche der arabischen Liga in Syrien sofort den Wind aus den Segeln genommen haben. Das lässt sich aber eventuell durch eigene Interessen erklären.
Was bitte hat sich daran geändert. Habe ich was verpasst?
Die Masse dieser Staaten wird immer noch diktatorisch regiert. Saudi Arabien und die ganzen Emiratskonklaven stehen da an forderster Front. Ergo: Ein Rudel von Diktatoren stürzt sich auf einen Diktator. Das macht sie in meinen Augen nicht besser.
Gemäß einer alten Weisheit: Nichts fürchtet ein Diktator mehr, als einen anderen Diktator.
von Herrschaft zu Herrschaft - oder vom Regen in die Traufe.
Die Arabische Liga war einst der Klub der Diktatoren. Jetzt fordert sie den Regimewechsel in Syrien.
War einst? Jetzt alles Demokratien oder was?
Ägypten: Militärjunta
Algerien: Scheindemokratie -> PRO-Assad
Bahrain: Diktatur
Dschibuti: Einparteienstaat, hauptsächlich Militärstützpunkt für Frankreich, USA und Deutschland
Irak: Failed State -> PRO Assad
Jemen: Hat garkeine Regierung gerade
Jordanien: Monarchie/Diktatur
Katar: Diktatur
Kuwait: Diktatur
Libanon: Demokratie -> PRO Assad
Libyen: Diktatur
Marokko: Monarchie/Diktatur
Oman: Monarchie/Diktatur
Saudi-Arabien: Monarchie/Diktatur
Vereinigte Arabische Emirate: Monarchie/Diktatur
bleiben noch ein paar andere...
Somalia, Sudan, Tunesien, Palästina...
Ich nehme an, bei dem Artikel handelt es sich um eine Satire!?
Bitte kennzeichnen sie dies zukünftig - mancher könnte den Artikel sonst mißverstehen - Danke!
Märchenstunde bei der Allianz der Zivilisationen?
Hörte man nicht obendrein taubenhaftes Gurren aus den Gemächern der Frauen und die schweren Schritte der schwarzen Eunuchen? Und hin und wieder den gurgelnd endenden Schrei eines Gefolterten?
Ach - die alte Pracht - da taucht sie wieder auf!Ein Wellnes Paradies mit genitalverstümmelten Kinderbräuten.
"ARABISCHE UMBRÜCHE
Sprung in die neue Zeit
Die Arabische Liga war einst der Klub der Diktatoren."
Wo ist die arabische Welt in die neue Zeit gesprungen?
Was heißt hier "einst"- die arabische Liga ist nach wie vor DER Klub der Diktatoren.
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