Frühkindliche Bildung: Fördern, bevor es zu spät ist
Warum frühkindliche Bildung wichtig ist und weshalb sie in Deutschland nur mühsam vorankommt.
Bildungsforscher haben eine neue Lebensphase im Visier: die Zeit von der Geburt bis zur Einschulung der Kinder. Auch Wirtschaftswissenschaftler interessieren sich zunehmend für die Kleinen im Spielgeldalter. Und die Politik hat nachgezogen. Selbst die CDU sieht in vorschulischer Bildung keinen Angriff mehr auf die Familie.
Aber der Erkenntnis über die Wichtigkeit folgen zu wenige Taten. Ob im Jahr 2013, wie es das Kinderförderungsgesetz vorsieht, für jedes dritte Kind ein Krippenplatz bereitsteht, ist fraglich (siehe ZEIT Nr. 4/12). Von einem schlüssigen Förderkonzept für die Null- bis Sechsjährigen ist man weit entfernt.
Weshalb verdient die frühkindliche Bildung überhaupt so große Beachtung? Und weshalb wird hierzulande zu wenig für sie getan?
»Alle Bildungsprozesse der Grundschule, der Jugend, des Lebens«, so schreibt es der Erziehungswissenschaftler Jörg Ramseger von der FU Berlin in einem Thesenpapier für die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, »wurzeln in den Bildungsprozessen der frühen Kindheit.« Der benachteiligte Dreijährige ist schon im Kindergarten im Verzug, erst recht mit sechs in der Grundschule. Das Problem beginnt bereits in der ersten Lebenswoche und wächst im ersten Monat, im ersten Jahr. Nicht, weil das Kind arm ist, sondern weil seine Eltern sich ihm nicht zuwenden. Sie sprechen und singen nicht mit ihm, sie reimen und lachen nicht mit ihm. Sie wissen oft nicht, wie man Nähe zum Kind herstellt, weil sie selbst als Kind keine Nähe erfahren haben.
Von der Geburt an wächst der Abstand zwischen den Kindern
Benachteiligte Kinder sitzen oder liegen stattdessen schon früh vor dem Fernseher. Nur: Der Fernseher umarmt nicht, verstrickt nicht in Rede und Widerrede. Kinder, mit denen nicht gesprochen wird, lernen auch nicht, ordentlich zu sprechen. Kinder, deren Fragen nicht beantwortet werden, hören auf, Fragen zu stellen. Wem nicht vorgelesen wird, der wird viel schlechter lesen lernen.
Kleine Kinder sind sehr viel klüger, als wir vor zwanzig, dreißig Jahren noch für möglich gehalten haben. Die amerikanische Baby-Forscherin Alison Gopnik hat mit ihren Büchern Forschergeist in Windeln, erschienen 1999, und Kleine Philosophen (2009), viel zur Erhellung der kleinkindlichen Fähigkeiten beigetragen. Kinder sind Forscher, Beobachter, Zuhörer, Nachahmer und Denker. Lange bevor sie richtig sprechen, geschweige denn schreiben oder die Schuhe zubinden können, vermögen sie einen grammatikalisch richtigen von einem grammatikalisch falschen Satz zu unterscheiden.
Die Kinder in dieser Phase nicht zu fördern ist fatal. Im Gespräch mit dieser Zeitung konstatierte der Berliner Bildungsforscher Jürgen Baumert kurz und knapp: »Ein Kernproblem bleibt das mangelnde Beherrschen der deutschen Sprache.« Die sprachliche Bildung des Kindes beginnt am ersten Tag und hat mit Interaktion zu tun und dem Spaß, den Babys als Unterhalter ihrer Umwelt haben. So spritzen sie beim abendlichen Bad gern Vater oder Mutter nass und lachen sich kaputt über deren verdutzte Gesichter. Ebensolche Interaktion erfährt das benachteiligte Kind zu selten, weil sein Gegenüber passiv und uninteressiert ist. Noch schlimmer kommt es, wenn die Eltern auf das Nassspritzen mit Wut, Unverständnis und Schlägen reagieren.





dass ich meinen Kindern schon 10 Jahre vor Erscheinen des Buches der oben zitierten amerikanischen Forscherin jeden Abend etwas vorgelesen habe, Speiele mit Würfeln gespielt, oder Memori, oder in den Zoo gegangen bin. Außerdem gab es die viel gescholtenen Krippen und nachfolgend Kindergärten. Die haben dafür gesorgt, dass auch Kinder aus eher bildungsfernen Milieu einen Grundstock an Wissen mit in die Schule brachten, da würden heute manche Lehrer in der ersten Klasse nur jubeln. Allerdings hält sich mein Stolz inosfern in Grenzen, als ich das damals doch eher als normal empfunden habe. Und das war es auch.
werden die Defizite der Eltern nicht vollständig ausgleichen können. In der o.g. Studie haben immerhin 29 Prozent der Benachteiligten keinen Schulabschluß vorzuweisen, was immer noch viel zu hoch ist. Ich bin bestimmt nicht gegen Förderung von benachteiligten Kindern, im Gegenteil, aber man sollte sich auch keine Wunderdinge erwarten, wenn die Eltern, als wichtigste Bezugspersonen, versagen.
wird angesprochen, allerdings nicht aufgelöst, wie diese liebevolle Zuwendung, der in dem Artikel viel Bildungsvorsprung zugeschrieben wird, ersetzt bzw. aufgewogen werden soll für die benachteiligten, deren Eltern nicht in der Lage sind, sich mit ihren Kindern zu befassen.
Schulpflicht für Einjährige? Kuscheln mit Erzieherinnen, die die Kinder mit Kommunikation glücklich machen sollen?
Ich denke nicht, dass man die Defizite auffangen kann, da Zwang in diesem Bereich kaum gesellschaftlich durchzusetzen ist und Menschen, die mit ihren Kindern nichts anzufangen wissen, kaum ihre Sicht auf Kinder verändern werden.
auch in bezweifle, dass sich am Verhalten der Eltern grundlegend viel ändern lässt (von Ausnahmen abgesehen). Umso wichtiger ist jede Anstrengung von außerhalb der Familie, diesen benachteiligten Kindern zu helfen und ihnen Gutes zu tun.
Die Alternative wäre die Vogel-Strauß-Politik der Konservativen seit jeher: verantwortlich sind die Eltern, was sollen wir da schon machen, nur keine Einmischung! Das ging früher so weit, dass in den Familien missbraucht und misshandelt wurde, aber damit haben wir Saubermänner angeblich nichts zu tun, geht uns nichts an. Das ist der grundlegende Irrtum, diese Kinder gehen uns alle an! Ich selbst erinnere mich noch an so manches freundliche Wort einer Nachbarin oder Lehrerin aus meiner Kindheit. Diese Dinge sind wichtig! Ohne die Rolle der Eltern schmälern zu wollen: sie sind nicht die einzige Chance für Kinder, in unsere Gesellschaft ordentlich hineinzuwachsen. Auch andere Bezugspersonen haben Einfluss.
Offenbar hilft es auch, wenn Erzieherinnen, freundliche Nachbarn und andere Mitmenschen sich eines Kindes annehmen. Das Bejammern der nicht erfüllten Elternpflichten hilft dagegen keinem Kind.
Von Zwang zur Krippe / Kiga habe ich nichts gelesen. Bei der Krippe würde dieser ohnehin mangels Kapazitäten auf lange Sicht nicht durchsetzbar. Ein Diskussion um des Kaisers Bart.
auch in bezweifle, dass sich am Verhalten der Eltern grundlegend viel ändern lässt (von Ausnahmen abgesehen). Umso wichtiger ist jede Anstrengung von außerhalb der Familie, diesen benachteiligten Kindern zu helfen und ihnen Gutes zu tun.
Die Alternative wäre die Vogel-Strauß-Politik der Konservativen seit jeher: verantwortlich sind die Eltern, was sollen wir da schon machen, nur keine Einmischung! Das ging früher so weit, dass in den Familien missbraucht und misshandelt wurde, aber damit haben wir Saubermänner angeblich nichts zu tun, geht uns nichts an. Das ist der grundlegende Irrtum, diese Kinder gehen uns alle an! Ich selbst erinnere mich noch an so manches freundliche Wort einer Nachbarin oder Lehrerin aus meiner Kindheit. Diese Dinge sind wichtig! Ohne die Rolle der Eltern schmälern zu wollen: sie sind nicht die einzige Chance für Kinder, in unsere Gesellschaft ordentlich hineinzuwachsen. Auch andere Bezugspersonen haben Einfluss.
Offenbar hilft es auch, wenn Erzieherinnen, freundliche Nachbarn und andere Mitmenschen sich eines Kindes annehmen. Das Bejammern der nicht erfüllten Elternpflichten hilft dagegen keinem Kind.
Von Zwang zur Krippe / Kiga habe ich nichts gelesen. Bei der Krippe würde dieser ohnehin mangels Kapazitäten auf lange Sicht nicht durchsetzbar. Ein Diskussion um des Kaisers Bart.
...gehörten die Kindergärten und Kinderkrippen zum BILDUNGS-Ministerium. Dem vereinten Deutschland würde das auch gut bekommen, aber die vielen Familien- und Individualitäts-Fanatiker hierzulande verhindern ja jeden Gedanken an eine solche Entwicklung.
wenn es um frühkindliche Bildung und Zuwendung geht.
Ich denke nicht, dass ein Zuschlagen ans Bildungsministerium sinnvoll wäre, zumal aufgrund des föderalen Systems dieses Ministerium keinerlei Handhabe hätte.
und dass diese Aufbewahrungsanstalten, insbesondere die Krippen, keine kreativen Menschen in übergroßer Zahl hervorgebracht haben, beweist u.a. die Nachwendeentwicklung der neuen Länder. Dass es trotzdem viele geschafft haben, Fuß zu fassen, ist erfreulich, beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist. Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig.
wenn es um frühkindliche Bildung und Zuwendung geht.
Ich denke nicht, dass ein Zuschlagen ans Bildungsministerium sinnvoll wäre, zumal aufgrund des föderalen Systems dieses Ministerium keinerlei Handhabe hätte.
und dass diese Aufbewahrungsanstalten, insbesondere die Krippen, keine kreativen Menschen in übergroßer Zahl hervorgebracht haben, beweist u.a. die Nachwendeentwicklung der neuen Länder. Dass es trotzdem viele geschafft haben, Fuß zu fassen, ist erfreulich, beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist. Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig.
wenn es um frühkindliche Bildung und Zuwendung geht.
Ich denke nicht, dass ein Zuschlagen ans Bildungsministerium sinnvoll wäre, zumal aufgrund des föderalen Systems dieses Ministerium keinerlei Handhabe hätte.
Hab ich etwa geschrieben, dass die DDR-INHALTE übernommen werden sollen? Ich sprach mich einzig und allein für die Zuordnung zu "Bildung" aus.
Und was die föderalen Hemmschuhe in der Bildungspolitik angeht: die können gleich mit zum Teufel gehen.
Hab ich etwa geschrieben, dass die DDR-INHALTE übernommen werden sollen? Ich sprach mich einzig und allein für die Zuordnung zu "Bildung" aus.
Und was die föderalen Hemmschuhe in der Bildungspolitik angeht: die können gleich mit zum Teufel gehen.
Wenn sich die Bürger nicht mehr dauernd Gedanken um ihre finanzielle Sicherheit machen müssten, dann würden sich Viele freiwillig um die Betreuung benachteiligter Kinder kümmern können.
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Es gibt genug Hartzer mit ausgezeichneter Bildung, also wäre auch die Nachhilfe gesichert, für Kinder aus Familien, die sich jetzt keine leisten können.
stellen die Glotze aus, löschen die Zigaretten um das Kindlein herum und beglücken die lieben Kleinen mit Zuwendung und Aufmerksamkeit - und das alles aufgrund des Bürgergeldes - toll!
Klingt nur sehr nach Märchen und hat wenig mit Familienstrukturen und -befindlichkeiten zu tun, würde ich sagen.
stellen die Glotze aus, löschen die Zigaretten um das Kindlein herum und beglücken die lieben Kleinen mit Zuwendung und Aufmerksamkeit - und das alles aufgrund des Bürgergeldes - toll!
Klingt nur sehr nach Märchen und hat wenig mit Familienstrukturen und -befindlichkeiten zu tun, würde ich sagen.
Burnout mit 9.
stellen die Glotze aus, löschen die Zigaretten um das Kindlein herum und beglücken die lieben Kleinen mit Zuwendung und Aufmerksamkeit - und das alles aufgrund des Bürgergeldes - toll!
Klingt nur sehr nach Märchen und hat wenig mit Familienstrukturen und -befindlichkeiten zu tun, würde ich sagen.
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