Frühkindliche Bildung: Fördern, bevor es zu spät ist
Warum frühkindliche Bildung wichtig ist und weshalb sie in Deutschland nur mühsam vorankommt.
Bildungsforscher haben eine neue Lebensphase im Visier: die Zeit von der Geburt bis zur Einschulung der Kinder. Auch Wirtschaftswissenschaftler interessieren sich zunehmend für die Kleinen im Spielgeldalter. Und die Politik hat nachgezogen. Selbst die CDU sieht in vorschulischer Bildung keinen Angriff mehr auf die Familie.
Aber der Erkenntnis über die Wichtigkeit folgen zu wenige Taten. Ob im Jahr 2013, wie es das Kinderförderungsgesetz vorsieht, für jedes dritte Kind ein Krippenplatz bereitsteht, ist fraglich (siehe ZEIT Nr. 4/12). Von einem schlüssigen Förderkonzept für die Null- bis Sechsjährigen ist man weit entfernt.
Weshalb verdient die frühkindliche Bildung überhaupt so große Beachtung? Und weshalb wird hierzulande zu wenig für sie getan?
»Alle Bildungsprozesse der Grundschule, der Jugend, des Lebens«, so schreibt es der Erziehungswissenschaftler Jörg Ramseger von der FU Berlin in einem Thesenpapier für die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, »wurzeln in den Bildungsprozessen der frühen Kindheit.« Der benachteiligte Dreijährige ist schon im Kindergarten im Verzug, erst recht mit sechs in der Grundschule. Das Problem beginnt bereits in der ersten Lebenswoche und wächst im ersten Monat, im ersten Jahr. Nicht, weil das Kind arm ist, sondern weil seine Eltern sich ihm nicht zuwenden. Sie sprechen und singen nicht mit ihm, sie reimen und lachen nicht mit ihm. Sie wissen oft nicht, wie man Nähe zum Kind herstellt, weil sie selbst als Kind keine Nähe erfahren haben.
Von der Geburt an wächst der Abstand zwischen den Kindern
Benachteiligte Kinder sitzen oder liegen stattdessen schon früh vor dem Fernseher. Nur: Der Fernseher umarmt nicht, verstrickt nicht in Rede und Widerrede. Kinder, mit denen nicht gesprochen wird, lernen auch nicht, ordentlich zu sprechen. Kinder, deren Fragen nicht beantwortet werden, hören auf, Fragen zu stellen. Wem nicht vorgelesen wird, der wird viel schlechter lesen lernen.
Kleine Kinder sind sehr viel klüger, als wir vor zwanzig, dreißig Jahren noch für möglich gehalten haben. Die amerikanische Baby-Forscherin Alison Gopnik hat mit ihren Büchern Forschergeist in Windeln, erschienen 1999, und Kleine Philosophen (2009), viel zur Erhellung der kleinkindlichen Fähigkeiten beigetragen. Kinder sind Forscher, Beobachter, Zuhörer, Nachahmer und Denker. Lange bevor sie richtig sprechen, geschweige denn schreiben oder die Schuhe zubinden können, vermögen sie einen grammatikalisch richtigen von einem grammatikalisch falschen Satz zu unterscheiden.
Die Kinder in dieser Phase nicht zu fördern ist fatal. Im Gespräch mit dieser Zeitung konstatierte der Berliner Bildungsforscher Jürgen Baumert kurz und knapp: »Ein Kernproblem bleibt das mangelnde Beherrschen der deutschen Sprache.« Die sprachliche Bildung des Kindes beginnt am ersten Tag und hat mit Interaktion zu tun und dem Spaß, den Babys als Unterhalter ihrer Umwelt haben. So spritzen sie beim abendlichen Bad gern Vater oder Mutter nass und lachen sich kaputt über deren verdutzte Gesichter. Ebensolche Interaktion erfährt das benachteiligte Kind zu selten, weil sein Gegenüber passiv und uninteressiert ist. Noch schlimmer kommt es, wenn die Eltern auf das Nassspritzen mit Wut, Unverständnis und Schlägen reagieren.





stehen zueinander nicht als Gegensätze und laufen nicht zwangsläufig auf staatl. verordnete Erziehung hinaus.
Da steht schon das förderale System entgegen und die kommunale oder private Trägerschaft der Tagesbetreuung, die eben keine Ländersache und damit unabhängig vom Schulsystem, wie von Sozialbehörden und Kliniken ist.
(was wirksam Gleichschaltung etc. blockiert)
Diese Struktur bietet genügend Widerstand gegen bundesstaatl. Vereinnahmung und steht den angeführten GG-Artikeln durchaus nicht entgegen, im Gegenteil.
Sinnvoll wären kommunale Koordinierungsstellen, die mit den länderfinanzierten Einrichtungen so kooperieren, dass die Eigenständigkeit aller Beteiligten gewahrt und die Eltern eine flächendeckende Unterstützung auf jeweiliger lokaler Ebene vorfinden, die auch Eigeninitiativen erlaubt.
Familienbildungszentren bieten außerdem einen Schutzwall gegen die Ausweitung des Vorschulunwesens, dass Elementarerziehung zusehends auf die pragmatische, strukturelle und oft kognitivistische Ausrichtung der Grundschulen abstellt bzw. die GS mittelfristig in die KiTa vorverlagert, was nicht nur deren Gestaltungsmöglichkeiten einschränkt, sondern schlicht der Kostensenkung bzw. weiterer Umverteilung zugunsten des defizitären Schulsystems geschuldet ist.
Familienbildungszentren sind angesichts der in vielen Familien folgenreichen weil unzureichenden Vorbereitung auf die Familiengründung ihrer Nachkommen ein Gebot der Stunde, ggf. ergänzt von schulischen Lernangeboten.
m.
und dass diese Aufbewahrungsanstalten, insbesondere die Krippen, keine kreativen Menschen in übergroßer Zahl hervorgebracht haben, beweist u.a. die Nachwendeentwicklung der neuen Länder. Dass es trotzdem viele geschafft haben, Fuß zu fassen, ist erfreulich, beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist. Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig.
Sie schreiben: "beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist."
Sie vergleichen "Kollektiverziehung" - gute? schlechte? mit "einer guten Familienerziehung". Wenn wir beide Begriffe definieren wollten, wäre eine Endlos-Diskussion die Folge.
Sie schreiben: "Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig."
Stimmt so nicht. Eine informative Zusammenfassung findet sich unter
http://www.kindergartenpa...
Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen. Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaft bedingt. In den Sozialwissenschaften werden diese Unterschiede meist verwischt, weshalb sie unzuverlässige Ergebnisse liefern.
Ob aber eine gesell. Entwicklung sich als förderlich oder schädlich auswirkt, hängt weniger von der Biologie, vielmehr vom soziokulturellen Kontext ab:
- Wenn die Gesellschaft ein ’heile Familienwelt’ erwartet, die es in Wirklichkeit nicht gibt (extrem: Eltern drogenkrank), geraten die Betroffenen in ein unauflösliches Dilemma der Inkompatibilität von öffentlicher Meinung und eigener Erfahrung, die beschädigend wirken muss.
Dasselbe gilt für Scheidungskinder. Gilt Scheidung als gesellschaftlicher Normalfall, wirkt sich das ganz anders aus, wie wenn sie als Katastrophe dargestellt wird.
Sie schreiben: "beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist."
Sie vergleichen "Kollektiverziehung" - gute? schlechte? mit "einer guten Familienerziehung". Wenn wir beide Begriffe definieren wollten, wäre eine Endlos-Diskussion die Folge.
Sie schreiben: "Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig."
Stimmt so nicht. Eine informative Zusammenfassung findet sich unter
http://www.kindergartenpa...
Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen. Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaft bedingt. In den Sozialwissenschaften werden diese Unterschiede meist verwischt, weshalb sie unzuverlässige Ergebnisse liefern.
Ob aber eine gesell. Entwicklung sich als förderlich oder schädlich auswirkt, hängt weniger von der Biologie, vielmehr vom soziokulturellen Kontext ab:
- Wenn die Gesellschaft ein ’heile Familienwelt’ erwartet, die es in Wirklichkeit nicht gibt (extrem: Eltern drogenkrank), geraten die Betroffenen in ein unauflösliches Dilemma der Inkompatibilität von öffentlicher Meinung und eigener Erfahrung, die beschädigend wirken muss.
Dasselbe gilt für Scheidungskinder. Gilt Scheidung als gesellschaftlicher Normalfall, wirkt sich das ganz anders aus, wie wenn sie als Katastrophe dargestellt wird.
Strukturen im MA / frühe Neuzeit haben wenig mit Föderalismus zu tun. Der Föd. setzt auch voraus, dass es grundsätzlich einen einheitlichen Staat gibt, der entscheiden kann, ob er sich eher föderalistisch oder eher zentralistisch organisiert. Bei Kleinstaaterei gibt es das eben nicht; die Kleinstaaten sind souverän, was unsere Bundesländer nicht sind.
... dass sie auf Kosten anderer jede Menge eigene Schulden machen können, dass sie sich eine ausufernde "föderale" Kultusbürokratie leisten - das nenne ich Kleinstaaterei, da unterscheidet sich zB das Saarland nicht vom ehemaligen Herzogtum Reuß-Schleiz-Gera ( ohne zu wissen, ob es da nicht vielleicht sogar besser war ).
Ein Zentralstaat macht natürlich auch nicht alles richtig, aber wir könnten uns die "Pisa"-Studien komplett sparen, wenn wir bundeseinheitliche Lehrpläne und Prüfungen hätten, wie die Schulen ihre Schüler darauf vorbereiten, sollte den Schulen vor Ort überlassen bleiben. Oder mag jemand behaupten, dass sich die Kinder und Schüler in einem Teil Deutschlands so eklatant von denen in einem anderen Teil unterscheiden, dass eine reginale Kultusbürokratie gerechtfertigt sei?
... dass sie auf Kosten anderer jede Menge eigene Schulden machen können, dass sie sich eine ausufernde "föderale" Kultusbürokratie leisten - das nenne ich Kleinstaaterei, da unterscheidet sich zB das Saarland nicht vom ehemaligen Herzogtum Reuß-Schleiz-Gera ( ohne zu wissen, ob es da nicht vielleicht sogar besser war ).
Ein Zentralstaat macht natürlich auch nicht alles richtig, aber wir könnten uns die "Pisa"-Studien komplett sparen, wenn wir bundeseinheitliche Lehrpläne und Prüfungen hätten, wie die Schulen ihre Schüler darauf vorbereiten, sollte den Schulen vor Ort überlassen bleiben. Oder mag jemand behaupten, dass sich die Kinder und Schüler in einem Teil Deutschlands so eklatant von denen in einem anderen Teil unterscheiden, dass eine reginale Kultusbürokratie gerechtfertigt sei?
..gab es bei meiner Oma schon: "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" - ganz alter Spruch und stimmt immer noch. Man benötigt dazu keine Wissenschaftler und auch nicht unbedingt Geld, sondern nur Zeit.
Zu meiner Zeit gab es kein Kindergeld und nur Kindergärten mit 50 Kindern für eine Kindergärtnerin plus eine Hilfe für die Küche! Der Vater arbeitete 12 Stunden am Tag und die Mutter ging nebenher putzen und trotzdem wurde vorgelesen und erklärt, wann immer man etwas gefragt hat.
Was es nicht gab, jedenfalls nicht in allen Haushalten, war der Fernseher und der Computer - echte Zeitkiller....
Was ein Kleinkind braucht, gibt es weder im Fernsehen noch im Computer, Eltern mit Zeit zum knuddeln....
Sie schreiben: "beweist aber nicht, dass Kollektiverziehung im frühesten Alter einer guten Erziehung in der Familie gleichgesetzt werden kann oder dieser gar überlegen ist."
Sie vergleichen "Kollektiverziehung" - gute? schlechte? mit "einer guten Familienerziehung". Wenn wir beide Begriffe definieren wollten, wäre eine Endlos-Diskussion die Folge.
Sie schreiben: "Die NICHD-Studie belegt diese Tatsache ebenfalls ganz eindeutig."
Stimmt so nicht. Eine informative Zusammenfassung findet sich unter
http://www.kindergartenpa...
Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen. Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaft bedingt. In den Sozialwissenschaften werden diese Unterschiede meist verwischt, weshalb sie unzuverlässige Ergebnisse liefern.
Ob aber eine gesell. Entwicklung sich als förderlich oder schädlich auswirkt, hängt weniger von der Biologie, vielmehr vom soziokulturellen Kontext ab:
- Wenn die Gesellschaft ein ’heile Familienwelt’ erwartet, die es in Wirklichkeit nicht gibt (extrem: Eltern drogenkrank), geraten die Betroffenen in ein unauflösliches Dilemma der Inkompatibilität von öffentlicher Meinung und eigener Erfahrung, die beschädigend wirken muss.
Dasselbe gilt für Scheidungskinder. Gilt Scheidung als gesellschaftlicher Normalfall, wirkt sich das ganz anders aus, wie wenn sie als Katastrophe dargestellt wird.
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt. Belsky, der Leiter und Initiator dieser Studie, hat das erst kürzlich auf der 107. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin dargelegt, an der über 2500 Teilnehmer, überwiegend Kinderärzte und Therapeuten, teilnahmen. Kongreßpräsident Rainer Böhms kurzes, alles sagendes Fazit: Krippe schadet Kleinkindern.
Lesenwert auch Böhms Artikel in der Zeitschrift Kinderärztliche Praxis 82 (2011) 5, 316-21 Auswirkungen frühkindlicher Gruppenbetreuung auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern.
Der Artikel wertet in kurzer und verständlicher Form die Ergebnisse der Studie aus.
Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken. Krippen bleiben Notbehelfe. Es ist deshalb in jedem Fall besser, in die leider durch politische Propaganda erreichte nachlassende Befähigung der Eltern zur Erziehung ihrer Kinder durch Elternkurse als in Krippen zu investieren, zumal wirklich gute Krippen unbezahlbar und somit in Deutschland die große Ausnahme sind und wahrscheinlich auch bleiben werden. Selbst wenn man die derzeit eingeplanten Mittel vervielfachen, also zusätzliche Beträge im hohen zweistelligen Milliardenbereich jährlich investieren würde, hätte man dann immer noch nicht die benötigten hochqualifizierten Erzieher.
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt. Belsky, der Leiter und Initiator dieser Studie, hat das erst kürzlich auf der 107. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin dargelegt, an der über 2500 Teilnehmer, überwiegend Kinderärzte und Therapeuten, teilnahmen. Kongreßpräsident Rainer Böhms kurzes, alles sagendes Fazit: Krippe schadet Kleinkindern.
Lesenwert auch Böhms Artikel in der Zeitschrift Kinderärztliche Praxis 82 (2011) 5, 316-21 Auswirkungen frühkindlicher Gruppenbetreuung auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern.
Der Artikel wertet in kurzer und verständlicher Form die Ergebnisse der Studie aus.
Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken. Krippen bleiben Notbehelfe. Es ist deshalb in jedem Fall besser, in die leider durch politische Propaganda erreichte nachlassende Befähigung der Eltern zur Erziehung ihrer Kinder durch Elternkurse als in Krippen zu investieren, zumal wirklich gute Krippen unbezahlbar und somit in Deutschland die große Ausnahme sind und wahrscheinlich auch bleiben werden. Selbst wenn man die derzeit eingeplanten Mittel vervielfachen, also zusätzliche Beträge im hohen zweistelligen Milliardenbereich jährlich investieren würde, hätte man dann immer noch nicht die benötigten hochqualifizierten Erzieher.
Entwicklung von Kindern in einen Topf geworfen?
Ein kleines Kind zwischen ein und zwei Jahren ist extrem auf eine starke Bindung angewiesen, viel mehr denn als Baby.
Bis zum Vorschulkindergarten sind es dann noch zwei Jahre.
Mit zwei kann es die Muttersprache lernen, dann sind es noch zwei Jahre, bis zur Vorschule und dem Erlernen der Sprache des Landes, in dem es gerade lebt.
Das sind dann noch zwei Jahre, bis es in die Grundschule kommt.
Sind im Kindergarten allerdings auch nur sogenannte Migrantenkinder, wird das natürliche Erlernen der Sprache allerdings recht schwierig.
Dafür müssten dann Kindergärtner/innen eine Zusatzausbildung für Sprachunterricht
bekommen.
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt. Belsky, der Leiter und Initiator dieser Studie, hat das erst kürzlich auf der 107. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin dargelegt, an der über 2500 Teilnehmer, überwiegend Kinderärzte und Therapeuten, teilnahmen. Kongreßpräsident Rainer Böhms kurzes, alles sagendes Fazit: Krippe schadet Kleinkindern.
Lesenwert auch Böhms Artikel in der Zeitschrift Kinderärztliche Praxis 82 (2011) 5, 316-21 Auswirkungen frühkindlicher Gruppenbetreuung auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern.
Der Artikel wertet in kurzer und verständlicher Form die Ergebnisse der Studie aus.
Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken. Krippen bleiben Notbehelfe. Es ist deshalb in jedem Fall besser, in die leider durch politische Propaganda erreichte nachlassende Befähigung der Eltern zur Erziehung ihrer Kinder durch Elternkurse als in Krippen zu investieren, zumal wirklich gute Krippen unbezahlbar und somit in Deutschland die große Ausnahme sind und wahrscheinlich auch bleiben werden. Selbst wenn man die derzeit eingeplanten Mittel vervielfachen, also zusätzliche Beträge im hohen zweistelligen Milliardenbereich jährlich investieren würde, hätte man dann immer noch nicht die benötigten hochqualifizierten Erzieher.
Sie schreiben:"Die NICHD-Studie ist derzeit der Standard
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt."
Ich wiederhole: Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen.Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaftlich bedingt.
Wenn die Sozialwiss. daraus einen Standard machen, sagt das eine Menge aus über den Zustand der Sozialwissenschaften, gar nichts über die Übertragbarkeit der Ergebnisse in andere soziokulturelle Rahmenbedingungen.
Selbstverständlich können sie sich an ihre eigene Interpretation der Studie klammern. Das ändert nichts an den Fakten.
Sie schreiben: "Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken."
Ich halte die Einengung der Diskussion auf "Krippenbetreuung" für nicht kontraproduktiv. Es geht um Fremdbetreuung als Ersatz oder Ergänzung zur Betreuung in der Familie.
Und da wollen sie im Ernst behaupten, eine Fremdbetreuung etwa nach den Grundsätzen des Emmi-Pikler-Instituts (http://coforum.de/?1280) sei für Kinder auf jeden Fall schädlicher als die Betreuung in einer Familie, in der beide Elternteile drogenkrank sind?
(Mehr Information z. B.: Emmi Pkler: Laßt mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen. München 3. Aufl. 2001)
Sie schreiben:"Die NICHD-Studie ist derzeit der Standard
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt."
Ich wiederhole: Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen.Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaftlich bedingt.
Wenn die Sozialwiss. daraus einen Standard machen, sagt das eine Menge aus über den Zustand der Sozialwissenschaften, gar nichts über die Übertragbarkeit der Ergebnisse in andere soziokulturelle Rahmenbedingungen.
Selbstverständlich können sie sich an ihre eigene Interpretation der Studie klammern. Das ändert nichts an den Fakten.
Sie schreiben: "Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken."
Ich halte die Einengung der Diskussion auf "Krippenbetreuung" für nicht kontraproduktiv. Es geht um Fremdbetreuung als Ersatz oder Ergänzung zur Betreuung in der Familie.
Und da wollen sie im Ernst behaupten, eine Fremdbetreuung etwa nach den Grundsätzen des Emmi-Pikler-Instituts (http://coforum.de/?1280) sei für Kinder auf jeden Fall schädlicher als die Betreuung in einer Familie, in der beide Elternteile drogenkrank sind?
(Mehr Information z. B.: Emmi Pkler: Laßt mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen. München 3. Aufl. 2001)
Sie schreiben:"Die NICHD-Studie ist derzeit der Standard
weil es keine auch nur annähernd vergleichbar umfangreiche und objektive Studie gibt."
Ich wiederhole: Wiss. betrachtet, lassen sich die Ergebnisse der NICHD-Studie auf andere Länder nicht übertragen.Denn sie sind kulturell, nicht naturwissenchaftlich bedingt.
Wenn die Sozialwiss. daraus einen Standard machen, sagt das eine Menge aus über den Zustand der Sozialwissenschaften, gar nichts über die Übertragbarkeit der Ergebnisse in andere soziokulturelle Rahmenbedingungen.
Selbstverständlich können sie sich an ihre eigene Interpretation der Studie klammern. Das ändert nichts an den Fakten.
Sie schreiben: "Selbst gute Krippen bleiben Risikoerziehung und ersetzen die Familie nicht, sind selbst für Problemfamilien keine wirkliche Hilfe, weil sie eine zusätzliche Schädigung des Kleinkindes bewirken."
Ich halte die Einengung der Diskussion auf "Krippenbetreuung" für nicht kontraproduktiv. Es geht um Fremdbetreuung als Ersatz oder Ergänzung zur Betreuung in der Familie.
Und da wollen sie im Ernst behaupten, eine Fremdbetreuung etwa nach den Grundsätzen des Emmi-Pikler-Instituts (http://coforum.de/?1280) sei für Kinder auf jeden Fall schädlicher als die Betreuung in einer Familie, in der beide Elternteile drogenkrank sind?
(Mehr Information z. B.: Emmi Pkler: Laßt mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen. München 3. Aufl. 2001)
ich bin kein Sozialwissenschaftler und halte von der Objektivierbarkeit dieser Disziplin wenig. Ich stütze mich auf die von mir bereits zitierte 107. Jahrestagung und das Urteil des Kinderarztes und Präsidenten der Tagung Dr. Böhm, vgl.:
http://www.fachportal-bil...
Die Cortisoltagesprofile und die Folgen hoher gleichbleibender Level auf die spätere Gesundheitsentwicklung (mögliche Folgen metabolisches Syndrom, Diabetes, Fettleibigkeit, ADHS, Depressionen u.a.) sowie auf die frühkindliche Hirnentwicklung sind weitgehend kulturell unabhängig. Vergleichbares wurde auch schon zu DDR-Zeiten in den Krippen umfänglich dokumentiert, wenn auch noch nicht mit den heute zur Verfügung stehenden Verfahren, insbesondere den molekularen Methoden und die erhaltenen Ergebnisse wurden verständlicherweise wegen des nicht erwünschten Ergebnisses dann nicht veröffentlicht.
als Ersatz oder Ergänzung zur Betreuung in der Familie, sprich institutioneller Kindertagesbetreuung, scheint im Kommentarstrang das Hauptthema geworden zu sein.
Eine derartige Bewertung geht aber an der Hauptintention frühkindlicher Bildung (fkB)und am Kernthema des Artikels vorbei:
"Der benachteiligte Dreijährige ist schon im Kindergarten im Verzug, erst recht mit sechs in der Grundschule"
Es geht um die Bildungschancen der Kinder.
Diese hängen in den ersten Jahren stark vom Elternhaus und dessen Bezugssystem, Bildungsnähe/ferne, sozioökonom. Status usw. ab.
Diese Schieflagen sind bspw. an der urbanen Segregation, Konzentration benachteiligter Familien in sog. Problemvierteln u.a.m., ablesbar und nehmen innerhalb dieser Strukturen tendenziell zu - soweit bis die darin Heranwachsenden schon aufgrund ihrer Adresse im Bildungssystem "abgehängt" werden. Man hat erkannt, dass dem z.B. dem dort grassierenden Schulversagen durch intensivierte vorschulische (bes. Sprach) Förderung = fkB am nachhaltigsten entgegengewirkt werden kann.
Es geht also um Ausgleich soziostrukturell bedingter Defizite, die sich in Lernschwächen und dem inhärenten Fortschreibungen von Bildungsversagen niederschlagen.
"Fremd"-Betreuung ist da das falsche Stichwort, denn jede Tagesbetreuung ist notwendig auf eine Erziehungspartnerschaft der Eltern mit dem Personal gegründet - die Teil des kindl. Bezugssystems ist und daher alles andere als fremd. Diese "Fremd"-Bestimmung ist irreführend-ideologisch.
m.
ich bin kein Sozialwissenschaftler und halte von der Objektivierbarkeit dieser Disziplin wenig. Ich stütze mich auf die von mir bereits zitierte 107. Jahrestagung und das Urteil des Kinderarztes und Präsidenten der Tagung Dr. Böhm, vgl.:
http://www.fachportal-bil...
Die Cortisoltagesprofile und die Folgen hoher gleichbleibender Level auf die spätere Gesundheitsentwicklung (mögliche Folgen metabolisches Syndrom, Diabetes, Fettleibigkeit, ADHS, Depressionen u.a.) sowie auf die frühkindliche Hirnentwicklung sind weitgehend kulturell unabhängig. Vergleichbares wurde auch schon zu DDR-Zeiten in den Krippen umfänglich dokumentiert, wenn auch noch nicht mit den heute zur Verfügung stehenden Verfahren, insbesondere den molekularen Methoden und die erhaltenen Ergebnisse wurden verständlicherweise wegen des nicht erwünschten Ergebnisses dann nicht veröffentlicht.
als Ersatz oder Ergänzung zur Betreuung in der Familie, sprich institutioneller Kindertagesbetreuung, scheint im Kommentarstrang das Hauptthema geworden zu sein.
Eine derartige Bewertung geht aber an der Hauptintention frühkindlicher Bildung (fkB)und am Kernthema des Artikels vorbei:
"Der benachteiligte Dreijährige ist schon im Kindergarten im Verzug, erst recht mit sechs in der Grundschule"
Es geht um die Bildungschancen der Kinder.
Diese hängen in den ersten Jahren stark vom Elternhaus und dessen Bezugssystem, Bildungsnähe/ferne, sozioökonom. Status usw. ab.
Diese Schieflagen sind bspw. an der urbanen Segregation, Konzentration benachteiligter Familien in sog. Problemvierteln u.a.m., ablesbar und nehmen innerhalb dieser Strukturen tendenziell zu - soweit bis die darin Heranwachsenden schon aufgrund ihrer Adresse im Bildungssystem "abgehängt" werden. Man hat erkannt, dass dem z.B. dem dort grassierenden Schulversagen durch intensivierte vorschulische (bes. Sprach) Förderung = fkB am nachhaltigsten entgegengewirkt werden kann.
Es geht also um Ausgleich soziostrukturell bedingter Defizite, die sich in Lernschwächen und dem inhärenten Fortschreibungen von Bildungsversagen niederschlagen.
"Fremd"-Betreuung ist da das falsche Stichwort, denn jede Tagesbetreuung ist notwendig auf eine Erziehungspartnerschaft der Eltern mit dem Personal gegründet - die Teil des kindl. Bezugssystems ist und daher alles andere als fremd. Diese "Fremd"-Bestimmung ist irreführend-ideologisch.
m.
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