Arbeitsschutz Vorsicht!

Am gefährlichsten sind nicht unbedingt jene Berufe, die man dafür hält.

Gerüstbauer in Erfurt

Gerüstbauer in Erfurt

Ein Schwein auf dem Weg zur Wurstverarbeitung, das ist bekannt, führt kein allzu schönes Leben. Dass auch Fleisch- und Wurstwarenhersteller, nun ja, relativ arme Schweine sind, ist hingegen weniger bekannt. Ihr Job gehört nach der vom Versicherungs-Branchendienst map-report veröffentlichten Statistik zu den fünf gefährlichsten Berufen. Vier von zehn Fleisch- und Wurstwarenherstellern beziehen frühzeitig Erwerbsminderungsrente. Nur unter Pflasterern, Bergmännern, Dachdeckern und Gerüstbauern kommt es zu noch schlimmeren Quoten. Greift die Hand zu tief in den Fleischwolf, touchiert der Daumen die sirrende Bandsäge, hat das oft blutige Konsequenzen. Und auch wenn alle Finger dran bleiben, tut es schneller weh, als man denkt. »Fett und Wasser – in der Fleischwirtschaft ist es an vielen Stellen rutschig. Stürze sind keine Seltenheit«, sagt Henning Krüger, der bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) die Abteilung Fleischwirtschaft leitet und Arbeitssicherheits-Kampagnen für das Schlachten und Verarbeiten von Tieren entwickelt. Neben Schnittverletzungen sorgen besonders Hautkrankheiten für berufliche Einschränkungen. Permanente Feuchtigkeit und Kälte im Betrieb führen zu juckenden Ekzemen. Immerhin: Die Fallzahlen sinken, seit mit Präventionskampagnen in den Fabriken ein Bewusstsein für die Problematik geschaffen wurde und Hautpflege intensiver betrieben wird. Auch an der Rückenfront gibt es Erfolge: Lädierte Wirbelsäulen, vom Schleppen halber Schweine, werden seltener. Automatisierte Transporte, etwa vom Schlachtplatz zur Enthäutungsmaschine, haben Abhilfe geschaffen.

Generell steht die Optimierung der Maschinen im Fokus der Präventionsbeauftragten. So werden Sägen entwickelt, die erkennen können, ob sich Arbeiterhand oder Rinderhüfte dem Sägeblatt nähert. All das, um die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle, im Jahr 2010 waren es 16.425, weiter zu minimieren.

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Arbeitssicherheit ist ein Schlagwort, das branchenübergreifend in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat und auch in der Außendarstellung häufig bemüht wird. Gefährliche Berufe, so scheint es, gibt es nicht mehr. Beispiel Bergbau: »Sicherer als unter Tage ist es nur im Büro«, formuliert es der Sprecher eines Steinkohleunternehmens, das zum Thema »Gefährliche Berufe« keinen Mitarbeiter interviewen lassen will. »Da produzieren Sie eine Ente.« In Deutschland, das unterstreicht auch Jürgen Weyer vom Institut für Bergbau und Spezialtiefbau der TU Bergakademie Freiberg, habe der Bergbau ein Image- und kein Sicherheitsproblem. »Stürzt ein Flugzeug ab, kommt es in die Nachrichten. Dass es statistisch das sicherste Verkehrsmittel ist, liest man dagegen nicht. Die gleiche Situation haben wir im Bergbau: Wir werden nur mit Katastrophen, die auch noch im Ausland passieren, in Verbindung gebracht.« Gerade die häufigen Grubenunglücke in China seien den verheerenden Sicherheitsmängeln vor Ort geschuldet und in Deutschland unvorstellbar. »In vielen Ländern, die noch nicht unseren Entwicklungsstand haben, herrschen im Bergbau Zustände wie in Deutschland vor dem Krieg.« Zahlen belegen, dass im deutschen Bergbau mit knapp 14 meldepflichtigen Arbeitsunfällen auf 1.000 Beschäftigte tatsächlich seltener etwas passiert, als gemeinhin angenommen wird. »Heute wird Bergbau oft aus dem Sessel betrieben«, sagt Weyer. Betreten Arbeiter die Gruben, stehen die ferngesteuerten Bohrfahrzeuge still.

Dem Abbau per Knopfdruck zum Trotz nehmen Bergmänner nach wie vor einen Spitzenplatz auf der Liste der gefährlichsten Berufe ein. Schuld sind staubkorngroße Altlasten: Quarz- oder Asbestpartikel in Bronchien und Lunge, die nach jahrzehntelangen Latenzzeiten zur Krankheit führen. Im Jahr 2010 gab es 2.202 Verdachtsanzeigen auf chronische Bronchitis, Silikose, Asbestose, in den schlimmsten Fällen Lungenkrebs. Der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zufolge waren 2009 noch 46 Prozent der Berufskrankheiten mit Todesfolge auf ebendiese Leiden zurückzuführen. Dass diese Zahlen angesichts moderner Methoden Jahr für Jahr sinken werden, liegt auf der Hand. »Heutzutage wird der Staub effektiv bekämpft. Und die Bergmänner arbeiten zunehmend getrennt von Staub, Hitze oder Vibrationen«, erklärt Experte Weyer.

Jeder zweite Gerüstbauer und Dachdecker geht frühzeitig in Rente

Und so dürften mittelfristig Bauarbeiter aller Sparten die unrühmliche Tabelle unter sich ausmachen, denn Fleischhersteller und Bergleute sind schon jetzt absolute Exoten in den Top Ten. Ganz oben, welch tragische Ironie, stehen Dachdecker und Gerüstbauer. Jeder dritte berufsbedingte Todesfall 2009 war gleichzeitig ein Todes-Fall. Vom Gerüst, vom Dach, von der Leiter. Die Absturzgefahr ist jedoch nur ein Faktor in der Rechnung. »Unfälle spielen bei den Bauberufen zwar eine größere Rolle als anderswo, die Hauptursache für Berufsunfähigkeiten sind aber Verschleißerscheinungen: Rückenleiden, Knie- und andere Gelenkprobleme«, berichtet Bernd Hartmann, Arbeitsmediziner der BG BAU. Jeder zweite Gerüstbauer und Dachdecker geht frühzeitig in Rente.

Ob ein Sturz vom Dach oder kaputte Knie: Es erwischt fast immer die Arbeiterklasse. Über 70 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle zwischen 2000 und 2009 etwa erlitten Menschen, die mit körperlicher Arbeit ihren harten Lohn verdienten. Die meisten Besserverdiener leben, statistisch gesehen, völlig ungefährlich. Physiker, Ärzte und Maschinenbauingenieure führen die Liste der »ungefährlichsten Berufe« an.

Spät entdeckte Berufskrankheiten, körperlicher Verschleiß, dazu noch schlechte Bezahlung – selten klang Risiko so unattraktiv. Jobs mit Sexappeal, die vermeintlich täglich Wagemut erfordern, tauchen in der Statistik nicht auf: Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldaten. Ist die Verbrecherjagd ein Kinderspiel, der Gang ins Feuer lästige Routine? Heißt es vielleicht bald aus dem Verteidigungsministerium: »Sicherer als im Kugelhagel ist es nur im Büro«? Natürlich nicht. Denn zieht man andere Faktoren als die Erwerbsunfähigkeit zur Risikoberechnung heran, wirkt der größte Fleischwolf plötzlich harmlos. So müssen nach einer Bewertung des britischen Versicherungsunternehmens Churchill Fensterputzer am ehesten den Tod fürchten, es folgen Soldaten, Feuerwehrmänner und Hochseefischer. Immerhin: Neben Polizisten und Piloten gehören auch im Vereinten Königreich Dachdecker und Gerüstbauer zu den neun Berufen mit dem höchsten Sterberisiko. Mit dem erhöhten Berufsunfähigkeitsrisiko aus Verschleißgründen und der akuten Gefahr, arbeitend aus dem Leben zu treten, erscheint der Hochbau in der Summe als gefährlichstes Berufsfeld.

Glaubt man Versicherer Churchill, haben Biertester und Studenten dagegen wenig zu befürchten. Kein Wunder, sind ihre Tätigkeiten doch oft deckungsgleich – und selbst der schlimmste Absturz hinterlässt nur selten bleibende Schäden.

Leser-Kommentare
    • iboo
    • 28.01.2012 um 19:02 Uhr

    Das mit dem Sicherheitsgurt auf dem Gerüst mag vielleicht in irgendwelchen Leerbüchern und Vorschriften stehen, in der Praxis gesehen habe ich das aber noch nie. Als die Fassade unseres Mehrfamilienhauses saniert wurde hat eine Baufirma das Gerüst sogar so unpraktisch aufgestellt, dass die Arbeiter von einem zu einem anderen Teil des Gerüstes ungesichert über den Abgrund klettern mussten - mit bester Aussicht auf den Betonboden fünf Etagen unter ihnen.

    • Urian
    • 28.01.2012 um 21:33 Uhr

    "Über 70 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle zwischen 2000 und 2009 etwa erlitten Menschen, die mit körperlicher Arbeit ihren harten Lohn verdienten."

    Was soll diese sexistisch motivierte, wenn auch leider politisch korrekte Ungenauigkeit? Dass 70 % der Opfer von Arbeitsunfällen zur "Arbeiterklasse" gehören, darf gesagt werden, dass aber mindestens 95% der Opfer tödlicher Arbeitsunfälle Männer sind, bleibt wohlweislich unerwähnt.

    Wo sind sie denn auf einmal geblieben, all die Frauen- Gender- Gleichstellungs- BauauftragtInnen und sonstige Berufsfeministinnen mit ihrem Geschrei nach "Frauenquoten"?

    Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass "Gender-Mainstreaming" NICHT auf Gleichstellung der Geschlechter abzielt, sondern auf Ausbau der Frauenprivilegien in der Gesellschaft, dann ist diesser Beweis in Artikeln wie diesem unwiderleglich erbracht. Das Geplärre nach Frauenquoten in Führungspositionen wird täglich lauter und schriller, aber das Ersticken in verschütteten Bergwerkstollen, das Krepieren an Staublunge und der Absturz vom Baugerüst dürfen gerne reine Männersache bleiben.

    So sind sie, unsere tapferen KämpferInnen für "Geschlechtergerechtigkeit"!

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    • multix
    • 29.01.2012 um 12:21 Uhr

    beginnt bei der Beachtung der physischen Unterschiede und Ausgangspunkte. Schickt man einen Mann in sog. Männerberufe, der mit physischen Kräften ausgestattet ist, die vergleichbar mit denen einer durchschnittlichen Frau sind, dann wird der dort absehbar nicht lange durchhalten können
    – außerdem würde ein solcher Typus schnell als Schwächling dastehen und allenfalls für leichtere Arbeiten herangezogen werden.
    Insoweit kann die Zusammensetzung der Belegschaft in körperlich belastenden Berufen nicht mit der mangelnden Bereitschaft von Frauen kausal verbunden werden, sondern nur durch die naturgegeben unterschiedliche physische Belastbarkeit der Geschlechter.

    Abgesehen davon sind Männer nicht Opfer tödlicher Arbeitsunfälle, sondern ihrer durchschnittlich risikobehafteren Lebensführung (siehe z.B. Statistiken der Lebensversicherer), die sich im Beruf häufig fortsetzt.

    Ursache dessen ist eher die Nichtbeachtung der UVV/AS-Vorschriften, Nachlässigkeit bei persönlicher Schutzausrüstung und eine Unterschätzung von Gefahrensituationen, oft im Zusammenspiel mit übermäßig hohem Arbeits, Zeit – und Termindruck.

    Manche Typen gehen in ihrer latenten Selbstüberschätzung so weit, daß sie vor sich und anderen zu schützen sind. Dagegen hilft nur der Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen, eine verschärfte Handhabung und Ahndung gefahrenträchtigen Handelns, bis hin zur Abmahnung/Kündigung.

    Wirksame Restriktionen erklären den Rückgang der Arbeits – und Verkehrsunfälle unter Männern am ehesten.

    m.

    Ihr Aufschrei nach Gender-Mainstreaming und eine angebliche (gezielte) Banachteilungung von Männern resp. versteckte Förderung von Frauen lässt leider zwei Dinge ausser acht:

    1.) Es mag zwar stimmen, dass Männer öfters von tödlichen Arbeitsunfällen betroffen sind als Frauen (einfach deshalb, weil es halt im Bergbau und im Dachdeckergewerbe weniger Frauen gibt), allerdings - und da bin ich mir ziemlich sicher, auch wenn ich die genauen Zahlen nicht kenne - sind nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen von berufsbedingten Krankheiten betroffen, beispielsweise Kleiderverkäuferinnen, die allergische Reaktionen auf Textilfarbstoffe entwickeln, Flliessbandarbeiterinnen mit entzündeten Sehnen in den Hand- und Fingergelenken durch monate- und jahrelanges Verpacken und Etiketieren, Putzfrauen, die durch ihre Arbeit Rückennbeschwerden entwickeln... Ja, es gibt viele Frauen, die durch ihre tägliche Arbeit ebenso krank werden wie Männer.

    2.) Der überwältigende Teil der Hausarbeit wird immer noch durch Frauen erledigt. Gerade im Haushalt, wo es keine Überwachung der Arbeitssicherheit gibt, finden immer noch viele Unfälle statt. Diese Frauen lassen Sie gerade völlig ausser Acht.

    • Tala00
    • 29.01.2012 um 18:47 Uhr

    Haben Sie mal versucht sich als Frau auf eine Lehrstelle in einem der Berufe mit der höchsten Unfallrate zu bewerben? Vermutlich nicht. Ich kann Ihnen sagen, es ist gar nicht so einfach. Aussagen wie: "Frauen nehmen wir nicht, das ist'n Männerjob", und "Ein Mädel hat auf der Baustelle nix zu suchen", sind eher die Regel als die Ausnahme. Frauenquoten auf dem Bau dürfte den Männern mehr zu schaffen als den Frauen. Die Betriebe die nämlich überhaupt Frauen einstellen, haben wenig Probleme welche zu finden. Ich kann also dieses ganze: Frauen wollen doch nur die Privilegien nicht mehr hören. Wir wollen einfach nicht ständig von Männern hören was wir zu tun oder zu lassen haben. So einfach ist das.

    • multix
    • 29.01.2012 um 12:21 Uhr

    beginnt bei der Beachtung der physischen Unterschiede und Ausgangspunkte. Schickt man einen Mann in sog. Männerberufe, der mit physischen Kräften ausgestattet ist, die vergleichbar mit denen einer durchschnittlichen Frau sind, dann wird der dort absehbar nicht lange durchhalten können
    – außerdem würde ein solcher Typus schnell als Schwächling dastehen und allenfalls für leichtere Arbeiten herangezogen werden.
    Insoweit kann die Zusammensetzung der Belegschaft in körperlich belastenden Berufen nicht mit der mangelnden Bereitschaft von Frauen kausal verbunden werden, sondern nur durch die naturgegeben unterschiedliche physische Belastbarkeit der Geschlechter.

    Abgesehen davon sind Männer nicht Opfer tödlicher Arbeitsunfälle, sondern ihrer durchschnittlich risikobehafteren Lebensführung (siehe z.B. Statistiken der Lebensversicherer), die sich im Beruf häufig fortsetzt.

    Ursache dessen ist eher die Nichtbeachtung der UVV/AS-Vorschriften, Nachlässigkeit bei persönlicher Schutzausrüstung und eine Unterschätzung von Gefahrensituationen, oft im Zusammenspiel mit übermäßig hohem Arbeits, Zeit – und Termindruck.

    Manche Typen gehen in ihrer latenten Selbstüberschätzung so weit, daß sie vor sich und anderen zu schützen sind. Dagegen hilft nur der Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen, eine verschärfte Handhabung und Ahndung gefahrenträchtigen Handelns, bis hin zur Abmahnung/Kündigung.

    Wirksame Restriktionen erklären den Rückgang der Arbeits – und Verkehrsunfälle unter Männern am ehesten.

    m.

    Ihr Aufschrei nach Gender-Mainstreaming und eine angebliche (gezielte) Banachteilungung von Männern resp. versteckte Förderung von Frauen lässt leider zwei Dinge ausser acht:

    1.) Es mag zwar stimmen, dass Männer öfters von tödlichen Arbeitsunfällen betroffen sind als Frauen (einfach deshalb, weil es halt im Bergbau und im Dachdeckergewerbe weniger Frauen gibt), allerdings - und da bin ich mir ziemlich sicher, auch wenn ich die genauen Zahlen nicht kenne - sind nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen von berufsbedingten Krankheiten betroffen, beispielsweise Kleiderverkäuferinnen, die allergische Reaktionen auf Textilfarbstoffe entwickeln, Flliessbandarbeiterinnen mit entzündeten Sehnen in den Hand- und Fingergelenken durch monate- und jahrelanges Verpacken und Etiketieren, Putzfrauen, die durch ihre Arbeit Rückennbeschwerden entwickeln... Ja, es gibt viele Frauen, die durch ihre tägliche Arbeit ebenso krank werden wie Männer.

    2.) Der überwältigende Teil der Hausarbeit wird immer noch durch Frauen erledigt. Gerade im Haushalt, wo es keine Überwachung der Arbeitssicherheit gibt, finden immer noch viele Unfälle statt. Diese Frauen lassen Sie gerade völlig ausser Acht.

    • Tala00
    • 29.01.2012 um 18:47 Uhr

    Haben Sie mal versucht sich als Frau auf eine Lehrstelle in einem der Berufe mit der höchsten Unfallrate zu bewerben? Vermutlich nicht. Ich kann Ihnen sagen, es ist gar nicht so einfach. Aussagen wie: "Frauen nehmen wir nicht, das ist'n Männerjob", und "Ein Mädel hat auf der Baustelle nix zu suchen", sind eher die Regel als die Ausnahme. Frauenquoten auf dem Bau dürfte den Männern mehr zu schaffen als den Frauen. Die Betriebe die nämlich überhaupt Frauen einstellen, haben wenig Probleme welche zu finden. Ich kann also dieses ganze: Frauen wollen doch nur die Privilegien nicht mehr hören. Wir wollen einfach nicht ständig von Männern hören was wir zu tun oder zu lassen haben. So einfach ist das.

    • multix
    • 29.01.2012 um 12:21 Uhr

    beginnt bei der Beachtung der physischen Unterschiede und Ausgangspunkte. Schickt man einen Mann in sog. Männerberufe, der mit physischen Kräften ausgestattet ist, die vergleichbar mit denen einer durchschnittlichen Frau sind, dann wird der dort absehbar nicht lange durchhalten können
    – außerdem würde ein solcher Typus schnell als Schwächling dastehen und allenfalls für leichtere Arbeiten herangezogen werden.
    Insoweit kann die Zusammensetzung der Belegschaft in körperlich belastenden Berufen nicht mit der mangelnden Bereitschaft von Frauen kausal verbunden werden, sondern nur durch die naturgegeben unterschiedliche physische Belastbarkeit der Geschlechter.

    Abgesehen davon sind Männer nicht Opfer tödlicher Arbeitsunfälle, sondern ihrer durchschnittlich risikobehafteren Lebensführung (siehe z.B. Statistiken der Lebensversicherer), die sich im Beruf häufig fortsetzt.

    Ursache dessen ist eher die Nichtbeachtung der UVV/AS-Vorschriften, Nachlässigkeit bei persönlicher Schutzausrüstung und eine Unterschätzung von Gefahrensituationen, oft im Zusammenspiel mit übermäßig hohem Arbeits, Zeit – und Termindruck.

    Manche Typen gehen in ihrer latenten Selbstüberschätzung so weit, daß sie vor sich und anderen zu schützen sind. Dagegen hilft nur der Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen, eine verschärfte Handhabung und Ahndung gefahrenträchtigen Handelns, bis hin zur Abmahnung/Kündigung.

    Wirksame Restriktionen erklären den Rückgang der Arbeits – und Verkehrsunfälle unter Männern am ehesten.

    m.

    Eine Leser-Empfehlung
  1. "dass aber mindestens 95% der Opfer tödlicher Arbeitsunfälle Männer sind"

    Männer wurden noch vor zwanzig Jahren mitleidig belächelt, wenn sie bei der Arbeit Handschuhe trugen, Männer denken auch,
    einen Bauhelm ect. brauchen eher Memmen. Frauen sind beim Thema Arbeitsschutz einfach vernünftiger.

  2. Ihr Aufschrei nach Gender-Mainstreaming und eine angebliche (gezielte) Banachteilungung von Männern resp. versteckte Förderung von Frauen lässt leider zwei Dinge ausser acht:

    1.) Es mag zwar stimmen, dass Männer öfters von tödlichen Arbeitsunfällen betroffen sind als Frauen (einfach deshalb, weil es halt im Bergbau und im Dachdeckergewerbe weniger Frauen gibt), allerdings - und da bin ich mir ziemlich sicher, auch wenn ich die genauen Zahlen nicht kenne - sind nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen von berufsbedingten Krankheiten betroffen, beispielsweise Kleiderverkäuferinnen, die allergische Reaktionen auf Textilfarbstoffe entwickeln, Flliessbandarbeiterinnen mit entzündeten Sehnen in den Hand- und Fingergelenken durch monate- und jahrelanges Verpacken und Etiketieren, Putzfrauen, die durch ihre Arbeit Rückennbeschwerden entwickeln... Ja, es gibt viele Frauen, die durch ihre tägliche Arbeit ebenso krank werden wie Männer.

    2.) Der überwältigende Teil der Hausarbeit wird immer noch durch Frauen erledigt. Gerade im Haushalt, wo es keine Überwachung der Arbeitssicherheit gibt, finden immer noch viele Unfälle statt. Diese Frauen lassen Sie gerade völlig ausser Acht.

    • Tala00
    • 29.01.2012 um 18:47 Uhr

    Haben Sie mal versucht sich als Frau auf eine Lehrstelle in einem der Berufe mit der höchsten Unfallrate zu bewerben? Vermutlich nicht. Ich kann Ihnen sagen, es ist gar nicht so einfach. Aussagen wie: "Frauen nehmen wir nicht, das ist'n Männerjob", und "Ein Mädel hat auf der Baustelle nix zu suchen", sind eher die Regel als die Ausnahme. Frauenquoten auf dem Bau dürfte den Männern mehr zu schaffen als den Frauen. Die Betriebe die nämlich überhaupt Frauen einstellen, haben wenig Probleme welche zu finden. Ich kann also dieses ganze: Frauen wollen doch nur die Privilegien nicht mehr hören. Wir wollen einfach nicht ständig von Männern hören was wir zu tun oder zu lassen haben. So einfach ist das.

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    • multix
    • 30.01.2012 um 16:53 Uhr

    sollte es genauer bezeichnet werden. Denn Frauen im Handwerk sind nicht selten, konzentrieren sich aber bspw. auf das Kochgewerbe, Friseurhandwerk u.a.

    Auf dem Bau werden Sie Frauen i.d. Tat selten treffen, die Bau-Unternehmer sparen da gern an der 2ten Toilette & Umkleideräumen. Es gibt zwar inzwischen etliche Tätigkeiten auf dem Bau, die Frauen ungeachtet des Unterschieds bei den Körperkräften problemlos leisten können, aber es bedeutet auch einen höheren technischen Aufwand wenn dieser Unterschied von Fall zu Fall durch Geräte und Maschinen kompensiert werden muß - was sich besonders bei kleinen Aufträgen nicht lohnt.
    Es gibt folglich auch sachl./ökonomische Gründe für dieser Entscheidung gegen weibl. Beschäftigte, die in diesen Jobs dann nur noch mit der Handhabung der nötigen Technik, Geschicklichkeit, Kenntnissen und Mitdenken punkten können.
    Es kommt halt auf das Arbeitsfeld, die Zusammensetzung der Belegschaft und die interne Arbeitsteilung der Firma an, das muss zum Bewerberinprofil passen nicht umgekehrt.

    Das Hauptproblem sehe ich aber - vermutlich wie Sie - darin, dass in diesen Branchen die Vorbehalte ggü Frauen in Handwerk und Technik sehr stark sind, das liegt vornehmlich daran, dass sich in diesem Sektor bevorzugt Typen mit recht traditionellem Rollenverständnis einfinden und wenig Bereitschaft zur Akzeptanz von Kolleginnen mitbringen.

    Es gibt aber auch Firmen mit aufgeschlossenen ChefIn, einfach mal in der HWK nachfragen, die kennen die Pappenheimer.
    ;)

    m.

    • multix
    • 30.01.2012 um 16:53 Uhr

    sollte es genauer bezeichnet werden. Denn Frauen im Handwerk sind nicht selten, konzentrieren sich aber bspw. auf das Kochgewerbe, Friseurhandwerk u.a.

    Auf dem Bau werden Sie Frauen i.d. Tat selten treffen, die Bau-Unternehmer sparen da gern an der 2ten Toilette & Umkleideräumen. Es gibt zwar inzwischen etliche Tätigkeiten auf dem Bau, die Frauen ungeachtet des Unterschieds bei den Körperkräften problemlos leisten können, aber es bedeutet auch einen höheren technischen Aufwand wenn dieser Unterschied von Fall zu Fall durch Geräte und Maschinen kompensiert werden muß - was sich besonders bei kleinen Aufträgen nicht lohnt.
    Es gibt folglich auch sachl./ökonomische Gründe für dieser Entscheidung gegen weibl. Beschäftigte, die in diesen Jobs dann nur noch mit der Handhabung der nötigen Technik, Geschicklichkeit, Kenntnissen und Mitdenken punkten können.
    Es kommt halt auf das Arbeitsfeld, die Zusammensetzung der Belegschaft und die interne Arbeitsteilung der Firma an, das muss zum Bewerberinprofil passen nicht umgekehrt.

    Das Hauptproblem sehe ich aber - vermutlich wie Sie - darin, dass in diesen Branchen die Vorbehalte ggü Frauen in Handwerk und Technik sehr stark sind, das liegt vornehmlich daran, dass sich in diesem Sektor bevorzugt Typen mit recht traditionellem Rollenverständnis einfinden und wenig Bereitschaft zur Akzeptanz von Kolleginnen mitbringen.

    Es gibt aber auch Firmen mit aufgeschlossenen ChefIn, einfach mal in der HWK nachfragen, die kennen die Pappenheimer.
    ;)

    m.

    • multix
    • 30.01.2012 um 16:53 Uhr

    sollte es genauer bezeichnet werden. Denn Frauen im Handwerk sind nicht selten, konzentrieren sich aber bspw. auf das Kochgewerbe, Friseurhandwerk u.a.

    Auf dem Bau werden Sie Frauen i.d. Tat selten treffen, die Bau-Unternehmer sparen da gern an der 2ten Toilette & Umkleideräumen. Es gibt zwar inzwischen etliche Tätigkeiten auf dem Bau, die Frauen ungeachtet des Unterschieds bei den Körperkräften problemlos leisten können, aber es bedeutet auch einen höheren technischen Aufwand wenn dieser Unterschied von Fall zu Fall durch Geräte und Maschinen kompensiert werden muß - was sich besonders bei kleinen Aufträgen nicht lohnt.
    Es gibt folglich auch sachl./ökonomische Gründe für dieser Entscheidung gegen weibl. Beschäftigte, die in diesen Jobs dann nur noch mit der Handhabung der nötigen Technik, Geschicklichkeit, Kenntnissen und Mitdenken punkten können.
    Es kommt halt auf das Arbeitsfeld, die Zusammensetzung der Belegschaft und die interne Arbeitsteilung der Firma an, das muss zum Bewerberinprofil passen nicht umgekehrt.

    Das Hauptproblem sehe ich aber - vermutlich wie Sie - darin, dass in diesen Branchen die Vorbehalte ggü Frauen in Handwerk und Technik sehr stark sind, das liegt vornehmlich daran, dass sich in diesem Sektor bevorzugt Typen mit recht traditionellem Rollenverständnis einfinden und wenig Bereitschaft zur Akzeptanz von Kolleginnen mitbringen.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf das Einstellen von Werbung. Danke. Die Redaktion/vn

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