Islamisches Finanzwesen Gottgefällige Banker
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Auch in Deutschland wächst das Interesse

Dass sich bisher noch kein deutscher Student nach Straßburg verirrt hat, liegt auch daran, dass die Banken hierzulande bislang eher zögerlich auf das islamische Finanzsystem reagieren. Aber das Interesse steigt. 2010 hat mit der Kuveyt Türk Bank in Mannheim die erste Bank eröffnet, die ausschließlich Scharia-konforme Anlagen anbietet.

Die eigene Religion spielt bei der Bewerbung um einen Studienplatz in Straßburg oft eine Rolle. »Viele unserer Studenten sind Muslime, die wissen wollen, wie Finanzgeschäfte im Einklang mit dem Islam funktionieren können«, sagt Weill. Einer von ihnen ist Amine Nait-Daoud, Franzose mit marokkanischen Wurzeln. »Die Spezialisierung hat mich gereizt, auch weil es das erste Studienprogramm dieser Art in Frankreich mit renommierten Dozenten war«, sagt er. »Ich wollte zur Entwicklung eines neuen Geschäftsfelds beitragen. Es kann viel tun für diese neue Welt, die infolge der Systemkrise gerade entsteht.« Vor zwei Jahren gehörte er zu den ersten Studenten, die ihr Diplom erworben haben. Heute ist er 25 und Mitbegründer der Groupe 570, einem auf islamisches Finanzwesen spezialisierten Finanzdienstleister in Paris.

Er profitiere sehr von dem, was er in Straßburg gelernt habe, sagt Nait-Daoud. »Das Studium hat Türen aufgestoßen, die sich mir sonst nie geöffnet hätten – etwa Kontakte und Aufträge in der Golfregion oder in London.«

Die Nische hinter diesen Türen wächst. Gut 800 Banken verwalten weltweit 800 Milliarden Dollar gemäß islamischen Prinzipien – Tendenz steigend. Vielleicht auch deswegen, weil sich unter dem Strich aus vermeintlichen Einschränkungen eine solide konservative Finanzpolitik ergibt – mit höheren ethischen Standards, zumal nicht nur Investitionen in Produkte untersagt sind, die Muslimen verboten sind wie Alkohol oder Schweinefleisch; auch der Handel mit Waffen ist nicht erlaubt. Die Islamic Bank of Britain etwa wirbt genau damit neue Kunden an.

Auch Nait-Daouds Groupe 570 behauptet von sich, »ethische Finanzen mit der Sensibilität des Islams« anzubieten. »Die Krise hat die Welt gezwungen, sich alternative ökonomische Modelle und Finanzsysteme genauer anzuschauen«, sagt der junge Finanzexperte. »Das islamische Bankwesen kann da eine Alternative sein, solange wir nicht versuchen, einfach nur die gängigen Praktiken Scharia-konform zu kopieren. Wir müssen die alten ökonomischen Denkmuster bei ihren Wurzeln packen.«

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Leser-Kommentare
    • 2b
    • 27.01.2012 um 12:35 Uhr
  1. Deswegen ist dies nur zu begrüßen.

    • H_B_
    • 27.01.2012 um 13:34 Uhr

    Auch als christlich geprägter Mensch kommt mir dieses Überbleibsel des einstig globalen Zinsverbots wie ein Hoffnungsschimmer vor.
    Auch in der christlichen Welt war es die meiste Zeit verboten Zins zu nehmen, wie an verschiedenen Stellen in der Bibel nachzulesen ist. Er Papst Pius VIII hob 1830, wenige Monate vor seiner Ablösung, das Zinsverbot auf.
    Die derzeitige Situation entreißt der angeblichen Alternativlosigkeit den Boden und zwingt früher oder später das etablierte Finanzsystem sowie den Vatikan dazu zu Handeln.
    Was das Finanzsystem angeht, drängt mir der Verdacht auf, dass es bereits vor Jahren damit begonnen hat zu Handeln, indem es die islamische Welt und damit das islamische Finanzsystem versucht in Verruf zu bringen. Soweit ich das in Deutschland beurteilen kann, mit Erfolg.
    Doch auf der anderen Seite erwächst in der Bevölkerung das Verlangen nach Maßstäben für Moral und Anstand, welche dem parasitären Befall an dem die Finanz- und Wirtschaftswelt, aber auch die Politik krankt, entgegen wirken.
    Ob nun über islamische Tugenden, alte christliche Tugenden oder auf dem wissenschaftlichen Weg über die Erforschung einst existierender, alternativer Geldsysteme. Wir sollten beginnen eine permanente Debatte, vergleichbar mit der Klimadebatte, über unser Geldsystem zu führen.
    Nach meiner Überzeugung ließen sich über diesen Weg eine ganze Reihe unserer größten Probleme lösen.

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    • TDU
    • 27.01.2012 um 14:18 Uhr

    Wer Masstäbe setzen will, soll sie vorleben und wenn sein Massstäbe angemommen werden, um so besser. Eine permanente Diskussion über das Geldsystem an sich mag ja gut sein, aber beim Klima ist man schon kurz vor der Bevormundung des Einzelnen.

    Überspitzt:

    Eine Tugendwacht mit Hilfe des Geldes und permanenter Selbstbespiegelung einschliesslich Kontrolle richtigen Handelns?. Das könnte die Folge sein.

    Wie weit muss man eigentlich vor der Freiheit Angst haben oder wie gering muss man sie empfinden oder schätzen, um für seine eigene potentielle Entmündigung zu plädieren.

    Geld oder wie man handelsfähiges vom Gegenstand! abgelöstes Handelsmittel auch immer bezeichnet, bedeutet auch Freiheit. Reisen z. B.: Was mache ich ohne Geld, wenn dass, was ich kann oder produziere im anderen Land nicht ankommt wird. Dann ich wandern und Almosen empfangen wie in früheren Zeiten obwohl es Autos, Züge und Flugzeuge gibt.

    Der Reisehandel wie zu Zeiten der 3 Könige oder der Weihrauch- oder Salzstrassen in früheren Zeiten ist unwiderbringlich überholt

    Und wegen des Missbrauche der Freiheit durch einige, lasse ich mir die bestimmt nicht freiwllig nehmen.

    Ohne den Aspekt Freiheit der Lebensgestaltung und zwar sowohl über die "Freiheit von" als auch über die "Freiheit zu" gibts für mich keine Diskussion übers Geldsystem.

    Mit Stalin hätte ich auch nicht über die Freiheit im Sozialismus diskutiert. Gabs für ihn gar nicht, diese Kategorie.

    • TDU
    • 27.01.2012 um 14:18 Uhr

    Wer Masstäbe setzen will, soll sie vorleben und wenn sein Massstäbe angemommen werden, um so besser. Eine permanente Diskussion über das Geldsystem an sich mag ja gut sein, aber beim Klima ist man schon kurz vor der Bevormundung des Einzelnen.

    Überspitzt:

    Eine Tugendwacht mit Hilfe des Geldes und permanenter Selbstbespiegelung einschliesslich Kontrolle richtigen Handelns?. Das könnte die Folge sein.

    Wie weit muss man eigentlich vor der Freiheit Angst haben oder wie gering muss man sie empfinden oder schätzen, um für seine eigene potentielle Entmündigung zu plädieren.

    Geld oder wie man handelsfähiges vom Gegenstand! abgelöstes Handelsmittel auch immer bezeichnet, bedeutet auch Freiheit. Reisen z. B.: Was mache ich ohne Geld, wenn dass, was ich kann oder produziere im anderen Land nicht ankommt wird. Dann ich wandern und Almosen empfangen wie in früheren Zeiten obwohl es Autos, Züge und Flugzeuge gibt.

    Der Reisehandel wie zu Zeiten der 3 Könige oder der Weihrauch- oder Salzstrassen in früheren Zeiten ist unwiderbringlich überholt

    Und wegen des Missbrauche der Freiheit durch einige, lasse ich mir die bestimmt nicht freiwllig nehmen.

    Ohne den Aspekt Freiheit der Lebensgestaltung und zwar sowohl über die "Freiheit von" als auch über die "Freiheit zu" gibts für mich keine Diskussion übers Geldsystem.

    Mit Stalin hätte ich auch nicht über die Freiheit im Sozialismus diskutiert. Gabs für ihn gar nicht, diese Kategorie.

    • TDU
    • 27.01.2012 um 13:52 Uhr

    Auch im Christentum gibts eine Ausbeutunsgbremse: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das ein paar Reiche in den Himmel kommen. Weiter wird aber Tagespolitik nicht vorgeschrieben.

    Das Zinsverbot hatte wie das Schweinefleischverbot sicher seien Sinn, denn Mohammed war ein cleverer Kaufmann und intelligenter Analytiker seiner Gegenwart.

    Aber ob die Gebote heute noch sein müssen? Irgendwie ist es auffällig, dass es in arabischen Ländern so etwas wie Mittelstand nicht gibt und bei uns wird er ja auch zunehmend kleiner geredet und gemacht. Die Frage ist, was gibt der Muslim als Gegenlseitung für den Gelderhalt. Da wäre eine moralische zwingender als "wertfreie" Zinsden.

    Und Geld gibts für was? Kein Waffen, kein Alkohohl kein Schweinefleisch. Folgt dann keine Chemie wegen Kondomen, kein Arzneimittel gegen "verbotene" Krankheiten oder nicht mit der Scharia im Einklang stehende Musik und Kunst?

    Ich habe keine Sympathie für die derzeitige Priorität des Geldes und die Masslosigkeit der Finanzbranche. Eine Alternative in Form islamischer Geldanlage mag es daher geben. Aber die Funktion der Geldvergabe als Mittel zur Durchsetzung moralischer oder religiöser Ziele. Davor mögen uns Gott und Allah bewahren.

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    ...Ich habe keine Sympathie für die derzeitige Priorität des Geldes und die Masslosigkeit der Finanzbranche. Eine Alternative in Form islamischer Geldanlage mag es daher geben. Aber die Funktion der Geldvergabe als Mittel zur Durchsetzung moralischer oder religiöser Ziele. Davor mögen uns Gott und Allah bewahren.
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    Bewahren wird sie in beiden Fällen weder der christliche Schein noch der reale Geldschein.

    Denn beide Systeme sind jeweils Extreme ihrer Art.

    Gruss

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    ...Ich habe keine Sympathie für die derzeitige Priorität des Geldes und die Masslosigkeit der Finanzbranche. Eine Alternative in Form islamischer Geldanlage mag es daher geben. Aber die Funktion der Geldvergabe als Mittel zur Durchsetzung moralischer oder religiöser Ziele. Davor mögen uns Gott und Allah bewahren.
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    Bewahren wird sie in beiden Fällen weder der christliche Schein noch der reale Geldschein.

    Denn beide Systeme sind jeweils Extreme ihrer Art.

    Gruss

    • TDU
    • 27.01.2012 um 14:18 Uhr

    Wer Masstäbe setzen will, soll sie vorleben und wenn sein Massstäbe angemommen werden, um so besser. Eine permanente Diskussion über das Geldsystem an sich mag ja gut sein, aber beim Klima ist man schon kurz vor der Bevormundung des Einzelnen.

    Überspitzt:

    Eine Tugendwacht mit Hilfe des Geldes und permanenter Selbstbespiegelung einschliesslich Kontrolle richtigen Handelns?. Das könnte die Folge sein.

    Wie weit muss man eigentlich vor der Freiheit Angst haben oder wie gering muss man sie empfinden oder schätzen, um für seine eigene potentielle Entmündigung zu plädieren.

    Geld oder wie man handelsfähiges vom Gegenstand! abgelöstes Handelsmittel auch immer bezeichnet, bedeutet auch Freiheit. Reisen z. B.: Was mache ich ohne Geld, wenn dass, was ich kann oder produziere im anderen Land nicht ankommt wird. Dann ich wandern und Almosen empfangen wie in früheren Zeiten obwohl es Autos, Züge und Flugzeuge gibt.

    Der Reisehandel wie zu Zeiten der 3 Könige oder der Weihrauch- oder Salzstrassen in früheren Zeiten ist unwiderbringlich überholt

    Und wegen des Missbrauche der Freiheit durch einige, lasse ich mir die bestimmt nicht freiwllig nehmen.

    Ohne den Aspekt Freiheit der Lebensgestaltung und zwar sowohl über die "Freiheit von" als auch über die "Freiheit zu" gibts für mich keine Diskussion übers Geldsystem.

    Mit Stalin hätte ich auch nicht über die Freiheit im Sozialismus diskutiert. Gabs für ihn gar nicht, diese Kategorie.

  2. das darf natürlich nicht sein. Das ewige Höllenfeuer funktioniert nach eigenen, anderen Regeln. In Frankreich werden junge Finanzexperten genau dafür ausgebildet. »Es gab einen Bedarf für einen solchen Studiengang, um Fachkräfte für neue islamische Finanzinstitutionen auszubilden«, sagt Laurent Weill. Für die Straßburger Studenten steht auf dem Stundenplan, was die Scharia erlaubt. Na dann kann das lustig werden in der Hölle für alle anderen, Christen, Homosexuelle, Lesben, Transsexuelle, Juden usw. Wir sind gespannt!

  3. ...gegenüberstehe, sehe ich im "islamischen Bankenwesen" durchaus eine Alternative zu "unserem" parasitären "Bankenwesen"!

    Wenn ich Geld hätte, dann hätte ich wohl ein besseres Gefühl dabei mein Geld einer islamischen Bank zu geben - anstatt der Deutschen Bank...

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    Die übliche antiwestliche Polemik: Alles, nur nicht der böse kapitalistische Westen…

    • tippex
    • 31.01.2012 um 22:16 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

    Die übliche antiwestliche Polemik: Alles, nur nicht der böse kapitalistische Westen…

    • tippex
    • 31.01.2012 um 22:16 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

  4. Was für eine Nachricht - es gibt eine funktionierende Alternative zu dem uns beherreschenden Geldsystem! Kann man das auch in Deutschland erlernen?? Her mit diesem Wissen!

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    Ich nehme mal an, ihr Kommentar ist doch ironisch gemeint, oder?

    Ob dieses islamische Finanzsystem wirklich eine erstrebenswerte Alternative darstellt? Nun ja, man betrachte mal die Wirtschaftsleistung und den allgemeinen Wohltstand breiter Bevölkerungsschichten in islamischen Ländern... Ich kann mir gut vorstelle, dass wenn man die Finanzströme in diesen Ländern mit den Finanströmen in westlichen Ländern vergleicht, feststellen kann, dass in Ländern mit islamischem Finanzssystem weniger Geld ausgeliehen und investiert wird.

    Was "vom Islam" kommt, kann nicht gut sein - von vorne herein, oder was...? Ich möchte das Prinzip tatsächlich gern erst mal kennenlernen, ehe ich ein Urteil darüber fälle! Immerhin scheint es ja zu funktionieren. Jedenfalls sind mir von den islamisch geprägten Staaten keine drohenden Staatspleiten oder Währungs- und Banksysteme am Abgrund bekannt. Alles, was uns von unserem irrsinnig ungerechten Wachstumsmodell (mit Zinsen) webringt, ist doch von höchstem Interesse. Oder nicht?

    Ich nehme mal an, ihr Kommentar ist doch ironisch gemeint, oder?

    Ob dieses islamische Finanzsystem wirklich eine erstrebenswerte Alternative darstellt? Nun ja, man betrachte mal die Wirtschaftsleistung und den allgemeinen Wohltstand breiter Bevölkerungsschichten in islamischen Ländern... Ich kann mir gut vorstelle, dass wenn man die Finanzströme in diesen Ländern mit den Finanströmen in westlichen Ländern vergleicht, feststellen kann, dass in Ländern mit islamischem Finanzssystem weniger Geld ausgeliehen und investiert wird.

    Was "vom Islam" kommt, kann nicht gut sein - von vorne herein, oder was...? Ich möchte das Prinzip tatsächlich gern erst mal kennenlernen, ehe ich ein Urteil darüber fälle! Immerhin scheint es ja zu funktionieren. Jedenfalls sind mir von den islamisch geprägten Staaten keine drohenden Staatspleiten oder Währungs- und Banksysteme am Abgrund bekannt. Alles, was uns von unserem irrsinnig ungerechten Wachstumsmodell (mit Zinsen) webringt, ist doch von höchstem Interesse. Oder nicht?

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