Umweltfreundlicher Städtebau Sparen, umbauen, austauschen
Von Passivhäusern bis zum Ausbau der Fernwärme: Deutsche Städte suchen nach neuen, umweltfreundlichen Strategien.
Die deutschen Großstädte stehen bei der Energiewende vor einer doppelten Herausforderung: Sie haben kaum freie Flächen, um Anlagen für die Gewinnung erneuerbarer Energie zu bauen. Gleichzeitig müssen sie immer mehr Menschen versorgen. Und doch gibt es Konzepte, wie Verwaltung, Unternehmen und Bürger kooperieren und die einzelnen Ansätze zu einem systematischen Ganzen verknüpfen können. Jens Libbe, Volkswirt am Deutschen Institut für Urbanistik, sieht die Städte derzeit zwar erst »ganz am Anfang eines langen Prozesses«. Doch immerhin haben die meisten Großstädte ambitionierte Ziele formuliert. Wie weit sie mit der Umsetzung sind? Ein Überblick.
Berlin
Die Hauptstadt hat bei der Vermeidung von Emissionen die Nase vorn: Der CO₂-Ausstoß ist mit jährlich 5,55 Tonnen pro Kopf geringer als in allen anderen deutschen Großstädten. Wie der Energieverbrauch ist er in den vergangenen zwanzig Jahren um rund ein Viertel gesunken, vor allem weil die Berliner heute anders heizen: 1990 gab es noch rund 400.000 Kohleöfen, heute sind es nur noch 60.000. Immer mehr Wohnungen werden mit Fernwärme oder Erdgas beheizt. Das Berliner Fernwärmenetz ist mit 1.600 Kilometer Länge eines der größten in Westeuropa, knapp ein Drittel aller Gebäude der Hauptstadt sind daran angeschlossen. Bis zum Jahr 2020 sollen die Emissionen um weitere 15 Prozent sinken. Die Stadt setzt dabei weiterhin auf den Ausbau der Fernwärme und energiesparendes Bauen. Wird Gas benötigt, soll auch das umweltfreundlicher sein: Der Anteil von brandenburgischem Biogas soll deutlich steigen.
Stuttgart
Die Schwaben sparen vor allem Energie. Bereits Anfang der Siebziger gründete Stuttgart ein Energiereferat, das den Verbrauch der städtischen Gebäude kontrolliert. Diese verbrauchen heute ein Viertel weniger Heizenergie und CO₂ als 1990. Mittlerweile werden sie zudem komplett mit Ökostrom versorgt. Allerdings sind die Emissionen der Stuttgarter mit 10,05 Tonnen pro Kopf relativ hoch. Um herauszufinden, wo Energie gespart werden kann, hat die Stadt nun die Energieflüsse in allen Bereichen analysiert und ein Programm mit 63 Maßnahmen verabschiedet, das von der Anschaffung weiterer Hybridbusse für den öffentlichen Nahverkehr bis zur Nutzung von Erdwärme reicht. Ein wichtiger Aspekt ist die Gebäudesanierung. Gemeinsam mit den Wohnungsgesellschaften überlegt die Stadt, wie die Zahl der Sanierungen gesteigert werden kann.
Frankfurt
Die Frankfurter bauen seit Anfang der Neunziger ihr Fernwärmenetz auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung aus. Das bedeutet, dass Energie und Wärme gleichzeitig gewonnen werden. Statt Kohle oder Erdgas wird dafür zunehmend Biomasse genutzt. Die selbst ernannte »Passivhaus-Hauptstadt« ist außerdem Vorreiter bei der Gebäudesanierung. Seit 2005 müssen alle städtischen Neubauten als Passivhäuser gebaut werden. Weil sie die Wärme der Bewohner und Haushaltsgeräte nutzen, benötigen sie rund 80 Prozent weniger Heizenergie als konventionelle Häuser. 1.000 derartige Neubauten gibt es schon, weitere 1.500 sind im Bau oder geplant.
Frankfurt hat als wichtiger Verkehrs- und IT-Knotenpunkt mit jährlich 12,79 Tonnen CO₂ pro Kopf hohe Emissionswerte. Trotzdem ist der Ausstoß gegenüber 1990 um 16 Prozent gesunken. Bis 2020 sollen 40 Prozent des Gesamtstrombedarfs durch regenerative Energien gedeckt werden.
- Datum 26.01.2012 - 17:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.1.2012 Nr. 05
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Wozu braucht man heute noch Fernwärme ?
Bei Neubauten mit 15 cm Isolierung ist überhaupt keine Heizung mehr notwendig.
Isolierien ist einfacher und den Rest kann man dann mit Strom heizen.
Toilettenabwässer für Biogas funktioniert nicht. Holz und Stroh enthalten Lignin, das funktioniert nicht bei Biogas.
Papier besteht aus Zellstoff und der kommt vom Holz.
Oder entsorgen die Hamburger ihr Toilettenpapier auch schon getrennt ?
Die Armen.
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