Berlinale-Chef Kosslick Unser Mann auf dem roten Teppich
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 "Wir bemühen uns, ein radikaleres Programm zu machen"

ZEIT: Es ist Ihre letzte Amtszeit. Wollen Sie nicht noch mal auf die Kacke hauen?

Kosslick: Ich haue gerne drauf: mit den Rolling Stones oder auch mit einem thailändischen Film. Wenn die Kacke da ist, dann hauen wir drauf. Aber sie muss erst mal da sein. Ja, wir bemühen uns, ein radikaleres Programm zu machen, das dem Publikum und den Kritikern gefällt. Und das meine ich jetzt nicht ironisch.

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ZEIT: Blicken wir mal voraus: Wie sollte die Ära Kosslick in Erinnerung bleiben?

Kosslick: Dass man sich gerne an die Berlinale erinnert. Daran, dass man hier mit Spaß und Freude in extrem unterschiedliche Filme gegangen ist, von der radikalen Autorenvision über den Politfilm und das amerikanische Starvehikel bis zum kasachischen Kurzfilm. Das würde mir reichen.

 
Leser-Kommentare
  1. mut auf der berlinaler hats doch seit fassbinder eigentlich nicht mehr gegeben. alle klatschen schön, selbst wenn die filme der größte scheiß sind. aber egal. zum glück gibts wirklich gute filme, die gezeigt werden - [...]
    fürs volk wirds schwierig sich an diskussionen zu beteiligen, geschweige denn karten zu bekommen. deutschlands größtes kulturereignis (haha, ansichtssache) ist höchst exklusiv. na dann. viel spass.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Redaktion/ls

  2. Ich finde Herr Kosslick hat hervorragende Arbeit geleistet und ein echt hochklassiges Event in Gesamtberlin etabliert. Wenn man bedenkt, daß die Berlinale noch in den 90ern in Stätten wie dem Arsenal (Nähe Wittenbergplatz!) aufgeführt wurde, kann man inzwischen jeden Film in einem echten Kino sehen und auch das Ganze drumherum ist deutlich besser organisiert.

    @1 Karten zu bekommen, war noch nie mein Problem. Entweder im Vorverkauf am ersten Vorverkaufstag für den Film oder an der Abendkasse.

  3. mit einer dermaßen Kritik-Blindheit muss man sich garnicht mehr fragen, weshalb die Berlinale zu einem solchen Schmierentheater verkommen ist. Radikales Kino ist nicht das kleinbürgerliche, häppchenweise Kino der Empörung: Es ist die rdikale, audiovisuelle und narrative Herangehensweise brisanter Themen. Besonders Schade finde ich vor allem, dass Herr Kosslick die Konkurenz mit Cannes vermeidet und das Kino aus Deutschland als "seit den 30'ern verstorben und vertrieben" ansieht...

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