Thalia Theater Hamburg Beten und singen hilft gegen Würmer
Das Gastspiel "Gólgota Picnic" im Hamburger Thalia Theater wurde im Vorfeld der "Verhöhnung des Christentums" bezichtigt. Letztlich blieb es kalkulierte Provokation.
© David Ruana

Szene aus "Gólgota Picnic" in Hamburg
Ein Mann sitzt am Klavier und spielt Josef Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze. Seine Silhouette leuchtet auf der Leinwand, die bisher mit Ekelbildern in Privatfernsehen-Manier quälte. Bald macht sich eine besinnliche Stimmung breit. In den Pausen zwischen den einzelnen Sätzen stört nur die Lüftung die Stille. Derweil beklagen draußen Anhänger der Pius-Bruderschaft den sittlichen Verfall der Künste mit lateinischen Chorälen und Kerzenlicht. Bulliges Sicherheitspersonal hält die Protestler auf Abstand.
Am vergangenen Montag gastierte die spanisch-französische Co-Produktion Gólgota Picnic am Thalia Theater in der Gaußstraße. Schon im Vorfeld sah sich das Theater mit dem Vorwurf der »öffentlichen Verhöhnung des Christentums« konfrontiert. Aber viel eher bedient das Stück den lustvollen Zuschauerekel. Da werden Schlachtabfälle unter lautem Schmatzen durch den Fleischwolf gedreht. Es riecht nach Raubtierkapitalismus und dem süßlichen Duft Hunderter auf der Bühne verteilter Brothälften. Man lässt Zerkautes aus dem Mund blubbern. Es gibt Burgertürmchen aus lebenden Würmern und jede Menge Nackte.
Thalia-Intendant Joachim Lux wehrt sich beim Publikumsgespräch. Man müsse religiöse Gefühle respektieren, aber eben auch den künstlerischen Ausdruck. Könnte es sein, dass die Pius-Brüder draußen nur Aufmerksamkeit erregen wollen? Gegenfrage aus den Zuschauerreihen: Was war zuerst, der Skandal oder das Publikumsinteresse? Blasphemisch geht es häufig zu im zeitgenössischen Theater, explizit sexuell auch.
In Gólgota Picnic wälzen sich Körperknäuel in blauer und roter Farbe. Harmlos eigentlich. Dazu Kunstwerke aus Schamhaaren. Erstaunlich gelassen nehmen die Zuschauer all das hin. Der eigentliche Skandal ist ja dieses lange Klavierstück am Ende, fast ein Drittel der Aufführung. Inmitten des Trümmerfeldes aus wiedergekäutem Fast Food und Zivilisationsschrott ruhen die Schauspieler nach getaner Schmutzarbeit auf Campingmobiliar. Im Scheinwerferlicht bäumt sich der Pianist auf, fällt in sich zusammen, spielt, als wäre der Teufel hinter ihm her. Dass er nichts anhat, stört weder ihn noch die Zuhörer. An diesem Abend wirkt Nacktheit nicht wie kalkulierte Provokation.
- Datum 26.01.2012 - 09:59 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 26.1.2012 Nr. 05
- Kommentare 7
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:










überzeugter Christ von dem Glauben an das Evangelium,
altmodischer Christ mit der Marianischen alten Schule...;
aber diese Ekelobsession, wie hier sehr plastisch beschrieben, felhlt nur noch die 'riechbare Wellenlänge', diese 'Wahrnehmung der Welt' ist es doch, die einen Christenmenschen in sein ästhetisches Wolkenkuckckheim sich zurückziehen läßt..., die Welt ist tatsächlich DRECKIG und obszön..., allerdings die Innenweltverschmutzung des kolletkiven dekjadenten Schlendrians.
Der Herr Jesus wurde als Sohn Gottes für unsere finale Erlösung nicht an das Kreuz geschlagen für eine 'intellektuelle Zerstreuung' der 'KüngDynastie' sondern tatsächlich nimmt der Glaubende Christenmensch für sich in Anspruch, aus dieser 'Gefallenen Welt' von Jesus Christus erlöst zu werden, und am Jüngsten Tage mit LEIB und SEELE aus diesem Morast der Materiellen Hülle zu Gottes Ewiger Anschauung zu gelangen.
Diese Kruzifixe in der Kirche, die den Erlösungstod des Jesus Christus so unsagbar brutal und unentrinnbar deutlich 'zelebrieren', diese 'Symbolik' der Auferstehung aus dieser Welt in das versprochene Gelobte Land ist nicht zu überbieten an Drakaturgie als Zeichen für die Errettungsbotschaft zu der Geliebten Menschheit, der Gott seinen Sohn schenkt, damit dieser UNS den Weg weist für die Auferstehung aus der endlichen Leidenszeit dieses 'Schlachtfeldes des Todes'; nicht dabei vergessen zu erwähnen, daß dieses Substantiv TOD nicht in erster Linie für das 'Ableben' der menschlichen Physis steht.
dem ende ihrer ausführungen kann ich nur beipflichten.
religion ist wirklich großes theater... sehr dramatisch.
was den ersten teil angeht.
das übliche was man aus wolkenkuckucksheim hört. aber immerhin haben sie den mut das offen auszusprechen.
dem ende ihrer ausführungen kann ich nur beipflichten.
religion ist wirklich großes theater... sehr dramatisch.
was den ersten teil angeht.
das übliche was man aus wolkenkuckucksheim hört. aber immerhin haben sie den mut das offen auszusprechen.
dem ende ihrer ausführungen kann ich nur beipflichten.
religion ist wirklich großes theater... sehr dramatisch.
was den ersten teil angeht.
das übliche was man aus wolkenkuckucksheim hört. aber immerhin haben sie den mut das offen auszusprechen.
Deshalb sollte auch das Thaliatheater die ZEIT Netiquette einführen.
Der Textbaustein [...] Entfernt wäre hier einschlägig anwendbar.
Quelle: Hamburger Abendblatt.
..."Das Erzbistum Hamburg hatte es dagegen abgelehnt, sich am Protest zu beteiligen. Der Geistliche Rektor der Katholischen Akademie Hamburg, Jesuitenpater Hermann Breulmann, nahm im Anschluss an die Vorstellung am Podiumsgespräch mit dem Publikum teil.
Die Angriffe auf das Stück seien nicht akzeptabel, sagte Johann Hinrich Claussen, Hauptpastor und Probst für den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost. "Besonnene Christen aller Konfessionen in Hamburg haben ein hohes Interesse daran, dass die Freiheit der Kunst in unserer Stadt respektiert wird. Die zum Teil infamen und gewaltträchtigen Angriffe von religösen Fundamentalisten müssen ein Ende finden ".
Ich werde mir das Stück nicht ansehen. Es soll ziemlich langweilig sein.
Viel Lärm um nichts !
@Todoy
Das Thalia soll die ZEIT Netiquette einführen ?
Das ist doch wohl ein Scherz, sonst erinnert Ihr Beitrag an den Reichspropagandaminister
Dürfen Künstler in der ZEIT nicht kommentieren? Nicht dass ich einer wäre. Von mir aus können Sie die ZEIT mit dem Reichspropagandaministerium vergleichen. Ich liebe die Freiheit und nicht Anarchie.
Dürfen Künstler in der ZEIT nicht kommentieren? Nicht dass ich einer wäre. Von mir aus können Sie die ZEIT mit dem Reichspropagandaministerium vergleichen. Ich liebe die Freiheit und nicht Anarchie.
Dürfen Künstler in der ZEIT nicht kommentieren? Nicht dass ich einer wäre. Von mir aus können Sie die ZEIT mit dem Reichspropagandaministerium vergleichen. Ich liebe die Freiheit und nicht Anarchie.
wertfreien' abstrakten Ausdruck an dem Mysterium des Christlichen Kruzifixes geht in dieser Diskussion, sondern
tatsächlich um diese Dichte des 'Informationsgehaltes' DES
'Superzeichens' der Menschheitsgeschichte, dann kann ich allerdings noch eine 'Überhöhung' des Mysteriums der 'Kreuzestheologie' liefern, eine Zuspitzung der 'Lästerlichkeit des Spottes gegen das ChristenPhleghma', das doch in diesem säkularisierten Land einen Anstoß der 'intellektuellen Zumutung' an den bedingunslosen Hedonismus* darstellt. Ich bin tatsächlich kein Gothic-Anhänger, aber dieses Video ist doch bemerkenswert in 'qualifikativer Nähe'
zu dem Machwerk des Zielartikels. Und es ist ein 'Belegexemplar' für das 'Wüten der Welt' am Kruzifix.
http://www.youtube.com/wa...
P H L E G H M A wird freilich geschrieben als
P H L E G M A.
Damit ist gemeint das, was den 'gemeinten Christen' auszeichnet,
und das wäre ein 'weltfremdes Quantum' an 'Friedfertigkeit',
was nach ARISTOTELES als 'nicht sittlich tugendhaft' zu reflektieren Wert gewesen ist, aber doch tatsächlich die Maxime
des Christenmenschen sein sollte, und eben nicht 'subtile Überlebensvorteile', die er sich dank 'intellektueller Sozialisation' an dem 'Schmierentheater dieser Welt' vereinnahmte.
P H L E G H M A wird freilich geschrieben als
P H L E G M A.
Damit ist gemeint das, was den 'gemeinten Christen' auszeichnet,
und das wäre ein 'weltfremdes Quantum' an 'Friedfertigkeit',
was nach ARISTOTELES als 'nicht sittlich tugendhaft' zu reflektieren Wert gewesen ist, aber doch tatsächlich die Maxime
des Christenmenschen sein sollte, und eben nicht 'subtile Überlebensvorteile', die er sich dank 'intellektueller Sozialisation' an dem 'Schmierentheater dieser Welt' vereinnahmte.
P H L E G H M A wird freilich geschrieben als
P H L E G M A.
Damit ist gemeint das, was den 'gemeinten Christen' auszeichnet,
und das wäre ein 'weltfremdes Quantum' an 'Friedfertigkeit',
was nach ARISTOTELES als 'nicht sittlich tugendhaft' zu reflektieren Wert gewesen ist, aber doch tatsächlich die Maxime
des Christenmenschen sein sollte, und eben nicht 'subtile Überlebensvorteile', die er sich dank 'intellektueller Sozialisation' an dem 'Schmierentheater dieser Welt' vereinnahmte.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren