Medien: Peking zeigt das schöne Afrika
Chinas Regierungssender CCTV will von Kenia aus den Schwarzen Kontinent erobern.
© FREDERIC J. BROWN/AFP/Getty Images

Die CCTV-Sendezentrale in Peking
Die Entscheidung, nach Nairobi zu gehen, traf Chang Lei nach einer zufälligen Begegnung mit ihrer Mutter in einem Pekinger Park. »Das war an einem Freitagnachmittag, als ich von der Arbeit kam«, erzählt die zierliche Chinesin. »Meine Mutter stand am Weg und hielt ein Plakat hoch: ›Suche Mann für meine Tochter‹.«
Da sei ihr klar geworden, dass sie mal wegmüsse von ihren Eltern, raus aus China. »Als 30 Jahre alter Single war ich meiner Mutter peinlich«, sagt Chang Lei und schüttelt lächelnd die dichte Pagenkopf-Frisur. Sie ergriff die einzige Chance, als Reporterin des chinesischen Staatsfernsehens außerhalb Chinas zu arbeiten: Ihr Arbeitgeber China Central Television, kurz CCTV, suchte Leute für einen neuen Standort in Nairobi. »Ich wusste vorher nicht, dass es ein Land gibt, das Kenia heißt«, sagt sie.
30, freie Journalistin in Köln, tätig unter anderem für die Tagesschau-Redaktion des WDR, war von Juli bis Oktober 2011 als Robert-Bosch-Stipendiatin in Peking, wo sie das Afrika-Projekt vorbereiten half. Leider dürfen wir keine Fotos aus den Studios zeigen – so widersprüchlich ist die chinesische Medienpolitik.
Heute, gut acht Monate nach der Begegnung im Park, sitzt Chang Lei vor einer Wand aus flimmernden Bildschirmen in der neu gebauten Regie der CCTV-Africa-Sendezentrale. Um sie herum wuseln zwei weitere, fast kindlich aussehende Chinesinnen, kleben Merkzettel mit chinesischen Schriftzeichen und der englischen Übersetzung auf Schreibtische, nebenan im Studio schieben zwei im Vergleich riesig wirkende Afrikaner die letzten Teile der Studiodekoration an ihren Platz.
Kommende Woche soll es losgehen – täglich eine Stunde live wollen die Chinesen von Nairobi aus senden, sieben Tage die Woche. 60 Minuten Nachrichten für Afrika aus dem chinesischen Blickwinkel, samstags und sonntags zusätzlich eine Talkshow und eine Dokumentation. Es ist der Beginn der medialen Eroberung Afrikas: Wenn alles gut läuft, erklärt die Journalistin Chang Lei, wird sich von hier aus bald ein chinesisches Korrespondentennetz über den Kontinent spannen.
Drei der Korrespondenten hatten ihre Heimatstadt noch nie verlassen
Chinas mächtiger Staatssender hat ein junges, nicht sehr erfahrenes Team nach Afrika geschickt: Chang Lei, 30, ist die Zweitälteste, die meisten sind Mitte 20, manche kommen gerade von der Universität. Keiner von ihnen hat eine journalistische Ausbildung erhalten, die meisten haben nur ein Jahr Praxis als Redakteur in der Pekinger Sendezentrale. Der Flug nach Nairobi war für fast alle die weiteste Reise ihres Lebens. Drei der neuen Afrika-Korrespondenten haben Peking überhaupt zum ersten Mal verlassen.
Chang Lei zählt zu den wenigen Freiwilligen. Viele ihrer Kollegen wurden ungefragt versetzt. »So schön wie in China ist es hier natürlich nicht«, sagt sie. Der Arbeitsplatz in Nairobi gilt zudem nicht als Sprungbrett für einen der begehrten Posten in der Pekinger CCTV-Zentrale. Der Wunsch nach einer Dependance kam wohl mehr von der Pekinger Regierung als aus der CCTV-Leitung, die das Unternehmen Afrika eher zögerlich begonnen hat.
Einige der neuen Afrika-Korrespondenten hatten noch sieben Tage vor ihrem Abflug im November kein Ticket und wussten nicht, ob sie tatsächlich nach Afrika gehen und wann. Diese Personalpolitik der letzten Minute hat den Start von CCTV Africa um einen Monat verzögert – eigentlich hätte schon im Dezember gesendet werden sollen.





... aus dem "Reich der Mitte".
Und sonst gar nichts.
Und was ist jetzt daran falsch?
ist doch schön die andere Seite Afrikas zu zeigen, statt immer dasselbe. Ich hoffe China baut ihren Standort auch auf den Nahen Osten aus.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische und diskriminierende Äußerungen. Danke. Die Redaktion/vn
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Das obige Foto zeigt den Zustand der CCTV-Sendezentrale vor kanpp 3 Jahren gerade nach einer Feuerkatastrophe.
Warum kann ein solches Foto ausgewählt werden?
Jennifer Bragg: "Im Vergleich zu den Russen sind die Chinesen, was die Zensur und Propaganda anbelangt, schon fast liberal".
Diese Aussage ist schon spätestens seit 1985 falsch, und eine typische Aussage von einer Euro-(Amerikanische) SelbsthasserIn.
"Beim Staatsbesuch von US-Vizepräsident Joe Biden in China im vergangenen Sommer zum Beispiel hatten alle Beiträge eine These zu untermauern: dass die USA China in die eigene Schuldenkrise hineinziehen und so gezielt ins Chaos stürzen wollten".
Ist dies also keine Propaganda?
"Alle Texte werden von den Zensoren auf kritische Formulierungen geprüft. CCTV-Reporter durften Libyens Muammar al-Gaddafi nie einen Diktator oder Militärherrscher nennen oder ihn als exzentrisch beschreiben. Solche negativen Begriffe für ein anderes Regime will Chinas Führung nicht im Staatsfernsehen hören".
Also, keine progaganda?
"»Ich habe neulich sogar schon einmal mit einem französischen Reporter gesprochen!«, erzählt eine junge chinesische Journalistin, und es klingt fast so, als ob sie eine Mutprobe bestanden hätte. Der Kollege sei sogar ganz nett gewesen".
Sie war also davon überrascht, das ein Westler nett war.
Man fragt sich, wo sie die Auffassung her hatte, das Westler nicht nett seien, obwohl sie doch vorher noch nie einem begegnet war.
Als ob das keine Propaganda der schlimmsten sort wäre.
Im Osten drängt ein neuer Kolonialmacht auf.
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Der Ton des Artikels suggeriert, dass es schlecht ist, dass China versucht seinen Einfluss auf dem schwarzen Kontinent auszubauen. Immer wieder wird betont, dass besonders wirtschaftliche Interessen hinter allem stehen und das China ein Regime ohne Pressefreiheit ist.
Nun ja. Trotz all der wirklich respektablen Hilfsprogramme die von Europa und Amerika aus nach Afrika gehen, darf man nicht übersehen, dass auch heute noch europäische Unternehmen in Schandtaten dort verwickelt sind.
Beispiel: Lundin Petrolium wird aktuell bezichtigt in Erschießungen und Niederbrennungen von Dörfern verwickelt zu sein. Es geht um Öl.
Also kann man wirklich sagen, dass unsere Interessen dort redlicher sind, als die der anderen?
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