Es gibt Institutionen, die Antworten auch auf solche Fragen finden, die zu stellen niemand für nötig gehalten hätte. Das Kölner rheingold-Institut beispielsweise befindet in einer gerade veröffentlichten Studie, dass die Menschen »heute« dem Thema Altersvorsorge »mehr denn je« (!) mit »großer Unsicherheit« (!!) begegneten. Das liege schon daran, dass die Kombination der Wörter »Alter« und »Sorge« Sterblichkeit signalisiere; außerdem unterlägen Ältere einem »Vitalitätsdogma« und seien von der 68er-Revolte beseelt. Kurzum: Ihr Vorbild, schreibt rheingold, sei der Camel-Mann, der »niemals zur Ruhe kommt«.

Bis er dann eben umfällt, ohne jemals ausreichend vorgesorgt zu haben.

Gut so, könnte man sagen, macht dann auch nichts mehr. Findet rheingold aber gar nicht, weshalb das Institut auch versucht, Ordnung in das durch Ignoranz und Ruhelosigkeit angerichtete deutsche Vorsorge-Chaos zu bringen. Dazu kategorisiert rheingold uns Deutsche in sechs Typen, etwa »getriebene Jongleure«, »sorglose Ignorierer« oder »hortende Hamster«. Letztere sind geizig, horten gierig und nehmen ihren Reichtum nicht selten mit ins Grab. Ganz anders verhält sich ein »lockerer Verteiler«, der – so formuliert es rheingold – »viele Vorsorge-Nüsschen breit gestreut, vergraben und dann aber auch wieder vergessen« hat. Zum Typus »Verteiler« gehören übrigens elf Prozent der Bundesbürger, der »hortende Hamster« kommt mit 26 Prozent wesentlich häufiger vor (was man sich auch denken konnte, so sind wir Deutsche).

Fragen Sie sich nun, wozu das alles gut ist? Finanziert hat die Studie das Deutsche Institut für Altersvorsorge, das sich seit Langem für die Privatisierung eben dieser Vorsorge einsetzt. Wahrscheinlich finden deshalb die rheingold-Ergebnisse ihren Weg in die Bankfilialen. Wenn Sie also demnächst vor Ihrem Berater sitzen und doch einmal über Ihr Alter sprechen, versuchen Sie herauszufinden, wie er Sie sieht. Hamster oder Eichhörnchen? Danach wird sich richten, welche Produkte er Ihnen anbietet.