Institut für SexualmedizinOpferschutz abgewickelt

In Kiel wird das Institut für Sexualmedizin aufgelöst. Das hält Sabine Rückert für einen Skandal.

Am 27. September 2002 wird im schleswig-holsteinischen Neumünster die Leiche der 16-jährigen Jennifer gefunden. Der Körper des Mädchens ist halb nackt und weist Spuren erheblicher Gewalt auf. Der Täter muss seinen ganzen Hass auf das weibliche Geschlecht abreagiert haben: Jennifers Nasenbein ist gebrochen, ein Schlüsselbein und eine Rippe. Der Körper ist mit Hämatomen übersät, der Schädel unterblutet, das linke Auge durch einen Faustschlag verletzt. Der Tod trat durch Gewalt gegen den Hals ein, möglicherweise hat sich der Mörder auf die Kehle seines Opfers gekniet.

Ein Jahr später wird ein 37-jähriger Kraftfahrer wegen Mordes an Jennifer zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Außerdem verhängt das Landgericht Kiel die Sicherungsverwahrung über den Angeklagten, weil eine erhebliche Gefahr von ihm ausgehe. Dabei stützen sich die Richter auf ein sexualmedizinisches Gutachten des Professors Hartmut Bosinski von der Universitätsklinik in Kiel. Der hatte den Angeklagten eingehend untersucht und bei ihm ein pathologisches Verhältnis zu Frauen und einen Hang zur sexualisierten Gewalt festgestellt. Das Besondere an dem Fall aber ist, dass der schwer gestörte Mann vor dem Mord zwar schon langjährige Freiheitsstrafen wegen diverser Vergewaltigungen verbüßt hatte – wobei die Brutalität der Tatausführung jedes Mal zunahm –, dass er aber noch niemals einem Sachverständigen vorgestellt worden war. Er war hart bestraft, seine gefährliche Veranlagung und seine triebhafte Neigung waren jedoch niemals erkannt worden.

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Das ist der beunruhigende Alltag in der Strafjustiz. Nur die wenigsten Sexualstraftäter werden begutachtet, obwohl gerade ihr Delikt wie kein anderes das Vorhandensein einer forensisch relevanten Deformation nahelegt, der mit Strafen allein nicht beizukommen ist. Die Probleme dieser Täter werden im Gefängnis eher größer, und Rückfälle – die dann die Öffentlichkeit ängstigen und erschüttern – sind mitunter absehbar.

In einer Studie im Jahr 2010 analysierte der Kieler Professor Günter Köhnken, Leiter des Instituts für Rechtspsychologie, zusammen mit Hartmut Bosinski 291 schleswig-holsteinische Fälle von Sexualstraftätern. Die Forscher wiesen nach, dass in diesem Bundesland nur knapp zwölf Prozent der Männer, denen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Kindesmissbrauch oder Exhibitionismus vorgeworfen wird, psychiatrisch oder sexualmedizinisch untersucht wurden. Die Wissenschaftler konnten überdies nicht klären, warum bei dem einen Angeklagten eine Begutachtung angeordnet worden war, bei einem anderen dagegen nicht. Dies bleibt ganz offensichtlich dem Zufall überlassen.

Wenn es nach der Landesregierung in Kiel geht, wird dieser Missstand in Schleswig-Holstein nicht korrigiert – im Gegenteil: Geplant ist, das seit 40 Jahren bestehende Institut für Sexualmedizin aufzulösen und den seiner Eigenständigkeit und weitgehend auch seiner Mitarbeiter und Mittel beraubten Professor Bosinski irgendwie im Zentrum für Psychiatrie abzustellen. Einer von zwei Assistenten und die halbe Stelle seiner Sekretärin wurden ihm 2011 schon gestrichen. Das Abwicklungsargument des Wissenschaftsministeriums lautet: Die Sexualmedizin arbeite nicht wirtschaftlich. Das gilt zwar für viele andere wissenschaftliche Disziplinen auch. Offenbar will man sich aber einen Spezialisten für Sexualmedizin – an deutschen Unikliniken gibt es überhaupt nur drei – nicht mehr leisten.

Auch Präventionsprojekte sind von der Kürzung betroffen

Dabei kann der Beitrag der Sexualmediziner zur allgemeinen Sicherheit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie begutachten nicht nur Sexualstraftäter auf Schuldfähigkeit und Gefährlichkeit, sondern behandeln auch sexuell gestörte Männer: entweder auf gerichtliche Anordnung oder – wenn noch keine Straftat vorliegt, der Patient selbst aber fürchtet, er könnte irgendwann übergriffig werden – in einer anonymen Therapie. Männer, die sich nach Kindern sehnen, Exhibitionisten oder Männer mit sexuellen Gewaltfantasien geben Bosinski unter falschem Namen ihr Innerstes preis und lernen, oft mit medikamentöser Unterstützung, ihr Schicksal zu akzeptieren und ihre geschlechtlichen Bedürfnisse niemals auszuleben.

Bei solchen Dunkelfeldprojekten, die bei allen sexualmedizinischen Einrichtungen angeboten werden, stellt sich regelmäßig heraus, dass zwei Drittel der betroffenen Patienten bereits einem Hausarzt oder einem Psychiater ihre Not geschildert hatten und entweder mit der Beruhigung, es handle sich doch bloß um Fantasien, nach Hause geschickt oder kurzerhand aus der Praxis geworfen worden waren. Nur die wenigsten Mediziner verstehen etwas von dem Leid, das sexuelle Normabweichungen auslösen, und von der Gefahr, die sie für andere bedeuten können. Im Studium jedenfalls erfahren die Ärzte so gut wie nichts darüber.

Leserkommentare
  1. Man darf sich über solche Stussbegründungen (ein wissenschaftliches Uni-Institut arbeite "nicht wirtschaftlich") nun wahrlich nicht wundern. Wenn man, wie in Kiel, die Aufgabenbereiche "Wirtschaft" und "Wissenschaft" in einem Ministerium zusammenfasst, sollte man sich - noch dazu in einem schwarz-gelben Umfeld - keinen Illusionen hingeben, welcher "Denke" die Prioritäten zugemessen werden.

    Ich mache immer wieder gern Werbung für die radikale Abschaffung der 16 Bundesländer (erst recht solcher Klitschen wie z.B. Schleswig-Holstein). Mit den vielen jährlich eingesparten Milliarden ließe sich viel Gutes tun, mit der Beseitigung der häufig inkompetenten und an Parteiideologien ausgerichteten Provinzregierungen viel Unheil vermeiden.

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    Antwort auf "Zynisch betrachtet"
  2. >Dabei gehört der Wissenschaftsminister einer Partei an, die den Opferschutz bei jeder sich bietenden Gelegenheit propagiert. Angela Merkel, die mächtigste Person in der CDU, ist selbst Mitglied im Opferschutzverein Weißer Ring, und wo immer es um die Verschärfung der Strafgesetze – besonders zur Bekämpfung von Sexualverbrechen – geht, führen die Christdemokraten den Feldzug an.>

    Das sehe ich nicht so. Ich habe als Opfer nicht den Eindruck, dass CDU den Opferschutz bei jeder sich bietenden gelegenheit propagiert.

    Natürlich sagt jeder, dass Opferschutz wichtig sei, aber wenn es um konkrete Maßnahmen geht, dann heißt es dann wieder "es gibt auch Falschanzeigen", "es wird schon soviel für Opferschutz getan".

    Ich als Vergewaltigungsopfer habe vom Weißen Ring keine Hilfe bekommen. Den Anwalt für das Ermittlungsverfahren habe ich selbst bezahlt. Die Therapie habe ich größtenteils selbst bezahlt.

    Dem Täter ist nichts passiert.

    Alle sagen, dass ihnen die Hand gebunden ist.

    Obwohl ich nicht das einzige Opfer bin.

    Und: liebe Frau Rückert....

    Wenn die Sache in die Presse gekommen wäre, wären Sie wahrscheinlich die Erste, die den Täter verteidigt hätten und mich als "Lügnerin" abgestempelt hätte. Und ja, über sowas denkt man als Opfer nach, wenn man über eine Anzeige nachdenkt.

    Bitte denken Sie darüber nach.

    4 Leserempfehlungen
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    dann ist Frau Merkel die Erste an der Front...

    Wie armselig für unser so reiches Land...

    Aber man muss fair bleiben - es müssen schließlich immer genügend Millionen für irgendwelche sinnlosen ABM-Maßnahmen (so nenne ich diese ganzen ENQUÈTES UND AUSSCHÜSSE) übrig bleiben...

    So ein Berater/EXPERTE ist nicht umsonst...

    Alles was nicht pekuniär und betriebswirtschaftlich Gewinnorientiert ausgerichtet ist - weg damit...

    Was mache ich eigentlich noch hier - ich bin Frührentnerin - bitte erschießt mich und entsorgt mich standesgemäß...

    Warum muss ich da so gar nicht im Kontext und trotzdem an die RAF denken - diesen hochschulgebildeten Extremisten wurde so viel Aufmerksamkeit gewidemet...

    Wer hat/te da noch INTERESSE FÜR DIE OPFER...

    Was ist los mit unserer Gesellschaft...

    Christlich und demokratisch - war gestern...

    Sozial und dito - war vorgestern...

    STREICHEN; KÜRZEN; EINSPAREN; WEGSPAREN - "FÜR DAS VOLK"...

    DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN DEM BÜRGER PREDIGEN:
    Dass ist HEUTE...

    BLEIBT ABZUWARTEN WANN AUF DAS GEMEINE VOLK VERZICHTET WERDEN KANN...

    MACHT DOCH NUR PROBLEME UND MÖCHTE AUCH NOCH SELBSTSTÄNDIG DENKEN - WEG DAMIT...

    dann ist Frau Merkel die Erste an der Front...

    Wie armselig für unser so reiches Land...

    Aber man muss fair bleiben - es müssen schließlich immer genügend Millionen für irgendwelche sinnlosen ABM-Maßnahmen (so nenne ich diese ganzen ENQUÈTES UND AUSSCHÜSSE) übrig bleiben...

    So ein Berater/EXPERTE ist nicht umsonst...

    Alles was nicht pekuniär und betriebswirtschaftlich Gewinnorientiert ausgerichtet ist - weg damit...

    Was mache ich eigentlich noch hier - ich bin Frührentnerin - bitte erschießt mich und entsorgt mich standesgemäß...

    Warum muss ich da so gar nicht im Kontext und trotzdem an die RAF denken - diesen hochschulgebildeten Extremisten wurde so viel Aufmerksamkeit gewidemet...

    Wer hat/te da noch INTERESSE FÜR DIE OPFER...

    Was ist los mit unserer Gesellschaft...

    Christlich und demokratisch - war gestern...

    Sozial und dito - war vorgestern...

    STREICHEN; KÜRZEN; EINSPAREN; WEGSPAREN - "FÜR DAS VOLK"...

    DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN DEM BÜRGER PREDIGEN:
    Dass ist HEUTE...

    BLEIBT ABZUWARTEN WANN AUF DAS GEMEINE VOLK VERZICHTET WERDEN KANN...

    MACHT DOCH NUR PROBLEME UND MÖCHTE AUCH NOCH SELBSTSTÄNDIG DENKEN - WEG DAMIT...

  3. @Lagenorhynchus "So wichtig das Thema ist, sollte man sehr aufpassen, was hier Fakt und was Interessenslage ist. Bei Uni-Instituten bin ich da grundsätzlich misstrauisch."

    Ja, es finden jetzt schon keine Vorlesungen oder andere Lehrveranstaltungen mehr statt, das kann ich aus eigenem direktem Wissen so feststellen.
    Das Problem an der Sache ist, dass der gute Mann offiziell dem unter Sparzwang stehendem Uniklinikum SH angehört (dort eine Sektion) aber sogenannten Lehrexport an die CAU erbringt (für Psychologen, Juristen und, wenn sie teilnehmen könnten, Mediziner). Die CAU weist allerdings jegliche Verantwortung von sich, wenn es um eine (Co-)Finanzierung der Sektion geht.

    Das Problem hat in der Tat eine hochschulpolitische Dimension, nämlich die schlichte Frage, ist es politisch in Schleswig-Holstein gewollt, eine solche Einrichtung zu haben oder nicht. Das derzeitige Regierungshandeln lässt erkennen, es ist nicht gewollt. Diesem Land ist Hochschulpolitik einfach nicht wichtig, wie das Drama um die Uni Lübeck im Jahr 2010 ja auch schon gezeigt hat.

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  4. dann ist Frau Merkel die Erste an der Front...

    Wie armselig für unser so reiches Land...

    Aber man muss fair bleiben - es müssen schließlich immer genügend Millionen für irgendwelche sinnlosen ABM-Maßnahmen (so nenne ich diese ganzen ENQUÈTES UND AUSSCHÜSSE) übrig bleiben...

    So ein Berater/EXPERTE ist nicht umsonst...

    Alles was nicht pekuniär und betriebswirtschaftlich Gewinnorientiert ausgerichtet ist - weg damit...

    Was mache ich eigentlich noch hier - ich bin Frührentnerin - bitte erschießt mich und entsorgt mich standesgemäß...

    Warum muss ich da so gar nicht im Kontext und trotzdem an die RAF denken - diesen hochschulgebildeten Extremisten wurde so viel Aufmerksamkeit gewidemet...

    Wer hat/te da noch INTERESSE FÜR DIE OPFER...

    Was ist los mit unserer Gesellschaft...

    Christlich und demokratisch - war gestern...

    Sozial und dito - war vorgestern...

    STREICHEN; KÜRZEN; EINSPAREN; WEGSPAREN - "FÜR DAS VOLK"...

    DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN DEM BÜRGER PREDIGEN:
    Dass ist HEUTE...

    BLEIBT ABZUWARTEN WANN AUF DAS GEMEINE VOLK VERZICHTET WERDEN KANN...

    MACHT DOCH NUR PROBLEME UND MÖCHTE AUCH NOCH SELBSTSTÄNDIG DENKEN - WEG DAMIT...

    Antwort auf "Opferschutz"
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    Ja, und weil die Opfer alleine gelassen werden - also diese dem Staat nicht viel kosten - hat man auch keinen Anreiz, Prävention zu betreiben.

    Wenn man die Täter ordentlich verurteilen würden, und den Opfern auch ordentlich entschädigen und rehabilitieren würden, dann würden sich Prävention und Forschung auch kostenmäßig lohnen.

    Ja, und weil die Opfer alleine gelassen werden - also diese dem Staat nicht viel kosten - hat man auch keinen Anreiz, Prävention zu betreiben.

    Wenn man die Täter ordentlich verurteilen würden, und den Opfern auch ordentlich entschädigen und rehabilitieren würden, dann würden sich Prävention und Forschung auch kostenmäßig lohnen.

  5. Ja, und weil die Opfer alleine gelassen werden - also diese dem Staat nicht viel kosten - hat man auch keinen Anreiz, Prävention zu betreiben.

    Wenn man die Täter ordentlich verurteilen würden, und den Opfern auch ordentlich entschädigen und rehabilitieren würden, dann würden sich Prävention und Forschung auch kostenmäßig lohnen.

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  6. In aller Bescheidenheit: Nur eine knappe Autostunde oder wenige Sekunden und weniger gibt es ausweis des Internetauftritts am UKE in Hamburg ein lebhaftes sexualmedizisches Leben.
    Was ist denn der Skandal?
    Dass die Patienten aus Flensburg oder Lübeck nun nach Hamburg fahren müssen?
    Schade um die Druckerschwärze die für diesen unseligen polemischen Beirag vergeudet wurde.

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  7. Frau Rückert setzt sich ein für den Opferschutz!
    In der Vergangenheit war das ja häufig nicht so, da wurden Nebenklägerinnen in Sexualstrafsachen häufig als Lügnerinnen und rachsüchtig diffamiert und der Verteidigung der mm Täter bot Frau Rückert Zusammenarbeit an. Unter anderem die parteiischen Justizreportagen von Frau Rückert führen letztlich zu genau der Verharmlosung von Sexualverbrechen an Frauen, die auch bewirkt, die diesbezügliche Forschung und wissenschaftliche Evaluation als überflüssigen Luxus zu sehen.

    k.

    3 Leserempfehlungen
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    Sie haben die Artikel und Bücher der Frau Rückert nicht gelesen - oder nicht verstanden: Sabine Rückert hat sich immer für eine hochwertig arbeitende Justiz eingesetzt, die den Opfern gerecht wird. Unschuldig Angeklagte bzw. Verurteilte sind ebenso Opfer wie Opfer von Gewaltaten. Frau Rückert hat sich immer dagegen gewehrt, diese gegeneinander auszuspielen und stattdessen Intelligenz und hohe Qualitätsstandards eingefordert. Dafür danke ich Ihr sehr. Einen Wandel Ihrer Haltung kann ich deshalb absolut nicht erkennen.

    P.S.: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Ihrem Interesse wäre, wenn Vergewaltigungsopfer nicht die bestmögliche Unterstützung erhalten würden. Gerade dazu ist es aber notwendig, die Standards bei den Strafverfolgungsbehörden und in der Justiz zu verbessern. Dazu trägt sicher nicht bei, nachgewiesene Fehlurteile zu ignorieren. Sie dürfen sicher sein: In einem solchen Umfeld des Wegschauens gibt es nur ausnahmsweise - aufgrund einzelner Menschen - optimale Zuwendung für Gewaltopfer. Genau diese sollte aber die Regel werden.

    Sie haben die Artikel und Bücher der Frau Rückert nicht gelesen - oder nicht verstanden: Sabine Rückert hat sich immer für eine hochwertig arbeitende Justiz eingesetzt, die den Opfern gerecht wird. Unschuldig Angeklagte bzw. Verurteilte sind ebenso Opfer wie Opfer von Gewaltaten. Frau Rückert hat sich immer dagegen gewehrt, diese gegeneinander auszuspielen und stattdessen Intelligenz und hohe Qualitätsstandards eingefordert. Dafür danke ich Ihr sehr. Einen Wandel Ihrer Haltung kann ich deshalb absolut nicht erkennen.

    P.S.: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Ihrem Interesse wäre, wenn Vergewaltigungsopfer nicht die bestmögliche Unterstützung erhalten würden. Gerade dazu ist es aber notwendig, die Standards bei den Strafverfolgungsbehörden und in der Justiz zu verbessern. Dazu trägt sicher nicht bei, nachgewiesene Fehlurteile zu ignorieren. Sie dürfen sicher sein: In einem solchen Umfeld des Wegschauens gibt es nur ausnahmsweise - aufgrund einzelner Menschen - optimale Zuwendung für Gewaltopfer. Genau diese sollte aber die Regel werden.

  8. Sie haben die Artikel und Bücher der Frau Rückert nicht gelesen - oder nicht verstanden: Sabine Rückert hat sich immer für eine hochwertig arbeitende Justiz eingesetzt, die den Opfern gerecht wird. Unschuldig Angeklagte bzw. Verurteilte sind ebenso Opfer wie Opfer von Gewaltaten. Frau Rückert hat sich immer dagegen gewehrt, diese gegeneinander auszuspielen und stattdessen Intelligenz und hohe Qualitätsstandards eingefordert. Dafür danke ich Ihr sehr. Einen Wandel Ihrer Haltung kann ich deshalb absolut nicht erkennen.

    P.S.: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Ihrem Interesse wäre, wenn Vergewaltigungsopfer nicht die bestmögliche Unterstützung erhalten würden. Gerade dazu ist es aber notwendig, die Standards bei den Strafverfolgungsbehörden und in der Justiz zu verbessern. Dazu trägt sicher nicht bei, nachgewiesene Fehlurteile zu ignorieren. Sie dürfen sicher sein: In einem solchen Umfeld des Wegschauens gibt es nur ausnahmsweise - aufgrund einzelner Menschen - optimale Zuwendung für Gewaltopfer. Genau diese sollte aber die Regel werden.

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    Ich habe aber den Artikel und ihre Bücher gelesen und auch ihre anderen Artikel (z.B. über Kachelmann-Prozess).

    Und ja, was sie über Vergewaltigungsopfer und psychisch Kranke schreiben ist teilweise menschenverachtend und diffamierend.

    Hochwertig arbeitende Justiz ist was anderes!

    Das Problem bei Frau Rückert ist, dass sie auch Vergewaltigungsopfer, welche ihre Täter anzeigen, als rachsüchtige Lügenerin abstempelt, nur weil es auch Leute gibt, die falsch anzeigen.

    Auf Fehlurteile aufmerksam machen kann man auch ohne alle Opfer zu diffamieren.

    daß Frau Rückerts Reportagen und ihre Zusammenarbeit mit Angeklagten und deren Verteidigern sich für viele Beobachter zu einem massiven Presseskandal entwickelt haben.
    Einmal zum Nachlesen für Sie - als Anregung für weitere Recherche:

    http://www.lawblog.de/ind...

    http://meedia.de/print/di...

    Ihre unkritische Begeisterung ist hier völlig fehl am Platze.

    k.

    Ich habe aber den Artikel und ihre Bücher gelesen und auch ihre anderen Artikel (z.B. über Kachelmann-Prozess).

    Und ja, was sie über Vergewaltigungsopfer und psychisch Kranke schreiben ist teilweise menschenverachtend und diffamierend.

    Hochwertig arbeitende Justiz ist was anderes!

    Das Problem bei Frau Rückert ist, dass sie auch Vergewaltigungsopfer, welche ihre Täter anzeigen, als rachsüchtige Lügenerin abstempelt, nur weil es auch Leute gibt, die falsch anzeigen.

    Auf Fehlurteile aufmerksam machen kann man auch ohne alle Opfer zu diffamieren.

    daß Frau Rückerts Reportagen und ihre Zusammenarbeit mit Angeklagten und deren Verteidigern sich für viele Beobachter zu einem massiven Presseskandal entwickelt haben.
    Einmal zum Nachlesen für Sie - als Anregung für weitere Recherche:

    http://www.lawblog.de/ind...

    http://meedia.de/print/di...

    Ihre unkritische Begeisterung ist hier völlig fehl am Platze.

    k.

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